Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 9 (1930)
- Issue
- 14 (4.4.1930)
- Date
- 1930-04-04
- Page
- Seite 174 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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174 Psychologischen Erscheinungen austun. Die im fünften Jahrgang begonnene Aussprache über „Religiöse Zeitsragen" wird in zwei Aussätzen fortgesetzt, in denen das Thema der Bauernfrömmigkeit vom Jüdischen her erörtert wird; Ernst Simon schreibt über bäuerliche Frömmigkeit in Palästina rn alter und heutiger Zeit und Emil Schorsch schildert die eigentümliche Frömmigkeitsstimmung der jüdischen Landgemeinde in Deutschland, die eine der Kraftquellen des deutschen Judentums war und heute schwer bedroht ist. Die Stimme des eben Heimgegangenen, ausgezeichneten Kenners der chinesischen Literatur und Lebensgestaltung Richard Wilhelm erklingt in seiner Wiedergabe der „Großen Wissenschaft"; in ihr wird gezeigt, wie der Mensch sich zu erziehen hat, damit er Staat und Gesellschaft aufzubauen vermag. Gedanken werden hier entwickelt, die in dem politischen Ringen der Gegenwart von unmittelbarer Bedeutung sind. Wie eip Märchen klingen die Erzählungen von der eben sich vollziehenden Rückkehr portugiesischer Marannen> Nachkommen der im 15. Jahrhundert zwangsweise Getauften zum Judentum; C e c i l Roth schildert den Mann, der diese Heimkehr leitet, in einem Aussatz „Der Apostel der Maraunen". Gleich lebensnah und aktuell ist Birg er Forells Abhandlung über Mahatma Gandhi. Harry Torczyner sucht, „Das Geheimnis der Bundeslade", die einst im alten Heiligtum die Bundestaseln barg, zu ergründen und ihre religionsgeschichtliche Stellung zu bestimmen. Ein Aufsatz des verewigten Franz Rosenzweig „Vertauschte Fronten" ist der zweiten Auslage von Hermann Cohens: „Religion der Vernunft aus den Quellen des Judentums" gewidmet. Von den Wandlungen, denen der Begriff der Philosophie eben unterliegt, schreibt H e r m a n n Herrigel. Wilhelm Scholz' „Weg nach Jlok wird von Ludwig Feuchtwanger durchleuchtet. Eine Reihe von anderen Buchbesprechungen beschließt das Heft, dessen reicher Inhalt und vielseitige Gestaltung dem Leben der Gegenwart von vielen Seiten her nachgeht. Die Repräsentantenwahlen in Hamburg. In Hamburg haben am 23. Mürz die Wahlen zum Repräsentantenkollegium der Jüdischen Gemeinde stattgefunden. Gewählt wurden 3 Unpolitisch-konservative, 3 Konservative (Achduth), 4 jüdische Volksparteiler, 4 Handwerker (3 Liberale und 1 Orthodoxer) und 7 Liberale. Die zionistischsozialistische Liste erhielt nicht genügend Stimmen, um einen Kandidaten durchzubekommen. Tie Liberalen haben 3 Sitze gegenüber der früheren Wahl eingebüßt, dafür sind 2 Liberale in der Gruppe der Handwerker mehr durchgekommen. Die Jüdische Volkspartei hat einen Sitz gewonnen. Sämtliche Mitglieder der liberalen Gruppe und der Handwerker sind dem Centralverein weltanschaulich zuzurechnen, zum größten Teil arbeiten sie in seinem Vorstand. Auch von den Orthodoxen gehört der Vorsitzende der deutschjüdischen Jugend, Dr. Plaut, dem C. V. an. Dr. U r i a s, Dr. Loewenberg und Kurt Nathan sind als jüngere C. V.er in das Repräsentantenkollegium gekommen. Zum erstenmal konnten Frauen gewählt werden. Die Leiterin des Hamburger C. V. - Büros, Frau Annr Bauer, und Frau Dr. M e y e r - W e d e l l sind Repräsentantinnen geworden. Die Jüdische Volkspartei hatte mit einem wesentlichen Stimmenzuwachs gerechnet; trotz großer Wahlpropaganda hat sie aber nur einen Sitz gewonnen. Nur 40 v. H. der Wahlberechtigten haben gewählt. Tie Nichtwähler sind sicher nicht den Zionisten, zum geringen Teil nur den Orthodoxen, zumeist bedauerlicherweise den Liberalen Zuzurechnen. Die absolute Zahl der Zionisten hat in Hamburg seit der letzten Wahl vor fünf Jahren sicher abgenommen. 14. JNL Pflichten haben Sie nicht nur gegen andere, sondern auch gegen sich selbst! Denken Sie rechtzeitig daran, sich den Lohn für Ihr arbeitsreiches, mühevolles Leben zu sichern und sich einen sorgenlosen Lebensabend zu bereiten. Die beste Vorsorge für das Alter ist der Abschluss einer Lebensversicherung. Vereinigte Berlinische und Preussische Lebens-Versicherungs-Aktien-Geseilschaft gegründet 1836 BERLIN SW 68 Markgrafenstrasse 11. ZUßA ATVANY Bondy \t. Ein Roman vom Kampf des Juden um das Bürgertum In Leinen RM. 8,50 DREI MASKEN VERLAG * MÜNCHEN. Ihre Hagadah Pessach Versand von 3,— M. an portofrei Bomber ger, Hagadah mit Bildern von Bender, gebunden ........ 0,7 5 M. Ganzleinen.3, — M. Japhet, Hagadah mit musikalischen Beilagen. 2,40M. Ganzleinen, mit Goldschnitt 3,50M. Seligmann, Hagadah mit Bildern aus einer handschriftlichen Amsterdamer Hagadah. 3,— M. Nobel, Hagadah mit bunten Bildern 1,—M. Pr acht-Hagadah, übersetzt von Königsberger.. Ganzleinen S,— M. Lehmann, Hagadah mit 12Vorbildern, gebunden. 8, — M. Hagadah, illustriert von Budko, ohne UeberSetzung.2,— u. 3, —M. Hagadah, bearbeitet von H. Falkenberg .50 Pf. Hagadah mit Buchschmuck von Geismar. 4,- NI> Offenbacher Hagadah. Bibliophiler Druck in Quartformat, mit 10ganzseitigen und handgemalten Holzschnitten von Fritz Kredel, broschiert.... 60,—M. Machsorim für die Festtage. Philo Verlos und Buchhandlung UM. Fernspr.: Dönhoff 3594 Berlin SW 68 Lindenstrasse 13.