Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 7 (1928)
- Issue
- 36 (7.9.1928)
- Date
- 1928-09-07
- Page
- Seite 496 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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. i 4% r\B CONTI MEMTAL-Hotel jj V 3Iodemes Hans mir letztem Komfort H \ i m An der Promenade. liebendes, andauerndes Versenken in biblische Sprache, biblische Zeitgeschichte und in manche andere wichtigen Hilfsmittel, die der Wissenschaft zu Gebote stehen. Es ist ein Verdienst Siegfried Jam'pels. erst kürzlich in die Uebertreibungen und Verzerrungen der Wellhauicnschen Qucllcnscheidungstheorie und auch in Eduard Meyers Hypothese einmal kräftig hineingeleuchtet zu» haben! * Ausgangs 1927 hat Tr. Rathjens vom Weltwirtschaftlichen Archiv der Hamburger Universität eine Forschungserpedition nach Südarabien unternommen. Er brachte reiche wissenschaftliche Ausbeute heinn An 170 Jnschristenkopicn ans denr alten Sabäerreiche, das etwa vom 2. Jahrhundert vor Ehrifti Geburt bis in 4. Jahrhundert hinein eine politische und kulturelle'Vormachtstellung in Südarabien innehatte, bis der Abcssynier ihm den Atem ausblies, find Profeffor Eugen Mittwoch von der Berliner Universität und Generalkonsul Mordkmann zur Entzifferung übergeben. Tie Sprache der Inschriften — eine Probe der merkwürdigen steifen Schrift ist aus Seite 493 dieser Zeitung abgebildct — ist dem Arabischen verwandt, weist aber auch Eigentümlichkeiten des Hebräischen und Aramäischen auf. Aus Jbn Sauds, des Herrschers von Hedschas und Ncschd, Wunsch grub Tr. Rathjens übrigens noch ein uraltes Sonnenheiligtum aus. In Tr. Rathjens Filmen aus Südarabien wurde das G h e t t o v o n San’a, der Hauptstadt Jemens, lebendig. Tie jemenischcn Juden, alt und jung und Mann und Weib, schreiten durch die Gassen, kaufen und verkaufen im Bazar, werden im Hause und vor dem Hause sichtbar. Es wäre Zeit, daß sich ein jüdischer Gelehrter einmal wissenschaftlich der Jemeniten annähme.- Wir besitzen kaum durchgreifende Untersuchungen über sie. Und nach Wilhelm Bacher hat keiner, so weit man steht, ihr Schrifttum gründlich bearbeitet. Wie wäre es, wenn ein Forscher einmal ihre Wanderungen nach Palästina gründlich untersuchte, die Geschichte ihrer Niederlayungen dort, den nicht immer segensreichen Einfluß — Aberglauben! — der Fleißigen, Anspruchslosen auf die jüdisch-palästinische Umwelt? Dankbare und wertvolle, aber nicht leichte Ausgaben, die hier zu lösen find, zu denen wenige Bausteine bisher zusammcngetragen wurden. " Dr. Alfred Wiener. (Ern ZveiLer Aufsatz folgt.) bruno Wille gestorben. Ein Vorkämpfer edlen Menschentums. Aus Senftenau bei Lindau am Boden sce kommt d:e Aachricht, daß im Mter von 63 Jahren Bruno Wille, der Schöpfer der Volksbühne, gestorben ist. Bruno Wille, der in weiten Preisen diwch seine Romane/ so vor allem durch seinen „Glasbcrg", durch „Tte Tsienbarungen des Wacholdereauuies" und durch die „Abendbürg" bekannt geworden ist, der durch seine freireligiöse Einstellung in den neunziger Jahren in einen lebhasterx Kouklikt mit dem damaligen preußischen Kultusminister Tr. Bosse geraten war, stand auch unseren Bestrebungen nahe. Im Jahre 1920 gründete er den „V o l k s k r a f t - B u n d", der im Frühjahr des gleichen Jahres eine Broschüre „Deutscher Geist und Judenhaß" herausgab. In diesem Buche schreibt Bruno Wille in der Einlellung: s „Tie vorliegende Sammlung enthalt judcnfreundliche und j judenseindliche Antworten auf die von uns veranstaltete Umfrage. Manche Aeußerungen sind in vorsichtiger Zurückhaltung gegeben. Aber da trotz alledem so viele hervorragende Persönlichteuen aus allen Kreisen der deutschen Gegenwart in unzweideutiger Weise ihr Urteil über den Judenhaß abgegeben haben, so konnten wir der Sammlung mit vollem Recht den Titel geben: „Deutscher Geist und Judenhaß". Möge sie dazu beitragen, den Geist der Verständigung und der Versöhnung in unserem Volke anszubreiterr. Ohne ihn kann unser Volk weder wirtschaftlich, noch politisch, noch kulturell erstarken." In einem Ausruf aus dem Jahre 1920, den der Centralverein in Hunderttausenden von Exemplaren verbreitet hat, beschäftigt sich Bruno Wille noch einmal mit dem Probte m des Antisemitismus. „Wenn es kein Trugbild ist, was in allen Kulturvölkern schon so viele hervorragende Llnhänger hat, nämlich das Ideal einer einigen Nepublik des Erdenkreises und einer M enschheitsg e m e i n d e, so gilt es, beizeiten dafür einzutreten und nicht mit» zumachen die Sünde der Antisemiten, die sich vergehen gegen den heiligen Geist der Versöhnung. Nicht Scharung der deutschen Zerrissenheit können wir brauchen, sondern Verständigung der Rassen wie der Klassen, der Konfessionen wie der Parteien und Völker." Bruno Wille wird in unseren Kreisen stets als einer von denen genannt werden, die zu Zeiten der schwersten Anfeindungen gegen uns für das Recht und sür die Gerechtigkeit ossen und furchtlos eingetreten sind. was bedeute! es und wie spricht man es aus? Das ist die Frage, die täglich an uns gerichtet wird. „Mauxion" ist ein Eigenname; sein Träger Andre Mauxion (ein französischer Emigrant) war es, der sich im Jahre 1855 in Berlin sesshaft machte, um der Nachfrage nach den hochfeinen Pralinen und Desserts gerecht zu werden. Schon damals in Berlin waren Mauxions Fabrikate von unerreichter Güte und standen in höchstem Ansehen. Um die Jahrhundertwende siedelte die Firma nach Saalfeld L Thür, über, wo reiche Wasserkräfte gerade der Qualitäissdiokoladen-Fabrikation wertvollen Rückhalt boten. Ein gewaltiges Werk ist es, das sich heute an den Ufern der Saale hinstreckt. Die Aussprache des Wortes Mauxion ist verschieden: In Anbetracht des Umstandes, dass die Familie des Gründers aus Südfrankreich stammte, muss man wohl philologisch richtig „Mössiong" sagen, wie man dort beispielsweise auch ,,Brusselles" sagt; der Pariser dagegen würde„Möxion9"sagen, wie er auch „Bruxelles"sagt. Aberaudi deutsch ausgesprochen, so, wie er gesdirieben wird „M-au-xion", besitzt dieser Name den gleichen guten Klang unübertrefflicher deutscher Qualiiätsschokolade. ■ DIE OUTE y MM \] DAS BESTE VOM BESTEN J i