Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 8 (1929)
- Issue
- 13 (29.3.1929)
- Date
- 1929-03-29
- Page
- Seite 163 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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U3 Kurorte und Susthiiuser deren Much unseren Freunden nicht anempfohlen werden kann, mit einem Anhang: Gajtstattenverzeichms für Nationalsozialisten. Ohne Gewähr Abgeschlossen am 28. März 1929 Auch teilweiser Nachdruck nur mit Quellenangabe gestattet. Herausgegeben und zu beziehen tmm Centralverein deutscher Staatsbürger indischen Glaubens e. 2)., Berlin SW 68, Lin den strafte 13. Zeichenerklärung: Die mit einem versehenen Orte müssen ihrer Bevölkerung nach als überwiegend jndenfeindlich bezeichnet werden. Die den Ortsnamen beigefügten römischen Ziffern geben an, in welchem Landesteil sich der Platz befindet, und zwar bedeuten: Ostsee (I), Nor dsee (XI), Norddeutsche Ebene (III), Thüringen (IV), Schlesien (V), Harz (VI) Sachsen (VII), Baden und Württemberg (VIII), Wesergebirge (IX), .Hessen (X), Rheinland (XI), Bayern (XII), Oesterreich (XIII), Tschechoslowakei (XIV), übriges Ausland (XV). A l t h e i d e (V): Billa Haunex, Hans Jahn, Hans Leopoldshöh lehnen die Aufnahme von Juden ab. Hans Helene, christliches Heim. Die Inhaberin, Schwester Jda Herrmann, legt jedoch Wert darauf, nicht als judenfeindlich zu gelten. , A m r u rn (II): Nordsee-Sanatorium. Der leitende Arzt schreibt: „Iüdrsche Kinder nehme ich nicht gern auf und nur dann, wenn es sich um besondere Kur- und Behandlungsbedürftigkeit handelt." Norddorf (s. unter N.). Wittdttn (s. unter W.). *U tt g e x (XII). Arendfee (I): Landhaus Fritz Reuter hatte ein Plakat aushäugen: „Zimmer frei für Germanen". Haus Sonnenschein empfiehlt Pension „bei christlicher Familie". A U g u sl a b a d (III) b. Neubrandenburg: Kurhaus Augustabad. Auf Wunsch des Deutschnationalen Handlungsgehilfenverbandes ausgenommen. Baden-Baden (VIII): Pension Frau A. Selß. Dem Merkbuch der Deutschen 1927 entnommen. Baltrnm (II): Hotel Kyper. Der Inhaber lehnte die Ausnahme von jüdischen Gästen ab, da bei ihm hauptsächlich deutschvölkische Herrschaften verkehren. Pension Dirnenschlößchen versieht seine Anzeiger: im Badeprospekt mit Hakenkreuz. Bansin (I): Haus Acgir inseriert „Christliche Pension", Pension Runge inseriert „Christliches und vornehmes Haus", Pension Margarete inseriert „Seit 1899 bestbekanntes christliches Haus". Pension Dünenschloß, It. Prospekt: christliches Haus. Hans Imperator, lt. Prospekt: christliches Erholungsheim. Waldhaus Eden, lt. Prospekt: christliches Erholungsheim. Hans Harald, It. Prospekt: christliches Haus. Haus Waldfrieden, lt. Prospekt: christliches Hospiz. Haus Rosenthal, lt. Prospekt: christliches Haus. Ehristl. Haus Jnselfrieden. Haus Buchenhof, lt. Prospekt: christliche Pension. Bauerhufen (I) b. Köslin: Hotel Strandschloß versieht seine Postkarten ntti dem Stempel: „rein christl. Haus". Baherifch-Zell (XII): Kurhaus Tannerhof schreibt, daß es grundsätzlich nicht mehr abgeneigt sei, jüdische Gäste aufzunehmen. Berchtesgaden (XII): Haus Schöneck auf Gut Fischmichellehcn gewährt Fremden christlicher Stände angenehmen Sommeraufenthalt. Bevensen (III> Kreis Helgen: Hotel Stadt Hamburg hat sich Gästen gegenüber jüdische Besucher verbeten. Bibra (IV): Der Magistrat schreibt, daß er keinen besonderen Wert auf Reklame in jüdischen Kreisen legt. Binz (I): Haus Gaebel hat sich durch Stillschweigen mit der Aufnahme einverstanden erklärt. Haus Puttbus bezeichnet sich im Prospekt als christliches Haus. Haus Quisisaua hak sich durch Stillschweigen mit der Aufnahme einverstanden erklärt. Blankenburg (IV): Pension B. Canz. Die Inhaberin schreibt: „Bedingung für die Ileberlassnng von Räumen ist: keine irgendwie ansteckenden Krankheiten, keine Juden, keine Ententeleute." "Borkum (II). Braunlage (VI): Haus Weidmannsheil ziert sein Schild mit einem großen Hakenkreuz. Pension Elisabeth-Ilse schreibt: „Ausgenommen werden nur christliche Gäste." Villa Anna nimmt lt. Prospekt nur christliche Gäste auf. Brunshauvten (D: Villa Barbarossa schreibt: „Ich mache Sie darauf aufmerksam, daß ich Mitglied der Deutschvölkischen Freiheitspartei bin, und da Sie Jüdin find, werden wir nicht miteinander fertig werden " Hans Glückauf hat sich durch Stillschweigen mit der Aufnahme einverstanden erklärt. Haus Hubertusburg schreibt: „Ich bemerke, daß ich nur Germanen aufnehme." Pension Ostseestern hißt eine große Hakenkreuzfahne. Pension Sceblick schreibt: „Ich habe mich entschlossen, nicht an israelitische Herrschaften zu vermieten." Buckow (III): Hotel Wilhelmshöhe, christliches Erholungsheim. "Ditze nb ach (VIII): Der offizielle Bäderprospekt enthielt den Vermerk: „Nur Gäste christlichen Glaubens werden ausgenommen." Dresden-Ebenheit (VII): Gasthaus Ebenheit hat sich durch Stillschweigen mit der Aufnahme in unsere Liste einverstanden erklärt. Driburg (IX): Haus Falkenhöhe wünscht nur christliche Gäste; der Inhabec legt jedoch Wert darauf, nicht als judenfeindlich zu gelten. Bad Ditrrheim (VIII): Privatkinderheim Villa Hilda. In dem Werbeschreiben heißt es: „Aufnahme finden christliche Kinder beiderlei Geschlechts." Die Inhaberin legt jedoch Wert darauf, nicht als juden. feindlich zu gelten. Eilsen b. Bückeburg (IX): Deutsches Haus, Villa Ingebsrg, Villa Schlößchen, Knrpension Hofmeister führten früher in der Kurliste den Zusatz: „judenreine Häuser; jetzt: „Die Häuser für christliche Gäste." E i s e n si e i n (XII): Gasthof Reuwaldhaus verschickte Postkarten mit dem Aufdruck: „deutschvölkisches Haus" und einem Hakenkreuz. Elfter (VII): Haus weiße Lilie lehnt die Aufnahme jüdischer Gäste ab. Falken b erg (HI): Hotel Kettlitz, ausgesprochen völkisches Haus. Fallingbostel (!!!) Bezirk Lüneburg. Finfterbergen (IV): Die Kurverwaltung versandte Prospekt mit Aufdruck: „Nur für christliche Gäste." — Im Ort zahlreiche Plakate, so am Kurhaus: Juden ist der Zutritt nicht gestattet. Flinsberg (V): Billa Bergfrieden, lt. Prospekt: christliches Haus. Billa Borussia, lt. Prospekt: christliche Pension. Hans BÜtzingslöwe«, lt. Prospekt: christliches Haus. Haus Daheim, lt. Prospekt: Heim für christliche Gäste. Haus Feodora, Fremdenheim für christliche Gaste. Lugins-Land, lt. Prospekt: christliches Erholungsheim. Haus Quisisaua schreibt: „Gäste jüdischen Glaubens können wir leider in unserem Hause nicht aufnehmen." Billa Lichtenau legt lant Anfrage auf jüdische Gäste keinen Wert. Kloster Frankenberg (VI) b. Goslar: Verschickt Prospekte uut dem Aufdruck: Israeliten werden nicht ausgenommen. F r e u d e n st g d 1 (VIII): Kurhaus Palmenwald. Christi. Haus. Der Direktor legt jedoch Wert darauf, nicht als judenfeindlich zu gelten. Kurhaus Teuchelwald. Christliches Erholungsheim. Der Leiter des Hauses legt jedoch Wert darauf, nicht als judenfeindlich zu gelten. A r i e d r i ch s b r u n u (VI): Kurhaus. Auf Wunsch des Deutschnationalen Handlungsgehilfenverbandes ausgenommen. Friedrichroda (IV): Villa Charlotte. Die Besitzerin steht auf deutschnationalem Boden, schließt aber anständige jüdische Gäste nicht aus. Haus Schönau, Villa Lorenz nennen sich christliche Häuser. Haus Mendorf nennt sich deutschvölkische Pension. *Georgenthal (IV): Kurverwaltung: „Wen:: Sie es damals für gut gehalten haben, unseren Ort in Ihrem Verzeichnis aufzuführen, so wollen Sie bitte auch jetzt nach Ihrem Empfinden entscheiden." G e r n r o d e (VI): Hans Hagenthal, lt. Brief: Christliches Erholungshein:. I. christliches Logierhaus, Besitzerin Frau Schlemm. Goslar (VI): Hotel „Achtermann" hat sich durch Stillschweigen mit der Aufnahme einverstanden erklärt. Graal i. M. (I): Haus Wenden hat sich mit der Aufnahme in unsere Liste einverstanden erklärt. Grotz-Möll-eu (III> b. Köslin: Lafe und Penfion Hohenzollern. Der Inhaber äußerte Besuchern gegenüber: „Sie sollten doch wissen, daß ich Juden in meinem Lokal nicht haben will." Haus Wedel, lt. Bade- Prospekt: Erholungsheim für Kinder aus gebildeten christlichen Familien. Hahnenklee (VI): Haus Bocksberg-Bockswiese, lt. Prospekt: christliche Farnilienpension. Billa Daheim bietet lt. Prospekt Erholungsuchenden christlicher Gesellschaft ruhigen Aufenthalt. Haus Elisabeth, lt. Brief der Besitzer finden jüdische Gäste keine Aufnahme. Haus Hoheneck, lt. Prospekt: Haus für christliche Gäste. Die Inhaberin legt jedoch Wert darauf, nicht als judenfeindlich zu gelten. Haus Hudertusheim, lt. Prospekt: Fremdenheim für Angehörige christlicher Konfession. Haus Loni, lt. Prospekt: Christliches Fremdenheim. Der Inhaber legt jedoch Wert darauf, nicht als judenfeindlich zu gelten. Haus Maria, lt. Prospekt: Christliches Familienpensionat 1. Ranges. Haus Waldheimat, lt. Prospekt: Pension für christliche Gesellschaften. Hannover' (III): Hotel Schmedes. Der Inhaber hat auf einer Tagung des Nordwestdeutschen Hotelbesitzerverbandes eine wüste judenfeindliche Rede gehalten. Bad Harzburg (VI): Haus Germania hat sich durch Stillschweigen mit der Ausnahme einverstanden erklärt. Pension Grundner. Der Inhaber schreibt: „Israeliten kann ich nicht bei mir aufnehmen." Restaurant Stadt Hannover. Im Fenster hängt eine große Tafel mit Hakenkreuzen. Haus Oderecht hat sich durch Stillschweigen mit der Aufnahme einverstanden erklärt, ei ligenfee CO Schleswig-Holstein. Heringsdorf (I): Hans Meeresstrand, lt. Prospekt: christliches Erholungsheim. Eee-Hojpiz, lt. Prospekt: entschieden christliches Haus. Wünscht nur Gäste christlicher Konfession. Hitt den bürg (V): Restaurant und (Safe Metropol ist der Besuch von Juden nicht erwünscht. Hirsch bichel (XII) b. Aßlingen: Dr. Bracks Kindererholuugsheim hat sich durch Stillschweigen mit der Ausnahme einverstanden erklärt. Hohsn-Campf (X) Waldeck: Pension im Dalwicksthal inseriert: Juden ausgeschlossen. "I u r st (II). Juliuse uh (I) b. Breege: Villa Daheim. Der Inhaber erklärt durch einen Anschlag am schwarzen Brett des Kurhauses, daß sein Haus Juden nicht aufnimmt. Jttttgborn (VI): Kuranstalt Zuugborn, streng christliches Haus. Kiff in gen (XU): Pension Hubertus, vornehmes Haus nur für Gäste christlichen Glaubens. Kolberg (I>: Haus Albarus, Haus Berndt, lt. Prospekt: christliche Pensionen. Pension Elisabeth, It. Prospekt: Pension für christliche Kinder. Haus Irmgard, lt. Prospekt: christliches Kindererhvlungsheim. Pension Röple, lt. Prospekt: christliche Pension. Königsberg (I): Restaurant Kücken ist stark judenfeindlich. Königslein (VII): Pension Ebenheit versieht seine Postkarten mit dem Aufdruck: Jüdischer Besuch unerwünscht. K ö s e n (IV): Haus Alihn. Im Prospekt heißt es: Christliche Gäste gebildeten Standes finden jederzeit Aufnahme. Koserow (I): Pension Waldfrieden versieht seine Briefbogen mit einem Hakenkreuz. Haus Sonnenblick vermietet Zimmer für christliche Gäste. Krummhüb ei (V): Hotel Weidmannsheil. Der Inhaber betätigt sich antisemitisch. Lagow, Reumark (HI): Pension Lagow. G. Herter, lt. Brief: christliches Haus. Landeck (V): Villa Rheinbaben, Oberes Generalshaus, Unteres Generalshaus haben sich durch Stillschweigen mit der Aufnahme einverstanden erklärt. Villa Alhambra, Villa Winter, Villa Daheim, Villa Landsfried l nehmen keine jüdischen Gäste aus. Haus Schwarzenstein inseriert: Christliches Fremdenheim. ^Langeoog (ii). L e b a (I): Kurhaus lehnt die Aufnahme jüdischer Gäste ab. Lievenzell (VIII) Württ. Schwarzwald: Waldhaus Jacobi. Im offiziellen Kurprospekt heißt es: „Keine Israeliten." L v b e d a (IV7): Iugendburg. Auf Wunsch des Deutschnationalen Handlungsgehilfenverbandes ausgenommen. Malente-Gremsmühlen (III): Hotel Dieksee hat sich stillschweigend mit der Aufnahme einverstanden erklär:. *M asserberg (IV) inseriert „Kurhaus antisemitisch, auch die Bade- Verwaltung". Mergentheim (VIII): Haus Schwaben gehört dem Deutfchnationalen Handlungsgchilfenverbano. Misdroh (l): Haus Bieneck. Der Besitzer hat sich mehrfach judenfeindlich geäußert. Hospiz Dünenschloß ist als antisemitisch bekannt. Hau« Stolzenfels, Erholungsheim Lydia Hahn, Erholungsheim Katckreuth, Erholungsheim Ottilie von Vieler bezeichnen sich als christliche Häuser. Mittelberg (XII) b. Oy, Atgäu: Erholungsheim Wandelow hat sich durch Stillschweigen mit der Aufnahme einverstanden erklärt.