Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 9 (1930)
- Issue
- 2 (10.1.1930)
- Date
- 1930-01-10
- Page
- Seite 20 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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20 gilt Kind des Motto und ' ein Kind der' höfisch-aristokratischen ' Zeit der Welt des Judentums ebenso zugehörig wie der Welt des Barock, mar er vom Schicksal bestimmt, die Spannung eines solchen Versuchs, zwei Welten in sich zu einer zu gestalten, zu erleben und zu erleiden. Ein geistiger Ahne Lassaltes nndDisraelis, kleiner im Format seiner Möglichreitelt, niemals mit seinem Denken und Streben losgebnnden von seinem Geschäft, weil Zeit mtö Gewohnheit es so verlangten, war ihm von den dreien in mancher Hinsicht die schwierigste Aufgabe gestellt wie auch das schwierigste Schicksal bereitet. Jene rangen um seelische und bürgerliche Gleichstellung in einer Zeit, da die rechtliche Gleichstellung bereits erfolgt war. Die Tore zur Bildung und zur Gesellschaft standen ihnen von Anfang an offen. Susi dagegen wurde von niemandem geleitet, von keiner Schule und keiner Universität, von keinem Sprachmeister und keinem Freund. Er verliest das Ghetto und stand als völliger Neuling Plötzlich in einer anderen Kultur. Und diese Kultur des Barock war ihrem innersten Wesen nach dem Juden fremder als die Kultur der Aufklärung und die des 19. Jahrhunderts. Daß Süß bewußt diesen Weg ging, daß erden tragischer.! Konflikt in sich durchkämpfte und überwand, dast er zum ersten Träger des jüdischen Ressentiments geworden ist, macht ihn in seiner Zeit und seiner Welt zu einem neuen menschliche!: Typus, neben Größeren und Reineren seiner Art zu einer symbolischen Erscheinung der jüdischen Geschichte. * Das umstehende Bild des Joseph Süß Oppenheimer ist die Wiedergabe eines Schabkunstblattes von Ferdinand S t e n g I i u und gleichfalls dem Werke von S e l m a Stern entnommen. Das Crziehungswerk der gesetzestreuen Juden. D r. Leo D e u t schlä n d e r s Referat über den Keren Hatorah, erstattet der 2. Kenes.sio Gedaulo. Verlag der Hermon - D r u ck e r e i, F r n n k - surt a. Main, 5689/1929. Ter Mund unschuldiger Kinder ist das Fundament der Gottesmacht: Was nützen alle noch so geistvollen Auseinandersetzungen um Sein und Sinn des Judentums, wenn die Menschen fehlen, die bereit und durch Erziehung geschult sind, es zu leben! Diese Binsenwahrheit zu beherzigen, ist die Aufgabe unserer jüdischen Generation. Während in früheren Zeiten das Elternhaus die Hochburg jüdischer Erziehung und Geistesbildung' war, erleben wir im Westen seit 150 Jahren und im Osten seit dem Weltkriege die Auslösung dieser Keimzelle jüdischen Lebens. Die Schule muß hier als Ersatz eingreifen. Doppelt schwer ist ihr Werk, wenn sie es unternimmt, im Nahmen staatlicher Erziehungsforderungen die Thora-Tradition zu pflegen, mehr: Thora-Wissen zur Grundlage ihrer Arbeit zu machen. Ansätze zur Verwirklichung des, scheinbar Unerreichbaren geschaffen zu haben, ist das Verdienst der Keren-HAtorah-Zentrale der Agudas Iisroel. Gegründet von den Führern der Orthodoxie auf der 1. Kenessio Gedaulo im August 1923, arbeitet sie nun sechs Jahre unter der Leitung des früheren Berliner Oberlehrers Dr. Leo D e u t s ch l ä n d e r und hat dem 2. Weltkongreß der Agudah ihren umfassenden Rechenschaftsbericht überreicht. Der Bericht gibt zunächst einen in seiner Kürze meisterhaften und sehr lesenswerten Abriß der geistig-kulturellen Lage des Judentums der Gegenwart und zeigt besonders die Schwierigkeiten auf, die sich aus dem plötzlichen Einbruch im Westen schon überwundener Scheinaufklärungslehren in die „Jüdische Gasse" des Ostens ergeben. Während im Westen, besonders in Deutschland, Hauptaufgabe Zusammenfassung der Erfahrungen aus der Arbeit in den bestehenden Wip 'HöUt&jHM' m*ttp £6>taM, yfycuU, <&ci\Avmm (1laHiMt-SßemxAmml,. Mer%A/S£%-ßorax muß erse/rt in der bekannten roten Originalpackung. Überat! erhältlich/ Anstalten und Pflege des Verständnisses für die Probleme des Ostens ist, fand mau sich im Osten vor Neuland, auf dem Gebiet der^ religiösen Mädchenerziehung förmlich vor einem Stoppelfeld, besät mit Vorurteilen. Hier ist in wenigen Jahren Großes geleistet: es bestehen jetzt etwa 16 0 Mädchenschulen mit etwa 18 000 Schülerinnen. Den Neberbau bildet das Lehrerinncnseminar in Krakau, das seit zwei Jahren halbjährlich etwa je 30 Kandidatinnen entläßt. — Das K n a b c n s ch u l w e s e n wird gefördert durch Schaffung einheitlicher Lehrpläne, Herausgabe von Lehrbüchern und Ausbildung von Lehrern. Insgesamt umfaßt Loren Ha-torah in Osteuropa 70 K n a b e n v o l k s s ch u l e n mit 280 Lehrern und 6500 Schülern sowie mehrere Mittelschulen und das erwähnte!=?eininor. Die Hauptfrage endlich gilt den Hochschulen jüdischer Geistesbildung, den Jcsehiwoth. Diese sind jetzt ganz auf die Hilfe zentraler Stellen angewiesen; denn die Gemeinden vermögen kaum ihre Grundschulen zu erhalten. Anderseits ist hier Typisierung und Nationalisierung wie im Volksschulwesen unmöglich; denn jede dieser Anstalten mit seinen MinaralbSdern im Kainzenbad Winlarsonne Erholung Gesellschaft Sport Prospekt und ausführliches Wintersport-Programm durch die Kurverwaltung und die Reisebüros. Seilbahn Seilbahn zum KREUZECK Jr^**,** «um WANK 1652 m ZugspstzhBhn *7so m Zahnradbahn bis Elbsee In vollem Betrieb. Gesamteröffnung Frühjahr 1930. Ab Lager lieferbar! aus Wellblech. Stahl oder Veto» Schuppen jeder Art Fahrradständer zerlegbar, feuersicher, billige Bauweife. — Angebote mit Prospekten kostenlos. Sebr.Achendach G.m.b.H. Eisenu.Wellblechmerke Weidenau (Sieg) Postfach Nr. 126. tzurfirrüendad» Go des- J* berg.s.Nervenleidende. Nächster Anzeigenschluss am Montag, dem 13. Januar für die Nummer 3 vom 17. Januar. 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