Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 7 (1928)
- Issue
- 39 (28.9.1928)
- Date
- 1928-09-28
- Page
- Seite 551 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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55J dieser Konflikt durch sein jüdisches Element erst ermöglicht, ist der jüdische Einschlag unentbehrlich, um sie glaubhaft und in sich geschloffen erscheinen zu lasten? Wird diese Frage verneint, was bei beiden hier zur Erörterung stehenden Stücken zweifellos geschehen muß, so glaubt man das Recht zur Ablehnung zu haben. Nicht nur jüdische Familien halten zusammen, wenn ihr Bestand bedroht ist, nicht nur jüdische Hochleistung ist dem Fehlspruch der verständnislosen Maste ausgesetzt — gewiß, die Schicksale der handelnden Personen stehen pnd fallen nicht mit ihrem Judesein. Aber ist diese Erkenntnis ein Einwand gegen diese Dramen, rüttelt sie an den Stützen chres Ausbaues? Es wird hier mit Absicht von dem Stofflichen abgesehen, und es wird keine literarische und keine Theaterkritik geübt. Sie ist nicht unsere Aufgabe. Es handelt sich für uns ausschließlich darum, an der jüdischen Problematik zweier Einzelwerke die jüdische Problematik moderner Dramenstosfe überhaupt zu beleuchten. Es gilt, sie freizumachen von einer Fragestellung, die ihre künstlerischen und ethischen Werte gefährdet, weil sie ihrer Begründung und ihrer Richtung nach nicht an sie heranreicht. Nicht bei Dreiser und nicht bei Ungar bildet das jüdische Element den einzigen Schlüffe! zu allem Geschehen. Der allgemein menschliche Konflikt steht bei beiden im Mittelpunkt, und beide Autoren gestalten und vollenden ihn mit den ausdruckvollsten Mitteln, die ihnen zu Gebote stehen, vor dem Hintergrund, von dem er sich am leuchtend sten abhebt. Mer die Mittel und der Hintergrund sind letzten Endes zufällig, find willkürlich ausgewählt unter vermiedenen Möglichkeiten und gehorchen höchstens individuellem Zwange. Wer sie übertreibend zum Angelpunkt des Ganzen zu machen versucht, der handelt aus einer begreiflichen, aber angreifbaren Ueberschätzung der großen jüdischen Fragwürdigkeit unserer Zeit heraus. Er schadet damit der Sache der Kunst und des Judentums. Ter Sache der Kunst, indem er sie mit Mißverständnissen belastet, mit deren Hilfe sie billig zu verurteilen ist, der Sache des Judentums, indem er es ebenso begeisterter wie ehrlicher Fürsprecher beraubt. Sprechen wir es doch ruhig aus, daß wir ihnen für diese Werke Tank schulden! Gerade weil wir die Zugehörigkeit zürn Judentum, durch die ihre Helden charakterisiert sind, in ihrer Bedeutung nicht überschätzen, weil wir uns gegen die Schlußfolgerung wenden, daß dieser jüdische General scheitern mußte, weilerJudewar, weil^wir davon überzeugt sind, daß er. im Grunde nur den gleichen aussichtslosen Kampf des Geistes gegen die rohe Gewalt kämpfte, in dem, ganz ohne Belastung durch religiöse Gegensätze, auch der Gneisenau des Wolfgang Goetz gegen Blücher unterlegen ist — gerade, weil wir das Untypische dieser jüdischen Menschen erkannt haben, deswegen haben wir ein Recht, uns ihrer edlen Züge zu freuen. Wir sehen mit Augen, die durch das Leid jahrhundertelangen Verfemtseins geschärft sind, daß hier zwei Schöpfer im Geiste Menschen Juden werden ließen, weil sie sie groß sein lasten wollten. Wir rechten nicht, ob die Wahrheiten, die gekündet werden sollten, dadurch mit Zweifeln belastet wurden, oder ob sie um so heller erstrahlten, aber wir danken chnen dafür. Dr. Eva Jrrngmanrr. Smriiätsrat Dr. Dradt (Berlin) gefiorberr. Sanitätsrat Dr. Bradt, der auf einer Reise in München schwer erkrankte, ist in diesen Tagen entschlafen. Er hat sich mit ganz besonderem Eifer der Gründung und Erhaltung der Akademie für die Wissenschaft des Judentums gewidmet. Seinen Bemühungen ist es zu danken, daß auch in den Zeiten schwerster finanzieller Krisen bas Bestehen der Akademie gesichert war. Sem Tod bedeutet einen großen Verlust für die jüdische Wissenschaft. Auch wir betrauern den Tod eines verständnisvollen Freundes, den wir v?t zu Rate zogen, wenn es galt, wissenschaftliche Fragen unseres Aufgabenkreises zu klären und zu fördern. Möge seine selbstlose Hingabe für indische Tinge ähnliche Nachfolger finden. tu? B.aketen verkehr: Mond-Erde! JLebewohl, Max» bringe mfr bitte so einen komischen Hui von der Erde irJi und vergiss vor «Hem JLebewohT**) nicht!" *} Gemeint stad nefünidi das berühmte, ton vielen Acrrfen empfohlene Huiwcreagexi«-Lebewohl und Lebewohl - Ballensckelbca» Blechdose (9 Pflaster} 75 PL, Lehcwohl-Fussböd gegen empfindliche Fdsse und Fussttbwelss, Schachtel (2 Bäder) 50 Pi Erhältlich in Apotheken und Drogerien. Venn Sie keine Enttäuschungen erleben wollen, verlangen Sie ausdrücklich das <*hie Lebewohl ln Blechdosen und weisen andere, angeblich »ebenso föle* Kitte! zurück. Anthracit-Lager JT Wilhelm Schultze G. m. t>. H. 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