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Central-Verein-Zeitung · 1929-02-15 · 7 (15.2.1929) · p. Seite 85

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
8 (1929)
Issue
7 (15.2.1929)
Date
1929-02-15
Page
Seite 85 (sequence 5)
Language
German
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„ralnMfche- und ^germanische" GeschlechMoral. Das Mirchen von der niedrigen Geschlechtsmoral des Talmuds ist ein Paradestück irn judenseindbchen Schla-gworLreg-i-ster. Bei den mrmöglichsten Gelegenheiten wird der Vorwurf erhoben, nach dem i Talmud „sei der Ehebruch eines Jude:: mit einer Nichtjüdin und die Schändung nichijübischer Frauen und Mädchen gestattet". Solchen Aufstellungen werden m-eiftens in Klammern die Angaben von Tal-- mudtwktccken und Seitenzahlen anaehängt. So erweckt man den Anschein, die angeführten Sätze ständen tatsächlich tm jüdischen Schrifttum. Die geschickte Täuschung gelingt; denn die breite Masse! ist nicht in der Lage, den Schwindel durch Prüfung der Zitate auf- \ zudecken, und sie hat -auch weift keine objektive Kenntnis der jüdischen j Lehre. Wahrheit sind diese. Behauptungen grobe Fälschungen, die den Sachverhalt auf den Kopf stellen. — Der Talmud stellt das Leben in allen seinen Musterungen in den Dienst der heiligerH Pflicht und der Reinheit. Er gestattet keine sittliche Laxheit, er kennt nicht den Begriff des „Sichauslebons". Jede Illegale Beziehung der Geschlechter wird als ein Verstotz gegen göttliches Gebot betrachtet. Die Verletzung der ehelichen Treue, sei es durch den Mann oder durch die Kran, sei es mit einem jüdischen oder ntchtjüdischen Partner, wird unter die schwersten Strafen gestellt. Man mag behaupten, talmudische Geschlechtsmoral sei „rigoristisch", sie sei „unmodern", -eins kann man ihr gewiß nicht nachsagen, daß sie Laxheit, Doppelmoral oder Herrenmoral gut'heiße.' Dr-e Unterstellung., der Talmud gebiete zwar Ächtung vor der jüdischem Frau, gestatte aber die Mißachtung und den Mißbrauch der Nichtjüdin, ist eine glatte Erfindung die sowohl dem. ganzen Geist der jüdischen Lehre als auch allen einzelnen Ausführungen i-n Talmud und Schulchan Aruch widerspricht. Wo gibt es überhaupt die vielberufeue „Herrenmoral"? Keineswegs im Talmud! Wohl aber bei den — „alten Germanen". Die „Deutsche Zeitung" ein gewiß unverdächtiger Zeuge bringt in ihrer Nummer vorn 30. Dezember 1628 einen Aufsatz „Die wahre Geschlechtsmoral der alten Germanen", der einem Buche des rs DiplomlandwirtZ R. Walther D u r r e entnommen ist. Darin heißt es wörtlich: „Wer unsere guten nordischen Bauerngegenden in Deutschland kennt, weiß, daß die Bauern eine »in Schande' geratene Bauerntochter 'erheblich anders beurteilen als eine geschwängerte Magd: letzteres wird nicht sehr tragisch genommen. Selbst die Bäuerin nimmt dem Bauern gegebenenfalls -einige Seitensprünge nicht allzu übel. Wer sachlich unseren Adel in seinen Auffassungen über das Geschlechtsleben untersucht, der wird bei ihm genau das gleiche wiederfinden wie bei den Bauern." Nach dem Hinweis aus andere Beispiele kommt der Verfasser zu der wichtigen Feststellung: __ „Der Kernirchatt ist bei allen diesen Fällen, kurz gesagt, der, -atz das Verhalte« des Mannes znr Frau innerhalb des Standes oder innerhalb einer Gesamtheit von gleichen anders bewertet wird als gegenüber antzerhalb stehenden Kranen oder Mädchen*). Auch die nordische Frau macht unbewußt einen Unterschied darin, bei welchen Gefchle.chtsge.nossinnen sic Eifersucht empfindet und bei welchen nicht." Darrä betont, daß die nordische Nasse in der Frühgeschichte nur die sittliche -Reinheit' von Frauen und Mädchen kenn-t, für die ge. schlechtliche Enthalt faul lei t des Mannes fehle sogar ein bezeichnendes Wort. — Die „Herrenmoral", die rnan dein tainiubtfcfjcn Judentuni an dichten will, ist also ein wesentlicher Bestandteil . . . der g e r - m a u i sch c n G e sch l e ch t s m oral! ' Die Vers ü h r ir n g eines Mädchens, das nicht dom eigenen Stande angehör!, ist n a ch j ü d i s ch e r L e h r e s ch rv e re S ü n d e, nach g c r m a - nischer Ll nschauu ri g dur cha ns erlaub t. Darro stell! fest, daß das echte nordische Weib die Doppelmoral des nordischen Vtanues durchaus anerkenne, und daß rnan die geschilderten Tatsachen immer wieder feststellen könne, wenn rnan mit offenen Augen durch die Welt gehe. Es liegt uns fern — in der Weise der Antisemiten — ein großes Geschrei zu erheben und zu behaupten, die germanische Geschlechtsmoral sei schändlich und verbrecherisch. Die Gegenüberstellung der germanischen Auffassung, wie sie in der „Deutschen Zeitung" dargestellt wird, nnd der stalmudischeu Lehre ist aber ans jeden Fall lehrreich. ' Dr. S. M. Von mts fett gesetzt. Sic S cf> v i f {t c H u n Ludensorff spricht... Lu de udorfs und seine Gattin reisen durch Mittelstädte und Großstädte und halten überall ihre Reden über die „überstaatlichen Mächte", als die sie Juden, Jesuiten und Frei« maurer bezeichnen. Auch in Görlitz sprachen beide kürzlich, nnd wir veröffentlichen nachstehend mit Erlaubnis des Versagers den Bericht, den der der Volkspartei nahestehende ..Neue Görljtzer Anzeiger" vorn 5- Februar über die Versammlung veröffentlicht, da er die Empfindungen Hundert- : taufender wiedergibt. Die Schriftleitung. „In ei neun knappen halben Jahr haben uns nacheinander die beiden deutschen Atänner besucht, die in schicksalsschwerer Zeit an der Spitze? der deutschen Heere standen. Hindenburg tarn im September, be-! geistert begrüßt von aber Tausenden und herzlich willkommen ge- . heißen, weil er für uns die Verkörperung der Treue und der Pflichterfüllung ist. Ludeudorff kam im Februar, und jeder, der ihn sehen und hören wollte, mußte bis 3 Reichsmark dafür bezahlen. In dieser Gegenüberstellung liegt Zugleich die Wertung der Leiden Männer. Während der eine im Herzen des Volkes lebt, weil er selbst ein Herz für das Volk hat und die höchste Würde im Reiche bekleidet, hat sich j sein Kampfgenosse aus großer Zeit zum politischen Wanderredner herunterentwickelt. der seine politische Ileberzeugung in klingende Münze umwertet, obwohl er vom Reiche jährlich 22 000 Reichsmark Pension bezieht. Von einer „Feierlichkeit der Stunde", von der der Leiter der gestrigen Versammlung in der Stadthalle sprach, kann imtex solchen Umstünden wohl nicht gut die Rede sein. Sie wurde es auch nicht für den, der die Geschichte der letzten 15 Jahre mitfühlend erlebte. Eine maßlose Selbstüberschätzung ist es doch, wenn Frau Ludendorff am Schluß ihrer Ansprache nnt'Pathos in die Versammlung ries: „Nur ein Name ist es, vor dem die Entente zittert, nur einen Mann gibt es. der das Volk retten kann: Ludeudorff!" Es ist leider ganz anders: es zittert heule niemand vor dem Namen? Ludeudorff mehr; er hat feinen Kredit verspielt nnd gilt in der Welt i nur als politischer Außenseiter, i'rber dessen merkwürdigen Kampf die Verständigen mir lächeln. Auch seine jüngste Affäre, die ihn mit einem Goldmacher verband, der viele Idealisten um ihr Geld brachte, - ist nicht gerade geeignet, bei einem einsichtigen Menschen das Lachen zu unterdrücken. Der Vortrag selber war zunächst eine Klage über die Zer splitte- - rung des deutschen Voltes in Parteien und Verbünde. Ans diesem Grunde ries er wahrscheinlich einen neuen Bund, den Tannenbergbund, ins Leben. Alle anderen Pariei-en und Verba ude stehen unter den Einflüssen überstaatlicher Mächte: Juden, Freimaurer nnd Kakho-; Liken. Diesen Gedanken spann er dann stundenlang,<m?. Dazwischen streute er dickes Selbstlob: „Ich stabe an der Spitze des Heeres verhindert. daß die feindlichen Heere den deutschen Grund beträte!'." — kein Wort für Hindenburg. lein Wort für die anderen Feldherren, kein Wort für das Heer der Feldgrauen. „Ich habe dem deutschen Volk gewaltige Aufgaben gestellt. 'Meine Stimme drang nicht zum Volk." Die französischen Freimaurer haben den Knieg gemacht, die Juden sind verantwortlich für Versailles, die Katholiken wollten Deutschland zerschlagen. Das ist die Weisheit, für die er sich 1 bis 3 Reichsrnark Platzgebühr bezahlen läßt. Alles, was Böses gegen Deutschland hervorgerusen hat, geht auf die drei Neunen zurück. Als Beweis verlas er obskure Schriften unbekannter Fanatiker, die die Juden selbst in der katholischen und protestantischen Kirche sitzen sehen und den Freimaurer als den Weltverbrecher bezeichnen. Schon 1890 hat ein solcher „Hellseher" eine Karte gezeichnet, die die heutigen Grenzen Deutschlands aufwoist nnd die Flucht des Kaisers beschreibt. „Ich kenne den Mißbrauch der Macht, der im Eigentum liegt", ruf! er. Ob er damit seine Goldmacherpläne meint, sagte er nicht. „Ans dem Generalstab nmßte ich 1912 auf Betreiber! der überstaatlichen Mächte ausscheiden." „Ich forderte die Ausbildung von fünf Billionen deutschen Männern, die nur 1914 fehlten." Kindlich ist es. wenn er .erklärt, das; ein falsches Extrablatt des „Berliner Lokal-- anzeigers" am 31. Juli 1914 die rnsnsche Mobilmachung im Gefolge hatte! „Weil ich wetterkämpfen wollte. hat mich der Kaiser nm 26. Oktober verabschiedet." Kern Wort darüber, daß er am 24. Oktober ein Telegramm an den Prinzen Mar sandte, daß der Waffenstillstand Der Morsen Zweimonatsschrift Herausgeber und Schriftleitung: Prof. Dr. Julius Goldstern (Darmstadt) 4. Jahrgang: Heft 6 soeben erschienen Aus dem Inhalt des sechsten Heftes: ß. Jacob: Der Beter. Michael Müller-Claudius: Rassentheorie und Geschichtsdeutung. .— Hermann Funke: Blutsbindung und Staatsbewusstsein im Werden des römischen Volkes. Fritz F r i e d 1 a e n d e r : jüdische Freunde deutscher Dichter im neunzehnten Jahrhundert (Schluss). -— Joseph Korden: Der „Diener des Ewigen*' (Der ...Gottesknecht“)» — C a r 11 o n J. H a y e s: Nationalismus und Intoleranz. — Heinrich Levy: Max Scheler, seine Lehre vom Ressentiment und seine Steilung zum ideal der Humanität. - - E. M annlieiracr: Zur Erziehung unserer Kinder. — Rudolf R. Hecht: Zur Geschichte des jüdischen Geldes in den verschiedenen Zeitepochen. — Max M e y e r h o f : Zwei hygienischdiätetische Abhandlungen des Maimonldes. — Else Meidner: Etzel Andergast, Studie zum Fall Mauritius. — Anzeigen. Zu beziehen: Philo Verlag, Berlin SW 68, Lindenstr. 13. Einzelheit 2.25 M, Jahresabonnement 12 M.

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