Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 7 (1928)
- Issue
- 45 (9.11.1928)
- Date
- 1928-11-09
- Page
- Seite 631 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 84% known words query
- IRI
…/2277379-2277781-2277826--04855-2285518- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
631 Eine Brücke Ende des UWmZWS - 'Mang der Dndenherrldialü 90 MeE» «tr «, *ct Jxoci p-r-Lr». W kirr« wn kr» «*Ä kMe» «s? 6ns» kr kpt%- frrtfiiljjf rti fr ries Qn*Qae> «Li ri«, Doürrr^s, kr r» k-kL W« krkl «o« »2,7 €inc Judenberrscfiaft! fk MnHjtiti ön 3uka ta ka Irs-LI-psr, «er N-L D» «rkÄV--, « kr Xr&sU&. tptm rv W*» 80*,v Sit D<rKü^Hi-V kr ‘iir-s.es Sracikmicj j»t (WcKkw-afrcc* Hr l‘/,V# Wgen auf! ft«3«r*4f*. 35f fcrest Ci Siatusr». RUKffldcs. *tr feil *iä frtivPiir^ xer Trsst Der d« « mthm U Lrrrrr, Ä vrrcL gwise» —- Cßr. Wer fcfii ski b Cc cBüta rÄiLrrLL§!7 — Üf ZsLL Ü«r bä te 6m Rsiüsti «4 Sc&t&ss&ti |«kki? — $U Zrdm. DrKLi flirrt« 6L-m &« eurüm^rr^rm tef Ita Scbctxfigribn i«c$&2J7 ©<r bst tos. srstx&a r!r rerrrrrrrm er au feeetr vfe&r tu grsi-41? Dies« EtkH rrgtmr* »v, LsLnr «5m IsL-rrf: frpsssra? ßn* -Er HtZe. vr fi«J SikR, ^bf4, 3«kJ 6bc«. »erstd«. Dr. Sr'nfn’». €^xfa~3. T»-«d C*r*. S»*s. vr. S:r?*. fc^csSn«, vr. 6c«. CssMkrt B.J.I8L »>a. hak» dir Rrz'rrsag as fA fmfca. LrH ja k» e*2ctrarila fä^r* S^r* da» D«, »aL kr, Dir, 3c!?« Ua3 fecks d-se ßr-r- «» kr Fr-ctt srkLL. L- S: R--cLkr hrLr, Ar k, Losnrz«. ata kr Ni-ic « kr fjatS i» Jrss^aöcJx* kr K-L-rk». ELr-^ch-s tzxrru^rr-z.'rißeo. ItErrk^ *fc «Sk, «ta «ta fr«» S*a «ch VS3 kfesras, --?» r» ^aam «kref Scöst Dilch fchirchjr, d»?r Lrvs tt* 5r.Äf!*a? *» $rn* Ecüka «f rki «fr*==Bk tsj kr ftdrlchnr 33t:^mi ba Cr!jrrt?rrt<as^sfr ca t/pak^fei. bya rr fagb. fcc| et Crsrgnirt gehrL« b da» Sütrriaf Li-fi^r p «tzn-nr. fces es-r .iek^rrr^« e-r» k, Stiels §t5s.ss»S »serk» Ri. Ifilae Derö-^chakj befe» SUkricSs eirk 6c*s 5^^ dcZ «-- k- S-k, «f k, Etr-^, "^Sjjj. Tr kbaurrte, tcj P« (Ke Geka) kB SsL:5 p feefra Sisirrsl §r~k» HL2rA t-i js tirjer faaerftü tcr le |ft«5i<tr. »rrrs €iej di« ria^if SrC*»f kr 2»kta TnZ&tt* §rsex* Drrseze« .8 Nr ei-rk-nr^ der Ii«tukT<»Küai k^rsa ««zraJIj. ra ^fearr «ZenB tzsit» R| «Bferrr ©efüsasj ta Nr Srjlrrar^ diar^^kUrge» Usjn ßsjss^soert E^S Ida. vsulrrWnü den Deutschen. Wer >M lei fc6sadc£&jEa 3cfJak» «ü-r »es» ea»ntsa£cM - sai cd «s» «tdat* «S kr.J4sdS GSesLsZL?Lm» Zosexh KLLLrr, VsLk-S4t«:err, He-xiAr. L-M-rMzkSsrd-r Zssexh &ditr, LrrLs-T^c^k. FrirLtTch D2^»Ar. » Mwsc»aÄr Erich KzmrLttz, Derl-r'..FrirLeLr-. k^L>r. t Das erste judenfeindliche Flugblatt nach der Revolution /9/9» </cs den grossen „völkischen Kampf* cudeilele. Man ersieht darem^ dass sofort, nachdem der cm /. August 19!4 proklamierte Burg* friede durchbrochen war, der Judenhass slar\ai Ausdruck nach aussen fand. Die Unterzeichner gründeten alsdann den ^Ausschuss für Volksaufklärung'* in Berlin und übenchivemmlen Reichshcupistadi und Reich mit ihrem Material. Bei den Unruhen der ersten Republik)ahre sorgte der Ausschuss für den notigen Antisemitismus. Später wurde er von den Behörden aufgehoben. (Fortsetzung von Seite €30.) Airs der Rede von Heni^iette May: . . Deutschland fyxt eine Niederlage erlitten. Ader nach unserer festen Uoberzeuaung wird es, wenn es alle ihm zu Gebote stehenden Kräfte zusammerrfaßt. bald wieder zu den führenden Nationen des Erdballs zählen. Mit festem EcLritt, mit würdiger Zurückhaltung aber mit inbrünstiger Liebe tmÜ)t sich die jüdische Jugend ihren Mitbürgern: Nehmt uns hin. verfügt über uns mit unseren Fehlern und mit unseren Dorzügen, macht euch unsere besten Kräfte nutzbar.* Aus der Rede von Dr. Hildesheimer: . . Echaut auf uns, auch wir gingen nicht Zugrunde, und uns nahm man noch mehr als euch. Unser Idealismus hat uns hochgehalten, der Glaube an uns selbst. Und iveil wir den Glauben nicht verloren an uns, an den gerechten Gott, an die Menschheit und an die Zukunft, darum leben wir. Und Deutschland wird leben, wenn es uns Juden hierin uacheisert.* Aus der Rede von Eugen Fuchs: ..... Schlimmer als der äußere Feind, erscheint mir der innere Zwiespalt, der Bürgerkrieg. Bewahren wir den inneren Frieden. Ein Volk, das einig isch in dem Freiheit und Rocht herrschen, wird und kann nicht untergehen . . . Wenn wir nach Einigkeit, Rocht und Freiheit streben, dann werden wir uns selbst erheben und unser Streben wird dem Vaterland, der Judenheit. der Menschheit zum Segen gereichen. Wir werden durch Nacht zum Licht kommen.* In der Nummer 11 der Zeitschrift ..Im Deutschen Reich* vom November 1928 finden sich in dem Leitartikel „Umwälzung und Kriegsende* die folgenden Sätze: .Ln der Erscheinungen Flucht gibt es einen ruhenden Pol: Hindenburg. Wer kann crmesicn, mit welchem Schmerz er das alte Kaiserreich und das alte Preußen Zusammenstürzen sah? Was ihm. dem alten General, heilig war. sah er beiseite geworfen. Doch er stellte sich nicht verbittert und schmollend beiseite, Tie Liebe zum Volk, zum Volk:Heer, sein Pflichtgefühl waren größer. . . Ein Pflichtnwnfch ein Mann von wahrhafter Größe und Würde und Bescheidenheit. zwischen Altem und Neuem.* Des Bild, das damals von der Persönlichkeit Hmdenburgs in unseren Blättern entworfen wurde, hat sich in einem weit höheren Umfange beivahrheitet, als man es zu jener Zeit annehmen konnte. Und wenn wir heute die Reden von damals der Vergangenheit entreißen. so geschieht es deswegen, um zu zeigen, daß der Glaube an unsere deutsche Heimat in unseren Reihen in keinem Augenblick erschüttert wurde. Der große Kampf an der Ruhr. Um das Schicksal von Hunderttausenden von Volksgenossen. Durch die Aussperrungen der Arbeiter am 1. November, die der Stahlverein im Ruhr- und Rheingebiet vorgenommen hat, sind hunderttausende Deutsche in eine Lage voll Not und Sorge geraten. Noch leben die meisten der Arbeiter von ihren Löhnen. Näh fließen die Unterstützungen der Gewerkschaften, aber bald werden die Kassen erschöpft und die Magen leer sein und die grausige Frage, woher Brot nehmen für Frau und vor allem für die Kinder, wird manchem Arbeiter das Herz zermürben. Vor kurzer Zeit veröffentlichte ein baltischer Graf. Alexander Stenbock-Fermor, seine Erlebnisse als Bergarbeiters. Als Student einer technischen Hochschule arbeitete er ein Jahr lang wie der gewöhnliche Bergarbeiter in der Tiefe, lebte mit seinen .Kumpels* im Holzschuppen, und das gerade, als die Jnslation aus dem Höhepunkt srand, gerade während längere Aussperrung die Bergarbeiter traf. Vor kurzem ertönte das Schreckenslied vom Hunger der Waidenburger Bergarbeiterkinder in den Spalten einer großen Berliner Tageszeitung. Die Leser waren erschüttert. Wie würde es sie erst ergreifen, hörten sie aus den schlichten Worten des politisch rechts eingestellten Bergarbeitergrafen, unter welcher ausdörrenden Pein die Bergarbeiter an Rhein und Ruhr ihr Leben kärglich fristen und lvie dann^der Ausfall des Arbeitslohnes durch die Aussperrung das Hungergefpenft in die Bergarbeiterwohnungen treibt. Gewiß hat dieser gewaltige Kampf an Rhein und Ruhr nichts unmittelbar mit den Aufgaben der „C. V.-Zeitung* zu tun. zumal die Bergwerks- und Hüttenbesitzer gerade in diesen Teilen Deutschlands kein jüdisches Blut in ihren Adern haben. Aber wie deutsche Freude in unsere Herzen zieht, wenn Luftschiff „Graf Zeppelin* in technischer und menschlicher Meisterleistung zweimal über den Ozean zieht, 5o fühlen wir die ganz besondere Schwere der Vorgänge, die töte an Rhein und Ruhr in diesen Tagen gemeinsam mit Mllionen nichtsüdischer Volksgenoffen und hoffen innig, daß bald Friede und Derständigung im Reiche der Schlote und E^en einzieht. Meadmiral M\ legen die MedhoMMnugen. Im Verlauf unserer Aktion gegen die Fricdhofsschändungen haben wir eine Reihe von Zuschriften hervorragender Persönlichkeiten aus Kunst, Wipenschaft und Politik erhalten, die sich alle mit Enffetzen von diesen Derbrechen abwenden. So schreibt uns Bizeadniiral a. D. Dr. Karl Gal st er: Die Friedhossschändungen durch Hakcnkreuzler und deren antisemitische Gesinuungsgenopen und die rohen Gewalttätigkeiten mit Schlagringen, Nlesicrn und Fäusten gegen friedliche Bürger, die ohne jeden Anlaß nur überfallen wurden, weil sie Juden waren oder für solche gehalten wurden, verurteile ich aufs schärfste. Sie sind eine Schande für diejenigen, die sich dazu hergeben, und ein böses Spiegelbild christlicher Moral. Das Gräberschänden in der Nacht und das Uebersallen Wehrloser sind rohe und feige Handlungen, die dem Deutschtum zur Unehre gereickM. Indem einen: fanatischen Haffe gegen das gesamte züdis3)e Volk dadurch Ausdruck gegolten wird, wenden sich die Friedhofsschänder lrud Rohlinge aber auch gegen den Teil der jüdischen Dtitbürger, der seit Jahrhunderten in Deutschland heimisch ist, in weitem Btatze deutsche Denkweise, deutsches Heimatgesühl öK'QCiiounnen hat und geistig :rnd durch sein Organisationstalent materiell zum Hochkommcn des deutschen Volkes viel beitrug. Die jugendlichen Verbrecher l^ben dafür zu büßen, daß sie sich ganz in die Gefolgschaft einer sich national dünkenden, aber skrupellos hetzenden, zersetzenden und deshalb der deutschen Nation schadenden Prene begeben traben, der jedes Ce reckst i gke: t s #:) ü hl und das politische Verständnis dafür fehlt, daß alle in Deutschland vorhandenen Kräfte ohne Ausnahme zum Wiederaufbau des Vaterlandes dringend nötig sind. Sie hal>en zioersellos keine Ahnung, daß neben dein, was jeder Deutsche ablchnen wird, auck) recht viel Gutes steht. Sie werden nicht wissen, daß das tief enlpsundeue Flaggenlied ein Jude (Robert Linderer) gedichtet hat und für das viel gesungene Loreleylied das gleiche gilt. Die Rolstreitsverbrrchen überhaupt sollten zum Schutze des friedlickren Bürgers neck) bedeutend strenger bestraft werden, als es heute der Fall ist. *) Graf Alerand-r Stenbock.Fermor: „Meine Erlebnisse als Berzaröritrr* Verlag Engrlhorn, Lruttgart, 192$.