Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 8 (1929)
- Issue
- 39 (27.9.1929)
- Date
- 1929-09-27
- Page
- Seite 526 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/2277379-2277833-2277872--05532-2286276- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Wesens und seiner Kraft, seines warmen Herzens gefangen. So wie der Dichter unter die Bauern und Arbeiter ging, und seine Mission im Leben als die eines Lehrers und Bildners des Volkes auffaßte, war er ausgeschlossen für alle, die Not litten, geistige oder körperliche Not, für alle Menschen, denen das Recht der Freiheit und der Freizügigkeit verwehrt war. Seine Liebe zum eigenen Volk war immer noch größerer Liebe untertan, der Liebe zum Menschengeschlecht. Wergeland, der die schönsten Liebesverse der norwegischen Sprache schrieb, war auch keiner von denen, die ihr Gefühl als eine Kostbarkeit für sich selber hüten. Seine Worte, die dem Feinsten und dem Subtilsten der menschlichen Seele dienen konnten, waren von gleicher - Glut erfüllt, wenn sie sich zu Schriften fügten, in denen er dem Mann im Volke von Pflanzen und Ländern erzählte, damit er nicht „eben so dumm" in sein Grab steigen sollte, wie er aus der Wiege gestiegen war. Sie waren nicht von geringerer Glut gespeist, als sie sich einem Antrag fügten, der die Aufhebung des Ausnahmegesetzes gegen die Juden verlangte. Als Bauern und Pfarrer den Antrag im Reichstag stürzten, als er gefallen war, trat er mit verdoppelter Energie für die Zurückgesetzten ein, mit einer Ueberzeugungskraft, die seinen Tod überdauern sollte. Sechs Jahre, nachdem er gestorben war, setzte sich sein Wille durch. Er hatte den Juden und ihrem Schicksal viele Schriften und Verse gewidmet. Als der Antrag gestellt war, erschien ein Gedicht „Der Jude, neun blühende Dornenzweige". In vielen norwegischen Lesebüchern sind noch heute Verse von Wergeland zu finden, die aus dem großen Zyklus „'Die Jüdin" stammen. Sid erzählen von dem Manne, der am Weihnachtsabend ein Kind im Schneesturm findet, der es retten will und zur Tür seiner Eltern trägt. Doch die Tür tut sich nicht auf, weil er ein Jude ist, und am Weihnachtsmorgen finden die Eltern den Netter mit ihrem Kind erfroren vor ihrem Haus. Wergeland gab seinen Antrag an die Negierung, als er abgelehnt worden war, in einer kleinen Broschüre heraus. Er schrieb dazu, das; die Ablehrrung ein trauriges Zeichen für den Krrltur- und Zivilisationsstandpunkt sei, in dem sich das Volk befände. „Es gibt Mißjahre in der Geschichte, in eines Volkes Entwicklung. Mißjahre an Männern, an Beschlüssen rmd seelischen Handlungen. Doch Geduld! Doch wenn der Strauch ein Jahr lang ruht, sprießen die Blätter wieder und feine dürren Zweige werden ausgewechselt. Im nächsten Jahre sehen wir ihn in seiner eigentümlichen Fülle und Herrlichkeit wieder. Er feiert dann gleichsam Hochzeit für seine eigene Natur." Auf dem Ehrenfriedhof des norwegischen Volkes, auf dem Erlöserkirchhof in Oslo, auf dem die Großen des Landes an einem Hang unter Bäumen ruhen, liegt H e n r i k W e r getan d s Grab. Fremde, die diese Stadt besuchen, kehren auch oft auf diesem Friedhof ein. Sie gehen zu Ibsens und Björnsons, zu Wergelands und zu W e l h a v e n s Grab. Ueber dem Grabe des Dichters Wergeland ist eine Büste errichtet. Sie steht unter dem Schutz von einem Eingliedrigen gotischen Dach. Juden haben in Dankbarkeit diesem Dichter das Denkmal geschenkt. Jüdische Bolksbibliotheken au? dem Lande. Kürzlich wurden in Frankfurt a. M. mit Unterstützung des Hessischen LogeuverbandeL durch die Frankfurt-Loge Volkswanderbib-liotheken gegründet. Sie stehen allen kleinen Gemeinden in der Provinz Hessen-Nassau und dem Freistaat Hessen, die nicht in der Lage sind, sich aus eigenen Mitteln eine Bibliothek zu beschaffen, zur kostenlosen Verfügung. Gemeinden, die eine Bibliothek zu erhalten wünschen, wollen sich an den derzeitigen Obmann des „Ausschusses zur Verbreitung jüdischer Volksbibliotheken auf dem Lande", Oberlehrer Dr. David Hartmann, Frankfurt a. M., Scheffelstraße 28, wenden. Monate-Pate d.ftrecRge mein schaff Berliner Spuialgesdväffe Kl /?7e/7 m!MWWM i ins&sGsfnNSAiii ^aSgaau söwW/ De?.ßnoßtQ?, -ii BI ^ukchi„ usqF)„ jQncfs n°ns/9 [Berlin W. 8. Leipziger Siraße 8 'Ecke WilheJmstr. 56-58 "WS Ä'ms Louis Betkev'L Berlin» Oranienburger 9tr. 9Q =gär die Feiertage:---- nSTS: MW, Geflügel, Wurstu. Aufschnittwaren. Alle MM m MeMMlmi. 6Ä: Billiges mm*. Lieferung frei Haus durch AutoEildienft in Berlin und allen Vororten. Telephon: Norden 727 und 4340. — GEGRÜNDET 1858 Zu Festlichkeiten aller Art empfehle: Eis o Speisen o Cremes Baisertorten Kaffeeschüsseln F. W. GUMPERT KONDITOREI fi^ttr ScftunHUe. Im Kaffee amlieg. 300 Zeitungen Berlin C 2. Königstraße 22-24 Zweiggeschäft: C 24, Frankfurt. Allee 338 rnnmmrwMmmm £ f BerOllBa 0025 Bitte nehmen Sie in allen Korrespondenzen mit den Inserenten unserer Wochenschrift auf die Anzeige in der „C.Y.- Zeitung” Bezug. — Das liegt in Ihrem Interesse. Heiraten Sie nicht knüpfen Sie keine Verbindungen an, ohne unauffällige, zuverlässige Ermittlungen über Herkunft (Stand der Eltern), Religion, Vorleben, Ruf, Charakter, Lebenswandel, Gesundheit, Tätigkeit, Einkünfte, Vermögen usw. durch das seit 24 Jabren hierfür bestehende Spezial-Er- ”»• „Welt-Detektiv“ Auskunftei Preiss, Berlin W lila, Kleiststr. 36,1 (Nollendorfpl.), Kurfürst 4543 und 4544 einzufordern. Beobachtungen, Nachforschungen sonstiger Art überall. Tausende Anerkennungen! Keine Lospreiserhöhung in der 34./260. Preuss.-Süddeutschei» Klassenlotteric. Schon in der 1. Klasse können Sie 100000RH. gewinnen. Ziehung am 18.und 19.Oktober 1929. Amtliche */s 1U 112 1h Eos Lospreise: 3,— 6,— 12,— 24,— EM. Dr. Gloger Staatliche Lotterie-Einaahme Neisse, Ring 31 b. Postsch.-Konto Breslau 46609. Fernspr. 10. A Rudolf Kohn -ros I Berlin N65, Reinickendorfer Str. 1 | versendet per Nachnahme in bekannter Ia Qualität Prima Mastgänse. Gänseliesen, rein tiaiitfeit, ditk ..Pfund M. 1,35 ..Pfand M, 2, —* ..Pfund M. 1,60 Gäösescätnaiz,ö,rtnnd M. 2,20 in Dosen ä 5 und Zss? Pfund Inhalt. Alleinige Inseraten-Annahme: Annoncen-Expedition Rudolf Mosse Berlin SW 100, Bielefeld, Bremen, Breslau, Chemnitz, Dresden, Düsseldorf, Erfurt, Frankfurt a. M., Halle a. d. S., Hamburg, Hannover, Karlsruhe i. B., Köln. a. Eh., Leipzig, Magdeburg, Mannheim, München, Nürnberg, Stettin, Stuttgart Wiesbaden, Amsterdam, Barcelona, Basel, Belgrad, Budapest, Buenos Aires, Bukarest, London, Madrid, Mailand, New York, Paris, Prag, Warschau, Wien, Zagreb, Zürich.