Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 8 (1929)
- Issue
- 7 (15.2.1929)
- Date
- 1929-02-15
- Page
- Seite 88 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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n nu'ifu'tn lUtCivfdj v o m ambern", sagte Go et fj e. und man formte tjin^ifüQem -w a s weiß e i n M e risch D o n s i ch selbst! In. bmt Augenblick, wo wir uns selbst befrachten, unser AerKerungen Miß gchalten lzätte. Nur rückschauend findet der forschende Mick Grundzüge unseres Wesens. und.gesetzmäßig erscheint, was uns zuvor ZufäLiß dünkte. Was nun das Jüdische in. meinem Wesen und Schffterl bedemet, das geht so nm besten aus einigen meiner Bücher hervor. Schon ihr Mel weist -kla« -darauf hin. „M u § jüdischer ©.c-c i c"1) uenn-L sich ein Band Gedichte, „Der gelbe Fleck"") heißt eine ©ammlunq jüdischer Novellen. und ein biographischer Roman -beitttek sich "„Aus zwei Quellen, die Geschichte eines d-e utsch e n Juden"ch. Die zwei Duellen das sind JudenLiun und Deutschtum. Aus timen strömt dem Träger der Handlung fein Fühterr und Denken. Was er -äußert, ist mein eigenstes Bekenntnis. Niemals -habe ich einen Zwiespalt Zwischen dem Juden und beut Deutschen in mir gesühtt. Den: zersctzerrdeu Verstand mag sich vielleicht Trennendes Mischen ihnen auftun, aber das Gefühl — und dos entscheidet hier — empfindet sie in sich als eine Einheit. Tie Heimat meiner 'Seele ruht in beiden. Wenn ich jemals auf etwas stolz war. so-war es darauf: Deutscher und Jude 51t sein." Wie einst Pestalozzi ruft der Jüngling aus: ..Ich will S-ch u-lmei sie r w e r d e n!" Und so sehen wir ihn bald im Lehrerseminar der Marts-HaLndorf-Stiftun-gzu Münster i. W., das er mit glänzendeln Erfolge absolviert, dann in Padberg. Rendsburg, Geseke als Lehrer wirkend. Aber sein Geist strebt höher und weiter hinaus, er unli aus dem Born der Weisheit trinteu! Und so finden wir ihn in Paris und London. Sprachstudien treibend, und dann auch auf von deutschen Universitäten Marburg und Heidelberg. H e t b e l * 'borg! Wer ist nicht dem Zauber dieser Neckamadt verfallen?! Wundern wir uns, wenn noch heute Mnsensöhne sein Lied anfiimmetr. mo Zwacken grünen Bergen munter wo du von Kummer mußt genesen, des Neckars klare Woge rauscht, wie tief er auch im Herzen brennt, wo m das bullige Tal hinunter da bin auch ich einst jung gewesen: die Burgruine sinnend schaut; ich war zu Heidelberg Student!..?) Nach vollendetem Studium ist Loewenberg Zuerst an der Realschule, der Evangelisch-Reformicr-ten Gemeinde tätig, um dann das private Mädcheulnzemu zu übernehmen, das er bis zu seinem Endo segensvoll gele'net hat. an der neben ihm it. er. Dr. M. Spanier. Otto Ernst, Alfred Lichtwart. Gertrud Falte im Verein mit vielen anderen ger) Diese Gedichtsammlurtg, die in 1. Auflage den Titel „Lieder eines Semiten" führte, Hecht mm .mampfen und Bauen", Verlag Wogau, Hamburg. — 2) Philo.-Verlaq, Berlin. — s) Deutsche Verlagsanstalt, Stuttgart. *) iteb deldorger Studentenliederbuch und ferner in des Dichters letzter Gedichtfamm-- lung?Abendleuchten". M. Glogau, Hamburg. wirkt haben und in viele Herzen den ©tun für wahres echtes Menschentum legten. Hamburg ist des Dichters Weite iHoimat geworden. ,.Dvei Dinge in der?tahie sind -es." so sagte er mir einmal, „die des Dichters Schäften vor allem durch ihre Gewaltigkeit besonders anrenen: die Heide, das Meer, das Hochgebirge." And iven-n wir Lorwcubergs Dichiimgen durchblättern, so spiegelt sich tu ihnen feine t n n i g e B e x b 11 :t de n he i t mit der N a t 11 r, die er mit beit Augen eirate rRomimiiterS durchstreift, von beut ja ein jeder Dichter einen Furten in sich L.rägi. Alles wird ihm zum Erlebnis. Nur ein warmfühtem des Vater Herz kann so „Aus der Welt des Kindes"st> vtuudern. nur echte Friedensliebe und -s-ohn sucht eilt Drama ..Bor d e ut Fei n d'H schaffen, das im Jahre 1892 am bem -F r i e b e u s -- kort groß zu Bern als Fesiauftührung über die Bretter ging, nur innigste Verbundenheit und mitfühlen-des Verstehen kann ..seines Volles trüb Geschick, sein. Leiden, Dulden. Hoffett, Ningeu, sein tausendjährng tiefes Wey in seinen Tönen rviderklingou" laffc.it, tote er es in soitier Godichtsammlmtg „Kämpfen und Bn u e n" getan. Alles, alles strömte ans dein „goldenen U-eberflu ß" feines Herzens, und so. gab er diesen Titel einer Anthologie-deutscher Lyrikte. Daneben aber schildert er uns in „G an gen und Höfen"") feine Erlebniffo und Eindrücke aus der Hamburger Cholerazeit, läßt uns in seinen „Stillen Holde u*ft) wahres Märtyrertum erkennen und stellt sich uns tvt fcin-cm letzten Werke „A b o n dlen ch - t e u"^') in einer Auswahl seiner besten Gedichte selber dar. Nebelt seiner Tätigkeit als Schulleiter fand Loeweuberg noch Zeit, in Bolksbitdnngsabenden der Hamburger £ 11 c r a r i s d) e n G e - feil s ch a f t, die er in vorderster Reihe in Gemeinschaft mit Otto E r n st, Detlev v. Lilie n c x 0 n, Gustav Fa l k e, Richard D e h - mel ins Lebert rief, mir denen ihn innige Freundschaft vorbaud. bahnbrechend zu wirken. So konnte dev Senat Zu Hamburg unsenu Dichter zum 70. Geburtstage, am 9. Marz 1920, mit Berechtigung tu einem Glück wunschschreiben für die erfolgreiche Arbeit eines von deutschem Geiste beseelten Lebens herzlichen Dank sagen. -Still, wie er gelebt und gewirkst ist Jakob Loelveuberg mm von uns gegangen. Wir aber dürfen von ihm jene Worte Friedrich Th. Bischers für seinen toten Freund Berthold Auerbach sagen: „Jtt fernen Tagen wird dein Name über manche Lippen gehen, die in marinem Gespräch dich nennen und ehren und rühmen. Tu bist sterbend nicht gestorben. L c b w 0 h l, T 0 t e r! S c i g e g r ü st t, L e b e n d i g e r!" lr) „Aus der Welt des kindeg. Ein Buch für Eltern und Ergehee." Borna l'cinder, Leipzig. — '*9 „Vor .beut Feind''. Trauerfpiel in 0 Akten. (Pergriffen.) — 7) „Vom goldenen IlcbcrflattV' BoiyMnder. Leipzig. — *) „In Gangen und Höfen." M. Gtogau, Hamburg. — v) „Stille Helden." M. Glogan. Hanrburg. — 1") „Abendleuchten." M. Glogcrn, Hamburg. 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