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Central-Verein-Zeitung · 1930-02-28 · 9 (28.2.1930) · p. Seite 108

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
9 (1930)
Issue
9 (28.2.1930)
Date
1930-02-28
Page
Seite 108 (sequence 4)
Language
German
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10$ MM nationalWaMW Sochschulgruppe auf ein Fahr verboten. In „C. V.-Zeitung" Nr. 8 vom 21. Februar berichteten wir, daß die Kölner Hochschulgruppe des nationalsozialistischen deutschen Studentenbundes wegen der skandalösen Vorgänge bei der Versammlung der deutschen Studenten am 7. d. M. bis zum Abschluß des gegen sie eingeleiteten Disziplinarverfahrens verboten worden sei. Durch Beschluß des Senats wurde die nationalsozialistische Studentengruppe jetzt auf die Dauer eines Jahres verboten. Wir fragen den .Hammer": Wer ist der jüdische Bankier? Im „Hammer" Nr. 664 vom 15. Februar d. I. lesen wir unter der Rubrik „Zuschriften aus dem Leserkreis": Unterredung mit einem jüdischen Bankier. Folgende Unterredung mit einem jüdischen Bankier in Berlin wird uns als verbürgt mitgeteilt: Der Besucher, ein Deutscher: Warum haben Sie die Monarchie gestürzt? Oder stürzen helfen? Sie hat doch Ihre Interessen beschützt. -- Der Bankier: Weil wir mehr Macht haben wollten. Der Besucher: Und das Volk? Der Bankier: Das Volk regieren wir — mit Geld — durch den Geschlechtsverkehr. Deshalb muß der Film sexuell sein; wird die Menge aufgeregt, so denkt sie nicht und tut, was wir wollen. — Dies schamlose Eingeständnis ist sehr bezeichnend. Es ist genau das Programm der Weisen von Zion, was der Bankier aüsspricht. Und da zweifeln naive Leute an der Echtheit der Protokolle! . . . Wir fragen den „Hammer", wer ist der jüdische Bankier? Vorsichtigerweise verschweigt der Verfasser dieser Notiz seinen Namen, denn „Wendelin" ist ersichtlich nur ein Deckname, wie er auch den Namen des Bankiers nicht nennt. Solche Methoden sind ja im völkischen Lager etwas Altgewohntes. Zitate werden aus dem Zusammenhang gerissen, andere werden Leuten in den Mund gelegt, die nie gelebt haben, oder werden in einer Weise zurechtgestutzt, wie sie gerade völkischen Zwecken genehm sind. Außerdem aber, was würde es wirklich besagen, wenn irgendein unverantwortlicher jüdischer Bankier eine derartig gemeine vaterlandsseindliche Gesinnung offenbarte! Er würde ebensowenig die wahre Gesinnung des deutschen Judentum wiedergeben, wie etwa Dr. A r t h u r Dinker in seinen zügellosen Angriffen gegen die Kirche die Meinung des deutschen Volkes darstellt. „W für M deulM M" ijt solche BolkSoerhetzmg! Die in Itzehoe erscheinende „Schleswig- Holsteinische Tageszeitung" bringt in ihrer Nr. 45 vom 21. Februar 1930 folgende Notiz: „Hakenkreuz am Ehrenmal. — Aus dem Jriedrichstädter evangelisch-lutherischen Friedhof steht ein Ehrendenkmal für die gefallenen Frontsoldaten. Aus diesem Ehrenmal befinden sich auch Namen jüdischer Gefallener. Dieser Tage nun hat vor dem Ehrenmal ein Kranz gelegen mit einer Schleife mit dem Hakenkreuz. Darüber entrüstet sich ein jüdischer Mitbürger in der. „Friedrichstädter Zeitung". Er appelliert an die Kameraden von 1914 bis 1918 und erregt sich über die Beschimpfung -durch das Hakenkreuz. Gewiß hat es damals Juden an der Front gegeben. Gewiß, es sind auch welche einen ehrlichen und anständigen Soldatentod gestorben. Aber was hat das mit dem Antisemitismus zu tun? Wir haben die Juden nicht gerufen. Unsertwegen hätten sie sich alte drücken können. Die das nicht getan haben, die nun wirklich nach vorn gegangen und dabei gestorben sind für ein Volk und ein Vaterland, das gar nicht das ihre war, sind gewiß tragische Figuren. Sie können einem leid turn. Aber man soll doch nicht glauben, daß diese Unglücklichen, die in einer falschen Front standen, ein Argument gegen den Antisemitismus sein könnten. Das jüdische Volk als solches ist Gift für das deutsche Volk, ist wesensfremd und aus diesem Grunde eberr schädigend und störend.' Daß es einzelne anständige Juden gegeben hat, ist ebensowenig ein Argument gegen den Antisemitismus wie die Tatsache, daß zahlreiche unanständige Juden vorhanden sind, ein Argument für den Antisernitismus ist." Wir wollen mit dem Blatt weder über die Gefühlsroheit, die aus dieser Notiz spricht, rechten, noch wollen wir mit ihm über unsere Auffassung von Volk und Vaterland diskutieren. Wir wollen nur feststellen: 1. Wenn es den Nationalsozialisten für ihre Agitation geboten erscheint, dann werfen sie den Juden „Drückebergerei" vor. Jetzt aber wünscht eine maßgebende Tageszeitung der Nationalsozialistischen Partei, daß sich alle Juden hätten drücken sollen! 2. Das Blatt behauptet kühn, „die Juden hätten die Oberhand in Deutschland und spielten die führende Rolle" bei allen Entscheidungen, die zum Untergang unserer Nation beigetrngen hätten. Den Beweis hierfür bleibt die Zeitung schuldig. Wahrscheinlich wird sie irgendeinen Wirtschastsschädling nennen, dessen Name im Mittelpunkt von Skandalaffären gestanden hat. Aber diese Taktik verfängt nicht mehr. Denn das Blatt stellt ja gleichzeitig fest: „Daß es einzelne anständige Juden gegeben hat, ist ebensowenig ein Argument gegen den Antisemitismus wie die Tatsache, daß zahlreiche unanständige Juden vorhanden sind, ein Argument für den Antisemitismus ist." Nach dieser Einsicht müßte die Nationalsozialistische Partei eigentlich den Antisemitismus als Agitationsmittel ausschalten. Denn bisher bestand der Kern der antisemitischen Propaganda in der Verallgemeinerung irgendeines Vorkommnisses, bei dem ein Jude beteiligt war. Für vernünftige Menschen war das Vergehen eines Juden niemals Grund, alle Juden für Schädlinge zu halten. Daß mm auch eine maßgebende nationalsozialistische Zeitung sich dieses Argument zu eigen macht, ist ein erfreulicher Fortschritt. Wir werden aufmerksam beobachten, ob man sich in Zukunft nach dieser Einsicht richten wird. Abraham Frowein antwortet den Nationalsozialisten: Der Methoden des politischen Kampfes in Deutschland muß man sich schämen. Die Methode der Völkischen, Menschen, deren politische Richtung ihnen unangenehm ist, zu Juden zu ernennen, ist nicht neu. Die Fülle häufen sich in letzter Zeit wieder. So hatten wir in Nr. 4 der ,,C. V. - Zeitung" vom 25. Januar zu berichten, daß die nationalsozialistischen Studenten Charlottenburgs in einem Flugblatt behaupteten, der Schauspieler Rieben sah m aus Königsberg, der bei der Reichsgründungsfeier der Charlottenburger Technischen Hochschule Mitwirken sollte, Jude sei. „Der große Schauspieler, der Jude Riebensahm, der Sohn des Getreidejuden Chajim Riebensahm ans Königsberg" hieß es in Fettdruck in ihrem Flugblatt. In Wahrheit heißt der Vater weder Chajim, noch sind Vater und Sohn Juden oder jüdischer Abstammung. Ein anderer, der immer zum Juden ernannt wird, ist der Minister Schlesinger in Mecklenburg-Schwerin. Aber selbst der Herausgeber des völkischen „Fridericus" schrieb dazu einmal (Nr. 31, 1929) in seinem Briefkasten „Nach Regenwälde": „Wie uns versichert wird, ist der Minister S ch l e s i n g e r in Mecklenburg-Schwerin nicht Jude. Man muß mit der Behauptung der jüdischen Abstammung, die sich nur auf den Namen stützt, sehr vorsichtig sein. Es gibt z. B. eine Unmenge von Leuten, die Israel heißen, obwohl in ihren Adern kein Tropfen jüdisches Blut fließt. Auch gibt es eine Menge Juden, die Holz heißen, so daß ich eigentlich immer auf die Behauptung warte, ich sei Jude oder Halbjude. Ich sehe allerdings nicht so aus." Aber es gibt auch Leute, die „so aussehen" und es doch nicht sind, ja es soll sogar unter den Führern der Nationalsozialisten solche geben. (Nicht wahr, Herr Goebbels?) Und es gibt auch Leute, die mit Vornamen Abraham, Jsaac oder David heißen und doch keine Juden sind, und was das erfreulichste ist, die „die Ernennung zum Inden" nicht etwa als Kränkung empfinden, sondern in sehr vornehmer Weise ablehnen. Lo geschah es, als der bekannte Industrielle und stellvertretende Vorsitzende des Reichsverbandes der Industrie, Abraham Frowein, kürzlich vom Organ des Nationalsozialistischen Schülerbundes, „Der Aufmarsch" als „Erzjude" bezeichnet wurde. Frowein machte daraufhin anläßlich einer Versammlung des Großhandelsverbandes nachstehende Ausführungen, die wir im Wortlaut hier wiedergeben, weil sie ein so außerordentlich erfreuliches Bild von der vornehmen Gesinnung dieses politisch rechtsstehenden Industriellen geben. Abraham Frowein führte aus: Meine sehr verehrten Herren! Ich muß zunächst den Herrn Vorsitzenden, aber hoffentlich nicht Sie, meine Damen und Herren, enttäuschen. Der Herr Vorsitzende hat mich gebeten, etwa 20 Minuten zu sprechen, diese Redezeit werde ich nicht in Anspruch nehmen. Ich muß aber dem Herrn Vorsitzenden noch eine weitere Enttäuschung bereiten. Er hat offenbar nicht gewußt, wer. ich war, als er mich bat, in diesem Kreise zu sprechen. Wenn er den „A u f m a r s ch", Blatter der Deutschen Jugend, das Organ des Nationalsozialistischen Lchülerbundes, gelesen hätte, so würde er wissen, daß Herr Erich Berger in Dresden festgestellt hat, daß ich ein Großkapitälist und E r z j u d e bin. Ich sage das nicht, weil ich mich gekränkt fühle. Großkapitalist zu sein, wäre mir sogar recht angenehm, aber ich erwähne diese Angelegenheit einmal und ich hätte mich gefreut, wenn der Herr anwesend wäre, weil allmählich die Methoden des politischen Ka mp s e s in Deutschland a ns a n g e n so übel zu werden, daß m an s i ch s ch ä nt e n m u ß. Man kann vielleicht nicht von einem Herrn, der über Politik und Jugend schreibt, verlangen, daß ihm bekannt ist, daß alttestamentliche Vornamen auch heute noch in cälvinistischen Kreisen der ganzen Welt üblich sind. Als ich als junger Mann in meine Firma eintrat, hatten wir als Arbeiter drei Brüder, die Abraham, Isaak und Jakob hießen. Man kann auch wohl von einem solcher: Mann nicht erwarten, daß er weiß, daß der Name Frowein altgermanischen Ursprungs ist und weder mit froh noch mit Wein etwas zu tun hat, wobei ich aber ausdrücklich unterstreiche, daß ich persönlich weder gegen den Wein noch gegen die Fröhlichkeit etwas einzuwenden habe. -Aber diese Dinge gehen ja viel weiter. Wenn man nicht schon aus dem Namen aus den Erzjuden schließen darf, so erfindet man irgend etwas anderes. In den Mitteilungen der Ortsgruppe Groß-Berlin der Vereinigung der Alten Burschenschafter war kürzlich in einem Bericht über den Poung-Plan folgendes zu lesen: „An die Stelle des aufrechten Dr. Vögler trat nach dessen Rücktritt der jüdisch verheiratete G e h e i m r a t K a st l, Schwager des ebenfalls jüdisch verheirateten Dr. ^tresemann." Sowohl die jüdische Verheiratung Geheimrat Kastls wie die Schwagerschaft mit Dr. Stresemann sind hundertprozentig erfunden. Ich wiederhole, ich sage diese Dinge nicht, weil ich sie als Beleidigung empfinde, trotzdem sie als solche gemeint sind; ich sage sie, weil es erschreckend ist, wie wenig August Förster FLÜGEL UND PIANOS Fabrik: Löbau i. Sa. / Filiale: Berlin Kurfiirstendamm 22. Fernruf: Bismarck 7826 Ganz ausserordentficß gefaffen! Sigrid Onegift y it .Führende Qualität, Jedoch preiswert!

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