Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 8 (1929)
- Issue
- 23 (7.6.1929)
- Date
- 1929-06-07
- Page
- Seite 303 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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303 Natürliches Slö Mineralwasser Das Gesnoäheitswasser! Fachinger Versands teile, Berlin SW 11, Schöne!)erger Strasse 16 a. Telefon: Lützow 8260 | 61. Der „Aufruf" des Basler yilssvereins. Ein Beitrag zur völkischen Kampfmethode. Es gehört vielleicht mit Zn den stärksten Eigentümlichkeiten der wirklich demokratischen Länder, wie es nun einmal die Schweiz auch tatsächlich ist, daß die Unduldsamkeit und der Haß gegen vermeintlich Fremde nicht von den Angegriffenen selbst, sondern aus den Reihen der Autochthonen, der Urrassigen, selbst bekämpft und widerlegt werden. So erweckte erst kürzlich ein solcher Fall nicht geringe Heiterkeit. In Z ü r i ch erscheint seit einigen Jahren ein Hakenkreuzblatt mit dem schönen Titel „Schweizerbanner". Dieses Blatt lebte eine Zeitlang von den Abfällen aus den völkischen Küchen von München, Berlin, Leipzig usw., kam aber schließlich auf die fatale Idee, sich einmal auf eigene Füße zu stellen. Es veröffentlichte nun einen „Ausru f" eines angeblich jüdischen H i l f s v e r e i n s, in der Form allerdings an die Protokolle der Weisen un.d der „Freimaurer" erinnernd, der aber in Basel bestehen soll. Sechs jüdische Namen waren natürlich unter den Aufruf gesetzt, und damit der amtliche Stempel für die Dummen, die nie alle werden, auch nicht fehle, wurde die Postschecknummer des Vereins V 133 schön hinzugesügt. Während die Inden selbst sich verächtlich über diese Mache hinwegsetzten, ging der Redakteur I. B. R u s ch in Nagaz in seiner Zeitung „Die republikanischen Blätter", die nichts weniger als judenfreundlich sind, der Sache auf den Grund. Er stellte fest, datz von den sechs Unterzeichneten des Aufrnfs fünf überhaupt nicht existierten, der sechste, der aus dem Adretzbuch in den Aufruf hineingezerrt wurde, wirkte von der ganzen Mache bis dato nichts. Und der amtliche Postscheck mit der Nr. V 133 ist ebenfalls eine plumpe Erfindung. Was Wunder, wenn Nu sch, nachdem das „Schweizerbanner" sich geweigert hatte, eine Richtigstellung zu bringen, den ganzen Schwindel in seinem Blatte aufdeckte und dieser Entdeckung mehr oder weniger schmeichelhafte Worte an die Adresse des „Schweizerbanners" hinzusetzte. Das Hakenkrenzblatt und der Hintermann Oberst F i e z mußten klagen. Der Prozeß schleppte sich von einer Instanz zur anderen, bis er schließlich vor das Bundesgericht kam und die Freisprechung N u s ch s erfolgen mutzte, weil Rusch den vollen Beweis für seine Behauptung klar und unzweideutig antreten konnte. Hier handelte es sich eben um das Basler Adreßbuch und nicht um den — Talmud. Da kann man keinem Richter etwas vormachen. Nachdem nun ein Entscheid vom Bundesgericht darüber vorliegt, befaßten sich die großen Tageszeitungen — zum nicht geringen Schmerz der Hakenkreuzler — mit der Aufdeckung der schändlichen Fälschungen, die einen schlagenden Beweis für die überall in der Welt gleichen völkischen Kampfmethoden darstellen. Jüdische FrauenLagungerr in Hamburg und Berlin. Vom 4. bis 6. Juni tagte in Hamburg unter Leitung von Rebekka Kohut, der Führerin der amerikanisch-jüdischen Frauen, eine internationale Weltkonferenz der jüdischen Frauenvereine. Sie galt im wesentlichen der Besprechung religiöser, rechtlicher und sozialer Fragen, die die Frauen über die Grenzen der Nationen hinaus verbinden. Vom 9. bis 11. Juli wird in Berlin das 25jührige Bestehen des Jüdischen Frauenbundes durch eine Jubiläumstagung feierlich begangen werden. Wir wünschen dem Jüdischen Frauenbund von Herzen ein gutes Gelingen dieser Fest- und Arbeitstagung und darüber hinaus ein segensreiches Wirken auch in den nächsten Jahrzehnten. Ueber den Verlauf der Tagungen werden wir demnächst berichten. Der Lentralvmin und die MWen Studenten. Bon Gustav Feldmann IStiiltgaO. Die Zukunft des Centralvereins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens ist abhängig von der Gewinnung der Jugend. Und es muß die Jugend aller Art sein: der Handlungsgehilfe ebenso wie der Handwerkerlehrling, das Schreibfräulein ebenso wie die Näherin, der zukünftige Lehrer ebenso wie der künftige Anwalt oder Arzt. Um das zu erreichen, muß man die Jugend beim Austritt aus der Schule erfassen; alle unsere Landesverbände müssen ihr Augenmerk darauf richten und dürfen keine Kosten scheuen, um es durchzusetzen. Mit den Studenten hat es seine eigene Bewandtnis. Sie kommen nach unseren ganzen bisherigen Erfahrungen als zukünftige Führer im Judentum besonders in Betracht; denn gerade die kaufmännischen Kreise setzen bei den akademischen Bernsen das Eintreten und die Arbeit für öffentliche Interessen als selbstverständlich voraus. Es ist wohl auch so, daß die akademischen Berufe ihren Angehörigen eine freiere Zeiteinteilung gewähren, als sie dem jungen Kaufmann oder Gewerbetreibenden vergönnt ist. Nun wissen wir alle, daß viele aus der studentischen Jugend in den Jahren nach dem Krieg sich dem Zionismus zugewandt haben; wir wissen auch, daß ein Teil von ihnen sich von dieser Bewegung wieder abgewandt hat, ohne sich unsere Anschauungen zu eigen zu machen. Wir wissen ferner, daß die Jugendbewegung eine recht erhebliche Anzahl gerade der begabtesten Schüler an sich gezogen hat und daß diese jungen Leute mit einer gewitzen Eifersucht darüber wachen, ihre Ideale von keinerlei anderen Erwägungen beeinflussen zu lassen. Endlich werden wir uns nicht verhehlen, daß besonders in den letzten Jahren die Gleichgültigkeit in jüdischen Dingen, die schon erledigt schien, aufs neue sich aufbläht und vorzugsweise die Angehörigen der wohlhabenden Familien in ihren Bann zieht. So viel vom Negativen. Aber wo ist das Heilmittel, das zu einer positiven Stellungnahme gegenüber unseren Anschauungen führt und geeignet ist, die Mehrheit unserer Jugend unter unseren Fahnen zu vereinigen? Die Begründung akademischer Ortsgruppen des Centralvereins, wie sie unserseits vor Jahren in Tübingen und anderweitig im Reich versucht wurde, genügt nicht. Bei dem steten Wechsel der Studentenschast kann eine akademische Ortsgruppe nur daun auf die Dauer bestehen, wenn ein älterer Akademiker am Platze so erfüllt von unseren Ideen und so arbeitseifrig ist, daß er jedes halbe Jahr das Haus sozusagen von Grund aus neu baut. Vielleicht läßt sich das an den größeren Universitäten mit vielen jüdischen Hörern ausfuhren; vielleicht müssen wir sogar verlangen, daß es dort durchgeführt wird, aber für die kleineren Hochschulen müssen wir ein anderes Verfahren einschlagen. Das haben wir in unserem Württembergischen Landesverband im vergangenen Halbjahr getan. Von den württembergischen Hochschulen zählte im vergangenen Semester die Universität Tübingen 14 Juden, die Technische Hochschule Stuttgart 15 Juden, die Landwirtschaftliche Hochschule Hohenheim keinen Juden. Es waren also insgesamt nur 29 männliche und weibliche Studierende, die in Betracht kamen, aber diese kleine Zahl hat uns nicht abgehalten, mit ihnen in Verbindung zu treten. Unter den 29 Studierenden waren etwa sieben Ausländer. Da ergab sich sofort die Frage, ob es überhaupt einen Sinn habe, auch diese einzuladen, und ebenso wurde mit Recht gefragt, ob es vom Standpunkt des Centralvereins aus berechtigt sei, parteimäßig gebundene Zionisten einzuladen. Wir haben diese Fragen reiflich überlegt, und wir waren uns darüber klar, daß möglicherweise von Zionistischer Seite aus der Vorwurf erhoben werde, man wolle junge Leute, die gestnnungsmäßig einem anderen Kreis angehören, zu sich herüberziehen. Aber wer etwas Großes aussühren will, darf weder die wohlmeinende Kritik noch unberechtigte Vorwürfe scheuen; er müßte ein gutes und ehrlich gedachtes Vorhaben durchführen, gleichgültig, ob und wie etwaige Gegner darüber denken. Beachten Sie beim Ankauf die wirlscha}t!ichen und fahrlechnischen Vorzüge des 12/60-PS- SIMSON-SUPRA Die spannungsregulierende Lichlbatteriezündung > die siebenmal gelagerte Kurbet-, welle / das Getriebe mit vier Vorvvärlsgängen / die Bosch - Dewandre - Servo - Bremse / die Schneckensleuerung zur Vermeidung des loten Ganges sind einige der wesentlichen Faktoren zur Erhöhung der Lebensdauer wie der Fahrsicherheit Waffenfabriken Simson&Co Suhl i. Thüringen Abt. Automobilfaibrik. t