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Central-Verein-Zeitung · 1928-12-07 · 49 (7.12.1928) · p. Seite 689

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
7 (1928)
Issue
49 (7.12.1928)
Date
1928-12-07
Page
Seite 689 (sequence 9)
Language
German
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SS9 thAP, JNaSirfldies lut II Fschinjer V e rs an d s t e 1 lef Berlin SW XI, ßchöneberger Strasse 16a. Telefon: Lütxow 8260/61. Bankhaus von Haber in Karlsruhe. Das Bankhaus Ladenbürg in Mannheim hatte an der Gründung der Badischen Anilin - und Sodafabrik, der Mutterfirma des machtvollen Chemietrusts, rühmlichen Anteil. Zn der bereits erwähnten Zweiten liberalen Aera war die Negierung beflissen, die Gleichberechtigung der Juden in die Tat umzusetzen. (sie wurden Staatsbeamte und zogen in Parlamente und sonstige Körperschaften. Großherzoy Friedrich I. ernannte den Juden Ellstatter zum Finanzminrster. Nach dem Kriege 1571, an dem auch viele badische Inden teilnahmen, hat die von Norddeutschland ausgehende zudenseindliche Bewegung auch auf Baden übergegriffen. Sie fand aber, dank der Sorge der Negierung und der Ablehnung durch den Eroßherzog, verhältnismäßig geringe Verbreitung. Das Buch gibt ein Bild von all den Einrichtungen und sonstigen Organisationen, die im Interesse jüdischen Lebens in Baden entstanden sind und heute noch segensreich wirken. Es steckt unendliche Mühe und aufopfernde Arbeit in diesem Werk, das aus einem tiefgründigen Quellenstudium heraus entstanden ist. Eine Fülle von Material ist verwertet, aber trotzdem ist der Stoff so anregend zufammengestellt, daß die Lektüre des Buches wahre Freude macht. Alles in allem: Das Rosenthalsche Buch ist ein vortreffliches Buch, das in keinem jüdischen Hause in Baden fehlen sollte. Dr. Josef Weil (Karlsruhe). vom „Morgen". Kritisches und Anregungen von Dr. Ernst Heinrich Seligsohrr. Wenn eine Zeitschrift wie der von Professor Gold st ein herausgegebene „Morgen"*) heute unter Anteilnahme einer großen Leserschar mitten in ihrem 4. Jahrgang steht, so zeugt allein diese Tatsache davon, daß der „Morgen" nicht dem Augenblicksbedürsnis einer, kleinen Gruppe von Persönlichkeiten entsprang, sondern ein wichtiges Glied im deutschen Judentum und überhaupt in der deutschen Kultur geworden ist. Dieser Erfolg aber ist bemerkenswert in einer Zeit, in der der Zeitungsartikel zur Bezugsquelle für politische und weltanschauliche Neuerungen geworden ist. in der das Schlagwort so viele Nichtjuden zu offenen oder versteckten Judenseinden gemacht hat, in der einige billige Phrasen, die Deutschtum und Judentum betreffen, so manchen Juden seiner Verantwortung entheben. Tenn der „Morgen" fordert — auch vom Leser — Ernst, Gründlichkeit und Vorurteilslosigkeit. Deshalb findet man in den bisher erschienenen vier Heften des 4. Jahrgangs vornehmlich Abhandlungen, die dem geistigen Aufbau unserer Zeit dienen sollen.' Das Chaos der rastlos-besinnungslos strömenden Gegenwart wird von Margarete Susmann (4. O-est) erfühlt. Sie glaubt, dem Menschen von heute fehle das Todeserlebnis, von dem aus das Leben als Geschöpflichcs, Gegebenes empfunden und gedacht werden muß. Erst wenn in allem Handeln der Gedanke an die Sterbesrunde wach sei, konnten neue Formungen an Stelle der niedergebrochenen, die Gesetz und Sitte schufen, gebildet werden. Anders, wenn auch in gleicher Richtung, versucht Th lebe r g e r die „ungetellie Wirklichkeit unserer geistigen Existenz von einer zentralen Warle aus zu betrachten". Seine Scheidung des hellen, des dunklen und des erweckten Menschen in uns entspringt der Einsicht: daß die Erkenntnis des Seins nicht nur aus wipenschastlicher Betrachtung, sondern euch aus den wirklichen, den „Ideen" oft widerstreitenden Erfahrungen zu schöpfen ist. Neuartig versucht Erich Unger (Heft 3) unter Hinweis auf ein Work Oskar Goldbergs das Wesen des Mythos zu erschließen. Noch stärker als diese allgemein-philosophischen Abhandlungen stoßen Aufsätze, die etwas „Jüdisches" behandeln, zu Neuem vor: so vor allem Nosenzweigs Bemerkungen über die Einheit der Bibel (Heft 4), die mit wenigen, immer am konkreten Beispiel orientierten Sätzen neues Licht *) Philo-Verlag, Berlin SW 63, Lirröenftraße 13. fmr\r\ n h ifn IM U UNil ," KIPla£GKimw¥ DljSHIS I&[ls?aLJ& ri{.I»■[•M;rfj;. ■• - ..! p■i Preisträger la nskssla* MS gsständischea SMoksWEsssslbea i!eiwgr«yerli Lliiiengesellschaff, firiiils Bilif Iler Sfiiwer, Stettin Äüsittije Hüdoäf Usase, Anxeigen-AnsEhree tär sMmtüche Zei^ingens Deutschlands end des Auslands, Berlin LV»' 19. Zenstalsrner Straße 46 — 49, Bielefeld, Bremer^ Breslau, Che:nrütz, Dresden, Düsseldorf, Erfurt, Frankfurt s. M., Hullr (Saale), Hamburg, Hannover, Karlsruhe, Köln o, Rh., Leipzig, Magdeburg, Mannheim, München, Mmderg, Stuttgart, Wiesbaden, Arnsierdam, Barcelona, Dafel, Belgrad, Bude-peft, Bukarest, London, Mailand, New dort, Paris, Prag, Warschau, Wien, Zagreb, Zürich.

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