Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 9 (1930)
- Issue
- 14 (4.4.1930)
- Date
- 1930-04-04
- Page
- Seite 171 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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♦ ♦ ♦ weil er für -ie Volksgemeinschaft eintritt. hinüenburgs Botschaft: „Schweren, aber festen Herzens habe ich nach reiflicher, gewissenhafter Prüfung die Joung- Gesetze mit meinem Namen unterschrieben . . . Zu einer Ablehnung konnte ich mich im Gefühl meiner Verantwortung für Deutschland und seine Zukunft nicht entschließen, da die Folgen einer solchen für die deutsche Wirtschaft und die deutschen Finanzen unabsehbar sein und schwere Krisen mit allen ihren Gefahren für unser Vaterland bringen würden ... Der parlamentarische Kampf um die Doung- Gesetze ist mit deren Verkündung im „Reichsgesetzblatt" zu Ende. Damit mutz nun auch im deutschen Volk der Streit um diese Frage beendet sein, der so viel neue Gegensätze hervorgerufen und die von mir von jeher so schmerzlich empfundene Zerrissenheit in unserem schwergeprüften Vaterlande stark erweitert hat. Ich richte daher an alle deutschen Männer und Frauen die ernste Mahnung, sich ihrer Pflichten gegenüber dem Vaterlande und der Zukunft der Nation bewußt zu sein und sich nun endlich unter Ueberwindung des Trennenden und Gegensätzlichen zusammenzufinden im gemeinsamen Wirken für unsere Zukunft, in der es wieder ein freies, gesundes und starkes deutsches Volk geben soll. Die politischen Auseinandersetzungen und Kämpfe der letzten Monate müssen nunmehr einer entschlossenen praktischer; Arbeit Platz machen . . . ... Wir müssen uns trotz und wegen der Not der Zeit auf uns selbst besinnen und wieder eins werden in dem Gedanken: Deutschland über alles! gez. von Hindenburg." Luöenöorffs Antwort: „ . . . Herr Paul von Hindenburg hat freiwillig unterschrieben, das stelle ich des Zusarnmenhanges halber nochurals vor der Weltgeschichte fest: daß das deutsche Volk aus 58 Jahre, also über ein Menschenalter hinaus an das jüdische, jesuitische Weltleihkapital, seine Goldwährung und sein Naubfystem versklavt sein soll, das fein Eigentum anerkennt, den Arbeitsertrag der Arbeitenden raubt, die Arbeitsmöglichkeit mindert, kurz, in allen Punkten den Forderungen der Reichsverfassung widerspricht, und am Volke, seinem Gut und seiner Arbeitskraft saugt, auf 58 Jahre saugt! . . . Jetzt hat noch Herr Paul von Hindenburg eine Kundgebung an das deutsche Volk gerichtet, bei deren Lesen ich ein Streben empfinde, diese Tat zu rechtfertigen und von ihr abzulenken. Er ruft zur Einigung auf, zur Einigung aus Grund der von ihm selbst geschaffenen, trostlosen Lage! . . . Aus jedem Worte spricht der tiefe Gegensatz zwischen Herrn Paul von Hindenburg und mir. Wenn aus dem Buche „Aus meinem Leben" von Herrn von Hindenburg anderes zutage tritt, so darf das nicht irreführen, denn es hat mit der Entstehung dieses Buches eine ganz besondere Bewandtnis, auf die ich ein anderes Mal kommen werde . . . Als Vertreter des alten Heeres, auf den sich Achtung und Dank der freien Deutschen, Haß der Volksfeinde und der Verhetzten des Volkes und die Blicke des gesamten Auslandes auch heute noch richten, spreche ich es öffentlich aus, daß Herr Paul von Hindenburg das Recht verscherzt hat, sich auf die große Schule der Pflichterfüllung der alten Armee zu berufen ..." Die alten Soldaten gegen völkische Verunglimpfung des Reichspräsidenten. „Der Reichspräsident, Herr Generalseldmarschall von Hindenburg, ist in den letzten Wochen, in denen die politische Erregung auf das höchste stieg, das Ziel verletzender und maßloser persönlicher Angriffe gewesen. Wer nicht von Parteihaß verblendet ist, kann int Interesse des deutschen Ansehens in der Welt solche Schmähungen nur auf das tiefste bedauern. Der Kysshäuser-Bund hat nicht die Entschlüsse des Reichspräsidenten in den politischen Wirren der letzten Zeit zu verteidigen, wohl aber ist er entschlossen, sich vor seinem hochverehrten Ehrenpräsidenten und Feldmarschall zu stellen, wenn man es wagt, ihn persönlich herunterzureißen und seine hohen Verdienste für das Vaterland zu bestreiten. Wo Parteihatz, krankhaft verzerrter Ehrgeiz und Selbstüberhebung die Feder führen, da kann ein gerechtes Urteil über eine geschichtliche Persönlichkeit nicht entstehen. Der Feldmarschall steht schon durch seine menschlichen Eigenschaften hoch über denen, die ihn jetzt schmähen. Seine ehrsurchtgebietende Persönlichkeit sollte jedem wahrhaften Deutschen zu wertvoll sein, um den 82jährigen wegen politischer Meinungsverschiedenheiten in so unwürdiger Weise anzugreifen. Der Vorstand des Deutschen Reichskriegerbundes ,Kyffhäuser*. gez.: von Horn, General der Artillerie a. D. und Präsident." einander, entkräftete die gegen dieses erhobenen Vorwürfe und kennzeichnete die Stellung und Haltung seiner Glaubensgenossen, für diese in Anspruch nehmend, als gute, vaterlandsliebende Deutsche zu gelten." Unseren Köthener Freunden, insbesondere Herrn Kaufmann Schönfeld und Referendar Roth, haben wir für die treffliche Vorbereitung der Veranstaltung bestens zu danken. Als Zweite Veranstaltung fand in Bernburg am 27. März ein Vortrag von Dr. Alfred H i r s ch b e r g, stellvertretendem Syndikus des C. V., über das Thema „Verstehen, Zusammenarbeit, Wiederaufbau — der Weg gemeinsamer deutscher Zukunft" statt. Die Versammlung, die gleichfalls unter der zuverlässigen Leitung von Staatsrat a. D. Dr. Cohn (Dessau) stand, war von einem größeren Kreise prominenter Bernburger Bürger aus Kommunal- und Stadtverwaltung, Polizei, Finanz, Post, aus Kaufmanns- und Handwerkerstand, von Rektoren, Lehrern und Geistlichen besucht. An die Ausführungen des Referenten schlossen sich Diskussionsreden eines Superintendenten und eines Pastors, die, politisch rechtsstehend, eine Reihe von Einwendungen erhoben und den Referenten um Stellungnahme ersuchten. Dr. Hirschberg setzte sich in einem ausführlichen Schlußwort mit den Diskussionsrednern auseinander. Der ans volksparteilichem Boden stehende Bernburger „Auhaltcr Kurier" vom 27. März schreibt am Schlüsse einer ausführlichen Inhaltsangabe, daß der Abend „in erfreulich sachliche nt u u d versö h n - lichem Geiste verlaufen war"; die sozialdemokratische „Bernburger Volkswacht" spricht in einem fast zweispaltigen Be- Aufklärungsarbeit des L.V. in Anhalt. Versammlungen in Köthen, Bernburg, Dessau. „Ueber allem der Mensch" — wenn die schriftliche, literarische, wenn jede andere Art Aufklärungsarbeit nicht mehr hinrercht oder von nicht genügender Nachhaltigkeit ist, ist die Zeit für Aufklärungsversammlungen vor nichtjüdischen Zuhörern gekommen. Denn niemals verfehlt es seine Wirkung, wenn ein jüdischer Referent mit dem Bekenntnis: „Ich spreche als jüdischer Deutscher zu Ihnen!" vor wohlwollende, kritische, abwägende Hörer hintritt und ausführt, was deutsches Judentum bedeutet. Von dieser Erwägung geleitet, hatte der Landesverband Anhalt des C. V. auf seiner Tagung vom 26. Januar d. I. beschlossen, in den maßgebenden Städten von Anhalt Aufklärungsversammlungen vor geladenem christlichen Publikum ftattfinben zu lassen. Die erste Veranstaltung fand am Donnerstag, den 20. März d. I., von der Ortsgruppe K ö t h e n einberufen, vor einem größeren Kreise geladener christlicher Persönlichkeiten statt. Köthen ist der Mittelpunkt der nationalsozialistischen Agitation in Anhalt und der umliegenden Gebietsteile. Dort erscheint allwöchentlich ein nationalsozialistisches Organ „Die Lichtp utze". Die Nationalsozialisten finden in den Studenten des Technikums eine starke Stütze. Zu der Versammlung warnt eine große Anzahl christlicher Persönlichkeiten des Köthener öffentlichen Lebens erschienen. So sah man Professoren des Technikums, führende Politiker auch aus rechtsgerichteten Kreisen, eine Reihe von Oberlehrern, mittleren Beamten und Angehörige solcher Kreise, bei denen man Interesse für die zu behandelnden Fragen voraussetzen konnte. Der Syndikus des Centralvereins Dr. Alfred Wiener behandelte das Thema „Hindern die deutschen Juden den Wiederaufbau?" Die Versammlung nahm den Vortrag mit Interesse auf. Leider kam es aber zu keiner Aussprache. Die Köthener Presse, das „KöthenerTageblutt", die „Köthensche Zeitung", die beide rechts eingestellt sind, sowie der sozialdemokratische „Volkswille" haben ganz ausführliche Berichte über den Inhalt des Vortrages veröffentlicht. Die „Köthensche Zeitung" erkennt „die ausgezeichnete, kluge und versöhnliche Art, in der der Vortragende das Thema behandelte", besonders an. Das „Köthener Tageblatt" schreibt: „Alle Parteien von rechts bis links, alle Gesellschaftskreise waren vertreten, durchweg Männer, die über dem Schlagworttroß steh^l, die gewillt sind, ein ernstes Problem ernst und sachlich zu behandeln... Die Art, wie der Vortragende das Thema behandelte, wird ihm auch die Sympathie Andersdenkender gewinnen; vornehm, ruhig, durchaus sachlich und objektiv setzte er sich mit den Anklägern des Judentums aus- August Förster FLÜGEL und PIANOS Fabrik: Löbau i.Sa. / Filiale: Beriin Kurfürstendamm 22. Fernruf: Bismarck 7826 Führende Qualität. War mir ein treuer Gefährte! jedoch preisw.rti Rieh, Strauss.