Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 7 (1928)
- Issue
- 36 (7.9.1928)
- Date
- 1928-09-07
- Page
- Seite 494 (sequence 6)
- Language
- German
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494 achingei 7ersan dstelh, :r]in SW 11, Schönere rger StTasse 16a. elef on: Lützov 8260 / 61. ist Zweig ganz in seinem Element. Und^hier, wo inneres Bec- Lundensein eine Atmosphäre von Wärme, Stolz und Begeisterung schasst, wo die uns allen ins Gedächtnis eingeprügte bunt leuchtende und klingende Habimah-Aufführnng von „Jaakobs Traum" als ein „nationales Ereignis der hebräischen Renaissance" gepriesen wird — hier nimmt die Darstellung einen Schwung an, der sie ans den kühleren Regionen kritisch-analytischer Betrachtung in die besonnten Bezirke des Dichterischen cmporführt. Cm neues Drama Ernst Litauers. Von Robert Reumann (Wien). Ernst Lissauers neues Drama heißt „Das Weib des Jephta". Es ist eben bei Oesterhcld & Eo. in Berlin erschienen und wird, wie man Hort, seine Uraufführung erst im Winter erleben. Borwegzunehmen, daß es in Lissauers dramatischer Produktion, und wohl in der dramatischen Produktion überhaupt, eine Sonderstellung einnimmt und rvohl auch bewahren wird: es ist vielleicht die machtvollste, klassisch straffste, edel sparsamste- Tragödie, die seit Jahren geschrieben wurde. — Das ctüd handelt von dem Fall jenes Jephta, Richters und Feldhauptmanns in Israel, der in Bolkes Rot gelobte, das erste lebende Wesen, das ihm aus seinem Hause entgegenträie, zu opfern. Das Los trifft sein Kind. Und er opfert es. Verliert darüber sein Weib, verliert darüber sich selbst, ist kein Mensch, kein Lebender mehr, ist in sich ausgelöscht — und lebt doch iveiter, ganz Pflicht, ein Richter in Israel. Er dient. — Diese dürren Worte vermögen kaum etwas von der ganz außerordentlichen inneren Timenfion der Tragödie Zu vermitteln. Sie ist groß, einfach — und wirksam. Und sie bildet, meine ich, den Schlüssel zu Litauers gesamter Produktion: Der Gott, der furchtbar schweigend hinter dieser Tragödie steht, ist durchaus der Gott der Bibel — und doch nicht der Herr Zebaoth, wie wir ihn kennen. Gott ist hier kein Handelnder, kein Eifervoller, sondern, tief und machtvoll ersaßt, einer, der da ist und an dem man sich bewähren muß. Ein übcrpersönlicher, yxrhrlieh ein überzeitlicher Gott? Und der Gott der Bibel ebenso wie der Gott des — Preußentums. Bibel und Preußentum sind die Pole, zwischen denen Lissauers Produktion sich bewegt. Er ist der Dichter Der'tragischen Pflicht. Seine Helden sind Helden im Dienen loder: im Dienst) — mögen sie mm Jcphta oder Borck, mögen sie Moses oder Luther heißen. Bon hier aus verstehe man (worüber noch immer einige sich verwundern wollen), daß Lissauer Jude als Deutscher, Deutscher als Jude ist. Ist ihm das zweierlei? Kann ihm das noch zweierlei sein? Hruno Frank. / Politische Novelle. I. V. Eine politische Novelle*). Die Helden sind der deutsche und der französische Minister des Auswärtigen. Ter Deutsche hat Züge verschiedener politischer Persönlichkeiten. Der Franzose — Frank nennt ihn Torval — ist deutlich als Abbild von Aristide Briand geschildert. Ein herzerfrischendes Bild eines modernen Humanisten, das vielleicht manchem dichterisch übertrieben erscheint und doch so ganz zu der kürzlich erschieuencn Sammlung von Reden Briands paßt. Die Mischung von Wahrheit und Dichtung zeigt jedenfalls einen echten Dichter. Der deutsche Minister ist nicht mit der gleichen Schärfe geschaut. Man versteht auch nicht recht, weshalb der Dichter den Deutschen in einen: etwas nebelhaften Abenteuer nach dem Zusammensein mit Briand untcrgehen läßt. lieber die dichterische Wertung der Novelle ist bereits viel geschrieben worden. Hier ist nicht die Stelle, zu diesen Fragen Stellung zu nehmen. Was uns hier interessiert, ist die Tatsache, daß beide Minister von jüdischen Sekretären begleitet werden. Cb diese Idee des Dichters wertvoll ist, mag dahingestellt bleiben, innerliche Rechtfertigung aus der Persönlichkeit der Minister wird in der Novelle kaum gegeben. Uns intcrcfficrt hier besonders das -Kapitel, in welchem eine Unterredung der beiden Sekretäre geschildert ward. Politische Fäden sind in der Unterhaltung ausgeschaltet. Mit Leidenschaft unterhalten sich die beiden Sekretäre über den Wert der deutschen und der französischen Sprachejeder verteidigt mit innerster Teilnahme seine eigenen Muttersprache, obwohl jeder von ihnen die Sprache des anderen hervorragend beherrscht. Sie finden sich schließlich in gemeinsamer Andacht in Goethes „Faust" und seiner Osterschilderung zusammen. „Seltsam, zu denken," — so sagt der Dichter — „daß dies nur Gäste waren in ihrem Volke. Fremde. . . llnechte. Störende, Geduldete. Hatte sie einer gehört, die Erwägung hätte ihm kommen können, ob nicht der innige Anteil am Wort mit lautwerdendem Erinnerungsschatz eines Volkes Zugehörigkeit *»?tcr begründe als manche fragwürdige Blutsverwandtschaft." *) 1928. Ernst RoDohlt Verlag, Berlin. U E WC? i' | M;;/V.j ' t. 7I | v;-7 / 7277-i ■3r'¥ \- ■ V ' "Kfy, )>' '^■X/ .77' \ - 1 A 7 / n;-r x - mv / . /7\.i\/ H; :\NV'-v'/'-l iS-Vf-'- iy- I- ~ - / « - -- / V | \ i ~ y * — X, ' ' > - y:: - . ■ A . JLy~ 6 /-* i y;'i .; -; i . ' - it i'- -t ' -; 7 - -u.. y;:ir U ihio 'v pi"A'\ '-£•/ /'; 1 7.7- . f'ri- -tl/tA -p,- A- ..? Von großer Wichtigkeit für die Lebensdauer des Anzugs ist sein innerer Aufbau, für den vyir uns durch sorgfältige Verarbeitung in eigenen Werkstätten und F Verwendung bester Zutaten X verbürgen T/ä5SSS£37 / ■ Zum Anzug Der Hut / Die Krawatte Das Hemd / in unserer Sonderabteilung X,.(w11;] q iC*4t % X TT) ~ sa ’Bsa § Ai J J-1 C j i