Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 8 (1929)
- Issue
- 17 (25.4.1929)
- Date
- 1929-04-25
- Page
- Seite 220 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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220 sie geschrieben un^ das ein Meister wie Gounod beklatscht hatte. Und dann ein paar Lieder von sich, beginnend mit jenem entzückend von ihr vertonten Goetheschen Gedicht: „So sind mir denn vorerst ganz füll zu Haus" und endend mit dem „Schöner und schöner", dessen Komposition ihrem Bruder Felix so gefallen hatte, daß es von ihm unter seine eigenen Lieder ausgenommen worden war. Da, stürmte jählings Hensel, der Gatte, ganz aufgeregt und verzweifelt ins Zimmer. Mit einem Pack Blätter in seiner Achten bedeutete er der Gattin, sie möge ihm um Himmelswillen beistehen, eine passende Zeichnung herauszusinden. die er der Prinzessin Augusta auf ihr Ersuchen überreichen solle, damit sie sich bei ihm malen lasse. Bei seiner fahrigen Ungeduld war der hünenhafte Maler ganz in Verzweiflung geraten und hatte die schon über vierzig vorhandenen Bünde, darin er an die sechshundert und mehr Bilder annnelte, wild durcheinander geschmissen. Fanny lächelte und eufzte zugleich ein wenig über diesen ihren leicht aufgeregten und gereizten Gatten. Zwar war es nicht mehr seine Eifersucht, die ihr zu schaffen machte, jene Eifersucht, die ihn, den steifen Nordländer, beim ersten Eintritt in die glänzende geistig bewegte lebhafte Familie Mendelssohn auf ihren hochbegabten Bruder, ja auf alles, was Mendelssohn hieß, ergriffen hatte. Dieser Neid hatte sich gänzlich bei ihm gelegt und sogar einem freundschaftlichen Gefühl für den gewinnenden begnadeten Felix und einer Verehrung für die übrige Verwandschaft Platz gemacht. Aber die Unbeholfenheit dieses Mannes, dieses ihres großen Jungens, bereitete der klugen, umsichtigen Fanny zuweilen Sorge. Sie wußte meist im Nu die Schwierigkeiten zu ordnen, die er in seiner Weltunkundigkeit zu Gebirgen auizuhäusen pflegte. Auf der einen Seite leicht überspannt wie seine fromme Schwester Luise, die zum Katholizismus übergetreten war. zeigte Hensel manchmal eine Bockigkeit und Berschlossenheit, die jeden leicht vor den Kopf stieß. Dazu kam eine gewisse Unruhe.in seinem Wesen, die Fanny allein zu schlichten und zu besänftigen wußte. Auch jetzt fand sie unter dem Wust von Zeichnungen, die er ihr in die schmalen Finger drückte, schnell diejenigen heraus, die für die in Weimars Luft ausgewachsenen Prinzessin am ehesten in Frage kämen. Und ihm, dem Riesen Hensel neben ihr, dieser winzigen Frau, sie! es natürlich sogleich wie Schuppen von den Augen. Dies sei selbstverständlich das einzige Blatt unter den vielen hunderten, das sich für die Gattin des soldatensreundlichen Prinzen Wilhelm eignete, diese Zeichnung vom alten Wränge!. Während er sich niederbeugen wollte, um seinem Hausschatz, seiner klugen Pythia gerührt die lange sehnige Hand zu küssen, und während der kleine Sebastian, um auch das seinige bei dieser Huldigung beizusteuern, mit seinen Aermchen den Hals der Mutter zu umschlingen suchte, da vor dieser reizenden Familienszene geschah es, daß Fanny plötznch die Besinnung verlor. Es war dies wohl eine Folge des mehrfachen heftigen Nasenblutens, an dem sie in der letzten Zeit häufig bis zu einer Dauer von 36 Stunden gelitten hatte. Bedeuteten diese Anfälle auch kein Zeichen von Krankheit, sondern eher das Gegenteil, so verursachten sie doch jedesmal eine vorübergehende Schwäche bei der sonst so beherzten und zähen kleinen Frau. Diesmal war es für ^moderne Sakko Anzud. Der zweireihige Sakko mit gut betonter Taille und breiten Revers wird noch immer bevorzugt. Hellmode farbige, braune und blaugraue Tönungen in Cheviot- und glatten Kammgarnstoffen sind die Mode dieses Frühjahrs Unsere Preise: 52.- 69.- 82.- 97.- 106.- 116.- 128.- 140.- Leineweber 5 Pas Haus das Jeden anzieht BERLIN C KÖLLNISCHER FISCHMARKT Unser Friihjahrskatalog Wr. 19 wird auf Wunsch kostenfrei zugesandi! MONATS RATEN Berlin, Leipzigerstr. 122 III Unter Aufsicht bes hannoversches III Nabbinats! TO3 MW-undWurittvareil von Ruf. Henry Go läs chrnräß Wurstfabrik Hannover, Scholvmstraße (früher Markoldendorf). IFernsprecher 268 39p Freudenslabtint Wnrttbg.SÄlvarrwald. ™s Aus MeumuhenjtM für Nerventu innere Uta Behandlung nach den Grundsätzen der Individualpsychologie. — 770 mü. d. At. — Auskunftshefte. — Fernruf 341. — Drahtanschrift: Schrvarzwaldbaucr; Aerztliche Leitung: vr. I. Bauer. * Wirtschaftliche Leitung: Frau St Bauer- (j Glaucha« 10«. ßote! Gllmlhatm 5of - Acuerhauicsßaus ».Ranges. 2Mn.vomValmlwf. Zimmer mit und ohne Privatbad; fließendes warmes und kaltes Wasser sowie Reichstelephon in sämtlichen Zimmern. — Ausstellungsräume. Bei Korpulenz; oder Neigung zum StarS« werden nehmen Sie morgens und abends zwei T o 1u b a - K e r n e, die wirksame, den Ansatz verhindernde und fettzehrende Stoffe enthalten. 60 Gramm der echten Toluba- Kerne, die Sie in Apotheken erhalten, reichen für zirka drei Wochen. Hiidesheim Wurst* fabrik U Zervelat*, Salamin. Kochwurst C in uuübertroffeuer Güte.