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Central-Verein-Zeitung · 1929-02-08 · 6 (8.2.1929) · p. Seite 74

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
8 (1929)
Issue
6 (8.2.1929)
Date
1929-02-08
Page
Seite 74 (sequence 6)
Language
German
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Ich werde das Krankheitsbild der Judenhasser, der eigentlich - acumn-n: Judenhasser (die eine so verhängnisvolle Nolle spiele:: für die Ansstachelung. des allgemein vorhandenen Vorurteils gegen die Juden) und desgleichen das Krankheitsbild der Zionisten' in einer demnächst erscheinenden Schrift „Emanzipation, Zionismus und die > geschichtliche Macht der Lüge" zu entwerfen suchen. Die „Indische Rundschau" darf wüeder kostenlos daraus abdrucken und, wenn sie Lust verspürt, sogar wieder Bemerkungen Zusehen. Tenn ob ich auch keinen Zweifel hege, das; sämtliche Zionisten ausnahmslos in nicht allzu ferner Zeit wieder gesunden, so ganz schnell dürste doch die j Gesundheit nicht kommen.! Die Gesnndgebliebenen mögen -ihnen nach bestem Vermögen Helsen, vor allein aber, sich in der Gesundheit zu erhalten und die Jugend vor Ansteckung zn bewahren. Klarheit darüber erlangen und verbreiten, w a s d i e Z i o n i st e n s ü r I u d e n s i n d. Bein: besten Willen leine gesunden Juden mit dem Gesundheitswillen aus der Tiefe, wie ihn unsere heutige Judenheit gebraucht. Schwächliche Juden vielmehr sind die Zionisten, unbesinnliche, die alles so mitgenuacht haben von der Welt utn sie her, und wie diese es ihnen eutgegentrug. Sie haben reformiert, sind liberal, sind atheistisch geworden, atheistisch ohne jeglichen positiven Ersatz und Halt, haben sich auch allermodernst ästhetisch herausgcfliert und mit der sich dünkenden und fühlenden kalt sentimentalen Kinkerlitzchenästhetik die Ethik verweichlicht. Znm Ewigen empfinden sie keine Geroalt derHinwendung: sie geben nichts den; alles fordernden Geist, und so empfangen sie nichts von der Verschwendung seiner Kraft, seiner Gnade, seiner Weisheit, seines Friedens. Nichts vernimmt ihr Ohr von dem eingestimmteu Grundklang des Judentums, voll dem durch! alle Zeiten klingenden überzeitlichen Lied des Geistes, und sie erfassen im geringsten nicht, daß des Juden Leben — schweres Leben — eine besondere Einrichtung und Ausstattung verlangt, sowie einen Takt freier Selbstbeschränkung, sich die innerliche Freiheit zu bewahren; daß in: Judescin ein besonderes System des Menschdaseins zürn Ausdruck gelangt, und daß Judefein eine selts a m s P e z irische A n f g a b e i st. Davon wollen sie nichts wissen; sie wollen Platterdings leben geuauestens wie die übrigen alle. Und über dieser ersten Verkennung ihrer realen Gegebenheit, da sie nichts verstehen weder von der wirklichen Lage der Inden in einer judenschadensrohen Welt, noch von den übrigen Wirklichkeiten dieser Welt, von den wirtschaftlicher! und politischen, werden sie ans Schwachen zu Kranken, aus Schwachen ohne den instinktiven Gesundheitswillen zu Kranken mit denn Kranklzeitswillen, und fallen endlich ihren ärgsten Feinden, den Völkischen, wahrhaft §urn Opfer, indem sie deren gottlose Assimnauten werden. Solche gottlose Juden werden sie. die d a s W n n d e r eines Staates, das ungentachte (als gelte es eine Geschäftsgründung), mit ihren ungeschickten Händen aus den: Nichts machen wollen! -- statt über das gleichfalls gottgewollt Ungemachte ihres sonderlichen Schicksals in der Welk zu denken und es zu lenken, so viel bei ihnen steht. . . Was kann ich hier noch weiter sagen? Hier kann ich nur wünschen — ein daß dereinst und ein daß baldigst. Was über das Judentum, die Judenheit und ihren einzigartig bedeutenden Kampf mein Herz weiß, das lebt in meinen Werken. Möchte es dereinst auch für die Judenheit leben und zur Erhellung schwerer Wirrnisse und Leiden beitragen. Dem Zionismus wünsche ich aufrichtig in allen Ländern die baldigste vollkommene Vernichtung. Denn die Zionisten sind es, die das Urhindernis der Emanzipation wiedergebären und aus das ärgste die Lage derer verschlimmern, die sie lieben und denen sie Helsen kommen. 'Vor allem wäre zn wünschen, daß unser Vaterland schnellstens wieder rein werde; der letzte Deutsche j ü d i sch e r . A b st a m m u n g soll wieder n n v e r f ü h r t ein D e u t s ch e r j e i n von ganzer Seele. Keiner kann Zionist und Deutscher, so wenig wie abwechselnd bald das eine, bald das andere sein. Deutsch sein heißt ganz deutsch sein und legt dem Deutschen jüdischer Abstammung die besondere Pflicht aus. voran arbeiten zn helfen am fruchtbaren Werk der Emanzipation, damit die dem innerlichen Geiste nach ganz Deutschen dies auch werden nach dem Recht! und nach der Wirklichkeit im Leben. Die Deutschen jüdischer Abj stammung wie die von jüdischer Abstammung in jeglicher Nation haben die Pflicht, dem Zionismus zu wehren; wieviel sie das unter-! lassen, so viel fehlt ihnen von sich aus an Zugehörigkeit und am Recht zu ihrer Nation. Schon hat der zionistische Einfluß angefangen zu enden: schnell würde es mit ihm ganz aus sein, wenn nicht so viele, ohne wirklich genuin zionistenkrank selber zu sein, doch immer noch zögerten, den dicken Trennungsstrich zwischen sich und den Zionismus zn ziehen. Was zwingt sie denn, auf Kosten des vermehrten Unheils in Gegenwart und Zukunft, die Konfusion in sich weiter zu dukderr und draußen zu unterstützen? Warmn zögern sie, setzen ein Bein vor. ziehen das andere Bein zurück? Wissen sie nicht, was sie doch wissen: daß über dem Zionismus nach seiner eigentlichen Bedeutung längst das „Gewesen" steht; daß die Zionisten selber den eigentlichen Zionismus bereits vergessen haben? Kein Zionist weiß mehr, woran denn eigentlich er immer noch zionistisch knuspert; drängt man ihn auch hart, ans den eigentlichen Zionismus kann er sich nicht besinnen, er geht drum herum und wieder herum, er will wohl vom Zionismus sprechen, aber nicht sagen, was das ist, Zionismus, und kann er endlich gar nicht mehr autzweichen, so bringt er schüchtern heraus: der Zionismus. wolle „allen Juden, die in ihren Wirtsländern geknechtet werden, eine gesicherte Heimstätte bieten". War nun darum all der geschreireiche Wahnwitz, der doch mit diesem Ziel auch das geringste nirfjt gemein hat? Denn was hat das Vielleicht solch eines'Wassersüppchens ge-- mein mit dem prahlerischen Fett des nationalen Zionismus? (Außer etwa noch das empörende zionistisch-völkische Restwort von den ..Wirtsländern".) Ja, wenn der Zionismus immer so schüchtern und bescheiden ausgetreten wäre, statt mit dem unerhört hohen Anfang eines Liedes, das so tief enden mußte; wenn er nicht in. aller Welt den dicksteisen Nebel über die Juden geworfen hätte, darin ihrer viele denn henke sind, was sie nicht sind, ganz wohl wissend, daß sie Zionisten unmöglich sein können, da nichts zn erblicken vor den Äugen noch zu erfahren steht, was. wie, wo. wann, wodurch Zionismus. Aber dennoch und doch — der Unmöglichkeit znnr Trotz — sind sie Zionisten des Nebels und der Konfusion. Ich weiß nicht zu sagen, ob das den Juden zum Trost ihres Unglücks gegeben, oder ob es, wie ich eher glaube, mit unter ihr großes Unglück gerechnet werden muß: daß Phantome von jeher eine größere Macht über sie besaßen als über .die anderen Menschen. So auch ist unser Zionismus das hilflose Hängenbleiben der Juden an einem Phantom, nein, an einem Wort, das einmal da ist; an einen: ungültigen Wort, das heutigen Tages schon auch selbst dein Wahne nicht mehr gelten kann. Gebannt sind sie, nicht durch eine fixe Idee, durch ein fixes Wort; und der Zionismus gleicht schon bald einer Religion, an die viele nicht mehr glauben, ohne doch die ihnen unentbehrlichen ungeklärten Gefühle von ihr lösen zn können, zu können. E ü B A S ei d a E u In u b b l! u I ri Die Tagung öes preußischen j ' LanÄesverbanües Mischer Gemeinöen. j * Der Preußische Landesverband jüdischer Gemeinden hielt mu 3. und 1 } 4. Februar d. I. seinen 5. Verbandstag ab. j; Im vergangenen Jahre hatte er — wie der Vorsitzende, Rechts- 1 anwalk Stern (Berlin), eingangs erwähnte — schmerzliche Verluste: j Rabbiner Dr. B r a u n s ch w e i g e r (Oppeln), der in schwerster Zeit ‘ im bedrohten Oberschlesien aufrecht für Deutschtum uud Judentum! kämpfte, Dr. C v h n (Krefeld), Justizrat H o l z, der Führer der Gef 1 nteinbc Königsberg, und Rabbiner Dr. Löwe n t h a l (Berlin) weiter:; nichts mehr unter den Lebenden. K S a ch i i ch teil der Beratungen war der Wunsch des ersten Red- V ' ners znm Etat, ein Wunsch, der volle Erfüllung fand. g Der Preußische Landesverband kann nicht wie andere öffentliche 8 Körperschaften die Einnahmen nach dem Bedarf der Ausgaben be- I stimmen, sondern er muß die beschränkten Mittel, die ihm von: Staat 8 und von den jüdischen Gemeinden zuftreßen, so verteilen, daß sie die 8 , beste Verwendung zum Wohl des preußischen Judentums finden. Dies 8 ist ihm gut gelungen. Dank der Arbeit des Rates und des Verbands- 8 1 tages weist der neue Etat schöne Fortschritte ans. A " So konnte der Posten ,,A u s b i l d u n g v o n Lehr e r n, K an- 8 koren und S ch ä ch t e r n" eine beträchtliche Erhöhung erfahren. I Von besonderer Bedeutung ist die zn diesem Punkte beschlossene Be- | stimmung, daß die Errichtung von Anstalten abgelehnt wird, in denen j Schüler ohne volle Reise zn Religionslehrern und Kultusbeamten ausf gebildet werden. Die für Beamte notwendigen Mittet sind auf nahezu das Ursache, die für Bezirksrabbinate aus das ll^fache des vorzährigeil Satzes! erhöht worden. Erfreulich ist, daß eine ursprünglich als einmalig gedachte S o n d e r b e i h i l s e für O st p r e rr sz e n auch in diesem .Jahre wieder für diese durch ihre Lage so bedrohte Provinz aus- § geworfen werden kann und daß die für Jugendpflege und 8 Vport bewilligten Posten eine wesentliche Erhöhung erfahren. 8 Das so bedeutsame Kapitel „W o h l s a h r t s p s l e g e" ließ sich | von 130 000 Mark auf 180 000 Mark erhöhen. Darunter befinden 1 sich 30 000 Mark als Zuschuß zur Errichtung einer j ü d i s ch e n A r - 1 b e i t e r k o l o n i e, die dazu beitragen soll, den Wanderbettel der- - schwinden zu lassen und für entlassene Strafgefangene die Brücke zum | bürgerlichen Leben zu bilden. I Ersparnisse werden erzielt an den Verwaltungskosten. Einhelliger | Wunsch der Versammlung ist es. diese noch weiter zu senken. Aus diesen: Grunde wurde der Rat ersucht, anläßlich der Vorlage einer Revision der Verfassung besonders daraus hinzuwirken, daß der Körper des Landesverbandes, der heute neben dem Verbandstag aus einem Mopsigen Rat besteht, verkleinert wird. - Von weiteren finanziellen Angelegenheiten war wesentlich der Beschluß, eine S am'me l'a n le-i h-e anfznnehmen, um solchen jüdischen Gemeinden und Organisationen, die die Gewähr für Sicherheit des Kapitals und des Zinsendienstes bieten, aber zu klein sind, um allein eine Anleihe ausnehmen zu können, Kapital zu beschaffen. Des } Sied lungswewkes des „Reichsbu ndes jüdischer ) Frontsoldaten" wurde ebenfalls gedacht. f - Eingehend wurde die Frage der A n e r k e n n u n g d e s L a n d e sl v e.r b a n d e s durch die Staatsbehörde n behandelt. Lang- 1 jährige Verhandlungen mit diesen haben leider noch immer nicht zu der I so gewünschten Anerkennung geführt. Einstimmig wurde folgende Ent- | schließ u n g gefaßt: „Der V e r b a n d s t a g g i b t m i t Nach- I druck s e i n e R ech t s a u s s a s s u n g d a h i n k u n d. daß nach ß dem klaren und eindeutigen Wortlaut des Ar-? tikels 137 der R'e i ch s v e r f a s s u n g der Preußische z -L-.a n d e s ve r b a n n d j ü d r s ch er Je m et n d e n bereits die Rechte einer Körperschaft des öffentlichen R ech t 3

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