Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 7 (1928)
- Issue
- 44 (2.11.1928)
- Date
- 1928-11-02
- Page
- Seite 624 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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624 jüdischer Denkweise befreien, so verständig sein Buch auch in Viesen Einzelheiten sich für unsere Auffassung des Verhältnisses zwischen den Juden und seiner Umgebung entscheidet. Das alte nationaljüdische Dogma von der Fremdheit des Juden in der Kultur, der Wirtschaft und der Politik seines Landes hat er nicht überwunden. Der eigeutliche Wert des Buches liegt also auch nicht in seinem Gedankensystem, sondern in seinem reichen Material! Mit großem Fleiß und Geschick hat er für wesentliche Kapitel der alteren und zeitgenössischen Geschichte sowie für ihre wichtigen Probleme die Tatsachen zusammengestellt. K. G. Ernst von Aster: Die französische Revolution in der Entwicklung ihrer politischen Ideen. Leipzig, I. I. Webers Verlag. Tie französische Revolution, die Grenzscheide zweier Zeitalter, ist zugleich ein wesentlicher Einschnitt in die Geschichte Europas und ein entscheidender Wendepunkt in der Geschichte der Juden — gelangen doch in ihr Ideen zu politischer Wirksamkeit, die die Emanzipation d e r Juden zur Folge haben mußten; man denke etwa an die Hervorhebung der „unveräußerlichen Menschenrechte". — Tic französische Revolution wurzelt irr der Philosophie des 18. Jahrhunderts, sie ist keine „jüdische Mache", wie töricht antisemitische Demagogen so gern behaupten. In der reichen Literatur über diese bewegte Zeit nimmt das Buch des Gießener Philosophen einen besonderen Platz ein: cs schildert mit einer großen Klarheit die Entwicklung der politischen Ideen, ihr Herauswachsen aus der Rechts- und Staat-Philosophie, ihren wechselvollen Kampf mit den wirtschaftlichen und politischen Machtfaktoren. Durch das Hcrausatbeiten der politischen Leitideen gelingt es von Aster in der Tat, den Weg der französischen Revolution verständlich zn machen — sowohl in seinen Erfolgen als auch in seinem schließlichcn Ausmündcn in Schreckensherrschaft und Militärdiktatur. Obwohl von A st e r niemals sich mit allgemeinen Urteilen begnügt und stets die Tatsachen zn Worte kommen läßt, verliert er doch nie die große liebersicht. Das Werk bietet nicht nur philosovhisck-e und historische Belehrung, sondern erzieht auch zu selbständigem politischen Denken. Aster hebt hervor, wie man auch damals Maßnahmen der revolutionären Regierung als nur im Interesse der „Spekulanten und Juden" liegend zu diskreditieren suchte, und er weist nach, daß solche „leidenschaftlich demagogische Reden" „bedenkliche Argumente" benutzen, „insofern das Speknlantcntum gerade in den Zeiten niedergehenden Wirtschaftslebens und in Verwirrung geratener Staaissinanzen zu blühen und dann in allen Kreisen, auch in denen des hohen Klerus, seine Vertreter zu finden pflegt, wie die Geschichte der vorrevolutionären Zeit bewies". (Seite 126.) Durch das Studium der französischen Revolution kann auch das Verständnis der politischen Gegentvart gefördert werden; die Methode,. , alles Unbeliebte den Juden in dis Schuhe zu schieben, ist z. D. ein noch i heule beliebter demagogischer Schachzng. Das Werk von Afters verdient daher erhöhte Beachtung. S. Weinberg. Nochmals: Die Serben in der Lausitz. Auf Grund verschiedener Inschriften zu der in 9k- 37 unserer „E. V.-Zeitnng" erschienenen Notiz über: „Tie Serben im Sprccwald" stellen wir fest: Die „(5. V.-Zeitung" hat in dieser Notiz niemals die Serben der Untreue gegen das deutsche Vaterland bezichtigt. Sie hat lediglich davon gesprochen, daß einzelne Fanatiker von einem großen slawischen Reiche träumen. Daß die erdrückende Mehrzahl der Wenden Treue in Glück und Unglück dem deutschen Vaterland? hält, hat auch die „E. D.-Zeitung" in ihrer Notiz als selbstverständlich vorausgesetzt. Die Aeußcrungen unseres Blattes habm im wendischen Organ in Bautzen ein bedauerlicherweise antisemitisches Echo gefunden. Wir sind der Meinung, daß auch ein derartiges Echo keineswegs den Gefühlen der Wenden entspricht, sondern denen einrs einzelnen Fanatikers. Die Wenden des Spreewaldes wissen selbst, daß sic innerhalb des Deutschen Reiches am besten ihre Eigenart Pflegen tonnen, und sind daher in ihrer Mehrheit ebenso wie wir deutschen Juden bemüht, mit allen Schichten und Konfessionen des deutschen Volkes bei Erhaltung jeglicher Eigenart in Frieden und Freundschaft zu leben. Die katholische Volkshochschule in der Synagoge Fasanen st raste, Derlin-Eharlottcribrrrg. Am vergangenen Sonnabend nachmittag füllten Hunderte von Angehörigen der Katholischen Volksschule zu Berlin die weiten Räume der Synagoge Fasanenstraße. Oberkantor T a v i d s o h n hielt unter Mitwirkung des Organisten A l t m a n n einen Vortrag über die Liturgie des jüdischen Gottesdienstes und seiner gesanglichen Weisen, Andachtsvoll lauschte dis Menge den wwenschaftlichcn Ausführungen sowie den traditionellen Melodien, die Oberkantor Davidsohn, begleitet von der herrlichen Orgel, zum Dortrag brachte. Er schilderte die Entstehungsgeschichte der gottesdienstlichen Gesänge, sprach von den Gebeten und Psalmen, die während des ganzen gottesdienstlichen Jahres in den Synagogen Israels gesprochen und gesungen werden. In eindringlichen Worten bat er am Schlüsse seiner Ausführungen, daß die lathoüfd>cn Gläubigen, die in dem jüdischen Gottesbaufe Wort und Weise gehört haben, draußen künden mögen, welch starke Gnueiwamkei: zwischen den Gebeten und Gesängen der christlichen und jüdischen Glaubensgemeinschaft bestände, und wie bitter es die Judenhcit empfinde, daß ihre Gotteshäuser besudelt und ihre Friedhöfe durch Zertrümmerung von Grabsteinen geschändet würden. An den Vortrag schloß sich eine Besichtigung des Gotteshauses an. Der Landesverband Oberschlrsien hält am 11. November, vormittags 1034 Uhr, im „Haus Oberschlesicn« in Glciwih seine diesjährige Landesvcrbandstägung ab. Als Vertreter des Hauptver- 1 ftandes nimmt Herr Rabbiner Dr. Goldman« (Leipzig), als Vertreter der Hauptgeschäftsstelle der stellvertretcuve Syndikus Dr. 1 Harris Reichmann (Berlin) an der Tagung teil. Syndikus ■r tCK?£tS£ASg‘, Ursprung 1835 Lebens-, Aussteuer- und Studiengeld- Versicherunsen. Die Vertreter vermitteln Versicherungen aller Art. 1 tasfafeäftta» Empfehle, von nur bestem twW Rindfleisch angefertigt: lyj Damvswurst (Brühwurst), Kranzdarin fern gewiegt.. SK 1,40 Kochwurst (Mettwurst), Kranzdarm grob gewiegt.... SL% 1,G0 Salami, MUteldärm balbtzrod.... SJC2t— Zervelatwurst, Mitteldarm fein gewiegt.... SM 2,20 franko, inH. Verpackung. 3. Nsnsenbsrg, Woscheäs i. Wests. Westfälische Fletsch Warenfabrik. Vertreter gesucht. KUdesheim Wurstfebrik Eervcl&t-, S&lmiuu. 5£©eia wwxst g in unübcrtrojOfeaer Gute. «p » SLnsezentrate!.!orilzFepper^s CMaselZesen (Flomen) pu.1,70 f2;3Sl?3tt.. 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