Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 8 (1929)
- Issue
- 39 (27.9.1929)
- Date
- 1929-09-27
- Page
- Seite 525 (sequence 9)
- Language
- German
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S25 Baedk: Weltgeschichte. alles also, was das tiefste.Menschliche verwirklicht, schöpferisch das Unendliche in das Endliche eintreten läßt, eine Einheit, eine Harmonie, einen Frieden in die Welt führt, ihr einen Sinn gibt, das allein schafft .Weltgeschichte. Jedes Volk, jede Gemeinschaft, in der etwas von allen diesen schöpferischen Aufgaben lebt, ist weltgeschichtlich; jeder Mensch, der darin gebend und führend voransteht, ist ^ine weltgeschichtliche Persönlichkeit. Jede Leistung, die darin vollbracht wird, hat wahrhaft geschichtliche Bedeutung. Und Darstellung der Weltgeschichte ist Darstellung dieser Aufgaben in ihrem Werden und ihrem Weiterwirken, in ihrem Ruhen und Wiedererwachen, in ihren Niederlagen und Erfolgen. Eigentlichste Weltgeschichte ist daher die Geschichte der großen offenbarenden Religionen. Ihre Geschichte, soweit sie eben wirkliche Geschichte ist — nicht ihre weit umfangreichere Kirchengeschichte, die nur ein besonderes Gebiet der politischen Geschichte bezeichnet —, ist wahrhaft konstruktiv, Einheit schaffend und darum weltgeschichtlich, Fiedensgeschichte. Die letzte vollendende Schöpfung, diese Harmonie, in der sich die ganze Menschheit formt und eint, ist das Zukunftsziel. Den Weg dahin, diese Geschichte der Welt, bezeichnet die Anerkennung und die Erfüllung aller Aufgaben, die diesem Ziele gelten. Und die Führenden auf diesem Wege sind die Aufgaben, die Gebote und die Ideen der wahren, der positiven, der sozialen, messianischen Gerechtigkeit, die in der Menschheit ihre Verwirklichung finden; denn sie schaffen am innerlichsten und stärksten menschliche Gemeinschaft, diesen Ausdruck menschlicher Einheit. Die nur verbietende, negative Gerechtigkeit schützt Menschen und Völker in ihrem Nebeneinander, diese fordernde, positive, diese soziale, messianische Gerechtigkeit vereint Menschen und Völker, sie ist wahrhaft geschichtlich. Weltgeschichte ist vor allem Geschichte dieser Gerechtigkeit. Es ist die große Bedeutung des prophetischen, messianischen Gedankens, daß durch ihn zuerst ausgezeigt worden ist, was wahre Weltgeschichte ist, wie sie ihren Sinn in der Einheit der Aufgabe, diesem wahren Frieden, gewinnt, und wie das Bewegende in ihr die Gerechtigkeit ist, diese Bewegung zum Ziele des Friedens hin. Als letzter Sinn und Ausdruck der Weltgeschichte ist dies hier erkannt worden. Hiernach, von diesem messianischen Standpunkt, allein kann auch die Frage beantwortet werden, welche geschichtliche Bedeutung einer Zeit zukonnnt, welches ihr Platz im Leben der Menschheit ist. Henrik wergelanö — ein Vorkämpfer für die Rechte üer Iuöen in Norwegen. Von Käte Miethe. Im Jahre 1839 wollte ein Jude nach der Hauptstadt des norwegischen Reiches reisen. Er konnte keinen Erlaubnisschein vorweisen und wurde des Landes verwiesen, ehe sein Fuß Christiania betreten hatte. Es war gewiß schon manch einem Juden vor ihm ähnlich ergangen, denn der § 2 der norwegischen Verfassung, die sich das Land nach seiner Lösung von Dänemark gegeben hatte, verbot ihnen den Zutritt zu diesem Land. Es soll dieser eine Vorfall gewesen sein, der in dem Dichter Henrik Wergelan'd, dem größten Lyriker, den Norwegen in seiner Literatur zu nennen weiß, dem glühendsten Patrioten dieses Volkes in den Jahrzehnten seiner Heimkehr zu sich selbst, und dem wärmsten Menschenfreund, den Gedanken weckte, das Schicksal der Juden zu seinem eigenen zu machen und nicht eher zu ruhen, bis jener Paragraph aus dem Grundgesetz verschwand, der die Juden als Anziehende unter Ausnahmebestimmungen stellte. Denn Henrik Wergeland war wohl der eiferndste Patriot, den sein Land in jenen Jahrzehnten nationaler Erweckung, Erhebung und Begeisterung sah, doch sein Patriotismus, der sich naturgemäß in erster Linie gegen das Dänemark der vierhundertjührigen kulturellen Unterdrückung seines eigenen Volkes wenden mußte, nahm immer nur einen Teil seines 5TOU:WERO( inert Scfiokol HONIG neuer Ernte, garant. rein. Blüten-Schleuder-, ohne Zuckerfütterung, oas Allerfeinste, was «He lieben Bienen erzeugen. lO-Pfd.-Dose M.10,-,5- Pf d.-Dose M.5,90 frei Nachnahme, ohne N eb enl*osten.Garan t Kiickn. unt. Nachnahme. Carl Scheibe öimeolaiid 109 0. Br. Offeriere: Is Safermast-Gänse ... proPfd.M. 1,40/1,50 Ia MMmastGnren.... proPfd.M. 1,60 Fette Suppenhühner... pro Pfd. M. 1,30/1,40 la Milchmast« voulets .. pro Pfd. M. 1,50 Ia Milchmast'poularden pro Pfd. M. 1,70 Versand unter Nachnahme. Willis Sanier, Ssnabrmk. 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