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Central-Verein-Zeitung · 1928-10-05 · 40 (5.10.1928) · p. Seite 566

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
7 (1928)
Issue
40 (5.10.1928)
Date
1928-10-05
Page
Seite 566 (sequence 10)
Language
German
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566 \ Spnöikus ftiftri Sehrens (Hamburg) verstorben. Der leitende Beamte unseres Landesverbandes Nordwesideutschtand, Alfred Behrens (Hamburg), ist nach schwerer Krankheit am A). Sep» tembcr entschlafen. Wir stehen in tiefer Trauer an der Bahre dieses begeisterten Anhängers unserer Bewegung, der sich, obwohl er nur wenige Jahre zu unserem engeren Mitarbciterkreis gehörte, durch seine liebenswürdiges und schlichtes Wesen Freundschaft, durch seine rastlose Hingabe an unsere große Idee Achtung erworben hat. Behrens, der aus dem Kaufmannsstande zu uns kam, war seit Jahrzehnten besonders gut mit den Hamburger Verhaltnisten vertraut und war daher in der Lage, gerade in Hamburg und auch in dem dazugehörigen Landesverbände uns wertvolle und wichtige Dienste zu leisten. Wir bedauern schmerzlich, daß der Verewigte noch im besten Mannesalter seiner Familie und dem Centralverein entrissen worden ist. Seine Arbeit aber, ein Abbild echter Pflichterfüllung, war nicht vergebens. Die Freundschaft und Liebe, die er überall hervorgerusen, bleibt in dankbarer Erinnerung für ihn und in Wertschätzung für feine Angehörigen bestehen. Möge nach alrjüdischem Wcisheitsspruch auch daZ Andenken dieses gereizten Mannes weitenvirkend zum Segen für seine Angehörigen, zum Segen für unser Streben nach Recht und Gerechtigkeit sein! A.W. Die Trauerfeier für Alfred Behrens legte Zeugnis ab von der Liebe und Wertschätzung, deren sich unser Hamburger Syndikus während seiner Tätigkeit im Dienste der C. V.-Jdce erstellen durste. Man sah den Oberrabbüler Dr. Carlebach und seine Amtskollegen Holzer und Dr. Italiener. Der Vorstand des Landesrnrbandes und der Ortsgruppe Hamburg unter Führung der Herren Justizrat Waldstcin, Dr. U r i a s, Mark und Dr. H i n r i ch s e n war vollständig erschienen. Für die Berliner Hauptgeschäftsstelle und die Kollegen im Lande war stellvertretender Syndikus Artur Schweriner (Berlin) anwesend. Im Lrauerhause hielt Rabbiner Holzer eine ergreifende Gedächtnisrede. Dr. Urias schilderte in bewegten Worten die seltene Treue dieses pflichtbewußten, ehrlichen, allzeit freundlichen, guten Kameraden. Die llebersührung nach Ohlsdorf wurde vom Hamburger Gemeinde- Vorstand persönlich geleitet. Auf dem Friedhof dankte Herr Lehrer Sordon, d'er mit dem Vorstand der Haardurger Ortsgruppe des ££. D. erschienen war, dem Verstorbenen für die Tatkraft, mit der er für Freiheit und Recht des deutschen Judentums eingetreten war. Dann überbrachte Syndikus Schweriner (Berlin) die letzten Grüße des Haupt- Vorstandes. der Direktion und der engeren Mitarbeiter des Verstorbenen aus der Geschäftsstelle und dem Lande. Behrens habe sich als schlichter Soldat gefühlt, der, auf einen verantwortungsvollen Posten gestellt, bis zum letzten seine Psticht zu tun bemüht war. Wenn der Judenhaß eine Schändung des göttlichen Namens ist, so war sein Leben dessen Heiligung. Die Hauptgeschäftsstelle werde das Andenken dieses guten Menschen und tapferen Kämpfers, dem alle mit Herzlichkeit Zugetan waren, nie vergessen. Auch nach Ohlsdorf war unserem Alfred Behrens ein stattliches Lraurrgeleit gefolgt, das es sich nicht nehmen lassen wollte, ihn auf ferner letzten Fahrt zu begleiten. Hermann Natus (Halle) gestorben. Unser Freund und Förderer. Hermann Natus, der mehrere Jahre erster Vorsitzender unserer Ortsgruppe Halle war, ist ganz unerwartet nach seiner Ilebersicdlung nach Berlin, erst 47 Jahre alt, von uns gegangen. Neben seiner umfangre.'chcn Berufsarbeit hot er stets Zeit gefunden, unserer Sache mit warmern Herzen und feinem Verständnis zu dienen. Besonders am Herzen hat ibrü immer die Aufklärungsarbeit gelegen, für die nach seiner sicht im Kampf um Deutschtum und Judentum nie genug getan wcrd.u konnte. Hierbei ließ er cs an persönliä-en Opfern niemals fehlen. A.u 1. Oktober sind die sterblichen Reste von Hermann Natu? in Berlin: Weißensee zur ewigen Ruhe gebettet worden. Ein zahlreicher Freundeskreis zeugte von der Liebe, die man dem Lebenden cntgegengcbracht bat>. Rabbiner Dr. G a l l i n e t hielt die Trauerrede. Landgerichtsrrst Tr. I. Stern widmete im Name» des Hauptvorstandes des Centralvereins dem Verstorbenen dankbare Worte für das, was er dem Verein und damit dem deutschen Judentum geleistet. Rabbiner Dr. Kahl de rg (Halle) rühmte seine Verdienste um unsere Ortsgruppe Halle und dankte denr Toten im Namen der Mitglieder für seine zielbewußte, weitblickende und treue Führung durch viele schwere Jahre hindurch. Gedächtnisfeier für Hugo Sonnenfeld. Am Montag, 1. Oktober, sand auf dem Friedhof in Derlin-Weibensce eine würdige und ergreifende Feier zu Ehren unseres unvergeßlichen Hugo Sonnenfeld, des stellvertretenden Vorsitzenden des Centralvereins, statt. Anlaß dazu gab die Weihe des Grabmales. Namens des Hauptvorstandes des Centralvereins würdigte Justizrat Tr. Brodnitz, der Vorsitzende des Erntralvereins, Sonnenfeld als den Mann treuester Pflichterfüllung, dem keine Arbeit zu viel war, wenn es galt, den Ideen des Eentralverelns zu dienen, eine Persönlichkeit von herber Strenge gegen sich selbst, der hohe Anforderungen auch an die anderen stellte, ihnen aber die ehrlichste Arbeitsersüllung bis zum letzten vorlebte. Herr Niemand vonr Vorstände des G e w e r k s d) ö f t § bundes deutscher Lokomotivführer dankte in bewegten Worten Hugo Sonnenfeld, dem Kämpfer für das Recht, der als glänzender Verteidiger, als warmer Freund ungerecht angeklagte Derussgenossen vor Strafe bewahrt habe. Sein Andenken werde in dem Kreise der deutschen Lokomotivführer nie verlöschen. Zu seiner Ehre habe sein Bild einen würdigen Platz in ihren Vureauräumen erhalten. Für die liberale Fraktion der Berliner Repräsentantenversammlung feierte Professor Tucrk Sonnenfeld als Kämpfer und als Menschen, der nie versagt habe, wenn cr gerufen wurde, der zum Besten der Idee oft im Staube des ReisekllidLs zur Sitzung geeilt fei, bevor er die häusliche Schwelle betreten habe. Rechtsanwalt Heinrich Stern, der Präsident der Versammlung des Preußischen Landesverbandes jüdischer Gemeinden, schilderte Sonnenfeld als überlegenen Versammlungsleiter, der sich schnell bei Freund und Gegner durchgesetzt habe und dessen kluge und gerechte Führung der Geschäfte überall die größte Achtung erweckte. sM>iUUH Am 1. Januar 1929 erscheint das l.Heft der WS8 G DB. m Herausgeber: Professor X. Eifeogeu, Berlin Professor A. Fr eins arm * Frankfurt a. M. Rabbiner Br. Mt Freu&enthal, Nürnberg. Mitwfrkende: Kisch, Halle, Koebner, Breslau, Eevison* Bonn, Sieinlierr, Prag, Stern, Berlin, Steril, Zürich, Warschauer, Berlin. 4 Hefte im Jahre M. 10,—. Edmond Reg EMU ich Ms bla. Uebersctzt von M. ZuckerkandI. Eine Aufsehen erregende Schrift des bekannten französischen Schriftstellers. Broschiert etwa M. 2,—. aaEsRsfeisijIBsmlberg Lindensirasso 13 BERLIN SW ©3 önhoff 3594 SK:!Fil '•■rtKiS'’ [lihMik Preis etwa ML 3,—

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