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Central-Verein-Zeitung · 1929-04-19 · 16 (19.4.1929) · p. Seite 204

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
8 (1929)
Issue
16 (19.4.1929)
Date
1929-04-19
Page
Seite 204 (sequence 8)
Language
German
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maif Möbel- M5S8I höchster Schönheit und doch Mlkell Illar fabrik ."" —...“ ~..— Besichtigung erbeten. Molkenmarkt 6 Drucksachen gern kostenfrei. Zahiungserlekhterunc Tauentjienstrasse 10. reden des gewesenen Pfarrers Münchmeyer beeinflußt gewesen sein. 2lbcr aus dieser Atmosphäre heraus sei die Tat entsprungen, wenn das vielleicht bei Den Angeklagten auch nur irn Untervewrrfztscin gewesen sei. Den Exzessen gegen Mitbürger jüdischen Glaubens müsse scharf entgegengetreten werden. Der Staatsanwalt beantragte in erster Linie wegen gemeinschaftlichen Hausfriedensbruches und Sachbeschädigung G e f ä n g n i s st r a s e n van Zwei Monaten bis zu drei Wochen, stellte aber dem Gericht ausdrücklich anheim, mit Rücksicht aus das bisher einwandfreie Vorleben der Angeklagten Bewäbrungssristen zu geben, die aber von erheblichen Butzen abhängig zu machen seien. Die Shnagogengemeinde in Arnsberg hatte sich dem Verfahren als Nebenkläger angeschlossen und wurde von unserem Mitglied Rechtsanwalt Dr. David in Hagen (Westfalen) vertreten, der in ähnlicher Weise wie die Staatsanwaltschaft sich gegen die Angeklagten wandte. Insbesondere betonte er, das; solche Ausschreitungen nicht allein durch die nationalsozialistischen Redner, die von auswärts kommen, sondern erst recht durch die Beteiligung von städtischen Beamten in höheren Stellungen an den nationalsozialistischcnHetzcrcien» beeinflußt werden. Das Gericht verurteilte die Angeklagten je nach dem Grade ihrer Beteiligung zu Geldstrafen in Höhe von 150 bis zu 350 Mark. Das Gericht hielt ebenfalls den Zusammenhang der Tat mit der Münchmeyer-Versammlung nicht für erwiesen, bezeichnet? aber die Tat als äntzerst flegelhaft und gemein; sie sei demgemäß streng zu ahnden. Tie verhängten Geldstrafen seien angemessen, da die Angeklagten sämtlich keine besonders hohen Einkommen haben. Wie uns mitgeteilt wird, haben die Nationalsozialisten ein reges Interesse an den Gerichtsverhandlungen genommen. Hakenkreuzler mit ziemlich großen Abzeichen saßen am Pressetisch und nahmen die Verhandlungen fast wörtlich auf. Unter den Zuhörern war der Führer der Arnsberger Nationalsozialisten zu sehen. stuf üer Reise ins Heilige Land. (Briefe für die „C. V.-Zeitung".) An Bord der „Oxfordshire", 3. Avril 1929. Einige unserer neudeutschen Nassenforscher müßten aus einem Hilfsfonds für geistig Arme Gelegenheit erhalten, von Lyon nach Marseille zu fahren. Wir haben mit unserer eigenen Raüewissenfchaft im Eisenbahnabteil zweimal prompt daneben getroffen. Einen Greis von 85 Jahren, der nach Avignon fuhr, hielten wir für einen Ehrfurcht ausstrahlenden katholischen Patriarchen. Er war ein jüdischer Kaufmann aus dem Elsa ß. Und in einer schwarzlockigen Siebzehnjährigen, die von Marseille mir uns nach Port Said wollte, erkannten wir den Typ eines jüdischen Mädchens aus besserem Hause — es sprach fließend französisch und englisch —, das in Jerusalem sein Glück versuchen wollte. Als wir schüchtern fragten, ob es auch die h e b r ä i s ch e Sprache meisterte, lachte das schöne Kind laut auf: „Mein Vater ist Farmer in Kanada. Ich mar sechs Monate in Paris in Pension und fahre nach Haus. Hebräisch . . . ich . . . hebräisch in Kanada . . .?" Das war der Kleinen doch zu spaßig. Einige Tage später lernte ich auf der „Oxfordshire", einem Pracht Ligen Schiss der „Bibby"-Linie Liverpool—Indien, einen englischen Juden aus Wales, einen LandsmannLloydGeorges, kennen. Wir sprachen über Judenhaß in England und Deutschland. Dieser jüdische Waliser Großtausmann fährt alljährlich zweimal nach Deutschland, hat also Gelegenheit zu sehen und zu vergleichen. 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