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Central-Verein-Zeitung · 1928-11-02 · 44 (2.11.1928) · p. Seite 623

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
7 (1928)
Issue
44 (2.11.1928)
Date
1928-11-02
Page
Seite 623 (sequence 7)
Language
German
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623 ii 2 t; I I 3 .* i -5 4) ) U i, - 1: pejus, von Heuchlern im Hohen Rat. aber auch innige Gebete voller zuversichtlicher Energie des Glaubens, der auch inmitten alles Elends der Zeit Gott Zn Preisen ^vermag, Denkmale jüdischer Frömmigkeit. Geschichte am ürd die alle von Gott geschasfen und geprüft und unter dein Ringe seiner Rechten stehen. Und so folgen weiter Eeschichtsapokalypsen, die Apokalypse Abrahams mit der Offenbarung, die Abraham, aus einer Opsertaube in das siebente Himmclsfirmament gehoben, vor Gottes Feuerthron empfängt. In der Apokalypse des Baruch spricht sich der tiefe Schmerz um die Zerstörung Jerusalems aus, das nicht von Menschen, sondern durch Engel Zerstört wurde. Und erst als die Maliern gefallen waren, erschallt der Ruf, die Feinde möchten eindringcn. Doch die große Wende der Zukunft steht bevor. Aber auch ruhigere, legenden- und romanhafte Darstellungen jüdischer Ereignisse finden wir in dieser Literatur. Ter Aristeasbricf gibt die legendäre Beschreibung der Entstehung der Septuaginta, die Jubiläen, eine frei bearbeitete Wiedergabe des in Genesis 1 — Exodus 12 enthaltenen Stoffes, III Esra, III Makkabäer, Himmelfahrt des Jesaia, das Leben Adarns und Evas. Tann wieder folgen Schriften jüdischer Spruchweisheit, die Testamente der Patriarchen, IV Makkabäer, die Sibyllinen, Phokilydes u. a. Inmitten dieser jüdischhellenistischen Literatur erscheinen dann als liebe Freunde die Sprüche der Väter, das Achtzehngebet, die Fastenrolle. Prosesior Rießler gebührt aufrichtiger Dank, daß er diese wichtigen r e l i g i o n s g c s ch i ch t l i ch e n S ch r i s t e n durch sein. e Uebersetzung weiten Kreisen zugänglich gemacht hat. Sie gewähren uns einen tiefen Einblick in die Gärung, in die der religiöse Geist des Judentums zur Zeit der Makkabäerkämpse und der römischen Herrschaft gerissen wurde. Reben der starken Einwirkung der Bibel machen sich auch fremde Hoffnung, Dämonen- und Engelsglaube. Visionen zeigen. die tiefe regung der Seelen. Aber wir erkennen auch die große Gefahr religiöser Phantastik, aus der das rabbinische Judeutuni die jüdische Religion herausgehoben hat. Tr. Albert Lcwkowitz (Breslau). Heinrich Aork-Steiner: Die Kunst, als Jude zu leben. (Minderheit verpflichtet.) 1928. Verlag M. W. Kaufmann. Leipzig. Nachdem Arnold Z w e i g in seinem „Ealiban" und F. V e r n - stein in seinem „Antisemitismus als Gruppcnerscheinung" des Problem des Antisemitismus dadurch nach Möglichkeit verwirrt haben, daß sie es lediglich vom nationaljüdischen Standpunkt aus betrachten, und bei seiner Bekämpfung der Judenheit jede Möglichkeit eines Eingreifens oder gar eines Erfolges absprcchen, wirkt das vorliegende Werk eines Zionisten der alten Schule, eines Freundes und Mitarbeiters von Herz l, in der Klarheit seiner Theorie erquickend. Es zeigt, daß der Antisemitismus lediglich ein Einzelfall des aus der Mehrheitscmpsindung fließenden Gefühls der Abneigung ist, die freilich dadurch außerordentlich ausgebreitet und in der Geschichte stets lebendig war, daß die Judenheit überall und immer absolute Minorität darstellte, und zwar eine wertvolle und zäh ausharrende Minderheit, die stets die Besorgnis der in. ihrer Machtstellung bedrohten Mehrheit erregte. Deshalb ist aber der Judenhaß keineswegs ein Fatum, das nicht bekämpft werden kann. Jork- Steiner will die Judenheit veranlassen, sich in die Denkweise der Mehrheit zu versetzen, ihre seelische Einstellung zu den Juden und ihren Handlungen zu gewinnen, damit ste so ihr eigenes Verhalten regelt. Das Judentum ist Träger einer erhabenen Idee, einer höheren sittlichen Weltordnung. eines wahrhaften sozialen Ausgleichs. Pflicht der Minderheit ist es darum gewiß, schon im Interesse der Idee, sich selber zu erhalten, aber ebenso fällt ihr die Aufgabe'zu, in Selbstbcscheidung und Einsicht, durch Verständnis für die Psyche der Mehrheit ein reibungsloses Zusammenarbeiten mit ihr zu erreichen. In seinen Mahnungen an jüdischen Stolz und jüdische Selbsterkenntnis, die das Verhalten der Juden bestimmen sollen, berührt er sich meist mit den Tendenzen des C. V. Anderes reizt freilich zum Widerspruch, so wenn er über jüdische Politiker das vernichtende Urteil fällt, daß sie sowohl für die jüdische wie die deutsche Gemeinschaft schädlich seien. Dork- Steiner kann sich eben nicht ganz von den Scheuklappen national- Freie ZÄSNüze Mule. Zn öen kommenden Wochen beginnen folgende Vortragszyklen: Liudlenrat barnmerstein: Gnmdproblrme des modernen Lebräifch, Fasanenstraße 79,80, 4 Stunden, Mittwoch. 7. November, 8 bis 9; Mas MWiti: Arbeit als jüdische Pflicht und Leistung, Fasauenstraße 79.50, 4 Stunden, Mittwoch, 14^ November, 9 d:s 10; Lrddiner Lr. Joseph Lehmarur: Biblische Poesien, Fasanenstraße 79.80,6 Stunden, Dienstag, 6. November, 8 bis 9; kr.fes LolcrZDeis: Staude und Villen fei der Mischen phllosodole, Fasanenstraße 79.80, 6 Stunden. Mittwoch, 14. November. 5 bis 9; raddiner Br. K. Darschauer: Um Bidet nn& Zeilgiousgeschichle, Artillericstraße 14, 6 Stunden, Montaa, 5. November, 8 bis 9; rrss Llöds Bremst): LodlfützttsprehstMS der jüdischen Sesenvart, Fasanenstraße 79.50, 6 Stunden, Dienstag, 7. November, 9 bis 10. Karten zu 2 Mark für jeden Zyklus an der Abendkasse und im Sekretariat, bei Soldrnarrn, Porckstraße 88, Bergmann 472. (Liehe redaktionelle Notiz. DWMtzsZU Gsstz-ZMwMheM kaufen Sie f>X /C. '30\ > ■/i.y On j <0» vv AD H .»*' U•’J r-j* V vr *'<' C - - zu außergewöhnlich billigen Preisen!!f, ^sspis^siL'^axsssässssansESSfSSsa ßj I Ansere Engroslager sind bestens sortiert und ist die Auswahl in allen SrSßen und Qualitäten sehenswert! ms I. Etage, an der 2<Snigftraße. Geschäftszeit 9 bis 6 Ahr. Fernruf: Berolina 4957. 0 wM I# :j\j tr :•! i ,1 Wv:^4r * 23er Prospekte gut zu verteilen wiiuscht. kann üe als Beilage zu dieser Wochenschrift besonders vorlei idair verbreiten. binganzTeurrchland umfaüendcr großer Interessentenkreis wirs sie dann aufmerksam beachten. W erbeten an Ls4 nachstgekegene Burecur der Annoncen« Expedition Rudolf Molle oderauchvire't an die AnzetgenverwaLtung der »C.V.-Zeitung* in Berlin 8>V 19, 2erufa!emerLt.46-49. «J sä fei L , fsnr CrLüdi. Dividenden 1928nachTärifen A, B und 0: 34,1 % auf den Jahresbeitrag, 3,3°/0 auf das Deckungskapital fjßrT'”’”51®" üiiüci 1 Ab Lager lieferbar! 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