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Central-Verein-Zeitung · 1929-10-04 · 40 (4.10.1929) · p. Seite 539

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
8 (1929)
Issue
40 (4.10.1929)
Date
1929-10-04
Page
Seite 539 (sequence 7)
Language
German
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539 steuernden Ruhelosigkeit Einhalt geboten werden muss, bevor es zu spät ist. Es werden gegen eine solche Neuregelung des sozialen und wirtseh ältlichen Lebens genügend Einwendungen erhoben werden. Was bedeuten aber alle diese Einwendungen gegen eine derartige Reform des Lebens, die die Gesundung und Beruhigung der sich gegenseitig aufreibenden, überreizten Völker im Gefolge haben kann! Die Idee des wöchentlichen Ruhetages verdankt die Welt dem Judentum. Durch die Propagierung zweier Ruhetage wird die moderne Welt uns verpflichtet. Wir aber An die Schriftleitang der „C. V.-Zeitung“! Berlin-Schoneberg, den 15. September 1929. Herr Kaelter scheint mir mit seiner pazifistischen Kanone gegen den Aufsatz .,Zweierlei MasstS von Dr. H. St er n in seiner Zuschrift in Nr. 36 „C. V.-Zeitung'1 erheblich über das Ziel zu schicssen, wenn er Herrn Dr. Stern als Friedensgegner hinstellt. Nicht gegen Pazifismus als solchen hat sich Dr. Stern gewandt, sondern nur gegen die Art der Kritik des Gegners. Wir Juden verlangen in der Apologetik mit Recht von unseren Gegnern, ■man müsse unser Jahrtausende altes Schrifttum immer aus der Zeit seiner Abfassung beurteilen und dürfe nicht alles ohne weiteres auf unsere indische Gegenwart beziehen. Und was tun die jüdischen Literaten, gegen die sich Dr. Stern wendet? Sie begreifen noch nicht einmal die Stimmung von 1914 — ob sie richtig oder falsch war, sei werden durch die Rückeroberung des Sabbaths, des heiligen Tages, an dem wir wieder wie einst in beschaulicher Ruhe in den tiefen Schacht unserer Religion hinabsteigen und uns mit ihren Schätzen erfüllen, unsere Jugend wiedergewinnen, um deren Seele wir ringen. Mein persönliches Gefühl sagt mir, dass in der hier erörterten Frage der Centralverein innerhalb des deutschen Judentums die Initiative ergreifen müsste. Dr. Adolf Jacobus. dahingestellt, sie war jedenfalls ehrlich, und sic überspitzen häufig eine sicherlich heute notwendige Kritik der Kriegspsychose bei Christ und Jude zu einer Beschimpfung der Andersdenkenden in einer nicht ganz saldieren Manier. Und wenn unseren Gegnern die Ehrfurcht im Sinne G o et h e s vor dem Andersmeinenden fehlt, und wenn darin das grosse Unglück unserer inneren Politik liegt, so sollen wir Juden nicht in dieselbe Kerbe hauen, sondern zwar scharfe Kritik üben, aber stets mit Ehrfurcht vor der anderen Gesinnung. Auch der militärische Geist des historischen Potsdam hat diese ehrfürchtige Kritik zu beanspruchen. So meint wohl Dr. Stern in tapferer Offeiiheit. Wenn das erreicht ist, so werden wir dem Ziele der gerechten Beurteilung unserer Glaubensgemeinschaft und der inneren Befriedung unseres Vaterlandes überhaupt näher und näher kommen. Dr. Kurt Fleischer. Osffentlicheversammlung -es (errtralvereirrs in Gffenburg Auftakt zu -en ba-ifchen Landtags« wählen. Im badischen Landtag, der am 27. Oktober neu gewählt wird, waren bisher die Nationalsozialisten nicht vertreten. Es kann daher nicht wundernehmen, wenn die N. S. D. A. P. in dem jetzt beginnenden Wahlkampf die größten Anstrengungen macht, weite Volkskreise für ihre Ziele zu gewinnen. Aehnlich wie vor einigen Monaten in Sachsen, legt sie Zurzeit das Schwergewicht ihrer Agitation in das badische Land und läßt in Dutzenden und aber Dutzenden von Versammlungen ihre Redner aufmarschieren. Selbstverständlich wird Juden der Zutritt verwehrt. So ist es unseren Freunden unmöglich, in diesen Versammlungen unfern Stande Punkt zur Indenfrage darzulegen. Die Nationalsozialisten fürchten wohl jede sachliche Widerlegung. Unsere Ehre als aufrechte deutsche Juden gebietet, uns durch eigene Veranstaltungen an die Bevölkerung zu wenden und unsere Stellung zu den Fragen, die uns als Juden und deutsche Staatsbürger bewegen, öffentlich zu bekunden. Wie stark das Bedürfnis nach Aufklärung sich geltend macht, hat die Kundgebung bewiesen, zu der die O r t s g r u p p e O f f e n b u r g des Centralvereins am 28. September mit dem Thema: „Innerer Friede — Deutschlands N e t t u n 8" öffentlich eingcladen halte. Mehr als tausend Zuhörer lauschten in atemloser Stille den Ausführungen Dr. Ludwig Holländers, der sich mit den ständig wiederkehrenden Verleumdungen von der Volksfremdheit, der Jnternationalität, der Kapitalmacht der deutschen Juden sachlich auseinandersetzte und den starken Beifall der Versammlung fand, als er den inneren Frieden als Voraussetzung zum Wiederaufstieg Deutschlands forderte. Nachdem trotz wiederholter Aufforderung die im Saal anwesenden politischen Gegner nicht den Mit zur Aussprache fanden, ergänzte der Vorsitzende des Badischen Landesverbandes des C. V., Rechtsanwalt Dr. Jakob Marx (Karlsruhe), die Ausführungen des Hauptredners, indem er an Hand des nationalsozialistischen Programms die Utopie dieser Lehre auszeigte. M. M. Ächtet die Gesinnung des Gegners/ Berlin 5WM Die Kunst erfolgreicher Fusspflege kann nur auf der Grundlage ernstester wissenschaftlicher Forschung und jahrzehntelanger praktischer Erfahrung aufgebaut sein. Diese Voraussetzungen erfüllt im höchsten Masse DZ'Scholl's Fasspitege - System die zuverlässigste Methode zur Bekämpf fung entstehender und zur Linderung und Heilung bereits vorhandener Fussleiden.' Verlangen Sie bitte die Grafis-Broschüre Von Dr.W.M. Scholl: «Die Pflege der Fasse* Stiller Alleinverkauf für Gross-Berlin

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