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Central-Verein-Zeitung · 1930-03-21 · 12 (21.3.1930) · p. Seite 143

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
9 (1930)
Issue
12 (21.3.1930)
Date
1930-03-21
Page
Seite 143 (sequence 3)
Language
German
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LesefrÄchre°«narionalsozialifttschenpresse Hindenburg mahnt zur Ruhe — aber die NSDAP. hetzt zum Bürgerkrieg! Die „Nationale Volkszeitnng" vom 12. Februar 1930 schreibt: „Mögen neudeutsche Mandarine und das ganze Vonzengelichter beschließen, was sie wollen! Mögen sie versuchen, die breiten Massen unseres Volkes weiterhin niederzuhalten und sie durch Lug und Trug von der Wahrheit abzulenken. Die Not. jene grauenvolle Not, die kommen muß, weil wir wirtschaftlich unter den ungeheuren Lasten zusammenbrechen müssen, wird dafür sorgen, daß es keine Ruhe und Ordnung gibt." Im „Westdeutschen Beobachter" vom 23. Februar 1930 bedauert der Abgeordnete Josef Wagner den Zusammenbruch der kommunistischen Hungermärsche und schreibt: „Ein furchtbarer Nachteil ist damit auch für uns verbunden. Er liegt im Nachlassen der Spannkraft und des Kampfwillens breitester Massen gegen Versklavung und Verelendung." Die „Schleswig - Holsteinische Tageszeitung" gibt seit einigen Wochen eine eigene Beilage mit dem Namen „Die Revolution" heraus. Die „Berliner Arbeiter-Zeitung" vom 2. März 1930 fordert zum Schlüsse eines .Artikels „Diktatur der Zweihundert": „Generalstreik gegen Morgan—Schacht und das ihnen willige System des Marxismus wie der Reaktion. Revolution gegen das System der Herrschaft des G e l d s a & In der gleichen Nummer fordert Hartmut Plaas in einem Leitartikel zur Organrsation des Nationalstreiks durch die Nationalsozialisten aus. Dabei fordert er die restlose Streichung des Wehretats und Auflösung der Reichswehr, damit die Streiks nicht militärisch verhindert werden können. In der Tageszeitung „Der Nationale Sozialist" vom 2. März 1930 schreibt Gregor Straffer in einem Leitartikel gegen das Notopfer: „Wir wollen den Widerstand gegen Ausbeutung und Sklaverei. Wir wollen den Kampf — den Kampf mit allen Mitteln!" In der „Berliner Arbeiterzeitung" vom 9. März 1930 findet sich die Aufforderung: „Generalstreik gegen die Morgan-Börse. Heraus, Ihr Schaffenden ohne Unterschied des Standes, Ihr Sklaven und Ausgebeuteten, zum Kampf gegen die Dawes- und Poung-Schmach." Im Zusammenhang mit den kommunistischen Demonstrationen bei der Beerdigung Wessels fordert die „Deutsche Wochenschau"- ihre Anhänger aus, gegen die Kommunisten mit der Hundepeitsche vorzugehen. In dem gleichen Zusammenhang schreibt der „Eisenhammer" vom 5. März 1930: «Horst Wessel, nie wirst Du vergessen! Aber wir schwören, am Tage der Rache werden wir auch Deiner besonders g e d e n k e n. Sluß' um Slug', Zahn u m Zahn. Blut urn Blut. Atljuda!" Die „Schleswig - Holsteinische Tageszeitung" vom 13. März veröffentlicht einen Artikel mit der Ueberschrift: „Waffen her!", in dem es u. a. heißt: „Unsere Not, unser Elend, unsere Schmach und Schande zwingen uns zur Tat, zwingen uns zum Kampf gegen das Geschmeiß der Geldgierigen und Unterdrücker. Waffen her für das tatbereite Volk, das seine Freiheit will! Massen her für die tatbereiten Väter, die den Hunger ihrer Kinder nicht mehr mit anfehen können!" Die „Schleswig-Holsteinische Tages-. Leitung" vom 1. Januar 1930 schreibt: „Ihr (der nationalen Revolution) Sinn ist derAusstand des Lebens gegen das Gesetz, der Sieg des nationalen Gefühls über die imperialistische Vernunft, der Sieg des sozialistischen Woüens über den kapitalistischen Verstand. Als Sturmtruppe und Träger dieses Wottens marschiert unter dem Hakenkreuzbanner Adolf Hitlers der nationale Sozialismus!" Die „Nationale Bolkszeitnng" vom 3. Januar 1930 schreibt: „Das Weimarische System — das haben wir doch nun wirklich schon ost genug gesagt, ist nicht Deutschland! Offensichtlich sinkt es von Tag zu Tag mehr und mehr herab zur ausschließlichen Angelegenheit des feindlichen, ausbeuterischen Auslandes. Je verantwortungsloser der Nationalsozialismus handelt, um so intensiver stört er Ruhe und Ordnung dieses uichtswürdigen Systems von Weimar, und je umfangreicher ihm Kühjahrsoffensioe -er JlSöflP. in Baden. „Frühjahroffensive 1930. Trommelfeuer über Baden. 900 Versammlungen im Mürz! Der erste Aufmarsch!" So überschreibt der in Karlsruhe erscheinende nationalsozialistische „Führer" den „vorläufigen Operationsplan" für den Versammlungsfeldzug, den die Nationalsozialisten am 5. März in Baden begonnen haben. Die Gaupropagandaleitung erläßt dazu noch ein Kommunique in militärischem Ton in Fettdruck, in dem es heißt: „30 badische Redner beginnen mit ihren rund 900 Versammlungen, die im Laufe dieses Monats im Gau Baden abgehoben werden. Jeder Parteigenosse hat sich mit seinen ganzen Kräften der politischen Leitung zur Verfügung zu stellen, damit die Propagandaaktion reibungslos durchgeführt werden kann. Die Befehle an die Bezirke und Redner find - hinausgegangen. Die Bezirksführer haben, soweit dies noch nicht geschehen, sich sofort mit den Rednern und diese mit den Bezirkssührern in Verbindung zu fetzen. Die Bezirksführer nrelden nach Ablauf der Propagandaaktion die Erfolge hierher . . Die „Offiziere", die zunächst ins Feld geschickt werden — um in dem militärischen Bild zu bleiben —, sind die Landtagsabgeordneten Lenz, Köhler, Professor Kraft, Albert Roth und Merk; weiter die bekannten Helden Dr. Wacker, Dr. Vogel (Ziegelhausen), Freiherr Marschall von B i e b e r st e i n und noch eine Reihe anderer, die sich wohl mehr lokaler Berühmtheit erfreuen. Ihnen soll, wie die Gaupropagandaleitung versichert, noch eine Anzahl Reichsredner, ja sogar ein Parlamentarier aus Prag, wohl als „Generäle" im Kampfe folgen. Aber auch die Mitarbeit des „gemeinen Mannes" wird hier, wie im Felde, nicht unterschätzt. „Dazu die Kleinarbeit von 65 000 Nationalsozialisten, die Opferbereitschast von Tausenden von S.-A.-Leuten! Jeder Nationalsozialist wirbt im März min - bestens einen neuen Parteigenossen. Jeder Nationalsozialist wirbt im März mindestens einen neuen ,F ü h r e r* A bonncnte n." Warum wir das veröffentlichen? Nicht um die nationalsozialistische Arbeit zu loben oder um unsere Freunde das Gruseln zu lehren — sondern u m s i e zum Ei n s e tz e n aller Gegenkräfte zu ermahnen. Wenn wir doch sagen könnten: jeder C. V.er wirbt im März inindestens einen neuen Gesinnungsfreund! das gelingt, um so näher rückt die Stunde für den Sturz der Fremdherrschaft." „Nationale Volkszeitnng" vom 12. Januar 1930: „Mögen sie jammern und heulen! Das System ist pleite und geht zugrunde. Haltet Euch bereit, damit der Stur m a n g r i f s gelingt." In der „Schleswig-Holsteinischen Tageszeitung" vom 19. Januar Hecht es in einem Artikel: „Wir und die Romantik": „Die blaue Blume haben wir gebrochen. Sie welkt in unserer Linken mit süßem Dust. I n der Rechten, in der Faust der Entscheidung, tragen wir das Schwert der G e w a l t." In der „Berliner Arbeiterzeitung" lesen wir am 2. Februar 1930 in einem Artikel „H u ngertod über Deutschland" den Satz: „Zehn Millionen Deutsche hungern und darben, weil die Ersüüungsparteien jährlich Milliardentribute dem internationalen Finanzkapital in den Rachen werfen, bis einst d i e deutsche Revolution des Nationalsozialismus die Ketten dieser Sklaverei bricht." Im „Angriff" vom 2. Februar 1930 schreibt Dr. Goebbels in einem Leitartikel mit dem Titel: „Gewinnungsperversion": „Es geht nicht mehr um Reformen, es geht um einen radikalen Sturz der heute herrschenden Unwerte." Die „Nationale Volkszeitnng" in A n e r b a ch i. Vogtld. überschreibt ihre Nummer vom 3. Februar 1930 mit der Schlagzeile: „Nationale Revolution" und dem Untertitel: „Die Front der Empörung wächst." In dem so überschriebenen Aufsatz, der gleichfalls die Verhinderung der kommunistischen Hungermärsche behandelt, heißt es: das Hamburger Verbot sei ein nationaler Skandal, der zum Himmel stinke. „Tatsächlich wird der Polizeisäbel ja nur mobilisiert gegen den deutschen Heloten des Finanzkapitals, der immer noch so frech ist, daß er sich mit seinem furchtbaren Schicksal nicht abfindet, sondern dagegen rebelliert." Synagoge und katholisches psarrhaus in Hannover beschmiert. Nach Redaktionsschluß erhalten wir die nachstehende Meldung: Wit. Hannover, den 19. März 1930. In der Nacht vom Dienstag, dem 18., zu Mittwoch, dem 19. März, wurde am Hauptpseiler der hiesigen Synagoge folgende Inschrift in weißer Farbe angebracht: „Hier segnet das Kapital heute den Krieg." Eine Aufschrift ähnlichen Inhalts wurde an dem fünf Minuten entfernten Pfarrhaus der katholischen Clemens-Kirche angemalt. Sie lautet: „Die Kirche segnet den Krieg gegen die Sowjetunion." Die etwa ein halbes Meter 1.68611 Sie: Dr. H. Stern: Zeitbetrachtung. S. 145 — Malermeister Felix Simenauer (Breslau): Zur Berufswahl. S. 146 — Aus der Aufklärungsarbeit des Central-Vereins. S. 147 — Die Einwanderungsbeschränkungen in Südafrika. Eine Unterredung mit Rabbiner Dr. Meier Hildesheimer. S. 149 — Dr. S. Weinberg: Fünf Jahre »Der Morgen«. S. 150.

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