Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 9 (1930)
- Issue
- 7 (14.2.1930)
- Date
- 1930-02-14
- Page
- Seite 82 (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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S2 LOCARNO' vschweiz „Vas Erbe im Slut." Wo man von Ludwig Lewiso n. Verlag Paul List, Leipzig. Der amerikanische Schriftsteller Ludwig Lewisohn ist in Deutschland nicht unbekannt. Sein vor Jahren erschienenes ausgezeichnetes Buch „Gegen den Strom (Up the stream)" hat Anklang gefunden und ist damals auch an dieser Stelle besprochen worden. Mit Interesse nahm man sein neues Werk zur Hand, war aber maßlos erstaunt, auf der Umschlagseite eine Anpreisung zu finden, die folgenden Satz enthält: „Endlich einmal wird die Verschiedenartigkeit semitischen und arischen Vluterbes dargelegt mit einer Erkenntnis, die vorhandene Gegensätze nur mildern und beseitigen hilft." Sollte auch Lewisohn unter die jüdischpolitischen Tendenzschriftsteller gegangen fern, die einen bekannten Vorwurf in einer Weise behandeln, daß nur Gegner des Judentums Freude daran haben? Die Lektüre des Buches beruhigt und enttäuscht. Sie enttäuscht deshalb, weil dem Roman das lebendige Tempo und die beschwingte Sprache fehlt. Vielleicht ist die nicht immer glückliche, von Gustav Meyrink verfaßte Uebersetzung die Ursache, daß man in der deutschen Uebersetzung nicht alle Feinheiten des Buches erkennt. Aber selbst wenn man dies berücksichtigt, fehlt dem Roman noch viel von der Lebendigkeit der Werke z. B. eines Upton Sinclair, mit dem Lewisohn vom Verlag auf der Titelseite verglichen wird. Allzuviel Kleinmalerei, allzu starke Unterstreichung von Einzelheiten erschweren die Lektüre. Die starke Apotheose Freudscher Lehren im Schlußteil'ist sicherlich nach amerikanischem Geschmack, aber nicht jedermanns Geschmack hier. Beruhigend ist die Lektüre des Buches aber deshalb, weil das, was man nach der eingangs erwähnten Verlagsanpreisung zu erwarten befürchten mußte, nicht zu finden ist. Es ist die Geschichte einer jüdischen Familie in vier Generationen, die alls Polen kommt, in einer weiteren Generation in Deutschland bleibt, von dort nach Amerika auswandert und sich hier einzuwurzeln versucht. Der Kampf der vierten Generation um die Einwurzelung im Leben Amerikas ist das eigentliche Kernstück des Romans. Der Versuch der Einwurzelung scheitert aus zwei Gründen. Einmal hat der Jude, in dem sich infolge der Bedrückung von Ewigkeit her ein starkes Minderwertigkeitsgefühl ausgebreitet hat — Freudsche Lehre! —- nicht die Kraft, seine eigene Persönlichkeit trotz der Aufnahme der kulturellen Einflüsse seiner Umgebung zu erhalten; zum andern macht ihn die llnrwelt, die ihn immer und immer wieder Zurückstößt, irre in seinem Glauben, in ihr verwurzeln zu können. So muß der Träger der vierten Generation wieder „Nur Jude" werden. Ueber die Probleme, die das Buch anschneidet, wäre mancherlei zu sagen. Im Nahmen dieser kurzen Besprechung kann man aber nur auf sie Hinweisen. Nur das eine sei gesagt: das Einzelschicksal, das der Verfasser zeichnet, kann nicht Norm für das jüdische Gesamtschicksal sein. Es handelt sich viel weniger um ein jüdisches Problem als um ein psychoanalytisches Problem, und die Analyse der Psyche ist schließlich in jedem Fall eine andere. Dr. Kurt Alexander. woher stammen öie jüörfthen Familiennamen r Dr. Silber stein (Landesrabbiner in Rostock): „Die Familiennamen der Juden unter besonderer Berücksichtigung d e r g e s e tz l i ch e n Festlegung in Mecklenburg." Sonderdruck aus der Festschrift zum 75jährigen Bestehen des jüdischtheologischen Seminars in Breslau. Philo-Verlag, Berlin. In der sehr sorgfältigen Arbeit weist der Verfasser zu Anfang die unrichtigen Angaben über die Herkunft der deutsch-jüdischen Familiennamen Zurück, die sich auf Einzelvorkommnisse (z. B. für Galizien auf die „Namenstudien" von Carl Emil Franzos) stützen und noch immer in den wissenschaftlich sein wollenden Namenbüchern Vorkommen. Er weist nach, daß sich bei den Juden wie bei der übrigen Bevölkerung zwar schon im 15. und 16. Jahrhundert Ansätze Zur Bildung von Familiennamen Zeigten, daß aber alles noch bis Zum Ende des 18. Jahrhunderts im Fluß blieb. Die Familiennamen, soweit sie überhaupt schon im frühen oder späteren Mittelalter auftraten, konnten von jedem Träger willkürlich geändert werden. Wir kennen solche Namen aus vielen Gegenden Deutschlands, neuerdings besonders gut durch die Schriftvon M. Freudenthal: „Leipziger Meßgäste 1675 bis 1764". Die von Franzos verzeichneten unschönen und willkürlichen Judennamen aus eLEoburg vormals Bahnhofs-Hotel Besitzer: Gebrüder Schumann, Erstes Haus am Platze / Das Hans für Kaufleute. Modernster Komfort — behaglich. Zimmer von M. 3,— an. Konfererrz- und Ausstellungszimmer. MIDrö'.Iorliiiiiiiö direkt am Nordausgang des Hatlptbahnhofes. Angenehmes Haus für Geschäftsreisende. Besitzer: Carl Schmidt. Telephon 33295. Frankfurt a. M. Hotel Stuttgarter Hof KronprLnzenstratze »v am Hauptbahnhof. Fließendes Wasser. Bäder. Gute Küche. Zimmer von M. 3,— aufwärts. Besitzer H. 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