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Central-Verein-Zeitung · 1928-09-28 · 39 (28.9.1928) · p. Seite 550

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
7 (1928)
Issue
39 (28.9.1928)
Date
1928-09-28
Page
Seite 550 (sequence 10)
Language
German
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550 ihm das Kleid der Ermordeten, die auch das Kind einer Mutter war, vor Augen halt, das ist ein anderer Höhepunkt. W ' - ' 1 ~ SBrife sein, i . „ . ....... {ft darauf zu erwidern, daß gerade diese Schuld in ihrer ganzen Grausamreit den Seelenkampf der Familie bis zum höchsten Ausdruck steigert. Selbst vor dieser Schuld steht groß und unerschütterlich die Liebe zum Kind, bis aus dem gleichen Gefühl heraus der Zusammenbruch des Vaters erfolgt, der nicht will, daß sein Sohn der Gerechtigkeit entzogen werde. Die Aufführung im Renaissance-Theater unter Gustav Hartungs Regie mit hervorragenden Kräften (Hermann Vallentin: Later, Frieda Richard: Mutter, Ernst Deutsch: Sohn, und in Nebenrollen Elisabeth L e n n a r tz, Camilla Spira, Leontine Sagan, Erwin Kaiser, Gilli von Rappard, Ruth Albu u. a.) bot in allen ihren Teilen den erschütternden Ausdruck dieser Tragödie. Allein dieser Regie Gustav Hartungs ist der große Publikumserfolg zu danken; denn er verstand es, die Handlung, die nah an Kolportage grenzt, in jene höheren Bezirke zu steigern, in denen das Mitgefühl über allen Ekel des Alltags triumphiert. Hans Oppenheimer. »I>es? JFÄSSs&s&ges**. Im Berliner Gloria-Palast läuft der amerikanische Film „Der Jazzsänger*. Er zeigt den Ausstieg eines jüdischen Jungen, der aus feinem Vaterhaus verstoßen wird, um! er in einer Kneipe Gapenhauer vorträgt. Nachdem er als Jazzsänger Ruhm und Geld erworben hat, sucht er die alten Eltern wieder auf. Sein Vater verzeiht ihm nicht und stößt ihn wiederum zurück. Aber am Vorabend des VerföhmmgZtages, als er in einer Premiere seine Laufbahn krönen soll, läßt er Kunst und Ruhm fahren und singt für den sterbenden Vater das Kol-nidre. Daß auch dieser Vertragsbruch seinen Aufstieg nicht zu hemmen vermag, zeigt uns das letzte Bild, das dem happy end gewidmet ist. f Der Film ist harmlos und matt. Er versteht die Möglichkeiten, die im Stoff liegen, nicht zu nutzen, sondern steckt tief in Sentimentalität und Kitsch. Daß die .Deutsche Zeitung* ihn dazu benutzt, ihren Lesern einen Schauer vor jüsisch-völtrjcher Versippthett durchs Blut zu jagen, kann uns in ihrem Interesse nur leid tun. Es muß ihr sehr an Angriffspunkten mangeln, wenn sie sich an so kläglichen Stoffen vergreifen muß. . —ftft* Von künstlerisch stark interessierter Seite werden uns die nachstehenden Ausführungen, die sich, von den beiden Theaterstücken „Der Rote Generalu und „Ton in des Töpfers Hand“ ausgehend, ganz allgemein mit der Frage des jüdischen Problems als Bühnenstoff befassen, eingesandt. Wir geben sie, ohne in allen Einzelheiten mit ihnen übereinzustimmen, wieder und würden uns freuen, wenn auch noch andere Leser sich zu diesem sicherlich allgemein interessierenden Thema aussern würden. Die Schriftleitung♦ Die Berliner Theatersaison hat mit einer Reihe vielversprechen, der Inszenierungen eingesetzt. Zwei davon nehmen außer dem allgemein literarischen ein besonderes jüdisches Interesse in Ansprach: Das Stück eines Deutsch-Tschechen „Ter Rote General* von Hermann U n g a r im Theater in der Königgrätzer Straße und ein amerikanisches Stück „Ton in des Töpfers Hand* von Theodore Dreiser im Renaissance-Theater. Beide Aufführungen sind in ihren darstellerischen Wirkungen, in ihren hochwertigen Regieleistungen, die stolzestes Berliner Niveau würdig behaupten, von der Presse aller Richtungen besprochen worden. Uns interessiert hier in erster Linie ber jüdische Vorwurf, der beiden Stücken zugrunde liegt, ihr im eigentlichen Sinne jüdisches Problem. Dreiser, der christliche Amerikaner, wollte in seiner Tragödie das Hohelied der jüdischen Familie singen, Ungar, der jüdische Deutsche, versuchte das Schicksal des durch überragende Leistung emporginLiegeneu Inden zu gestalten, der nicht durch Tat und nicht durch Gesinnung von dem Fluch erlöst wird, ein Fremder unter Fremden zu sein. Nerv Uorker Ghetto und russische Revolution sind die Hintergründe der Geschehnisie. Das Hineinragen beider Stoffe in die immer aktuelle jüdische Problematik hat ihnen ein überdurchschnittliches Jntercpe gesichert. Und viel berufene und unberufene Kritik glaubt, pock)end auf vermeintliche Sachkenntnis, sich ihrer bemächtigen zu dürfen. Wo aber eine gute Scrcye herabgesetzt zu werden droht, indem man darum herum und daran vorbei redet, da verpflichtet Liebe zur Kunst und zum Judentum, ihre Bezirke und ihre Grenzen zu klären. Man versucht vielfach, an Bühnenstofse, die jüdische Dinge behandeln, mit der Frage heranzugehen.' Ist diese Handlung, ist Wer die jüngsten Verhandlungen über die Bildung der Jewish Agency ridhtig würdigen will, der lese: Bisher von SS Zeitungen besprochen | eise durch. Palästina Broschiert JL4C 2,40. Gebunden JUC 3,40. Soeben erscfsfen im unserem Verlag fj A. Singalowsky li-Auf bau und Umbau Jüdische Siedlung und Wirtschaft n. j Zum Problem des | j;| jüdischen Wirtschaftslebens yy in Europa Broschiert JIM 1,50. Philo Vertag und Budikanditmg G.m.b.R., Berlin SW68 Linden Strasse l3- Telephon: Dönhoff 3594. i. " - ~ 1 —~ 1 1 ''. — [j FÜR ALLE FESTLICHEN ANLÄSSE k n nnn n Spft F ü z,!} M I ZV, O/j H ■ ' - I EiSSPaSEN + FEINGEBÄCK 4- GESCHENKE ji ßtanun^aas:LeipzigerStr.24. Zweifelhaft:Karfürstenda?nm2Ü2 jf Bestellungen: Merkur 4571—73. Bismarck 5523 und 9465. | Knaßen-PenswM Prediger MW, Coburg t Hohe E kratze 9. Fernsprecher 823. | Erstklassiges Erzkehungslnstitut in Coburgs schönster Höhenlage. 7000 qw vPark. Gymnasium, Oberrealschule am Platze. Eigene Voröereitungsttasskr^ Bestellen Sie für Ihre Kinder „Das ZeIH Sie machen Ihnen Freude I J«dei Poiiamt, {ecU* Rrieftrag*f nimmt Bsitelkino os riur RM. L2Q tm Vierteljahr DIE VORNEHME ZIGARETTE

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