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Central-Verein-Zeitung · 1929-12-13 · 50 (13.12.1929) · p. Seite 667

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
8 (1929)
Issue
50 (13.12.1929)
Date
1929-12-13
Page
Seite 667 (sequence 7)
Language
German
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»H7 8ran; Nojenzweig. Von RMHirrer B®\ Baeck. Unmittelbar vor Red aktiv ns schluß ereilt uns die Trauerbotschaft vom Hinscheideu Dr. Franz Rosenziveigs in Frankfurt a. M. Einer der Berufensten. Leo Baeck, spricht kurz, aber inhaltsschwer hier aus, an welchem heiligen Grabe wir jüdischen Dein schm unsere Trauer hinausrufen. Tie unvergessenen jüdischen Märtyrer stiegen einmal auf den Scheiterhaufen. Franz Rosenzweig litt jahrelang Stunde für Stunde an seinem dahmwelkenden Körper Märtyrerqualen, und sein wacher Geist leuchtete als wäre er gleichsam körperlich entbunden, strahlend weiter! Wir werden diesen seltenen Mann noch eingehend würdigen. Die Schriftleitung. Wenn das Wort Simmels wahr ist, daß die Kultur „den Weg des Menschen zu sich selber" bezeichnet, Hann steht in Franz Rosenzweig die Kultur des deutschen Juden unserer Tage vor uns. Hinter diese Bedeutung seiner Persönlichkeit tritt selbst das Werk zurück, das er, in wenige Jahre der Gesundheit und der Krankheit zusammengedrängt, geschaffen hat. Emen seltenen Reichtum befaßt dieses Werk: die beiden, noch nicht genug gewürdigten Bücher „Hegel und der Staat" und „Der Stern der Erlösung", die wundersame Uebertragung und Erklärung von Gedichten des Jehuda halevi, die Neuschöpfung der deutschen Bibel, die von der Gemeinschaft mit Martin Buber zeugt, und daneben die Fülle der Aufsätze. Aber das Eigentliche ist die Persönlichkeit: der deutsche Jude, der den Weg. zu den Jahrtausenden und den Jahrhunderten seines Wesens, 311 den Wurzeln seiner Eigenart und damit zu sich selber gewonnen hat, der damit hinausgeführt wurde über bisherige Parteiungen und Gegensätzlichkeiten und dem das Letzte gegeben loard, von dem zu zeugen und zu künden, was ihm darin zuteil geworden, von seiner Kultur, von feiner Erkenntnis und seiner Frömmigkeit. InttMAtEli!!«. Ein langes, durch Arbeit gesegnetes Leben, das Leben eines Hochbegabten, hat geendet: Louis Lewin, der Pharmakologe, der Forscher von Weltruf, ist aus rastloser Tätigkeit, die er noch als Achtzigjähriger ausüben konnte, zur ewigen Ruhe abberusen worden. Die Pharmakologie ist bis in die letzten Jahre hinein von ihm um wesentliche Ergebnisse seiner gewissenhaften und Zugleich geistreichen Arbeitsmethode bereichert worden; besonders das Kapitel der Gifte und ihrer Heilwirkung, auch das der Rauschgifte, ist erfüllt von seinen eigenen erfolgreichen Arbeiten. Lewin hat sich hier ein bleibendes Denkmal geschaffen. Aber Lewin war auch eine außergewöhnliche Lehrkraft. Für jeden pharmakologischen Lehrstuhl wäre er eine Zierde gewesen. Sem an sich trockenes Fach verstand er so interessant zu gestalten dank einer hinreißenden Beredsamkeit und einer besonderen Beherrschung der dentschen Sprache, auch dank seines mit Sarkasmus und Kritik gewürzten Vortrages, daß seine Vorlesung zu den besuchtesten.in der medizinischen Fakultät gehörte, trotzdem ihm keine staatliche Klinik, kein öffentlick>es medizinisches Institut seine Pforten öffnete. Wenn Verdienst in dieser Welt des Ringens immer mit Gerechtigkeit gelohnt würde, wenn das stolze Selbstbewußtsein bedeutender Männer nicht so oft dort Anstoß erregen würde, wo die Verdienste belohnt werden sollten, Louis Lewin hätte längst die höchsten Würden akademischer Tätigkeit erreicht. So aber blieb der Pharmakologe von internationalem Ruf übermäßig lange Privatdozent, wurde erst spät Titnlarius und erst nach dem Krieg Extraordinarius ohne Lehrauftrag. Ihm erging es wie allen jüdischen Privatdozenten der medizinischen Fakultät' Deutschlands; auch in der Republik ist nicht ein Jude zum Ordinarius ernannt worden. Louis Lewin wird solche Zurücksetzung verschmerzt haben. Er war nicht nur seines Rufes gewiß, er schöpfte auch seinen Gleichmitt aus den Quellen alter jüdischer Tradition und jüdischer Gemeinschaft. Er gehörte zu der Minorität jüdischer Universitätslehrer, die es verstanden haben, zwar deutsch zu sein, ihren; Vaterland zu dienen, aber doch die Fahne hoch zu halten, die, von einer uralten Vergangenheit, über Generationen geweht hat und um die sich heute alle scharen, die in Treue am Judentum festhalten. Oeb. Rat; Prof. Dr. Rosin. sagm Silber - Halbbroksf - Sp&oge M und Pumps, bleu Crfcpe de ohne SdinftUe Chine'Spengc Schwärs u. weist, prima Allst, euch in Spange Schwarz Semikslb mii Lack ganz besonders preiswert JesHiae, schwärt Lack mit Samtkalb, eieg. schlanke Fora Modell „Milli* schwort Samtkalb mit Lade Ü Blau Nubuk ja» Opalladt 16,59 Margarete, Lade na» schwarz Samtkalb, eigenes Fabrikat

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