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Central-Verein-Zeitung · 1929-11-01 · 44 (1.11.1929) · p. Seite 592

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
8 (1929)
Issue
44 (1.11.1929)
Date
1929-11-01
Page
Seite 592 (sequence 8)
Language
German
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UMlllW W “ ** '»iw» Jrn Verlag I. Engelhorn Nachfolger, Stuttgart, ist soeben das Werk „Erziehung zur Freiheit" von Frank T h i e tz erschienen. In dem zweiten Teil dieser „Abhandlungen und Auseinandersetzungen" ninunt Frank Thieß im Kapitel „Volksvermehrung, Faschismus, Rassenfrage" zur Judenfrage Stellung. Wir stimmen in manchem mit Thieß gar nicht überein. Aber seine ernsten, tiefgehenden, verantwortungsvollen Worte wollen wir unseren Lesern nicht vorenthalten. Nur eine Klarstellung: daß er „Juden" und „Deutsche" rassenmätzig stets gegenüberstellt, halten nicht nur wir, sondern auch die einschlägige Wissenschaft für irrig. Die S ch r i f t l e i t u n g. „Es gibt unter der jüdischen Nasse (mutz mau dies sagen?) genau so wie unter der nichtjüdischen geistige, aristokratische, unantastbare Schichten und ungeistige, Plebejische, schmutzige. Daß die erfolgreichen Juden vielfach die schlechten Vertreter ihrer Rasse sind, liegt nicht an ihrem jüdischen Blute, sondern daran, daß in diesem zivilisatorischen Interregnum des Geistes die skrupellosen und unsauberen Opportunisten aus allen Gebieten größere Chancen haben, vorwürtszukounnen. Dies ist in Zeiten der Erschütterung und des Ileberganges nie anders gewesen, doch man täuscht sich, wenn inan glaubt, daß dies auch in Zukunft so sein wird. Hier nur eine Folge „jüdischer Invasion" zu sehen, ist die jämmerlichste Entschuldigung der Welt. Die größere Chance des Juden liegt in einer Reihe intellektualistischer Eigenschaften, die, auf Typen niederen Ranges projiziert, tatsächlich, mit der nordischen Rasse verglichen, größere Aktivität zu entwickeln vermögen. Metaphysisch gesehen, liegt der Vorgang so, daß die Juden, seit Jahrhunderten im Ghetto eingepfercht und in religiösen Traditionen gebunden, nun gewaltige Zentrifugale Energien freimachen konnten, denen gegenüber die müde arische Rasse nur geringen Widerstand einzusetzen hatte. Wie aber will man die eroberten Positionen wieder dem Juden entreißen? Durch antisem i ti sch e Proskription sli ste n. Au sh än g ebo g en von Stammbäumen oder sonstigen romantischen Unsinn? Dies alles ist ernsthaft nicht zu bereden. Es gibt vorläufig nur eine Möglichkeit, den Schmutz des Jahrhunderts auszukehren, das ist die, den Rassenstandpunkt als kulturpolitisches Mittel fallen zu lassen und mit den geistigen und bedeutenden Juden gegen die andern gemeinsame Sache zu machen. Gegen die „andern" heißt: mit Einschluß der rabiaten Barden: denn die Gefühle geistloser Walhallhüter haben in dieser Zeit entscheidenden Kulturkampfes nichts zu gelten, auch wenn sie richtig sein sollten. Allein der Umstand, daß in diesen Kreisen der Kampf gegen das Judentum mit den übelsten Mitteln der Verleumdung, des Hasses, der Rache, der Beschimpfung geführt wird, erledigt sie. Erledigt sie selbst dort, wo sie recht haben und etwa wirklich einmal ein Wespennest aufstechen sollten, was selten genug vorkommt. Denn mit Gemeinheit und Wut kann nie und nimmer, nicht einmal gegen den Teufel und seine Großmutter, etwas Sinnvolles erreicht werden. Gerade in einer so kritischen Zeitlage und angesichts eines so komplizierten Problems kann nur Würde, Ueberlegenheit und Vernunft die Schwierigkeiten meistern. Außerdem gehört die Erörterung über dieses Gebiet grundsätzlich nicht in die erregte politische Arena hinein. Das Rassegefühl als politisches Kampfmittel muß endlich aufgegeben werden, denn dadurch wird die Verwirrung maßlos vergrößert und das Unheil zuungunsten der großen geistigen Standpunkte permanent gemacht. Es geht nicht an, daß jeder siebzehnjährige pommersche Jnspektorssohn einfach durch die nichtssagende Tatsache seines unjüdischen Blutes sich für einen erlesenen Sproß Gottes hält und bei den Namen Liebermann, Rathenau oder Einstein ausspuckt. Hier wird nicht der Jude beleidigt, sondern in ihm der Geist durch einen, der noch nicht einmal das ABC des Denkens gelernt hat. Aus Grund nicht der geringsten Leistung wird so ein unchristlicher, barbarischer Hochmut erzogen, der sich wie jede Hybris am ganzen Schicksal der Rasse rächen mutz. Welcher Art auch die Lösung der Rassenfrage sein mag, dies ist sicher, daß sie von der Kulturfrage nicht 31t trennen ist. Das heißt, es wird alles aus eine Scheidung der Geister, nicht der Nassen hinauslausen, und der Nassebegriff wird, wie das schon heute im Sprachgebrauch geschieht, im Sinne geistiger u n d t u l t i v i e r t e r P e r s ö n l i ch k e i t s - s ch u l u n g >e r f a tz t tue rde n. Nun darf inan freilich nicht diesen Satz aussprechen, ohne den ebenso wichtigen Gedanken hinzuzusügen, daß redn8 sic stantibus die autochtone Rasse vor der eiugewanderten das Vorrecht der geistigen Fundamentierung hat. Dies ist so zu verstehen, daß an den religiösen Grundlagen einer jahrtausendealten abendländischen Kultur, mögen auch ihre zeitlichen Formen zusarnmengebrochen sein, als Fundament nicht gerüttelt werden darf. Denn die magische Kraft, welche diese Kultur erschuf, ist zwar tief ins Unbewußte des Volkes gesunken, doch dort noch vorhanden und von diesen Tiefen her wieder fruchtbar zu machen. Ter Weg des deutschen Juden kann also, falls er nicht in Opposition stehen oder sich als Fremdling fühlen will, nur willentliche Eindeutschung sein. Gelingt dies ihm sund dasselbe Problem 'stellt sich für 'ihn nicht anders in den übrigen europäischen Ländern), so wird durch den „Einfluß" des jüdischen Blutes nicht eine Verschlechierung, sondern Differenzierung der -alten Voltsrasse erreicht werden. Denn nur ein völlig Ahnungsloser kann übersehen, daß dieses religiöse, wissende und durch seine wunderliche Geschichte wahrhaft „auserwählte" Volk infolge einer viertausendjührigen streng geistigen Konzentration unserem uugefaunnelten und nur in großen Einzelpersönlichteiten sich hoch aufrichtenden Volkstum überlegen ist. Weisheit ist in alten jüdischen Familien geradezu Erbgut und in so hohem Maße, daß der Durchschnittsjude vor dem Durchschnittsgermauen zum wenigsten die Intelligenz voraus hat. Indessen, man beachte das wohl, hat das deutsche Wesen sich niemals in hohem Durchschnittstyp bewiesen. Und ganz gewiß ist dieser Turchschnittstyp niemals ein erkennender und überlegener gewesen, sondern seine Vorzüge waren Pflichtgefühl, Willensstärke, Sachlichkeit und, als vielleicht wichtigste Eigenschaft, eine idealistisch - optimistische Lebensauffassung, die das Treueverhältnis zum Führer erst fruchtbar machte. Also nicht in der Geistigkeit des Durchschnitts, wie man so oft gesäbelt hat, sondern in seiner besonderen Eignung als ein durch Führung mächtiges Volk ist der überpersönliche Wert des Deutschen zu suchen. Anders gesehen: ö. Grosser SMiglhaus für feine Hrrren-Wäfche, Trikotsgen uftu. BERLIN W FERNSPRECHER: CHARLOTTENSTRASSE 65 MERKUR 6330 im Führertum, im Einzelnen, liegt die kulturelle Bedeutung dieser Rasse beschlossen. Die abendländische Geschichte vom Baltischen Meer bis zu freu Säulen von Gibraltar gibt das wunderbare Bild unaufhörlicher Protuberauzen, immer wieder aufslammender Persönlichkeiten, Führerschichteu, weltüberlegener Geister, Fürsten, Priester. Und der Unterschied zwischen ihnen und dem Volksdurchschnitt ist so groß, daß sich schon allein daraus die blutig brandende, in furchtbaren Kriegen hin und her geschleuderte Geschichte erklären ließe. Denn wo sich zwei oder mehrere große Männer gegenüberstauden, kochten hinter chueu mit gleicher Inbrunst der Feindschaft die Stämme und Volksschichten. So standen die Ghibellinen gegen die Welfen, die Lutheraner gegen die Kaiserticheu. die Preußen gegen die Oesterreicher, doch nicht als gegnerische Bolksteile, sondern als Gläubige, als Schatten ihrer großen Führer. In dieser Geschichte ist kein Lächeln, kein weises Stilleseiu, keine ironische Weltüberlegenheit, sondern Gelächter, fürchterlicher Ernst, Totenruhe oder Sturm aufbrechender Lebensfülle. Und mau versteht, wie nun am Ende der ersten großen europäischen Kulturperiode, vor dem Trümmerhaufen einer unwiederbringlichen Vergangenheit, die Macht entgegengesetzter jüdischer Geistesart über den müden Europäer Gewalt gewinnen konnte und wie tief sinnvoll es ist. daß dies geschieht. Alan verstehe nun auch die unbedingte Erfolglosigkeit, ja Sinnlosigkeit des stammbewußteu Antisemitismus. Dieser kann, abgesehen davon, daß er heute praktisch undurchführbare Folgerungen ausrollt, nur zu geistigem Elend treiben, denn in diesem Kampfe werden bei beiden Nassen ausschließlich die s e k u n dären , niederen B l u t s i n st i n k t e freigelegt. Beim Inden der raffinierte Handelsgeist, Beim Deutschen die geistlose Schlagtotfreude. Das ist ein Kampf zwischen Schlange und Jaguar, wobei niemand sagen kann, wer Sieger bleibt, und nur dies feststeht, daß jedes Ergebnis gleichermaßen unerfreulich wäre. Denn ebenso wie Charakter und Wesensanlage des deutschen Menschen in Funktion zu seiner Geschichte stehen, ist auch der jüdische Mensch eine Resultante aus geschichtlicher und persönlicher Herkunft. Dies ergibt für überdurchschnittliche Juden (unter der Voraussetzung traditioneller Bewährung!) ein bedeutendes Bild: hier finden wir Weisheit, Güte, Launigkeit, hohen Verstand, Weltklugheit und eine wirkliche innere Freiheit. Der tiefgelagerte Pessimismus seiner Rasse wirkt nicht mehr abtragend und ungläubig, sondern durch Einsicht gedämpft, mithin erkennend und fördernd. Ein Hauch des Alten Testamentes und der sonderlichen Weisheit des Talmud gibt ihm Würde und Rang. Und die durch jahrtausendlange Unterdrückung, Erniedrigung, Verfolgung, Bodenlosigkeit entwickelten Züge trüben selten oder nie das Bild eines bedeutenden Mannes, denn sie sind durch Geist in des Wortes tiefster Bedeutung „gebunden". Aber beim durchschnittlichen Semiten werden Nur Simson-Supra! 32/60 PS. Für Reise, Hpt* TülVOI'lÜCCIfSfl WzBflOltV 2-, 4-ivnd6sitzig, offen Sport und Beruf. U“I £48 “öl idaJMy G 7i(f|jOlEä und geschlossen. f— Waffenfahriken Simson 8 Co., Abl.ßutomobüfabriken, Suhl i. Thür. 004

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