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Central-Verein-Zeitung · 1929-04-05 · 14 (5.4.1929) · p. Seite 179

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
8 (1929)
Issue
14 (5.4.1929)
Date
1929-04-05
Page
Seite 179 (sequence 7)
Language
German
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1 den eine unglückliche Liebe entwurzelt, um ihn dann, zu einer Art I von vagabundierendem Heiligen, zu machen. „La famille Perl- 1 mutter“ darf zu den schönsten Romanen P a n a i t Ist r a t i s geß rechnet werden — sicherlich bedeuten diese Geschichten aus Constanza f und Alexandrien auch über das Literarische hinaus ein mensch- I liches Dokument von bezwingender Eindringlichkeit, ein Zeugnis | brüderlicher Verbundenheit, die über die dunklen Instinkte des I* Hasses triumphieren. Die gleiche Vorliebe für den jüdischen Orient, wie bei Panait Jstrati, finden wir bei den beiden Schriftstellern, die für den jüdischen Roman in Frankreich gewisserrnapen repräsentativ sind: | den Brüdern Tharau d. Sie kommen von der geistigen I Rechten, von B a r r e s und Peguy her, sie Haben den größten | Teil ihres Schaffens jüdischen Fragen gewidmet, sie halten oft mit | ihrer Kritik gegen Erscheinungen jüdischen Lebens nicht zurück, J aber es dürfte schwer fallen, ihnen antisemitische Anwandlungen ] nachzuweisen. Die Zahl ihrer viel gelesenen jüdischen Romane hat das halbe Dutzend bereits überschritten. Jetzt suchen sie in ihrer „Petite histoire des juifs“ eine Art jüdischer Geschichtsphilosophie zu geben. Die Auflösung des östlichen Ghettos erscheint ihnen als , das wichtigste Faktum der neueren jüdischen Geschichte. Dabei j spricht wohl auch das Bedauern des Romanschriftstellers mit, der 1 ein so dankbares Milieu dahinschwinden sieht. Aber sobald es sich ■i darum handelt, das Fazit aus der jüdischen Historie zu ziehen, I nehmen die Brüder Tharaud, nehmen diese beiden katholischen Franzosen den gleichen Standpunkt ein wie der französische Jude Edmond Fleg: auch sie sehen in der Fortpflanzung der prophetischen Idee das Wesen der jüdischen Mission, die ewige Aufgabe Israels aus Erden. Bei aller gelegentlichen Kritik dringt bei ihnen immer wieder der gute Wille durch, die oft so fremdartigen Aeußerungen der jüdischen Erscheinungswelt von dieser Warte aus zu betrachten. Sie sind ein Beispiel dafür, wie. jede ernsthafte Beschäftigung mit jüdischen Dingen auch den Fernstehenden schließlich zur Hochachtung, vor der jüdischen Idee und vor der immanenten Sendung Israels bekehrt. - Dr. Rudolf Hallo: Jüdische Volkskunst in Hessen. Festschrift der Sinai-Loge zu Kassel. Der Verfasser hat in Fortführung seiner schon im „Morgen" erschienene!: Schrift über „Jüdische Kult- und Kunstdenkmäler im Hessischen Landesmuseum" den einzigartigen Versuch unternommen, jüdische Volkskunst in einem Lande einzusangen, in dem seit Jahrhunderten Juden leben. Indische Volkskunst verrät sich dem Verfasser nicht nur in jenen Handwerksarbeiterl, die von Juden zur Erfüllung ihres kultischen Lebens getan wurden, sondern auch in den Schreiner-, Steinmetz-, Vauhandwerken, die der christliche Nachbar nach den Angaben des Juden verfertigte. Aus beiden Werken spricht die tiefe Verbundenheit, die das tägliche Leben des Deutschen in seinen! Stil und feiner Haltung mit den überkonunenen Glaubensvorstellnngen und religiösen Zeremonien der Juden eingegangen ist: und dies selbst in Zeiten, da die rechtliche Anerkennung der Juden noch keineswegs bestand. Daruin ist diese Kunst stark — wie etwa bei der Hofgeismarer Synagoge —, wo das Aeusiere sich von den umgebenden Bauten kaum unterscheidet, und wo doch unaufdringlich eine „andeutend enthüllte morgenländische Figurierung" der Rokokowelt einen Hauch des Besonderen mitteilt. Sie ist schwach, wo man versucht, durch unorganische Eingliederung orientalischer Baufvrm und Billa 6vll«Mk Bad Msftnsen Be s.: N. B r e tz f e (d e v* Gegenüber den Quellen u. Bädern. Vollkommen neu renoviert. Zimmer mit fließendem kalten u.warmenWasser. Zentralheizun g. mpliehlt sich als angenehmen Aufenthalt für die Pessaehtage sowie zum Murgebrancti während der Vorsaison zu ermässigten Preisen. Min. v. neuen Kurhausbad. Zimmer m. messendem W asser. Erstkl. Verpflegung. Jede gewünschte Diät. BAD KIKIHGEN. HOTEL SEELIG Tel. 2368 H. 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