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Central-Verein-Zeitung · 1929-06-21 · 25 (21.6.1929) · p. Seite 331

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
8 (1929)
Issue
25 (21.6.1929)
Date
1929-06-21
Page
Seite 331 (sequence 3)
Language
German
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331 IM bleibt die Antwort, Km Major! Von Rabbiner Dr. Eckstein (Bamberg). Im Interesse der geschichtlichen Wahrheit und zum Zwecke einer notwendig erscheinenden Abrechnung sühle ich mich veranlaßt und halte es für meine Gewiffenspflicht, in dieser Frage noch einmal das Wort zu ergreifen. In einem auf S. 71 des laufenden Jahrganges dieser Zeitschrift veröffentlichten Artikel habe ich Herrn Major a. D. Laumann, Spezialisten für „völkische" Berechnungen der jüdischen Kriegsverluste, das Anerbieten gemacht, die in meiner Abwehrfchrift^) Zusammengestellten Statistiken, insbesondere meine Verlustliste (Beilage VI), durch ein Kollegium von sachverständigen Gelehrten nachprüsen zu lassen, und habe mich bereit erklärt, einem solchen zu diesem Zwecke das in Betracht kommende Quellenmaterial zur Verfügung stellen zu wollen. Ich habe Major Vaumann zu einer solchen Nachprüfung öffentlich ausgefordert und hinzugefügt: „Sollte er aber der Meinung sein, daß in diesem Falle das Schweigen besser sei als das Reden, so wird jeder Wahrheitsfreund dann urteilen können, ans welcher Seite die (von ihm behaupteten) ,Vertuschungsmanöver' gemacht werden und das Gift der Verleumdung in die Seele des Volkes gestreut wird." Wer die Methode der völkischen Wahrheitsforschung. einigermaßen kennen gelernt hat, hat sich keinen Augenblick der Erwartung hingegeben, daß der Herr Major a. D. denjenigen Mut aufbringen würde, welcher der edelste ist, nämlich durch Erkenntnis des Irrtums sich zum Bekenntnis der Wahrheit durchzuringen. Aber ich hatte mich auch nicht der Erwartung hingegeben, daß er den weniger edlen als kühnen Mut aufbringen würde, nicht bloß meine Herausforderung stillschweigend unbeachtet zu lassen, sondern sogar noch einmal meine wissenschaftliche Ehrlichkeit zu bezweifeln und zu ver- <X>00<K><X>0<><><><><>000<><X><>^ Bern internationalen Frauenkongress in Berlin zum Grass, ln Berlin lagt in dieser Woche unter Anteilnahme Weitester Schichten der Bevölkerung der „Weltbund für staatsbürgerliche Frauenarbeit“. Deutsche Jüdinnen haben seit Jahrzehnten an der Erkämpfung des Frauenstimmrechts mitgearbeitet. Sie haben an verantwortlicher Stelle in Parlament und Gemeindevertretungen und, in grosser Zahl, als eifrige Mitarbeiterhmen in bescheidener Zurückhaltung an der praktischen Durchführung der Frauenrechte gewirkU seit den Frauen die Gleichberechtigung zuteil geworden ist. Bei diesem Kongress fragt niemand nach Stand und Religion. Es sind Frauen von 47 Nationalitäten aller Bekenntnisse, die sich in der einen alles überragenden Idee zusammen finden: der Menschheit zu dienen und d er Welt den Frieden zu sichern. Wir begrüssen diesen Kongress und hoffen, dass das Streben dieser Frauen mit Erfolg gekrönt sein und Rassenhass, Religionsfehde und Völkerkrieg durch ihre Arbeit endgültig aus der Welt geschafft werden möge. Dr, Margarete Edelheim, o<x>oo<x>ooo<>oo<><x><x>o<xkx><x>o<><x><><xx><xx><><xxx> dächtigen. Am Schluffe eines längeren Artikels im „Völkischen Beobachter" vom 16. März d. I. — erst Mitte Mai zu meiner Kenntnis gelangt — äußert er folgendes: „Da die (bayerische) Liste zwar den Dienstgrad und die Angaben über den Todesort und die Todesart, aber nicht den Truppenteil bringt, kann auch hier nicht überprüft werden, ob und welche ,Anleihen' anderweitig ausgenommen worden sind. Bemerkenswert ist, daß die Liste Namen bringt, deren Träger zum Teil erst lange nach Kriegsende — 1922, 1925, 1927 — gestorben sind." Daß Major Baumann von feinen früheren Verdächtigungen (erst „Mogelei", dann „Vertuschungsmanöver", endlich „Anleihe") gradweise einen Rückzug angetreten hat, ist immerhin ein Fortschritt auf dein Wege zur Wahrheit. Alls seine Vorhalte aber habe ich folgendes zu erwidern: 1. Die Angabe des Namens, des letzten Wohnortes nnd ' der Verlnswaten (Zeit nnd Ort) in meiner bayerischen Ber-; lnstliste find zu einer Nachprüfung vollkommen ansreichend; | Die Angabe des (schwer feststellbaren) Truppenteils oder vielmehr )er verschiedenen Truppenteile, denen ein Kriegsteilnehmer in der Regel zu gehörte, ist zu diesem Zwecke ganz irrelevant. 2. Eine „Anleihe" an Verlusten zu machen, haben die bayerischen Israeliten leider nicht nötig. *) „Halben die Juden in Bayern ein Heimatrecht? Eine geschrchtswissenschaftliche Untersuchung mit kriegsstatistischen Beilagen." Philo-Berlag. - 2, verbesserte Auflage. 3. Die beanstandeten Todesfälle ans der Nachkriegszeit — zusammen find cs etwa % Mann auf hundert — sind selbstverständlich solche, die ärztlich anerkannt infolge von im Kriegsdienst verursachten Krankheiten oder Verletzungen eingetreten sind. Solche Verluste, die hinsichtlich des ursächlichlichen Zusammenhanges gewissenhaft uachgeprüst .wurden, sind statistisch selostverständlich als Kriegsverluste zu buchen. (Vgl. Neichsversorgungsgesetz vom 12. Mai 1920, § 2.) Zusammenfassend darf inan sonach erklären: Der Mann, der mit unermüdlicher Wiederholung den deutschen Juden den Vorwurf der Drückebergerei zu machen wagt, hat sich selbst hinter dre Front der Wahrheit gedrückt. Von meiner unanfechtbaren bayerischen Verluststatistik ausgehend, habe ich am Ende meines oben angezogenen Artikels einen Wahrscheinlichkeitsschluß auf die Ziffer der jüdischen Gesamt Verluste im Deutschen Reiche ehemaligen Umfangs gefolgert. Nun hat sich aber inzwischen ans Grund ergänzender Mitteilungen die Endziffer der bayerischen jüdischen Verluste ans rund 1090 erhöht-). Und da die israelische Gesamtbevölkerung von Bayern nach der letzten Vorkriegszählung den 11,16 Teil der jüdischen Gesamtbevölkerung im Reiche betrug, so ergibt eine Wahrscheinlichkeitsrechnung: 1090X11,16 — 12164 als Mindestzisser der jüdischen Gesamtverluste im Reiche. (Vgl. „Der Schild" 1929, Nr. 14.) Der Mund unserer Toten, die ihr Leben auf dem Altäre des Vaterlandes dargebracht haben, kann für ihr Dagewesensein nicht zeugen. Aber ihr vergossenes Blut schreit zum Himmel, es schreit lauter als die Stimme der Verleumder und Verlästerer, denn es ist die Stimmeder Wahrheit! Die Wahrheit aber hat Herr Oberstleutnant a. D. Brunzlow am Schluffe seiner Besprechung meiner Abwehrschrist (in der Zeitschrift „Der Morgen" 1929, S. 97) mit folgenden Worten bestätigt: „Mag man nun noch so sehr gegen die Juden voreingenommen sein, das eine kann man ihnen nicht nehmen: sie haben im Weltkriege ihre Aufopferungsfähigkeit für die Heimat in derselbe!: restlosen Weise bewiesen wie ihre christlichen Kampfgenoffen und Mitbürger. Dann aber ihnen ein Anrecht auf die Heimat, für die sie geblutet haben, abzusprecheu, erscheint mir widersinnig. Wer aber trotz der gebotenen Unterlagen die Leistungen der deutschen Juden als Soldaten herabzusetzen sich bemüht, den kann ich nur verweisen aus die von Wilhelm I. erlassene- Verordnung über die Ehrengerichte vom 2. Mai 1874, in der es heißt: ,Denn einen Offizier, der imstande ist, die Ehre eines Kameraden in frevelhafter Weise zu verletzen, werde ich ebensowenig in Meinem Heere dulden wie einen Offizier, welcher seine Ehre nicht zu lvahren weiß'." Goebbels als volkserzieher. Der geeignete Ton für nnfere Schuljugend« Herr Professor Dr. Hildebrandt schreibt uns: In der Nummer des „Angriff" vom 27. Mai — redigiert von Dr. Goebbels, dem bekannten nationalsozialistischen Neichstagsabgeordnet-en — befindet sich folgender Artikel: „Es ist immer das Zeichen, daß wir einen durchschlagenden Erfolg errungen haben, wenn der Jude sich genötigt sieht, zu glatten Jahlungsfälschungen zu greifen. So war es bei den Sachsenwahlen, nnd so ist auch bei dem Bericht der „C. V.-Zeitung" über unsere erste Schülerversammlung. Dort schreibt ein Paul Hildebrandt, der sich ,Prof. Dr/ nennt und auch über die entsprechende Verblödung zu verfügen scheint, die man von einem in der Demokratie wohlangeschriebenen Schulmeister erwarten kann, ebenso frech lügnerisch, es seien nur etwa dreihundert Jungen lind Mädchen dagewesen. Nun, uns kann es recht sein, wenn fick) der Jude selbst belügt, um so leichter wird er von uns überrumpelt werden. Der übrige ,Bericht' über die Versammlung ist der Zahlensälichnng würdig. Wenn wir Herrn Hildebrandt nicht persönlich in der Versanunlung gesehen hätten, könnte man glauben, er sei überhaupt nicht dort gewesen. Wahllos werden ein paar Satzbruchstücke ans den Reden herausgerissen und dann in einen scheinbaren Gegensatz zueinander gebracht. Und dann wundert Herr Hildebrandt sich noch, daß er seine Schüler ,nicht zu logischem Denken erzogen' habe. Uns wundert nach dieser Probe nur, daß die unglückliche, Lehrern vom Schlage dieses Herrn,Prof. Dr.' unterworfene deutsche Jugend nicht schon restlos geistig und körperlich beschnitten ist. Daß das nicht der Fall ist, daß vielmehr wenigstens der Großteil unserer Jugend noch gesunden Instinkt und klares Denken sich bewahrt hat, ehrt diese Jungens ebensosehr wie die Beschimpfungen von seiten der heute herrschenden, in jüdischem Denken oder bürgerlicher Verblödung befangenen Generation." Als ich in der „C. V.-Zeitung" die nationalsozialistische Schülerversammlung als eine belanglose Angelegenheit schilderte, die man mit einem Lächeln und einem Achselzucken abtun kann, war ich mir bewußt, daß der „Angriff" das Wutgeheul anstimmeu würde, das 2) Die in der 2. Auflage meiner Schrift bereits in einigen Einzelheiten berichtigte und auf 1087 ergänzte Verlustliste ist noch durch folgende Namen zu ergänzen: 1. Aron heim, Martin, Nürnberg, Vizeseldwebel, gest. 30. 11. 20 Erlangen, 2. H a m bu r g e r , Adolf, Burgsinn, Inf., gest. 14. 9. 14 Frankreich, 3. Weil, Siegfr., München, Arzt, gef. 30. 5. 18 Noyon. — Auf S. 38, Ziffer 4 ist sonach zu berichtigen: Ges. 803, gest. 211, Berm. 76, Gesamt-- verlust 10 9.0. Ebenso S. 76 untere das Gesamtergebnis in Spalte 4 und 5, ferner die Zusammenfassung aus S. 119, Ziffer 1. Aus S. 120 ist die Endziffer 109 0 einzusetzen.

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