Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 9 (1930)
- Issue
- 16 (18.4.1930)
- Date
- 1930-04-18
- Page
- Seite 214 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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214 JODBAD »AS BAD SEGEN ARTERIENVERKALKUNG THl t KUR-u. BADHOTEL ■ VKlii DER JODQUELLEN. Inti. G.Kisskalt Bayer. Alpen Das Haus für alle Kreise. Verlangen Sie Prospekt I oft, als Ableiter des Volkszornes dienen: Philipp wollte damit die Erregung der Bauernunruhen Niederschlagen. Freilich mußte er den Befehl schon 1532 zurücknehmen. Es waren besonders die lutherischen Theologen an seinem Hofe, die den Judenhaß schürten. Ihr Einfluß Zeigte sich auch in der „I ubenorbn u n g" vorn Jahre 1539. Wenn man liest, welch unwürdigen Beschränkungen und Verationen die Juden hier unterworfen werden, steigt einem die Schamröte ins Gesicht. Besonders kränkend waren Bestimmungen, welche die Juden zwangen, christlichen Gottesdiensten beizuwohnen. Während des Dreißigjährigen Krieges schiebt man den Juden die Verantwortung für alles Unheil der Zeit Zu: die Verschlechterung der Münze, die Verteuerung der Wohnung, des Fleisches, des Holzes usw. Erst das Zeitalter der Aufklärung brachte einige Erleichterungen. Jedoch wurde z. B. der Leibzoll erst 1805 aufgehoben, und erst seit 1820 konnten die Juden unter gewissen Bedingungen hessische Staatsbürger werden. Genug! Wer den Inhalt der Dissertation auf sich wirken läßt, kann an einem Beispiel sehen, wie hart der Weg der Juden in der Geschichte Deutschlands war; die Wurzeln des m o d e r n e n A n t i s e m i t i s m u s werden bloßgelegt. Und um so höher steigt die Achtung und Bewunderung für unsere jüdischen Mitbürger, die nicht nur in allen Verfolgungen treu an der Religion ihrer Väter festgehnlten haben, sondern, allen Leiden zum Trotz, sich immer als gute Deutsche bewährt haben. — Die Arbeit von Rosy Bodenheimer ist in jeder Hinsicht lehrreich und verdienstlich. Prof. Dr, W. Kinkel, Giessen. Adolf Kober, Rheinische Jndendoktoren, vornehmlich des 17. nnd 18. Jahrhunderts. Sonderdruck ans der Festschrift zum 7ojähriaen Bestehen des jüdisch-theologischen Seminars Fränkelscher Stiftung, II. Band. Gemeinderabbiner Dr. Kober (Köln) liefert in der vorliegenden Schrist nicht nur einen weiteren Beitrag zu der bereits Ziemlich umfangreichen Literatur über die jüdischen Aerzte, sondern darüber hinaus eine wertvolle Studie über die kulturellen und soziologischen Verhältnisse innerhalb der rheinischen Judengemeinden. Trotz der außerordentlichen Schwierigkeiten, die der ärztlichen Tätigkeit der Juden durch judenfeindliche Gesetzgebung und Praxis, oft aber auch durch jüdischen Konkurrenzneid erwuchsen, haben jüdische Aerzte seit dem 11. Jahrhundert (nachweislich) in rheinischen Städten praktiziert. Neben diplomierten Aerzten fehlt es nicht, wie unter den Heilkundigen überhaupt, an Außenseitern, Kurpfuschern und Betrügern, und der Kamps gegen diese innerhalb der Gemeinden noch im 17. Jahrhundert läßt die inneren Zustände der Gemeinden in nicht allzu rosigem Licht erscheinen. Das ordentliche Studium an den Universitäten war den jüdischen Medizinern nur im Ausland möglich: das Promotionsrecht an deutschen Universitäten erhielten sie jedoch erst in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts. Als jüdische Gemeindeärzte begegneten sie leinen behördlichen Schwierigkeiten; ihre öffentliche Niederlassung mußten sie sich jedoch vielfach noch gegen Ende des 18. Jahrhunderts erkämpfen. Die jüdischen Aerzte waren für die Christen von ebenso hoher sozialer Bedeutung wie für die Juden, da sie als Aequivalent für die Abgabenfreiheit den Armen ohne Unterschied des Glaubens ihre Kunst unentgeltlich zur Verfügung stellten. Urkundliche Beilagen bilden den Abschluß der auch für den Nichthistoriker sehr wertvollen Schrist. 8t. Palästinaschristen. Walter Hage mann: Das erwachende Asien (Arabien, Indien, China). Mit 49 Abbildungen und 4 Kartenskizzen. Berlin, Verlag der Germania. 1926. — Arthur Holitscher: Das unr u h i g e A si e n. Re i s e d ur ch In d i e n, C h i n a, I a p a n. Berlin, Verlag S. Fischer. 1926. — Hans Much:. Rings um Jerusalem. Dachau bei München, Einhornverlag. — Ernst Klippel: Wanderungen im Heiligen Lande. Berlin, Hochweg-Verlag. 1928. — Dr. Paulus Scharpsf: Durch heiliges Land. Reisebilder aus dem alten Aegypten und dem neuen Palästina. Bremen, Ankerverlag. 1929. — Kürzlich empfahl ein angesehener Schriftsteller, Bücher nicht sogleich, nachdem sie erschienen sind, sondern erheblich später zu besprechen. Es wäre dann leichter, die Spreu vom Weizen zu scheiden, weil die Zeit selbst das Richteramt übernehme. Ob diese Anregung sich empfiehlt, ob ihre Begründung allgemein Zutrifft, ist nicht unbedingt sicher. Bei Palästinabüchern im besonderen aber ist die Zeit oft ein Probierstein für die Richtigkeit von Behauptungen und Voraussagen politischer und wirtschaftlicher Natur. Walter Hagemanns Buch gilt vor allem dem fernen Osten. Schnell fährt sein Automobil durch Palästina, dem er acht Seiten widmet. Eine Kircheneinweihung, ein paar Besuche in Klöstern, eine berechtigte Anerkenntnis der Macht des lateinischen Patriarchats und ein Kapitel über Zionismus: das ist alles. In diesem Kapitel: ein Lob für Tel Aviv, ein Lob für die landwirtschaftliche Arbeit. Dann unrichtige Deutungen von Vorgängen. Endlich beachtliche Sätze, wie: „Es (die zionistische Besiedlung Palästinas) kann ein Versuch von unabsehbaren Folgen werden, daß sich ein weißes Volk wie ein Keil zwischen die mohammedanischen Staaten schiebt und ein arabisches Land restlos zu europäisieren bestrebt ist", und andere zutreffende Argumente zur Araberfrage. Auch Holitschers Reiseziele heißen: Indien, China, Japan. Seine vierzig Seiten über Palästina, elegant, persönlich, in wärmster Zuneigung für den jüdischen Arbeiter geschrieben, mit vielen treffenden Bemerkungen, manchmal zum Widerspruch reizend, lesen sich immer erfrischend und anregend. Zuerst scharfe Krtik von einem demokratischen Standpunkte an den Eröffnungsfeierlichkeiten der hebräischen Universität (1925). „Um es kurz herauszusagen: aus dieser Universität ist, auch wenn man Geld genug findet, um ihr die Kinderschuhe ausnnd solide, breite, amerikanische Patentdauerstiefel anzuziehen, in absehbarer Zeit keine ausgewachsene Lehranstalt zu machen." Der Zionist Holitscher, der „Gast der Exekutive", setzt sodann seinen Lesern ungefähr ein Dutzend schlimmster Ketzereien gegen die Universität vor, die nur ein Zionist seinen Gesinnungsgenossen sagen darf. Er verneint die Existenzberechtigung der Universität überhaupt. Schließlich aber — hat ein Holitscher Angst vor dem eigenen Mut? —: „Mag sein, daß ich herumkrittele. Hoffen wir; daß ich unrecht habe." — Besuch in Gdud, der Arbeiterlegion, Besuch in Tel Aviv. Dort Pessachabend der „idealbesessenen Kämpfer" mit Mazze und ~ Brot; hier (1925!) eine Stadt „der großen jüdischen Unkultur". Furcht und Ekel vor der damals üblen Grundstücksspekulation. Schließlich im emporblühenden Emek. Scharfe Verteidigung der Chaluzim gegen die amerikanischen Großkapitalisten. Anklage gegen die Exekutive. Ein paar packend gezeichnete Bilder vom Feste des heuigen Feuers der Christen, von der Klagemauer. Fein Schilderung des Besuchs in den früheren Chassidimsiedlungen. Interessante, meist richtige Bemerkungen zur Araberfrage. Dann die überraschenden Sähe: „Wird man Palästina endlich als das zu erkennen suchen, was es eigentlich ist — nämlich die Heimat der Religionen, das Land, das die Religionen geboren hat, und das den Trieb zur Deutsche Wohnstätten-Hypothekenbank Aktiengesellschaft Fernspr.: Zentrum 2644-47 Berlin W 8 Unter Öen Linden 12/13 Die Bank legt zur Zeichnung auf: GM. 5000000,- 8% Gold - Hy pothekenpf andb riefe vm zum Vorzugskur* von 96’/* 7. Kündigung- bis 1. Oktober 1935 ausgeschlossen. Zinstermin: April/Oktober. Stückelung GM. 100,— bis 5000,- Einführung an der Berliner Börse mit Kurs von 97% vorgesehen. Zeichnungsstellen: Außer der Bank selbst Preuhische Staatsbank (Seehandlimg) Deutsche Bank u.Diseonto-Gesellscfiaft Beichs-Kredit-Gesellsehaft A.*G. Deutsche Bau- und Bodenbank A.-G. und deren Zweigstellen. Prospekte und An meid ungs Vordrucke sind bei der Bank und den Zeichnungsstellen erhältlich. Höhe der Zuteilung Vorbehalten. Lieferung der Stücke nach Ersehenen. Die Bank bietet ferner an zum jeweiligen Börsenkurs (zurzeit 93%. %).: 8% Gold-Kommunalobligationen (Reihe VI) ERICH KUTTNER, M IL. Pathologie des Rassenantisemitismus mit einem Vorwort von Mini*ierlalrai Dr. Beyer Ist soeben erschienen Aus dem Inhalt: Die Eitelkeitsneurose Das Trauma von 1918 Die Abneigungsneurose Die Phobie der Rassenneurotiker Feigheit Führereitelkeit Die Verlogenheit 32 $., brosch. M. 0,50 Philo Verlag und Buchhandlung G.m.b.H. Dönhoff 3595 / BERLIN SW 68 / Lindenstr* 13! f I i