Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 8 (1929)
- Issue
- 23 (7.6.1929)
- Date
- 1929-06-07
- Page
- Seite 305 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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305 Der Verein zur Gründung und Erhaltung einer Akademie für die Wissenschaft des Judentums hielt am 2. Juni seine 10. Jahresversammlung ab. Sie diente dazu, den erschienenen Freunden der Akademie, | darunter Vertretern aller jüdischen Organisationen, Rechenschaft darüber abß zulegen, was erstrebt war und was in einem Dezennium erreicht wurde. | Die Ausführungen des Vorsitzenden, Direktor Oskar Wassermann, | und der Referenten Professor G u t t m a n n und Dr. Auerbach zeigten, 1 daß die Absicht der Gründer der Akademie, einen Nachwuchs des jüdischen ß Gelehrtenstandes Zu gewinnen und ihm planmäßige Forschungsausgaben aus f allen Disziplinen der jüdischen Wissenschaften zu stellen, gelungen ist. Die E Zahl der Mitarbeiter ist von 4 auf über 20 gestiegen. Eine große Zahl von f Universitäten, Bibliotheken und anderen Forschungsinstituten in drei Erd-! teilen hat sich Kräfte von der Akademie geholt. Unter den Verlagswerken \ der Akademie sind besonders erwähnenswert die Editionsreihen über die Juden in Preußen und im christlichen Spanien und über jüdische Exegeten und Grammatiker des Mittelalters, ferner die gemeinsam mit der Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaft des Judentums herausgegebene Mendelssohn-Jubiläumsausgabe. I Der Verein hat anläßlich seines 10jährigen Bestehens eine Festgabe überreicht, die Aufsätze von Julius G u t t m a n n über die „Akademie für die Wissenschaft des Judentums", Leo B a e ck über „Gustav Bradt", Ernst Cassierer über „Die Idee der Religion bei Lessing und Mendelssohn", Jsmar Elbogen „Zum Problem der jüdischen Literaturgeschichte", Isaak Heinemann über „Ursprung und Wesen des Antisemitismus im Altertums sowie einen ungedruckten Vortrag Hermann Cohens über „Spinozas Verhältnis zum Judentum", eingeleitet von Franz Rosenzweig, enthält. Die Tagung stand unter dem Schatten des Verlustes des Gründers und Schriftführers des Vereins, des vor wenigen Monaten dahingeschiedenen Sanitätsrat Dr. Gustav B r a d t, dessen hingebende Arbeit auf das schmerzlichste entbehrt wird. Eine Trauerfeier für diesen hervorragenden Mann schloß sich an, bei der Rabbiner Dr. Vaeck die Gedenkrede hielt. Er Zeichnete den Mann, der dieses Werk geleistet hat, bestimmt durch Raum und Geschichte: aus seiner Heimat, einer ostdeutschen Kleinstadt mit starkem jüdischen Leben, floß die eine Quelle Bradts; die deutschen Geistesströmungen der letzten 60 Jahre bildeten den gelistesgeschichtlichen Hintergrund, vor dem sich sein Vild abzeichnete. Der Hilfsverein der deutschen Juden veranstaltete in Berlin (Hotel Esplanade) seine Jahresversammlung, die sehr zahlreich besucht war. Auch viele Mitglieder der auswärtigen Komitees waren erschienen. Den Vorsitz führte Generalkonsul Eugen Landau. Willy D r e y f u s erstattete den Finanzbericht. Dr. Mark W i s ch n i tz e r, Generalsekretär des Hilfsvereins, gab einen kurzen Aeberblick über die Tätigkeit in der Berichtszeit. Die A u s ° wandererfürsorge sei nach wie vor das Hauptgebiet. Die überseeischen Länder verschließen sich immer mehr der Einwanderung. Die Auswanderung sei dadurch zwar kleiner geworden, aber die Auswandererfürsorge erfordere weit kompliziertere Arbeit. In der Berichtszeit passierten den Bahnhofsdienst des Zuckerkranke bedienen sich im eigensten Interesse der Dr. THEINHARDT’s Diabetiker-Spezialitäten nach Vorschrift und unter Kontrolle des Herrn Geheimrat Prof. Dr. C. v. Noorden, Frankfurt a. 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