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Central-Verein-Zeitung · 1930-04-11 · 15 (11.4.1930) · p. Seite 195

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
9 (1930)
Issue
15 (11.4.1930)
Date
1930-04-11
Page
Seite 195 (sequence 11)
Language
German
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195 Der erste Jahrgang -er „Zeitschrift für Jüdische Geschichte in Deutjchland". Als vor mehr als VA Jahren der Gedanke Gestalt gewann, die al t e G e i g e r f ch e „Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland" wieder erstehen zu lassen, war man sich über die ausnehmende Wichtigkeit dieses Unternehmens für Wissenschaft und Judentum, über die Breite der Aufgabe, aber auch über die Grenzen ihrer Verwirklichungsmöglichkeit bei allen Beteiligten klar. Nur die Ausführung des Planes, also die wagemutige, praktische Tat konnte zeigen, ob es sich durchführen lasse, fortlaufend wissenschaftlich geschulte Kräfte für dieses Gebiet in Tätigkeit zu halten. Das Gelingen des Planes in Gestalt des ersten, seit kurzem vorliegenden Jahrganges mit seinen vier stattlichen Heften bedeutet einen Abschnitt in der Wissenschaftsgeschichte der deutschen Juden. Entstehung und Pflege der Wissenschaft vom Judentum, besonders einer vollwertigen jüdischen Geschichte gehörte einst zu den Ruhmestaten des deutschen jüdischen Liberalismus. Ueber die Gründe, warum hier nicht alle Erwartungen sich erfüllen konnten, ist hier nicht zu sprechen. Die neue Zeitschrift bedeutet eine Wiederaufnahme des alten Programms auf breiter Grundlage, unter Teilnahme aller Richtungen im deutschen Judentum, auf der gemeinsamen Basis voraussetzungsloser, moderner Geisteswisfenschaft. Die vier vorliegenden Hefte zeigen im Keim die Größe der zu bewältigenden Aufgaben, vor allem die Unentbehrlichkeit einer Arbeitsgemeinschaft jüdischer Geschichtsforschung, wobei unter Geschichte die gesamte Geistesgeschichte einschließlich Literatur-, Kunst-, Wirtschafts- und Rechtsg e s ch i ch t e verstanden ist. Nur die tätige Mitarbeit aller Gelehrten auf den genannten Gebieten ohne Unterschied der Konfession und Richtung sowie die Teilnahme der weitesten jüdischen Kreise kann das Werk zum vollen Gelingen bringen. Die Gefahr, daß Gelegenheitsarbeiten, zerstreute antiquarische Beobachtungen und Kuriofitätenkram den Inhalt ausfüllen, kann nur durch diese Zusammenarbeit gebannt werden. Der erste Jahrgang berechtigt zu der Erwartung, daß die neue Zeitschrift die angedeutete Gefahr vermeidet, und daß es ihr gelingt, einem dazu geeigneten engeren Kreis von Forschern besondere Aufgaben zu stellen. Es ist jetzt Zeit, daß man sich heranwagt an die systematische Erforschung der historischen Zusammenhänge zwischen der sozialen Situation der deutschen Juden zu ihrem ehemaligen geistigen Leben, also an das Thema der Verwandtschaft von Religion und Wirtschaft. Die Probleme der Geschichte der Frömmigkeit der deutschen Juden und ihrer inneren geistigen und religiösen Entwicklung sind noch so gut wie ungelöst. Im ersten Jahrgang unserer Zeitschrift finden sich bereits wichtige Bausteine zu diesem Thema. Die wissenschaftlichen Spezialarbeiten bleiben vorläufig das Wichtigste. Außer den methodologischen Aufsätzen und den Beitrügen zur Wissenschaftsgeschichte sei hier nur auf die durchlaufenden bibliographischen Notizen von Heinrich L o e w e, aus die Bemerkungen von S. Levi (Mainz) über „F r ü h g e s ch i ch t l i ch e S p u r e n d e r I ud en in Deutschland", auf den Beitrag von E l b o g e n über „Hebräische Quellen zur Frühgeschichte oer deutschen Juden" und aus die Forschungen von Freudenthal über die Versa s s u n g s u r k u n d e einer reichsritterlichen Judenschast hingewiesen. Von dem wichtigen Mendelssohn-Heft war in diesen Blättern schon früher die Rede. Hotel-Pension Meiner / Abbazia direkt am Meer. Große Terrasse u. 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Kuttner will die Behauptungen des Rassenantisemitismus nicht durch Gegenargumente widerlegen, er will ein Porträt des Rassenantisemitismus geben, und ihn aus seiner politisch-psychologischen Wurzel verständlich machen. Der Rassenantisemitismus ist nach den Feststellungen Kuttners eine Folge von M i n d e r w e r t i g, k e i t s g e s ü h l e n. Der disharmonische Mensch, der sich selbst unterlegen glaubt, strebt als Ersatz danach, sich über andere Menschen erhaben zu fühlen. Der Geltungstrieb klammert sich an eine Aeußerlichkeit, an ein Abzeichen, das-dem Betreffenden den Anschein eines Bevorzugten gegenüber dem anderen gibt. von Leineweber sind elegant in Form und Linie, geschmackvoll in Farbe und Musterung und von tadelloser Paßform. Wer nicht gern einen Schirm trägt, wählt unseren Allwetter-Mantel. Er schützt Sie bei jeder Witterung und ist gleichzeitig der elegante Übergangs-Mantel. 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