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Central-Verein-Zeitung · 1930-04-18 · 16 (18.4.1930) · p. Seite 213

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
9 (1930)
Issue
16 (18.4.1930)
Date
1930-04-18
Page
Seite 213 (sequence 9)
Language
German
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Festgabe für Ludwig Stein zum siebzigsten Geburtstag. Sonderbarrd des Archivs für Philosophie und Soziologie, Berlin 1929. Die Festschrift, die das „Archiv" seinem Begründer und langjährigen Herausgeber Zum 70. Geburtstag gewidmet hat, bringt in ihrer Physiognomie einen charakteristischen Wesens- Zug Ludwig Steins Zum Ausdruck. In der großen Zahl von Mitarbeitern der verschiedensten Geistesrichtungen, in den Aussätzen selbst, die sich den mannigfaltigsten Kulturprobllemen zuwenden, spiegelt sich die Vielseitigkeit der Interessen Steins, der Reichtum an persönlichen und sachlichen Beziehungen wider, die er von jeher zum Zwecke der Förderung kulturpolitischer Ziele und insbesondere der philosophischen Forschung geknüpft hat. Vertreter der Naturwissenschaft, der Philosophie und Soziologie — darunter teils längst anerkannte, teils in die Zukunft weisende Namen — vereinigen sich in dem Band mit Beiträgen, die von den letzten Problemen philosophischer Grundlegung, von prinzipiellen Einzelproblemen bis zu aktuellen Fragen der Philosophie, Soziologie, Politik und zu philosophiegeschichtlichen Spezialuntersuchungen erstrecken. Die Festgabe leitet D. Koigen mit einer Würdigung der Persönlichkeit Steins ein; er ordnet ihn charakterologisch dem Typus zu, dessen größter Repräsentant der universelle Begründer von Forschungsgemeinschaften, der philosophische Weltmann Leibniz war, mit dem Stein auch den Optimismus — in Form seines sozialen Optimismus — teilt. Die ältere Generation der Wissenschaftler eröffnet hieraus den Reigen der eigentlichen Beiträge: Wilhelm Ostwald („Was ist Wissenschaft?"), Johannes Reinke („Natur und Mensch") und W. Nernst, der zu der heute vielerörterten Streitfrage „Kausalprinzip und neuere Physik" Stellung nimmt. Zu letzten schwierigsten Problemen führt sodann in spannender Darstellung das „Vorwort zu einer Prologik" von Albert G ö r l a n d (Hamburg), während Carlo Sganzrni (Bern) in einer „Zur Biogenefe des Erkennens" betitelten Studie höchst interessante Blicke auf die Bedeutung des Erkennens für das Leben wirft. Ihm reiht sich Hans Driesch an, der, die Verwirrung in dem Gebrauch des Jrrationalitätsbegriffs bekämpfend, seinen Sinn auf dem Gebiet des Denkens und Handelns zu klären sucht. E. v. Aster beleuchtet sodann die Krisis der Religion und die Religionsphilosophie der Gegenwart, N. von B u b n o f f grenzt im Sinne Rickerts Metaphysik und Religionsphilosophie scharf voneinander ab. Hierher gehören auch M. H o r t e n s die landläufigen Vorstellungen berichtigenden Ausführungen über den Allah-Begriff im Islam. Es folgt die umfangreiche Abhandlung des Bandes — aus dem Gebiet der Geschichte der Philosophie, auf dem Stein selbst erfolgreich gearbeitet und viele Arbeiten angeregt hat: Ad. Dyroffs sehr gründliche Untersuchungen über die „Entwicklung und den Wert der Aesthetik des Thomas von Aquino". Zu Steins eigentlicher Interessensphäre führt Georg Vurckhardts (Frankfurt a. M.) „Kulturphilosophische Staatsidee. Auch ein Beitrag zur Krise des Parteiwesens und des Parlamentarismus", an deren Stelle er eine berufsgenosfenschaftlich - werkzielgemeinschaftliche Verfassung setzen will, ferner Siegfried M a r ck s gedankenreicher gedrängter Aufsatz „Zum Problem des ,seinsverbundenen Denkens'", der das Verhältnis von Idee, Ideologie und Utopie bestimmt, Gottfried Salomons (Frankfurt a. M.) „Die Lehren vom Gemeinbewußtsein", und die charaktervolle Kritik an der Verurteilung Saccos und Vanzettis von Harry Elmer Barnes („American justice“). Endlich finden wir noch zwei ästhetische Essays von W. K i n k e l, „Lessings Lehre vom fruchtbaren Moment, historisch und systematisch beleuchtet" und das besonders fesselnde Thema „Zu Friedrich Nietzsches Gedichten" von Hans Leisegang. So stellt die Festgabe eine Sammlung von mannigfach anregenden Beiträgen dar; ihr besonderer Wert liegt aber darin, daß in einer beträchtlichen Zahl von ihnen wichtige Tendenzen der gegenwärtigen geistigen Bewegung aus einem wissenschaftlich hohen Niveau zu starkem Ausdruck gelangen. vr.Ueinrieli Levy. Jakob Gobbin, Untersuchirngen zur Theorie des unendlichen Urteils. (Veröffentlichungen der Hermann Cohen- Stiftung bei der Akademie für die Wiffenschaft des Judentums.) Akademie- Verlag, Berlin, 1929. Eine außerordentlich scharfsinnige und sachkundige Arbeit, die den letzten, subtilsten, auf die Grundlegung der Philosophie gerichteten Problemen gewidmet ist. Sie unternimmt es, schwierigste Lehren von Hermann Cohens „Logik der reinen Erkenntnis" zu klären und zu rechtfertigen, u. a. auch Cohens Dialektik gegen diejenige Hegels abzugrenzen. — y Lodbad To»,. Preisen das Beste an Unterkunft und Verpflegung. Unsere deutsche Heimat. Rosy Bodenheimer, Beitrag zur Geschichte der Juden in Oberhessen von ihrer frühesten Erwähnung bis zu ihrer Emanzipation. Gietzener I. D. 1939. Dieses Schriftchen, mit welchem Frau Rosy Bodenheimer die Würde eines Dr. phil. in Gießen erworben hat, darf auf das Interesse der Leser dieser Zeitung Anspruch machen. Gestützt auf eine gute Kenntnis der Quellen, als welche vornehmlich die sogenannten „Memorbücher" der Synagogen in Betracht kommen, und unter Benutzung der wissenschaftlichen Literatur, gibt die Verfasserin eine gutgeschriebene Skizze der Geschichte der Juden in Oberhesfen. Diese Geschichte ist angefüllt mit denselben Leiden und Schicksalen, die überall das Los der Juden in Deutschland waren. In ruhiger, sachlicher und unparteiischer Weise hat Frau Bodenheimer ihr Thema behandelt, um so wuchtiger wirkt die Anklage, die sich unmittelbar aus der bloßen Darstellung der Tatsachen gegen Ritter, Fürsten usw. ergibt. Aus dem Inhalt der Schrift sei hier nur folgendes mitgeteilt: „In M ü n z e n b e r g gab es bereits in der Zweiten Hälfte des zwölften Jahrhunderts eine jüdische Gemeinde. Im Jahre 1188, so berichtet Elsässer von Worms, müssen die Juden von Münzenberg unter Zurücklassung ihrer Thorarollen und Pfänder fliehen. Eine christliche Frau war an einem Platze, an dem Juden wohnten, in einen Brunnen gefallen. Man hatte die Juden beschuldigt, die Frau in den Brunnen gestürzt zu haben." Es war natürlich gehässige Verleumdung. Der Fall ist typisch. Für 1349 sind Judenverfolgungen in Gießen, H o m b u r g v. d. H. und Butzbach nachweisbar. Im selben Jahre wurde sie aus Friedberg vertrieben, das Judenbad, die Judenschule, Häuser und Hof verkaufte der Landesherr. Aehnliche Berichte liegen aus G r ü n b e r g vor, vom Jahre 1387. Solche Verfolgungen kehren nun im Lauf der Zeiten immer wieder. Zum Beispiel gab Philipp der Großmütige 1524 den Befehl zur Vertreibung der Juden aus Hessen. Die Juden sollten hier, wie so mm Feinschmecker rauchen III. Sötte * 6p f. öie seit über 4b fahren immer gleich gute Stanöarömarke öer Gesterreichischen Tabak-Regie

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