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Central-Verein-Zeitung · 1928-09-07 · 36 (7.9.1928) · p. Seite 497

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
7 (1928)
Issue
36 (7.9.1928)
Date
1928-09-07
Page
Seite 497 (sequence 9)
Language
German
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4$7 Die 60. Zrieöhofsschänöung. Ein trauriges Jubiläum. Aus Lüdinghausen in Westfalen kommt die Nachricht, Das; in der Nacht vom 31. August zum j. September aus dem jttvschen Friedhof von ruchlosen Händen dreizehn Grabdenkmäler umgestürzt worden sind. Die Polizei hat die Nachforschung nach Den unbekannten Tätern begonnen. Es ist dies der sechzigste Fall seit Ende 1923. Nach Stresemanns pariser Reise. Wer hat ihn umjubelt? Ltresemann ist von seiner Pariser Neise zurückgekehrt. Greifbare potitische Erfolge hat er scheinbar im Augenblick nicht erzielen können. Man hat' das vorausgesehen, und deshalb waren die Meinungen darüber geteilt, ob Stresemann überhaupt, solange noch französische Truppen "am Nhein stehen, nach Paris gehen solle. In dem als „Judenpreste" verschrieenen „Berliner Tageblatt" schreibt T. W. (Theodor Wolfs) in einem Aufsatz „Bleib weg von Worf": „Aber diejenigen von uns, die, im Gegensatz zu allen Nationalisten eine ehrliche Verständigung . . . erstreben, hätten gerne jetzt noch den Einsatz zurückbehalten, der Etresernann heißt. Löenn wir mit dem braven Eheweib Hedwig sagen: »Bleib weg von Mors!', so ist das natürlich ein unwirksamer Anruf; denn Stresemann ist'vermutlich ebenso entschlogen, den weibischen Rat unbefolgt zu lasten wie Tell." Tem Wulleschen „Deutschen Tageblatt" vom 2. September blieb es Vorbehalten, festzustellen, daß es die „Juden", also die gleichen Kreise, die Stresemann abgeraten haben, nach Paris zu fahren, gewesen sind, die ihm wenn keinen politischen, so doch einen Prestigeersolg in Paris verschafft haben. Es heißt dort: „Stresemann rrmZuhelten keine Franzosen: Ihn umjubcltcn Juden, Pazifisten und ihre Mitläufer. Las wirkliche Frankreich, der Nassesranz ose, pfiff bei der Ankunft Stresemanns und wurde von der NothschildpoLizei nieder gehalten: Das wirkliche Frankreich trägt das andere Gesicht der französischen Juden und Freimaurer. Der Empfang Stresemanns in Paris Zeigte, wie weit auch in Frankreich Judas Macht reicht. Wenn das „offizielle" Frankreich „hoch Stresemann" ruft, dann ist es an der Zeit, daß die Parole durch Deutschlands Gaue rauscht: „Fort mit dem Freimaurer Stresenrann aus der Negierung:" An die deutschen Juden! Bald werden Rosch II a sch o n o h und Jom Ha h i ppu r i m zum Gotteshause rufen und zu stiller Feier in den jüdischen Häusern. Aber ihr Aufruf zur Besinnung, zur Einkehr und Umkehr findet in unserer Mitte nicht mehr überall Gehör. Mancher ist gleichgültig, mancher ist seinen Brüdern und dem Gott seiner Väter fremd geworden. Andere sind unter der Last der Arbeit erdrückt. Die Zeit scheint dahin zu sein, da die gegeschlossenen Geschäfte der jüdischen Kaufleute an Sabbaten und Festtagen, am Rosch Haschonoh und Jom Hakippurim ein stummes, aber eindringliches Bekenntnis zu Gott und zum Judentum vor aller Welt ableglen. Aus dieser Unfähigkeit, unsere heiligen Tage zu feiern, sprechen Not und Druck der jüdischen Seele. Unsere Verantwortung, unsere Sorge bewegt uns deutsche Rabbiner zu einem ernsten Wort an die deutschen Juden. Genug des Leids, dass so vielen von uns der Sabbat, dieser Quellpunkt unseres Familienlebens, die Wurzel der edelsten Tugenden unserer Gemeinschaft, der Tag unserer Seele, das Wahrzeichen unseres Glaubens, verlorcngegangcn ist. Solle:i nun auch die ehrfurchtgebietenden Tage dem Materialismus mehr und mehr zum Opfer fallen? Die „Tage der Umkehr*1 nahen. Möchte ein jeder den Willen und den Weg finden, die heiligen Tage ganz und ungeschmälert zu feiern. Möchte jeder jüdische Geschäftsinhaber seine Angestellten von jeder Arbeit an den hohen Tagen befreien. Möchten die Treuesten der Treuen, denen es ein tiefes Bedürfnis ihres Herzens ist, der religiösen Pflicht gemäss Sabbate und Feste zu feiern, weitherziges Verständnis bei allen in Befracht kommenden jüdischen Persönlichkeiten finden. Euch alle aber bitten wir: Setzt alles daran, dass unsere Ruhe- und Festtage unserer jüdischen Gemeinschaft erhalten bleiben. Die Treue zum Judentum fordert Opfer. Aber ihr Lohn ist eine Ruhe des Gewissens, das Bewusstsein treu erfüllter Pflicht, die Festigung und Erhöhung des J u de nt u m s. Im Geiste eng mit euch allen verbunden, wünschen wir euch den Segen der heiligen Tage. „Möge alle Sorge von euch weichen; die Freude an Gott bleibe die Quelle eurer Kraft!“ ' Der Vorstand des Rabbinerv erb andes in Deutschland. Epochale Neuheit! Hebräische Gebete auf Musikplatten W° Pmc^moSrnm Sn dieser Vollendung bisfaer tmerreie&f! Aufnahmen vom verstärkten Synagogenchor vom Friedenstempel, Berlin, unter Leitung von Chemia "Winawer. Von Oberkantor Hermann Fleischmann, Köln. Die Presse schreibt! .. .Der verstärkte Sycagogenchor unter Leit' Odccm die hohe künstlerische Bedeutung seiner Hartenbergs bei dem Einheben der Thora, Chorgesang. iLmg von Chemia^inawerreigidurch 1 ,. .Von eigenartigem Keir sind die Gesänge des verstärkten Synagogenchors einer Gesänge; eindrucksvoll das Selo 1 ^es Friedcnstempels; hebräische Kirchenmusik in vorzüglicher Ausführung, ora, ergreifend der unterstreichende | Odeon- und Parlophon-Musikplatten werden ohne jeden Kaufzwang bereitwilligst vorgespielt in den offiziellen Verkaufsstellen des Lindströms-Konzenis: BERLIN: Leipziger Sfr. SS© / Kor£itrsten«Samm Ld / Friestrielasts’. HL / Oiraaienstr. 64 ferner in allen anderen Odeon- und Parlophon-MusÜk-Häusem und besseren Fachgeschäften.

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