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Central-Verein-Zeitung · 1929-03-08 · 10 (8.3.1929) · p. Seite 122

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
8 (1929)
Issue
10 (8.3.1929)
Date
1929-03-08
Page
Seite 122 (sequence 12)
Language
German
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m bersö h u u n g u u d der V ölte r b e r-s o h n u n g;'3) gezeigt, wie die Versöhnung innerhalb'des Volkes, die die bestehenden S pa mm ngen gewiß nicht nufheben kann und soll, sittliches Gebot ist, wie aber hie Volksversöhnung unnüttelbar zur Völkerversöhnung weiterführen muß; er zeigt die Entwicklung des Gedankens der Verständigung imb betont, daß er heute in. das Stadilim der ReaüsierungsnwgLichkeit getreten ist. Aus dieser Möglichkeit Wirklichkeit werden zu lassen, ist dringendste Aufgabe. an der die Schule mitzuarbeiten, berufen ist. Tie Pflicht zu einer friedlichen Verständigung der Völker schließt keineswegs die starke Betonung der Nationalität/ der Hingabe an das ' eigene Volk aus; über die Nation hinaus kann nur derjenige wollen,, der fest in seiner Nation steht, und in ihr verwurzelt ist, der an der" Zukunft feines Volkes arbeitet und dadurch der Gesamtheit dient. Was aber der einzelne für sich und sein Volk beansprucht, das muß er auch dem anderen zubilligen; er muß frei von jeder stolzen Ueberhebnng die Werte der anderen anerkenne!! und'eingesteheu, was sie für die Entwicllnng der eigenen Kultur bedeutet haben. Dann kommt er zu der Gesinnung, die Gottfried Keller in den Worten ausgesprochen hat: „Ä ch t e j e d e s M a n n e s Vaterland, das bei n i g e ' a.b e r lieb e!" Gerhard Leibholz: „.Zu den Problemen des faschistischen Vcrfassrrngsrcchtcs'b Verlag Walter de Gr u Y t e r u. C o., B e r t i n und Leipzig, 19 28. Auf dieses Werk mutz deswegen hingewiesen werden, tveil in allen Kreisen, die sich mit innerpvlitischeu Fragen besaßen, das Wesen' des Faschismus vielfach völlig verkannt!vird. . Hier lernen wirden Unterschied zwischen der faschistischen Revolution und dem Wesen der früheren Revolution kennen, der darin liegt, daß die faschistische Revolution nicht ein unmittelbar anwendungs- und verwirklichcmgssähiges Programm besaß. 'Wir sehen, wie der Faschismus vieles von seiner ursprünglichen Forderung hat preisgeben müssen. Wir lesen die Verwirklichung des Grundsatzes ./Tie Tat war vor der Lehre da" kennen. Tie Lehre van der Freiheit, die Lehre von der Arbeit, also Tinge, die zum Teil der Nationalsozialismus bei uns nachzuahmen versucht hat, werden hier Wissenschaft-, lieh mit einem außerordentlichen Fleiß und mit reichen literarischen Angaben behandelt. Ib. II, Dr. Bruno Weil: „Die deutsch-französischen Nechtsbeziehnngen vom Krrcgsarisang bis zur Gegenwart." Verlag von Carl Hevmann, Berlin. Das Werk,hat nicht nur ein gegenwärtiges, sondern auch ein geschichtliches Interesse, um so mehr, als im Anhang alle wichtigen Urkunden ans diesem leider so interessanten Gebiete zum Abdruck gelangt sind. Biele werden aus diesem Buch den Wortlaut des deutsch-französischen Handelsvertrages gern entnehmen und werden sich freuen, in einer kurzen, aber vollständigen schüft den geschichtlich, juristisch und volkswirlschatslich so außerordentlich bedeutsamen Stoff kennenlernen zu können. L*. II. 3) Darmstadt, Verlag des Hessischen Landeslehccrvereins, 1929. Robert Äreumami; „Mit fremden Federn." — „Jagd auf Menschen und Gespenster." Verlag I. E n g e l h ö x u s N a ch f., Slutt g a r t. . i Wer von Robert N e u in an n nichts als den 'Namen und diese beiden Bücher kennt, der fände darin mindstens gute , imb charaktri Nische Stilproben. Mit denn Parodienbuch „Mit fremden Federn" hat -es Neuinann zu einer gewissen Berühmtheit gebracht, und das nicht bloß, weil das ganze Opus eine Kuriosität zu sein scheint und die berühmten Lebenden kräftig aufs .Korn nimmt. An diesem Werk ist etwas Besonderes. Tie Meister vor allem der nencrne deutschen Literatur sind hier in kleinen Stücken parodiert, und zwar so glänzend, daß man aus dem Lachen kaum herauskommk. Nachträglich fällt einem dann ein, daß sie zugleich in ihrem Wesentlichsten und Eigentümlichsten, in ihrer Sprache, vollkommen ersaßt sind, oft „ähnlicher als das Original", und man bewundert das enorme Einfühlungsvermögen des Parodisten in die Sprachpshche seiner Opfer. Ter Kritiker mit seinen eigenen Worten konnte den fremden Stil und gar diese Fülle der Stile nie jo treffend erfassen wie dieser Parodist, der sich, um es acl absurdum zu führen, einfach die sprachliche Phpsiognomie des Objektes aneignet. . Das ist ein erhabener Spatz. ' . - Liest man dann N e u m a n n tz „eigenes" Buch, so bewundert man um so mehr, wie sehr dieser Schriftsteller eine ureigene Sprache und Anschauungsart Hab Tiefes „I a g b" - Buch besteht eigentlich nur aus Reportagen. Das sind Berichte von einer Perbrecherjagd in Berlins^ Proletenviertel, von einem Fischzug in der Adria, von Prozeßen und seltsamen Erlebnissen in nebligen Hafenstädten, von Galata und Gibraltar, von Avonmuth und Konstanttnopet. Erlebnisse, die an diesen Orten jedermann baden könnte, der diese Erlebnisse und Sprachkrast hätte. Tiefe aber ist Neumanns Besonderheit. Bon seinem so .außerordentlich stilempfindlichen Parodieren her steckt es ihm im Blut, daß er schwulst und Anmaßung im Sprachlichen zu vermeiden iveiß. Er rvünt alw der sachlich teil, dies aber mit derartiger Leidenschaft und Gefühlskrait, daß lein Berichten alles andere als „objektiv" wirkt. Bütten in seiner .Sparsamkeit au Worten steht von^vorn- 'herein die Dämonie einer"Weltanschauung, deren Grundgesetz Kampsnms Dasein in seiner nacktesten und nnervittlichsten, also phantastischen Form ist. Darum schätze ich diese seine eigene Feder mehr als seine fremden, sie. zeichnet knapp und. wuchtig, uüt erschütternd grellen Farben. Leo Hirsch. Neue Sucher. . bk 15. März ZOOLOGISCHER GARTEN * ADLERPORTAL GROSSE BERLINER Ford - Ausstellung DIE NEUEN FORD MODELLE KONZERTE. FILMVORFÜHRUNGEN .VORTRÄGE WIR VERSCHENKEN EINEN NEUEN FORD BEDINGUNGEN AUF "DER AUSSTELLUNG Besprechung euezelner Bücher Vorbehalten. Josef Vickermann: "'..IVu Yoar>" «st BolsdioviM- Doinina'tion. Pamoiie- Union Russian Jows abroau". 1928. - Ludwig Ferdinand (S!an§: „Bon Seele und 2luUitz der Rassen und Völker", I. F. Levum-nr, München, 1919. — Professor Dr. A. Nordtzv: „Das Rätsel des Alr-eu Testaments"", >xlimuli) Vollamou Verlag (W. Maus), Braunschrveig. — Lev Trotzkh: „Die . wirtliche Lage in Rußland". Avalun Verlag, vellerau, 1928. — G. T. Viereck und - .P. Eldridge: ,nAuwlüographie des ewigen Iuderc", Paul Lifez Verlag. Leipzig, 192.8. . Ilja Ebrenburg: „Das bewegte Leben des Rasch Roir schwänz", Rhein-Verlag, Basel, 1928. —

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