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Central-Verein-Zeitung · 1929-01-04 · 1 (4.1.1929) · p. Seite 5

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
8 (1929)
Issue
1 (4.1.1929)
Date
1929-01-04
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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5 Unseren Nitglieüern zur Nacheiferung. Hermann Esser über die Verbreitung ver nationalsozialistischen Presse. Bei dem achten Münchener Zenkralsprechabend der Nationalsozialistischen Partei hat, wie der „Völkische Beobachter" in einem spaltenlangen Artikel berichtet, Hermann Esser über die Ausdehnung der nationalsozialistischen Presse und die Entwicklung des Parteiverlages detaillierte Ausführungen gemacht. Diese Darstellungen sind für unsere Leser von doppeltem Interesse. Denn sie zeigen einmal gegenüber dem Geschrei der Nationalsozialisten über die angebliche verbildete deutsche Presse, welchen Umfang die nationalsozialistische Parteipresse angenommen hat, und sie beweisen ferner, wie die nationalsozialistischen Anhänger ihre Verlagserzeugnisse unterzubringen wissen, und wie reiche finanzielle Mittel ihnen aus Parteikreisen zur Verfügung gestellt werden müssen, wenn sie derartig große Auflagen Herstellen und verbreiten können. Esser berichtet: . . . Wir haben heute 31 Preffeerzeugniffe, darunter „Völkischer Beobachter", „Illustrierter Beobachter" und der „Nationalsozialist" als Wochenblatt, sämtlich im Parteiverlag Franz Eher Nnchs., außerdem ab 1. Januar 1929 im gleichen Verlag den „Akademischen Beobachter" für die studierende Jugend. . . . . . . Die Feinde unserer Bewegung haben ihr Ziel nicht erreicht. Die Entwicklung unseres Parteiverlages hat mit der Entwicklung der Bewegung Schritt gehalten. Aus dem Jahrbuch der Deutschen Sozialdemokratie vom Jahre 1926 geht aus dem Geschäftsbericht über den Parteiverlag der Sozialdemokratie I. H. W. D ie tz Na chf. G. m. b. H. in Berlin hervor, das: dieser sozialdemokratische Parteiverlag im Jahre 1926 weniger Bücher berausgebracht hat als unser Verlag. Auch die Auflagen der vom sozialdemokratischen Verlag herausgebrachten Werte reicht nicht cm die Auslagen unserer Verlagswerke heran. . Unser Parteiverlag Franz Eher Nachf. hat bis heute 61 Derlagswerke mit einer Gesamtauflage dort 414 490 Exemplaren herausgebracht. Unter den Verlagswerken befinden sich die bedeutenden Bücher, wie: Gesamtauflage Adolf Hitler, Mein Kamps, 2 Bände 33 000 Feder, Der deutsche Staat 20 000 Die nationalsozialistische Bibliothek 50 000 Rohm, Die Geschichte eines Hochverräters 5 000 Bangert, Gold oder Blut 6 000 Büchner, Dämone der Wirtschaft 3 000 Das nationalsozialistische Jahrbuch 20 000 N-S.D.A.P.-Standartenkalender 16 000 Deutsche Revolution von Otto Bangert 3 000 Das Buch Isidor von Dr. Goebbels 7 000 Alfred Rosenberg, Dietrich Eckart, Ein Vermächtnis 3 000 Esser, Die jüdische Welrpest 5000 Der Rest verteilt sich auf Kampfschriften, imc: „Die Dolchstotzdokumente", „Der völkische Staatsgedanke", „Katholizismus und Judentum", „Der Bolschewismus von seinen Anfängen bis Lenin", „Die Südtiroler Frage", „Deutschlands Auszehrung von Versailles bis Genf", „Manifest zur Brechung der Zinsknechtschaft", „Adolf Hitler und seine Bewegung" usw. usw., die in Auflagen von 10- bis 20 000 Exemplaren abgesetzt wurden. Fast alle diese Auflagen Wurden bis aus kleine Nestbestände verkauft. . . . . . . Dadurch ist die Existenz unserer Zentralorgane gesickert, und mit der fortschreitenden Entwicklung ist auch deren Ausbau und deren fortgesetzte Vergrößerung nur eine Frage der Zeit. Schon am 1. Januar wird unser Verlag den „Völkischen Beobachter" dergestalt vergrößern, daß der Reichsausgabe unseres „V. V." ein Beiblatt beigesttgt wird. . . . Unsere Leser mögen aus dieser Aufzählung entnehmen, wie wichtig es ist, daß sie uns zu jeder Zeit und mit allen Mitteln unterstützen, damit wir in der Lage sind, die Abwehr gegen die nationalsozialistische Presseslut tatkräftig zu leisten. wer hat die russische Revolution bezahlt! Eine Erklärung der Alliance Israelile Universelle. „Der Deutsche Jäger", eine Zeitschrift der Jagdbeflissenen, veröffentlicht einen Roman „Sibiriens Recht und Rache" aus der Feder von Egon von Kapherr. In der Fortsetzung des Romans in Nr. 43 des 50. Jahrgangs findet sich der Satz: „Man munkelt allerlei, man sprach von einer Lasterhöhle, die MoskauerKaufmannschaft, die zu solide war, um dort zu verkehren, regte sich ein wenig ausdoch selbst der Chefredakteur der „Russischen Fahne", eines streng morrarchistisch-nationalen Blattes, ging ahnungslos hier ein und aus, denn er wusste rückst, daß dieses Geschäft mit Geldern der marxistischen Parteien Europas gespeist U>av und daß die Teilhaber Ordshenilrdses als Sozialrevolutionäre ihre Gelder von der Alliance Israeli tc Uni vor seil cs der geschworenen Feindin der Monarchie und Rußlands,- erhielten')" I Von uns ststt. Die Schrikrltg. Obschon wir wissen, daß die Alliance Israelite Universelle eine rein humanitäre Gesellschaft ist, die mit Politik nichts zu tun hat, haben wir ihr dennoch diesen Satz mit der Bitte um Stellungnahme vorgelegt; sie ermächtigt uns, nachstehende Erklärung der Oeffentlichkeit zu übergeben: In der Fortsetzung seines Romans „Sibiriens Recht und Rache", den die Zeitschrift „Deutscher Jäger" in ihrer Nummer, vom 25. Oktober 1928 veröffentlicht hat, war die Behauptung aufgestellt, daß die Alliance Israelite Geldmittel zur Verfügung gestellt habe, um die revolutionäre Bewegung in Rußland zu unterstützen. Obwohl es sich hierbei nur um ein Erzeugnis dichterischer Phantasie handelt, könnten doch derartige Behauptungen bei schlecht unterrichteten oder übelwollenden Lesern Glauben finden.' Es erscheint uns daher angebracht, zu erklären, daß die Alliance Israelite, die weit von jeder einseitigen, besonders von jeder parteipolitischen Stellungnahme entfernt ist, niemals irgendeine Partei, sei es in Rußland oder anderswo, mit Geldmitteln oder sonstwie nnterstiitzt oder gefördert hat. Die in dem oben genannten Werk ausgesprochene Beschuldigung ist eine reine Erfindung und Verleumdung. Das Warenhaus. Was wird aus dem jüdischen Mittelstand? Von Dr. Felix Goldmann (Leipzig). Der Artikel/den Dr. Kurt Zielenziger in „C V.-Zeitung" Nr.-50 vom 14. Dezember veröffentlicht, weist nach, daß das Warenhaus neben der Großbank und dem Jndustriekartell lediglich ein Exponent der modernen wirtschaftlichen Entwicklung ist, die sich nach ihren inneren Gesetzen ganz unabhängig von allen konfessionellen Einflüssen vollzieht. Als Beweis führt er an. daß durch die'Ausdehnung der Warenhäuser der jüdische gewerbliche Mittelstand genau in dem gleichen Maße leidet wie der nichtjüdische.' Diese Schädigung geht aber in Wahrheit viel weiter, als man gewöhnlich ahnt, und Aufgabe der folgenden Bemerkungen null es sein, andeutungsweise einen Begriff davon zu geben, wie sehr die Umgestaltung der wirtschaftlichen Verhältnisse von heute, als deren deutlichstes Ergebnis das Warenhaus erscheint, die inneren Lebensmöglichkeiten des jüdischen Dolksteils in ihrer Tiefe berührt. Seit Jahrhunderten geht des Juden Sehnen auf wirtschaftliche Selbständigkeit. Es ist, als sei er ein ganz besonders befähigter Träger des individualistischen Systems in der Wirtschaft, und eine genauere Untersuchung der seelischen Struktur des Juden, die freilich hier nicht vorgenommen werden kann, beweist, daß dies tatsächlich seinem Wesen entspricht. Der Traum des jüdischen Lehrlings ist es, ein paar Jahre als „junger Mann" in einem Geschäfte tätig zu sein, dann einige Zeit als Reisender zu wirken und schließlich sich zu „etablieren"! Das Selbständigwerden bedeutet im allgemeinen ein Doppeltes. Den kaufmännischen Fähigkeiten ist freie Bahn geschaffen, die Unternehmungslust kann sich betätigen, und damit ist zugleich der Weg zu einem relativ größeren Einkommen eröffnet. Die Selbständigkeit ist bis in unsere Tage hinein das typische Ziel des jüDtfdf>eu Kaufmanns gewesen, das allen seinen Kräften und Ideen Entwicklungs- Möglichkeiten bot und ihn durch das Bewußtsein dieses Könnens zufrieden machte. Das Zeitalter des Warenhauses hat diese Zustände gründlichst geändert. Die Entwicklung, die sich früher im Bankgewerbe für kleinere Kreise der jüdischen Bevölkerung vernichtend erwiesen hatte, geht — besonders stark nach dem Kriegsende — für die große Masse des jüdischen Mittelstandes ein. Der jüdische Bankier mit seiner Initiative und seiner Unabhängigkeit ist ja fast ganz verschwunden. Er hat sein Geschäft, wenn er nicht erdrückt werden wollte, an eine der Großbanken verkaufen müften, die es als Filiale fortführt. Und, abgesehen von einigen führenden Persönlichkeiten, die au Zahl gar nicht ins Gewicht fallen, ist der Jude aus dem Bankgewerbe ausgeschaltet. Dort, wo er noch ein Unterkommen gefunden hat, ist er Beamter mit streng vorgeschriebenen Befugnissen und geringen Zuknnftsausstchten. Aehnlich wirkt das Warenhaus für die breiten Massen. Weniger füllt ins Gewicht, daß Existenzen vernichtet werden, obwohl jeder in der jüdischen Fürsorge Tätige die hundertfach sich wiederholende Tragödie vom selbstständigen Kaufmann kennt, dessen Geschäft nicht mehr kon-- kurrenzfähig ist und eingeht, so daß er Stellung sucht, ohne sie zu finden, und sich schließlich mit mehr oder minder zweifelhaften Vertretungen mühsam durchzuschlagen versucht. Viel wesentlicher, ist, daß Tausende von vornherein auf den Versuch zur elb ständig machung verzichten müssen. Sie werden für die Dauer Angestellte des Warenhauses oder des Konzerns, und ihr Lebenskampf konzentriert sich auf den Wunsch, daß sie eine etwas gehobene Stellung erlangen, d a ß sie ihre P o s i t i o n sich a u ch Dieser Auflage liegt die Beilage „Von deutschjüdischer Jugend“ Nr. 12 vom 21. Dezember 1928 bei.

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