Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 8 (1929)
- Issue
- 15 (12.4.1929)
- Date
- 1929-04-12
- Page
- Seite 189 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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m | nichts aus seinem Unterricht behalten habe. Aber fünf Minuten l ß irgendeiner Lehrstunde bleiben in das Gedächtnis des Jungen ein-- | gebrannt: dieser antisemitische Narr schrieb mit Kreide an die Tafel ß das uns in jeder Hinsicht unverständliche Mort „Journal", und er § erläuterte mit dem langen Ieigestock, dies sei der Name einer bös- 3 artigen Berliner Zeitung; er meinte „Das Kleine Journal", von I dem wir keine Ahnung hatten. Das Wesen dieses jüdischen Blattes f erkläre sich von Buchstabe zu Buchstabe also: Ich Offeriere Und 1 Referiere Nichts Als Lügen! Mit gläubigem Gehorsam nahmen A wir die Eröffnung in unserem Busen auf. Ich habe oft, bei meinen | Beziehungen zur deutschen Presse aller Nichtungen, an diese päda- 1 gogische Karikatur zurückdcnken müssen. Das geschah in der höheren 8 Knabenschule eines redlichen freisinnigen Direktors, der mit einem 1 bedeutend älteren liberalen Pfarrer an der Jerusalemskirche vor 1 rund einem Halbjahrhundert in enger Freundschaft lebte und ihm Jj seine Schüler zur Einsegnung zuleitete. Im Gymnasium zum Grauen Kloster, in das ich übersiedelte, gab es zwar unter den Professoren 'I vereinzelte Jugenderzieher, die ihren Neserveleutnant nicht innner 1 im Zaum hielten. Doch der Verkehr zwischen Christen und Juden ‘f führte zu keinen Konflikten, untereinander lebten wir unbefangen. H Ich erinnere mich noch mit Vergnügen eines lebenslustigen Mit- 9 schülers, in dessen Elternhause ich gelegentlich eines jüdischen Festes zum erstenmal die echten Mazzes zu essen bekam. Wenn im Turnsaal die älteren Jahrgänge den Nachwuchs der jüngeren Klassen vor der ersten Stunde mit Jndianergeheul auf die aufgeschichteten Matratzen schleppten und ihnen zur Einweihung Nummer für Nunnner den prallgespannten Podex versohlten, so unterschied dieser Ritterschlag als klatschender Kameradschaftsgruß die Inhaber so wenig nach ihrem Hinteren Befund, wie wir uns auf der Vorderseite unseres Wesens als Mitglieder verschiedener Rassen empfanden. Diese Harmlosigkeit ist heute auf Gymnasien, Oberrealschulen und Sanatorium Rebhaus, Freiburs i. Br. für innere, Nervenu. Stoffwechselkranke. 1929 vollständig renoviert. Leitender Arzt: X>r. I,. Mann. Prospekte. Lyzeen nach allem, was man hört, gründlich gewichen. Mein unvergeßlicher Kvnfirmator, der Hosprediger des alten Kaisers Wilhelm, Emil Frommel, verkehrte als BoltsschrisLsteller und künstlerischer Mensch mit jüdischen Persönlichkeiten, wie er sich allen kirchlichen Parteigruppen zugehörig führte. Dieser tiesgläubige, mildgestimmte Pietist erklärte, als ihn ein Fanatiker bedrängte, er kenne überhaupt nur zwei Parteien, die der anständigen und die der unanständigen Menschen. Wie liebte er die heiligen Schriften Israels, aus deren Schützen er in Unterricht und Predigt die Bilder und die Gedanken seiner christlichen Gemeinde mit geistvoller Beredsamkeit anzueignen wußte! Auch in seinen zahlreichen Büchern und Aufsätzen, die ich als sein Biograph genau kenne, hat er niemals gegen die Juden polemisiert; wenn er in der Durchleuchtung der Menschen verschiedensten Schlages sich mit gutem Recht auch gelegentlich die jüdischen Allzumenschlichkeiten vorband, so sollte sein Priestertum dem ganzen Volke zur Aujhöhung und Reinigung zugute kommen. Der furchtbaren Kritik der alttestamentlichen Propheten an Israel gab er sich nur in seinen Bußtagspredigten hin, indem er seinen christlichen Hörern den geschliffenen Spiegel vorhielt. Darum lehnte Frommel die Judenhetze von Adolf Stöcker ab. dem er in seiner Stadtmission sozial - religiös half, mit dessen Politik er sich niemals gemein gemacht hat. Als Student in Basel (für Theologie, Philosophie und Literaturgeschichte): der Verkehr zwischen Christen und Juden war im ganzen spröde. Unter meinen akademischen Lehrern war der Vorsteher der '1# & 0 nir t ’rW?/ mm mm VMM sind immer schlanke Erscheinungen. Schlankheit ist die b es teV or anssetzun g für Eleganz, Kleidsamkeit u. Jugendirische. Auch Sie können zu diesen Glücklichen zählen. Werden Sie schlank auf einfache, unschädliche, ärztlich empfohlene Weise: Trinken Sie Dr. Ernst Richters Frühstücks- Kräutertee. Sanitätsrat Dr. A. D. in A.schreibt: DerT-e hat mir gute Dienste geleistet, bin 15 Pfund leichter geworden und frischer, wie 10 Jahre junger. — Bestellen “ Sie sofort 1 Pak.M.2,-, 6Pk. z.Erfolgerforderlich, in Apoth. u. Drogerien. Fabrik,,Hermes“ MüttChenl73tGü]lstr.7. 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