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Central-Verein-Zeitung · 1928-10-12 · 41 (12.10.1928) · p. Seite 583

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
7 (1928)
Issue
41 (12.10.1928)
Date
1928-10-12
Page
Seite 583 (sequence 11)
Language
German
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Vom Büchermarkt. „Oeffentliche Lank- und Huldigungsadresie eines Odisten", von Obcrrabbiner Tr. Phil. nat. Joseph Carlebach. (Philo Verlag, Berlin 1928.) Wenn die Broschüre gegen Herrn Professor Dr. Siegfried Passargean der Universität Hamburg lediglich angebrachte und gelungene Ironie gegen das Halbwissen vom Judentum ausströmte, würde ste schon damit ihren Zweck verfehlt haben. Aber der ebenso gelehrte wie mutige Verfasser geht einen bedeutenden Schritt weiter nnd nimmt in 16 vielsagenden Seiten den immer wieder notwendig werdenden Anlaß, das Renegatentum als Gipfelpunkt der Gesinnungslosigkeit. der Heuchelei und der Niedertracht zu stempeln. Er zeigt hiermit denjenigen Jud-enfeinden, welck)e nock) Sinn für Wahrl)eit und Ehre haben, welch-e Uuncblunh durch törichteste Wahngespinste heute selbst bei geistigen Führern der Natron möglich ist. und daß Verleumdungen. je dümmer und alberner sie sind, um so stärker und mit wahrer Wollust geglaubt, kolportiert und übertrumpft werden. Entkleidet man unser Heft der satiriscl)en Umhüllung, dann tritt ein gewichtiges Aufklärungsmaterial zutage, dessen Kenntnis auch in jüdiscl)en Kreisen beachtet werden sollte, weil die Begriffe des Bes Din ebenso sachlich wie vollständig erörtert werden, weil die Stellung unserer Geschichtschreiber, die Haltung des Lehulcban Aruch in sehr wichtigen Fragen, d'e Wahrheit über die Bibelübersetzung des Jonathan den Usiel und vieles andere von Bedeutung aus Vergangenheit und Gegenwart ins rechte Licht gerückt werden. Man hat Grund zur Annahme, daß Herr Professor Siegfried Passarge nach dieser gründlichen, vornehmen und eleganten Zurückweisung sich auf einem Gebiete für erledigt hält, das ihm weltenfern liegt und zu dem auch aus den Krücken der Geographie für ihn keine Wege führen. Herrn Oberrabbiner Carlebach sei daher unser Tank ausgesprochen und seine Arbeit soll hiermit allen empfohlen sein, die an einer heiteren und zugleich nachdenklichen Lektüre Gefallen haben. M. S. « „Neue Dokumente zur Menschheitsgeschichte", Band ¥♦ Herausgcgeben von Dr. O. Hauser. (Verlag für Urgeschichte und Merrschforschung. Weimar 1928.) „Gott schütze uns vor Masienhatz und Rassenhaß und Massenhaß." Diesen Ders setzt Dr. weck. K. C l a s s e n als Motto über das Kapitel ,Lie Menschenrassen auf dem Boden Deutschlands" seines Aufsatzes „lieber Alter und Ursprung des deutschen Volkes" innerhalb dieser Sammlung. Er schließt ihn mit den Worten des Jsokrates: „Es ist weniger die gemeinsame Abstammung, als vielmehr die gemeinsame geistige Bildung, die uns zu einem Volke einigt." Ter Inhalt des Aussatzes selbst berührt uns und unsere Arbeit kaum. Was uns aber angeht, ist der Geist, der aus dem Buche spricht, der Wille: sreizukommen von politischen und religiösen Vorurteilen, die in der Rapen- und Urgeschichtssorschung so lange ihr Wesen trieben, zum Schaden der Wissenschaft und zum Schaden der Volkseinheit. In Hausers Vorwort „Des Buches Sinn" ist die Absage ganz deutlich: ,Ln unserer sturmbewegten Neuzeit ist der Versuch unternommen morden, die naturwigerrschaftliche Erkenntnis parteipolitisch zu zersplittern. Es ist das ebenso sehr ein Unding, wie wenn wir die moderne Menschsorschung nach Religionsbekenntnifsen teilen wollten." Wenn solche Denkweise Gemeingut aller derjenigen wäre, die sich mit Rasienkunde beschäftigen und sich mit Wort und Schrift in ihr betätigen, würde man auch dem Direktor des Kaiser-Wilhelm- Jnstitutes sür Anthropologie usw. in Dahlem, Prof. Dr. Eugen Fischer, zustimmen können, der kürzlich aus der 50. Jahresversamm. lung der Deutschen Gesellschaft sür Anthropologie usw. in Hamburg die Einführung der Rasienkunde in die Schule forderte und so begründete: ,Lhr (der Rasienkunde) richtiges — und nur dieses — Verständnis wird heimatlichen und vaterländischen Sinn wecken und gewisie Gegensätze innerhalb des Volkes ausgleichen helfen." Auch aus diesen Worten weht der neue Wind! Aber wir können Fischers Glauben an den Segen der Rasienkunde nicht teilen. Allzulange hat F i s che r selbst schützend die Hände über G u e n t h e r gehalten, desien „Namenkunde des deutschen Volkes" die „gewissen Gegensätze innerhalb des Volkes" neu aufgerisien und so ungeheuer vertieft hat. daß ihre Ueberbrückung heute noch als frommer Wunsch erscheint. — Solange noch aus den die Rasienkunde behandelnden Abschnitten vieler Schulbücher Guentherscher Geist atmet, Mange noch die meisten Lehrer — da ihnen eine wissenschaftlich, anthropologische Vorbildung mangelt — sür den Unterricht in der Rasienkunde auf G>jj enther als Quelle angewiesen sind, solange werden wir die Namenkunde in der Schule nur als Gefahr ansprechen. Aber wenn selbst einmal die Rasienkunde nur von anthropologisch vorgebildeten Lehrern.gelehrt wird, und wenn selbst diese Lehrer ihren rasienkundlichen Unterricht sreihalien von allen parteipolitischen D e r l i n c v Groß Sonnabend* 13. Oktober, abends 9 Uhr, Festste des Brüder»Deceins, Burfürstenstr. 116» 33aE mit Schrammelmusik — <£otnbola der prominenten Ätt MI K ßreftiHasten. Grippe. Heiserkeit half’ hilfsbereite Schachte! Mk.1 -nur in Apotheken u.Drogerien? Einflüssen und Vorurteilen, selbst dann wird, glauben wir, der Ausgleich der „gewissen Gegensätze innerhalb des Volkes", wird die Förderung des Einheitsgedankens aus anderem Wege leichter und mächtiger bewirkt werden können, als gerade durch die Behandlung der Rasienkunde in der Schule. Dr. Kurt Lcwirr (Berlin.) * „Die alttestamenttiche Schicksalsfrage an die Deutschvölkischen." Von W. Easpari. (Verlag C. Bertelsmann, Gütersloh 1923.) Im Mittelpunkt dieser Broschüre steht der Nachweis, daß ein „völkischer" Gott ein religiös unhaltbares Gebilde ist. Die Meinung, Sott sei nichts anderes als der Inbegriff der einer Nasse, eignenden Wesenszüge, entspringt einer durchaus veralteten, freidenkerischen und materialistischen R e l i g i o n § a u f f c f f u n q. Gott ist gerade das. was wir von uns ans nicht besitzen können: er ist der" ganz andere. Wohl hat er sich innerhalb der Geschichte des Alten Testaments einer bestimmten Volksgemeinschaft offenbart. Tie Auserwähltheit. die Israel auszeichnet, ist deshalb keinerlei Anmaßung, sondern eine von Gottauserlegte schwere Verpflichtung. Pröpsten und Psalmisten waren sich dieses Auftrages stets bewußt. „Erkennet, daß der Ewige Gott ist. er hat uns geschussen und sein sind wir." (Ps. IM, 3 und oft.) Alles Beweismaterial. das man gegen „I . . . e" in völkischen Der- Verlag Esnhkr »Cuiitiöf 1-0. isriinßliarioftenliurg Bismarckstrassa 106 F3* * n *? fj ""■SAi i « LS i L_—J id -J 5-i L- J Das Iiiöenliiiii in Geschielte imd Gegenwart 15 Bände in grossem Lexikonformat. Erscheint alle 6 Monate. Bisher erschienen: Band 1 u* 2L Preis pro Band: M.S5,- in Halbfeder, M. 50,— in Leinen. Probeheft M. 3,-. Prospekte gratis

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