Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 9 (1930)
- Issue
- 15 (11.4.1930)
- Date
- 1930-04-11
- Page
- Seite 192 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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ykp$n*\Wmfi s@er/$4/S£Q'ßa/ax muß et seinin der bekannten toten Originalpackung. Überall erhältlich! Palästina zu verfolgen beabsichtigt, für die gute Regierung dieses Landes notwendig ist. Wir empfehlen -deshalb, daß die Regierung Sr. Majestät erwägen solle, ob es ratsam sei, ein solches Statement mit möglichst geringer Verzögerung zu erlassen; es ist wichtig, daß die Regierung Sr. Majestät es klarmacht, daß sie beabsichtigt, dieser Politik mit allen ihr zu Gebote stehenden Mitteln volle Wirkung zu verleihen. Welche Form immer dieses Statement haben mag, sein Wert würde sehr erhöht werden: 1. wenn es in klaren und positiven Ausdrücken eine Deutung enthielte, die die Regierung Sr. Majestät denjenigen Abschnitten im Mandat gibt, welche die Sicherung der Rechte der nichtjüdischen Gemeinden in diesem Lande vorsehen, und 2. wenn sie als Richtschnur für die Regierung Palästinas, deutlichere Richtlinien als bisher über die Politik in vitalen Fragen wie Boden und Einwanderung niederlegte. 47. Jede Ungewißheit über die Linie der Politik in der vitalen Angelegenheit der Einwanderung muß sich in der Haltung der Palästina-Regieriung, in der Haltung und Stimmung der arabischen Bevölkerung und jener, die jüdische Interessen vertreten, widerspiegeln. Wir empfehlen deshalb, daß die Regierung Sr. Majestät bald eine klare und entschiedene Deklaration der Politik erlassen soll, die hinsichtlich der Regulierung und der Kontrolle weiterer jüdischer Einwanderung nach Palästina befolgt werden soll, und daß sie bei der Abfassung dieser Deklaration unsere Konklusionen über das Thema der Einwanderung berücksichtigt. Die administrative Maschinerie für die Regulierung der Immigration sollte das Ziel haben, eine Wiederholung der übermäßigen Einwanderung von 1925 und 1926 zu verhüten . . . 48. Eine wissenschaftliche Untersuchung sollte von Experten über die Aussichten der Einführung verbesserter KulLivierungsmethoden in Palästina durchgeführt werden. Die Bode n- Politik könnte dann im Lichte der dadurch erkundeten Tatsachen geregelt werden. Es ist von wesentlicher Bedeutung, daß in jedem als Ergebnis der Expertenuntersuchung angenommenen Plan für Bodenentwicklung auf den natürlichen Zuwachs der jetzigen ländlichen Bevölkerung Rücksicht genommen werden solle. Es ist von vitaler Bedeutung, daß, bis Resultate dieser Prüfung vorliegen, der jetzigen Tendenz zur E n t s e tz u n g der Bauern vom Boden Einhalt getan werde... 49. Wir möchten keinerlei formale Empfehlung über die Frage konstitutioneller Entwicklung machen. Wir möchten jedoch dringend ersuchen, daß, wenn die Frage konstitutioneller Entwicklung in Palästina wieder in Erwägung gezogen wird, unsere Konklusion beachtet werden solle, daß das Fehlen irgendeines Maßes von Selbstregierung die lokale Administration sehr erschwert. 50. In: Dezember 1929, als wir noch in Palästina weilten, empfahlen wir der Negierung Sr. Majestät, Schritte zu ergreifen, die innerhalb ihrer Befugnisse liegen, um die baldige Ernennung einer all Noe-Kommission gemäß Artikel 14 des Mandates zu sichern, die die Rechte und Ansprüche in Verbindung mit der Klagemauer zu bestimmen hätte. Wir haben seitdem erfahren, daß der Völkerbundsrat der vorgeschlagenen Ernennung einer Kommission zustimmte. Die baldige Determinierung der mit der Klagemauer verbundenen Rechte und Ansprüche ist unserer Meinung nach eine im Interesse des Friedens und einer guten Regierung in Palästina notwendige Maßnahme. Wir glauben deshalb, daß die Bildung der Kommission und ihre Abreise nach Palästina auf jede mögliche Weise beschleunigt werden solle . . . 52. Es sollten Schritte getan werden, die gewährleisten, daß die Aufmerksamkeit der höheren Beamten der Palästina-Regierung in Zukunft auf alle Artikel der palästinensischen Presse gelenkt wird, die geeignet sind, die Gefühle der Bevölkerung aufzureizen ... 53. Es sollten sofort Schritte unternommen werden, um die zugestandenerweise bestehenden Mängel im Erkundungsdienst der Palästina-Regierung zu beheben... 54. Wir empfehlen, daß die Regierung Sr. Majestät das im Jahre 1922 gemachte Statement neu bestätigen solle, laut welchen: die der Zionistischen Organisation durch das Mandat Angewiesene Sonderposition diese nicht dazu berechtigt, in irgendeinem Grade an der Regierung Palästinas teilzuhaben. Wir empfehlen der Regierung Sr. Majestät, die Möglichkeit zu prüfen, irgendeine präzise Definition der Bedeutung von Artikel 4 des Palästinamandats niederzulegen ... Eine unabhängige Untersuchung der Organisation der palästinensischen Polizei sollte durch einen erfahrenen Polizeioffizier durchgeführt werden. . . Die Kommission kommt bei ihren Untersuchungen zu folgenüer Schlußfolgerung: Wir haben nun die Mission, die wir übernommen haben, zu Ende geführt. Unsere allgemeinen Konklusionen, unsere Befunde betreffend die Ursachen der Unruhen und unsere Vorschläge für die Zukunft sind alle das Ergebnis langdauernder und sorgfältiger Untersuchung. Unsere Vorschläge würden, so glauben wir, eine Basis bilden, auf der der zukünftige Friede Palästinas ruhen könnte. Es gibt jedoch vieles, das außerhalb der Kontrolle der Regierung Sr. Majestät liegt, auf das die Palästina-Regierung wenig Einfluß hat, und es gibt Heilmittel, wichtigere vielleicht als alle von uns vorgeschlagenen, die in den Händen der beiden Völker liege n, die in einem in seinem Umfang begrenzten Lande unter einer Negierung Zusammenleben mästen, wie immer die Verfassung dieser Regierung sein mag. In einer Atmosphäre, in der nationaler Antagonismus und gegenseitiger Verdacht allgemein sind und die durch die tragischen Ereigniste vom August 1929 noch mehr vergiftet worden ist, mag es in diesem Augenblick müßig scheinen, auszusprechen, daß weder für den Erfolg jüdischer Kolonisation in Palästina noch für die friedliche und fortschrittliche Entwicklung des arabischen Volkes Aussicht vorhanden ist, wenn nicht durch Zusammenarbeit zwischen den beiden Völkern Ausgleichung ihrer Differenzen und Eliminierung der Verdachtsursachen aus irgendeine Weise bewirkt werden. Die Aussichten gemeinsamer Bestrebungen auf irgendeinem Gebiet politischer Tätigkeit sind nicht ermutigend. Die Ereignisse vom August 1929 können nicht leicht vergessen werden. Zusammenarbeit in wirtschaftlichen Angelegenheiten kann jedoch möglich sein und ist das Mittel, durch das die ausgleichenden Vorteile jüdischer Siedlung dem arabischen Volke dargetan werden können. Das Wohl einer ganzen Gemeinschaft macht es erforderlich, daß die jüdischen Führer sich durch ihre höchst natürlichen Gefühle nicht davon zurückhalten lassen sollen, bis zum äußersten die Möglichkeit wahrzunehmen, aus die oben bezeichnet^ Weise für eine bessere Verständigung zwischen den beiden Völkern zu wirken. Es will scheinen, daß bisher wenig Anstrengungen nach dieser Richtung hin gemacht worden sind. E s i st wahr, daß jüdische Einwanderung und jüdische Unternehmungen dern Lande großen Nutzen gebracht haben, an dem das arabische Volk Anteil hat. Aber die Vorteile für die Araber waren bisher nur ein Nebenprodukt der Unternehmung und bildeten nicht einen Bestandteil der ursprünglichen Absicht. Aber die Sache liegt so, daß, während die Juden für Wohltaten, die sie dem Lande als Ganzem erwiesen, mit Recht Kredit beanspruchen, die Araber keine Dankbarkeit sür die ihnen erwachsenden Vorteile zeigen, da sie das Gefühl haben, daß diese Vorteile unbeabsichtigte Folgen einer Politik sind, die sie mißbilligen. Den arabischen und moslemischen Führern liegt eine Pflicht ob, die unmißverständlich klar ist: Sie sollten es allen ihren Anhängern und allen ihren Glaubensbrüdern klarmachen, daß sie sowohl als Körperschaft wie als Einzelperson Unordnung und Gewalt mißbilligen. Und wenn von jüdischer Seite ein wirklicher Versuch gemacht wird, in der Landwirtschaft oder in anderen wirtschaftlichen Tätigkeiten mit den Arabern zusammenzuarbeiten, wird es den arabischen Führern obliegen, als Erwiderung auf diesen Versuch zu zeigen, daß sie es aufrichtig meinten, als sie vor uns das Bekenntnis ablegten, daß sie sich jüdischen Tätigkeiten in Palästina nicht widersetzen, wo diese von Nutzen sür Angehörige ihres eigenen Volkes sind. Es kann keinem Zweifel unterliegen, daß die Morde und anderen verbrecherischen Akte vom letzten August, für die keine Worte der Verurteilung zu streng sind, für einige Zeit die Hoffnung auf eine allgemeine Beilegung der Differenzen zwischen den beiden Völkern hinausgeschoben haben. Doch ist, wie die verantwortlichen Führer beider Völker sich vergegenwärtigen und es auch ihren Anhängern klarmachen sollten, ohne Zusammenarbeit in: Geiste gegenseitiger Toleranz wenig Hoffnung, daß die Aspirationen jedes der beiden Völker verwirklicht werden können. Die Vorbehalte ües Arbeiterführers Snell Das der Arbeiterpartei angehörende Mitglied der Untersuchungskommission Snell hat zwar, den Bericht als ganzen unterzeichnet, jedoch in der bei englischen Entscheidungen häufigen Form des Minderheitsvotums seine im Grundsätzlichen und im Einzelnen abweichende Anschauung über Ursachen, Hergang und Konsequenzen der August-Unruhen niedergelegt. Snell äußert die Ansicht, daß das Schuldmaß der Araber beträchtlich höher sei, als es der Bericht feststellt. Insbesondere mißt er dem Mufti einen größeren Anteil an der Verantwortung für die Unruhen zu als der Bericht. Auch die Verantwortlichkeit der arabischen politischen Führer für die Resultate ihres Propagandafeldzuges beurteilt er viel entschiedener als seine Kommissionsgenossen. Die Masse des arabischen Volkes identifiziert er in keiner Weise mit den beklagenswerten Ereignissen, die geschehen flnd.' Die Ursache der Klagemauervorgänge sieht er im wesentlichen in den arabischen Neuerun-, gen und glaubt in ihnen den wohlüberlegten Wunsch zu erkennen, die religiösen Gesühle der jüdischen Bevölkerung zu verletzen und diese selbst zu provozieren.