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Central-Verein-Zeitung · 1929-09-27 · 39 (27.9.1929) · p. Seite 524

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
8 (1929)
Issue
39 (27.9.1929)
Date
1929-09-27
Page
Seite 524 (sequence 8)
Language
German
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!524 verschwommen und unbestimmt, ein . Glaube, der nur ein Glaube, ein Enthusiasmus, der nur Enthusiasmus ist. Schon deshalb bleibt er wesentlich im Negativen. Zudem ist er oft nur, und darin gleicht er jenem egoistischen, Sorge und Furcht vor den Schrecken des Zusammenstoßes. Sem Programm ist daher in der Regel nur das negative: kein Krieg! Seinen positiven Charakter, seinen bestimmten Inhalt kann der Pazifismus, als Begriff wie als Glaube, nur durch den Gedanken der Gerechtigkeit, mit seinem Gebote der Entscheidung und Verwirklichung, erlangen. Friede ist nur Ausdruck von etwas; er gewinnt seinen sittlichen Sinn als Ausdruck der Gerechtigkeit. Die Erfüllung des wahren Rechtes eines jeden, sei er ein einzelner oder eine Gesamtheit, ist deshalb feine unbedingte Voraussetzung, die ihm erst den Inhalt bringt. Es liegt eine klare Bedeutung darin, daß ein prophetisches Wort von dem Frieden sagt, daß er „das Ergebnis der Gerechtigkeit", und von der Ruhe und Sicherheit, daß sie „das Werk der Gerechtigkeit" sind. Wert und Bestand sind dem Frieden, dem innern wie dem äußeren, nur durch die Forderung der Gerechtigkeit bereitet. Eine gewisse Aehnlichkeit mit der bloßen Nächstenliebe, derjenigen, welche nur Nächstenliebe ist, tritt hier hervor. Auch -diese bleibt ohne die erfüllte Voraussetzung der Gerechtigkeit leer, bleibt bei allem, was sie tut, doch eigentlich ein bloßes Empfinden und Schwärmen. Und wie die Wohltätigkeit bisweilen dazu dient und nicht selten auch dazu dienencholl, ein Ersatz für die Gerechtigkeit zu sein, in dem Schuldenden, aber auch in dem Verlangenden, die Forderung der Gerechtigkeit zum Schweigen zu bringen, ganz so kann der Pazifismus, für den Satten und auch für den Hungrigen, ein Surrogat der Gerechtigkeit werden. Er kann dazu führen und dazu nützlich sein, die Stimme der Gerechtigkeit zu beschwichtigen und stille werden zu lassen. Ohne das deutliche ganze Gebot der Gerechtigkeit ist der Frieden nur ein schöner Schein, und vielleicht nicht einmal ein schöner Schein, da er zuletzt die mahnende Wirklichkeit vergessen macht. Ohne die Gerechtigkeit fehlt ihm die Verwirklichung. Hier zeigt es sich, in welch entscheidendem Maße dieser wahre Friedensgedanke ein Faktor der Weltgeschichte ist. Ja es kann gesagt werden, daß durch ihn erst die Weltgeschichte ihren Gehalt und Sinn gewinnt. Das, was gemeinhin als Weltgeschichte erscheint, ist in seinem Ergebnis etwas Sinnloses und gewährt jedem Geschichtspessimismus ein Recht. Alles Ende und Ziel ist hier nichts anderes als ein immer wiederholter Untergang. Jedes Buch dieser Weltgeschichte dürste dieses dunkle Wort in seinen Titel aufnehmen. Denn die letzten Ernten, von denen sie berichtet, das letzte Bild ihrer Felder ist immer wieder das eines Trümmerfeldes. Vor den rückwärtsgewandten Blick treten die Ruinen der Reiche, welche geherrscht hatten, der glänzenden Zivilisationen und auch der großen Pazifismen. Die letzte Antwort gibt auch hier wieder ein prophetischer Satz, ein Satz des Jeremias, den der Skeptiker Ernest Renan gern zitierte: „So mühen sich die Völker um ein Nichts und die Nationen um ein Entschwindendes und vergehen." Ebenso sinnlos ist, was sich als der Verlauf dieser Weltgeschichte darlegt. Denn das, was sie die Jahrhunderte hindurch sehen läßt. ist doch nicht die Geschichte einer Menschen. Welt, sondern nur die Geschichte verschiedener entgegengesetzter Völker; trotz aller aufgezeigten Beziehungen, Aehnlichkeiten und Wiederholungen bieten sich hier nur Teile dar, die für sich sind. Und es kann hier im Grunde gar nicht anders sein. Denn wie jeder Mensch ist jedes Volk ein Bereich für sich; es lebt sein besonderes Leben, es steht in seinen Grenzen und Bestimmtheiten, es ist zum mindesten in den Bezirk seiner Sprache eingefügt und eingeschlossen. Alle die verschiedenen Völker sind zueinander gestellt im Nebeneinander, das meist nur dafür da ist, um immer von neuem gestört und zerstört, ein Gegeneinander zu werden. Auch der Gang dieser Geschichte ist so nicht nur sinnlos, sondern destruktiv, sie führt einen Weg durch Trümmer. Es fehlt in ihr das Aufgebaute, das Bleibende, die Einheit. Jeder Weltgeschichte, die derart nur Geschichte von vielen Völkern und Mächten und daher Geschichte bloß von Auseinandersetzungen, Kriegen und Friedenszeiten sein soll, geht in der Tat alles innerlich Verbindende und Gemeinschaftliche, alles Einheitliche, 'alles das also ab, was in Wahrheit erst die Weltgeschichte ausmacht. Einheit entsteht nicht durch Summierung und Verknüpfung von einzelnen; sie ist vielmehr immer Ausdruck und Ergebnis eines Schöpferischen. So ist der Kosmos als Schöpfung des einen Gottes eine Einheit; so bedeutet die sittliche Tat, so die Idee, so das Kunstwerk als Schöpfung des Menschen eine Einheit. Nur durch ein Schöpferisches kann auch die Geschichte eine Einheit besitzen und damit Weltgeschichte sein. Jedes sittliche Vollbringen, jedes geistige Durchdringen, jedes künstlerische Gestalten, Preiswerte Angebote zum Fest Herren -Artikel Oberhemd A90 weiss, durchgeliend gestreift...... ^0 Mod. Trikolet-Oherhemd 790 weiss-grundig, gestreift. 8 Oberhemd 11°° einfarbige Kunstseide... 1 E Mod. Stehumlegekragen U Mako, 4fach, moderne Formen.Stück Igg^SPPf. 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