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Central-Verein-Zeitung · 1929-09-27 · 39 (27.9.1929) · p. Seite 520

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
8 (1929)
Issue
39 (27.9.1929)
Date
1929-09-27
Page
Seite 520 (sequence 4)
Language
German
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520 jrrdurrg der allerchristlichsterr Kirche darstellen. Die „Compagnie Jesu" sei nur gegründet worden, um im Interesse der Juden eine Einigung der christlichen Kirchen zu verhindern. Der Jude L a y n e z, einer der ersten Geführten Loyolas und nach dessen Tode zweiter Ordensgeneral, sei nur Jesuit geworden, um in der unverdächtigen Maske des christlichen Mönchs für jüdische Ziele zu kämpfen. Durch Laynez habe sich der Sanhedrin mit dem Papst verbündet, das Talmud-Judentum habe * daraufhin dem verarmten Papst Geldhilfe zur Niederringung Luthers geleistet. Zwischen Rom nnd dem Talmud-Judentum existiere somit etwa seit Mitte des 16. Jahrhunderts ein geheimes kirchenpolitisches Bündnis, von dem die Christenheit, ja sogar viele Priester, keine Ahnung hätten, die Träger dieses Bündnisses seien die Jesuiten, die an anderer Stelle einmal eine „mönchische Promenadenmischung zwischen Rom und Jerusalem" genannt werden. Der Jesuitengeneral sei der Gesandte des Talmnd-Mosaismus beim römischen Stuhl. Das Geheimziel des Jesuitismus bestehe darin, die römische Kirche planmäßig zum Aufgehen im Talmud- Mosaismus reif zu machen. Dieses Ziel werde verfolgt durch Durchdringung der christlichen Moral mit talmudjüdischem Moral- Bolschewismus und bezwecke letzten Endes, die christlichen Völker dem Talmud-Mosaismus zu überantworten. Ein weiterer Aufsatz beschäftigt sich mit der „Erstickung Deutschlands in religiösen Orden". Es wird dort darauf hingewiesen, daß es insgesamt 119 Orden und Kongregationen in Deutschland gäbe; allein die Franziskanerinnen hätten zirka 1700 Niederlassungen, „mit einem ganzen Netz von Orden fei seit dem Kriege das ausgepowerte Deutschland überzogen worden", „einem Netz geistigen Todes", in das uns Nom verstrickt habe. Es werden dann noch eine größere Anzahl religiöser Niederlassungen, teilweise mit ausführlicher Adressenangabe, ausgeführt. Bei ^Idolf Härtels redivivus. Der deutsche Lehrerverein rückt ab. Adolf Bartels, der Literaturdiktator der Völkischen, schien in den letzten Jahren verschollen. Die nationalsozialistische Propaganda der Tat hatte selbst den kampflustigen literarischen Judenfresser „zur Disposition gestellt". Aber er lebt noch, wie das Erscheinen des dritten Bandes seiner „Geschichte der deutschen Literatur" (bei L. H a e s s e l, Leipzig) bezeugt. Die Judenriecherei, die Bartels auch in diesem Werke im größten Stil betreibt, erfährt nun in der angesehenen pädagogischen Monatsschrift des Deutschen Lehrervereins, irll Septemberheft der „Deutschen schule", vom Herausgeber C. L. A. P r e tz e l (Regierungsdirektor am Provinzialschulkollegium in Berlin) eine Ablehnung, wie wir sie so entschieden sonst in wissenschaftlichen Beurteilungen antisemitischer Gepflogenheiten nicht oft antressen werden. Bei aller Anerkennung der literarisch-ästhetischen Leistung kann es der Kritiker doch nicht leugnen, daß es ihm bei „diesem dritten Bande nicht ganz leicht geworden ist, über die Ausbrüche der Judenfeindschaft hinwegzulesen . . . Denn „einmal tritt ... die sich aus der Judenfeindschast des Verfasser ergebende Einseitigkeit ... in diesem Bande viel aufdringlicher hervor als in den früheren. Der übelste Eindruck entsteht/ wenn aus Erscheinungen, die Bartels' bedenklich findet, einfach auf die jüdische Stammeszugehörigkeit der beteiligten der Erwähnung geistlicher Erholungsstätten findet sich die freundliche Bemerkung: „Freilich, man muß einen Ort haben, wo man sich vom Mord des Volkes, sei es ein körperlicher oder geistiger Mord, auch wieder ausruhen kann. Das Vernichtungsgeschäft ist manchmal fast so anstrengend als ehrliche Arbeit." Der Artikel schließt mit den Worten: „Sie vermehren sich kaninchenartig, unsere lieben Volksmörder nnd ewigen Seligkeitsapostel. Deutscher Michel, wann wachst du aus? Willst du dich bei lebendigem Leibe aufsresien taffen von den Armeen der Neberstaatlichen?" Diese Beispiele könnten beliebig vermehrt werden, mögen jedoch für heute genügen. Ist dies zwar Wahnsinn, hat es doch Methode, es ist die Methodik des Hexenwahns. Wie die unwissenden und abergläubischen Menschen des Mittelalters alles Unheil, Krieg, Seuchen, Pestillenz auf die Tätigkeit verbrecherischer Menschen, die einen Bund mit dem Satan selbst geschlossen hatten, Zurückführten, so versucht man heute das Unglück Deutschlands aus einer Verschwörung abzuleiten, die zwei „satanische Mächte", die katholische Kirche und das Talmud-Judentum, zum Verderben des deutschen Volkes miteinander geschlossen haben. Als am Ausgange des Mittelalters der Hexenwahn als ein fürchterlicher Alp auf ganz Mitteleuropa lastete, da nahm der Jesuitenpater Graf Spee an der Spitze des gesamten geistigen Deutschlands mutig den Kampf gegen die Dämonen des Aberglaubens auf. Der Erfolg blieb schließlich nicht aus; das deutsche Volk ist zu klug, um sich auf die Dauer von skrupellosen Hetzern den klaren Blick trüben zu lassen. Wann wird sich in Deutschland jene Front der aufrechten Menschen aller Parteien, Stände und Konfessionen bilden, die jene „Erneuerer Deutschlands", deren Arbeit einzig und allein der Verewigung der konfessionellen Zwietracht in Deutschland dient, in das Nichts zurückstößt, aus dem sie kamen? Dr. Werner Rosenberg. Dichter oder Schriftsteller geschlossen wird, ohne daß ein Beweis dafür erbracht werden kann. Es mag für den eingefleischten Völkischen bequem sein, die Schuld an allem Uebel von den Deutschen aus die Juden, Halbjuden usw. abzuwälzen, aber als richtig bewiesen ist es damit noch nicht, und Zweckentsprechend ist es auch nicht, weil dem Uebel selbst dadurch nicht gesteuert wird." Dieses Gesamturteil wird dann an einzelnen Beispielen aus Bartels Literaturkritik illustriert. Uebrigens hat P r e tz e l von Anfang an gegen den Bartelsschen Antisemitismus Front gemacht, obwohl er die wissenschaftliche Bedeutung des Literaturhistorikers außerordentlich hoch einschätzt. -in. Unsere Arbeit in Danzig,! Dr. Holländers Vortrag. Der Centralverein Danziger Staatsbürger jüdischen Glaubens erössnete seine Winterarbeit am 18. September mit einem Vortrage von Direktor Dr. Ludwig Holländer (Berlin). Dr. Holländer zeichnete von hoher Warte ein Bild der politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Lage, in der sich die deutschen Juden zurzeit befinden, ohne zu beschönigen oder Werturteile zu fällen, allein unter dem Gesichtspunkt der Erkenntnis dessen, was ist. Das entscheidende Merkmal der gegenwärtigen innerpolitischen Situation Deutschlands ist der Niedergang des Liberalismus als Weltanschauung. Damit hat die Wertung des einzelnen als Persönlichkeit ausgehört und einer Wertung als Mitglied seiner Gruppe Platz gemacht. Gruppenpsychologie ist auch die Grundlage der völkischen Bewegung. Der liberale Satz: „Gleiches Recht für alle" wird heute in der Wissenschaft mit einem Fragezeichen versehen, da das Recht des einzelnen vom Werte seiner Gruppe abgeleitet wird. Der Krieg soll die wertigen Gruppen vernichtet und den unterwertigen zur Herrschaft verholfen haben. Die Unzufriedenheit mit der im Gefolge des Krieges entstandenen Gruppenlagerung und mit dem Parlamentarismus trieb auch Nicht-Antisemiten ins Lager Hitlers. Das Wohlwollen gewisser Industriellen für die Nationalsozialisten erklärt sich aus dem Bestreben, auf diese Weise die Wirtschaftsdemokratie zu bekämpfen und zur „Herrim-Hause"-Wirtschaft zurückzugelangen. Vorbild auf dem Wege der Zellenbildung in den Betrieben ist Mussolini, ebenso in der Organisierung der Stoßtrupps in Versammlungen. Die Regierung der Republik kann aus ihrer demokratischen Einstellung heraus nicht mit den Zwangsmitteln Vorgehen, die vom alten Regime gegen Staatsgegner rücksichtslos eingesetzt wurden. In der Provinz versucht man oft, Republikaner durch wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Boykott, ihre Kinder durch Schülerbohkott einzuschüchtern. Zu welcher Verhetzung das Treiben den Nationalsozialisten führt, zeigte die Ausbeutung des angeblichen Rituälmordes im fränkischen Städtchen Manau, die erst spät die Abwehr der katholischen Kirche auf den Plan ries. Der wirtschaftliche Antisemitismus zeigt sich nicht nur im Boykott des jüdischen selbständigen Kaufmanns, sondern ebensosehr in der Fernhaltung des jüdischen Angestellten. Die geschichtlich entwickelte Neigung des Juden zu freier wirtschaftlicher Betätigung erschwert seine Einführung in die bureaukratische Wirtschatf der Gegenwart. Der Weg zu noch offenen Berufen, wie dem Handwerk, muß dem Juden durch Betonung der Ehre der Handarbeit stärker als bisher nahegebracht werden. Das jüdische Handwerk in Deutschland steht jetzt schon überall in Ehren seinen Mann. Die kommenden Wahlen in Thüringen, Baden und in den Kommunen stellen den C. V. vor schwerste Aufgaben. Aber trotzdem muß es heißen: Arbeiten und nicht verzweifeln! Der Leiter der Versammlung, Rechtsanwalt Dr. Brodnitz (Danzig), gab einleitend einen kurzen Rückblick über die Sommerarbeit des Danziger C. V. und hob insbesondere die rüstig vorwürtsschreitende Arbeit der Jugendgruppe, des Deutsch-jüdischen Sportvereins und der neu begründeten Mädchengruppe hervor. E. L. Sonntag, 29. d. M., vormittags 10% Uhr, in Erfurt im Erfurter Hof Landesyerbandstagung des Landesverbandes Thüringen. Tagesordnung: 1. Die Lage im Landesverband Thüringen (K a m n i t z e r). 2. Referat des stellvertr. Syndikus des C. V. Artur Schweriner über die kommenden Wahlen. 3. Neuwahl des Landesverbandsvorstandes. 4. Berichte aus den Ortsgruppen. 5. Verschiedenes. Sonntag, 29. d. M., vormittags 10 Uhr, in Offenburg, Hotel Ries (Gartensaal) I.andesvejrbandstagung der Vereinigung badischer Israeliten (Landesverband Raden des Centralvereins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens). Tagesordnung: 1. Tätigkeits- und Kassenbericht. 2. Die Landtagswahlen. Referenten: Direktor Dr. Ludwig Holländer, Berlin, Rechtsanwalt Dr. Jakob Marx, Karlsruhe, Syndikus Dr. Martin Marx, Frankfurt ö. M. Am -Sonnabend, den 28. September, abends, findet im Unionsaar in Offen bürg eineöffentliche Versammlung statt, in welcher ebenfalls Dr. Holländer sprechen wird.

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