Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 8 (1929)
- Issue
- 46 (15.11.1929)
- Date
- 1929-11-15
- Page
- Seite 614 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Der Centralverein Um die Winterarbeit einzideiten und das politische Interesse auf die bedrohliche Lage des deutschen Judentums hinzidenken, fanden in einer Reihe von Landesverbünden Tagungen des C. V. statt. Gleichzeitig boten wir in grossen allgemeinen Veranstaltungen in allen Teilen des Reiches vor nichtjüdischen Belehrungswilligen die Möglichkeit, die Wahrheit über das Judentum zu erfahren. Ostpreußen. In Insterburg sprach in einer Versammlung vor einem größeren Kreise besonders geladener Gäste, der sich zu einem erheblichen Teil aus Lehrern, Geistlichen, Polizeiossizieren und anderen B e a m t e n Zusammensetzte, Prediger Gold m a n n (Herford), Syndikus unseres Landesverbandes Ostwestfalen-Lippe, über „Die Wahrheit über Deutschtum und Judentum". Ter Redner ging besonders auf die Ethik des I u d e n t u ui s ein. Er erläuterte Thora, Talmud und Kol - Nidre - Gebet und wies darauf hin, daß die Judenfeinde meistens mit gefälschten Ilebersetzungen argumentierten, die der des Hebräischen gänzlich unkundige Theodor Fritsch in seinem Buch „Der falsche Gott" veröffentlicht habe. Auf die Anfrage eines Rektors, was an den „Weisen von Zion" Wahres sei, gab Syndikus S a b a tz k y unter genauer Darlegung der Quellen restlose Aufklärung. Mit einem kurzen Schlußwort von Prediger Goldmann schloß die Versammlung, die unter Leitung unseres Ortsgruppenvorsitzenden Apotheker R v s e n b e r g eindrucksvoll verlausen war. Aus alten Schichten der Bevölkerung setzte sich die etwa 450 Personen zählende Zuhörerschaft Zusammen, die den ^aal des Hotels „Berliner Hof" in Ortelsburg dicht gedrängt füllte. Nach kurzen Begrüßungsworten des Versammlungsleiters, Kaufmann S. L i t t w a d , sprach Syndikus Sa - batzky über „Die Vorwürfe auf politischem und wirtschaftlichem Gebiet gegen die Juden". Er betonte die tiefe Verbundenheit des deutschen Judentums mit denr Vaterland und hob besonders die großen Verdienste ostpreußischer Juden um die gefährdete Provinz hervor. Prediger G o l d - mann widerlegte darauf die Angriffe auf die jüdische Ethik, oftmals unterbrochen von Zwischenrufen nationalsozialistischer Zuhörer, die er unter starker Zustimmung der Versammlung sofort schlagfertig widerlegte. Besonders erfreulich war es, daß nach Schluß der Versammlung etwa 20 jüngere Nationalsozialisten, zum überwiegenden Teil Schüler einer höheren Lehranstalt, dem Vortragenden eine Reihe von Fragen vorlegten, auf die sie eingehende Antwort erhielten. Ein Ausspracheabend vor geladenen Christen in Lötzen, der Hochburg der Völkischen in Masuren und Ostpreußen, vereinigte eine Anzahl lehr angesehener Bürger der Stadt, wie Aerzie, Richter, Kauslente, Lehrer' Magistratsmitglieder und Stadtverordnete. Auch hier referierten wieder Prediger Gold m a n n (Herford) und Kurt S a b a tz k Y (Königsberg). In der Aussprache nahm, zunächst der erste Führer der Dentschvölkischen Freiheitsbewegung und des Tannenbergbundes in Lötzen, Dr. Lust, das Wort. Sodann sprach der zweite Führer der deutschvölkischen Bewegung, Regiernngs- und Medizinalrat a. D. Tr. A n d r a e. Amtsgerichtsrat D o n g o w s k y wandte sich als Richter lote als Christ gegen die Auffassung der beiden völkischen Diskussionsredner. Die in Lätzen erscheinenden beiden rechtsstehenden Blätter, die „Lötzener Zeitung" und das „Lötzener Tageblatt", brachten eingehende Berichte über die Veranstaltung und hoben hervor, daß die ganze Veranstaltung sich auf sehr hohem Niveau bewegte, daß die Referate ausgezeichnet wirkten und von den Anwesenden überwiegend beifällig ausgenonunen wurden. Saargebiet. Unser Hauptvorstai rds m i tgt ied, Mittelschullehrer Tr. H. S t e r n (Berlin), hielt im vergangenen Monat an mehreren Orten des Saargebietes Vorträge. Zunächst sprach er in Saarbrücken vor christlichen Lehrern über „Die deutschen Juden und ihre Umwelt". Er bezeichnete den gegenwärtigen Judenhaß als eine Folge der parteipolitischen Zerrissenheit des deutschen Volkes und widerlegte den den Juden gemachten Vorwurf, daß sie den Geist des Materialismus in Europa eingesührt hätten. Eine lebhafte Diskussion schloß sich diesen Ausführungen an, in der besonders einige Gegner zur Frage der Beherrschung der Presse durch die Juden Stellung nahmen. Sodann sprach Dr. Stern in Mitglieder- und .Werbeversammlungen unserer Ortsgruppen Saarlonich Neurikircherr und Illingen. Er erläuterte, daß unser gegenwärtiger Kamps nicht mehr um unsere Gleichberechtigung, sondern um unsere Anerkennung als deutsche Volksgenossen gehe. Das Interesse der zahlreichen Zuhörer zeigte sich jedesmal in den sehr angeregten anschließenden Aussprachen. Pommern. Die diesjährige Verbandstagung unseres Landesverbandes Pommern-Grenzmark in Stettin stand unter dem Eindruck des Ergebnisses des Volksbegehrens in diesen Gebieten. 33 Prozent der wahlberechtigten Bevölkerung Pommerns konnten die staatsfeindlichen Parteien in ihren Listen zählen. Teilweise haben die Ziffern sogar 50 Prozent überschritten. Daraus und aus dem Bedürfnis, in gemeinsamer Aussprache die vorhandenen Sorgen zu erörtern, auf ihre Abhilfe bedacht zu sein, ist es zu erklären, daß aus rund 28 Ortsgruppen 44 Delegierte erschienen waren. Unsere Freunde aus Hinterpommern und aus der Grenzmark haben Tag-esreisen nicht gescheut, um an dieser Tagung teilzunehmen. Ihr erfolgreicher Verlauf rechtfertigte ihre Mühe. Die Tagung wurde durch einen Ausspracheabend vor geladenen Gästen eingeleitet. lieber 400 Personen, darunter zahlreiche christliche Männer und Frauen aller Kreise und Parteien, füllten den Saal, als der Vorsitzende des Landesverbandes, Dr. Marc u s e, die Versammlung erössnete, über deren Verlaus die größte pommersche Tageszeitung, der volksparteiliche „Stettiner Generalanzeiger", in seiner Nummer vom 11. November u. a. folgendes berichtet: „Als erster Redner nahm Reichstagsabgeordneter Ernst L e m m e r (Berlin) das Wort zu der für den Abend gestellten Frage und beantwortete sie zur Einleitung mit der fest umrissenen Antwort: derjenige hindere den deutschen Wiederaufbau, der nicht frei von falscher Sentimentalität aus dem Boden des heutigen Staates z u r M itarbett bereit sei. Nachdem die Kanonen des Weltkrieges verstummt waren, hätte sich die große Mehrheit des deutschen Volkes zu positiver, aufbauender Arbeit am neuen Staat zusanunengefunden. Alle deutschen Staatsbürger müßten sich ungeachtet aller Parteien und jeden Glarrbens zu eine m Staatsvolk Zusammenschließen, was n. a. auch die Abwendung von dein Antisemitismus in seiner politischen Art in sich schließe. Korrupte Erscheinungen, wie der Stlarek-Staudal, seien interfraktionell. Wer im Rahmen des gesamten Volkes ein anständiger Mensch sei, der habe auch das Recht dazu, so gewertet zu werden, wie er es als Staatsbürger verdient. Der Redner schloß damit, daß eine Front derjenigen gebildet werden müsse, die Hand an dein Wiederaufbau Deutschlands legten . . . Der zweite Redner, Syndikris Dr. A l s r e d Wiener (Berlin), wandte sich mit seinen Ausführungen an die Hörer nichtjüdischer Konfession und beschäftigte sich dabei mit der Aufdeckung objektiver Quellen aus der Geschichte und der Rassenkunde, um die Herkunft und die Zusammenhänge des Antisemitismus zu erklären und die Vorwürfe gegen das Judentum zu entkrästigen. Ter Redner schloß mit der Versicherung, daß das Judentum an seiner sittlichen und inenschlichen Fortbildung mit allen Kräften arbeite ..." Schon arn Sonnabend nachmittag hatte der Landesverbandsvorstand in der Wohnung Dr. Mareuses in Anwesenheit des Syndikus des Eentralvereins, Tr. Alfred Wiener (Berlin), grundlegende Fragen unserer zukünftigen Arbeit besprochen. Das Ergebnis dieser Unterhaltung bildete die Grundlage für die eigentliche Landesverbandstagung am Sonntag. Auch hier ergriff Ernst L e m m e r als pvm- KERSTEN 6.TUTEUR SJas dtajLLS dsr VLJZaden Stammhaus JCeipygerstr. npTjl &che CharJjctl±etiM>n SUiale Steglit^, Schloss-Sir. Sehe SfRlquelstmsse SZliale JurfilrJdemturun Sehe PcmkeStroSie 2)Bu£sxhLoinjds ftlhrjerides Sjo^sicüjgeJxJväJ^ Seit bald 3,5 Jahnen ist die, 'Pflege, den \xynuns geführten, Jtrhikjel unseres Jlufyxxbe; stets bemüht, für den, 'Preis den höchsten, Gegenwert ecu llefernj. OlruJbertceffliche, JluswxxhL, bJJUgSte Preisgestaltung Jackenkleider, Pelze lGjmpleis ,^€üute tBlusen,f Qoche ic77lörgeriPockje§97Zoctiföhje ^icfaacuaen*