Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 7 (1928)
- Issue
- 33 (17.8.1928)
- Date
- 1928-08-17
- Page
- Seite 456 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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45S Presse aller Richtungen ist voll von Lobeshymnen. Der „Fridericus", also ein ganz unverdächtiger Zeuge, feiert die Weltmeisterin Helene Mayer im höchsten Brustton arischer Seligkeit. Er schreibt, also: „ . . . Hochachtung vor diesem blonden deutschen Madel, das inmitten der schwarzhaarigen internationalen Meschpoche, die in Amsterdam den Ton an-- zugeben sich bemühte, sich treu zu ihrer Gesinnung und zum verratenen und verfemten Schwarz-Weiß-Rot bekannte." Im ersten Siegestaumel hat Helene Mayer die Farben ihres Fechtklubs, die Schwarz-Weiß-Rot sind, geschwungen. Aehnliche Lobeslieder singen gerade alle die Blätter, die sonst deutlich oder verschämt gern ihr „arisches Deutschtum" betonen. Ja, die Bilderbeilagen deutsch nationaler Zeitungen weisen das ganzseitige Bild der Lffenbacher Primanerin auf, nur ihren Lesern die Weltmeisterin . darzustellen, um wahrscheinlich nicht minder die im Wertteil gemeldeten blauen Augen und blonden Flechten Helene Mayers, soweit möglich, im Bilde vorzuführen. Als -Helene Mayer vor wenigen Monaten beim Londoner Fechtturnrer mehrere der europäischen Meisterinnen besiegte, . da schlug sogar ein echt deutscher Mann in der „Anhalt i s ch e n Rundschau" also die Harfe: « Mit einmal ändert sich die Szene! Ein deutsches Mädel, blond und nett. Steht — dreimal Siegerin — Helene, Ten weißen Handschuh am Florett; Blauäugig und von frohen Sinnen, Vom Kampfe noch die Wangen rot, Tie ganz Europas Fechterinnen Tie Spitze ihres Degens bot. Dis „Slürsn öss MsZlenMsigZs". LuDerrdorff über die Eisenbahnumsälle. Nach don, jüngsten „Enthüllungen" des Generals Ludendorfs über die wahren Schuldigen am Verlust des We l t k r i e g e s l„E. V- Zeitung" Nr. 32 vom 1CL August 1928) verbreitet sich Ludendorff jetzt in einem Leitaussatz seiner „Deutschen Wochenschau" vom 12. August, Nr. 33) über die wahren Ursachen der erschüttern' den Eisenbahnunglücke der letzten Wollten. Ohne jede Erläuterung sei wiederum hier im Auszuge abgcdruckr, was der einst so gefeierte, heute nur bedauernswerte Mann schreibt: Am 29. August 1924, denr Tage mit der Quersumme 80, also der so schönen „heiligen" Zahl 8 X10, wurde im Parlament der überstaatlichen Mächte in Deutschland der Dawes-Pakt von den Hörigen dieser Mächte angenommen, die ebenso in den Reihen der „Linksparteien", als in den „Rechtsparteien" regieren*) ... Damals gab das Deutsche Reich Hoheitsrechte an die jüdische Weltrepublik ab. Die Farben an den Lchlagbärrmerr der Eisenbahn, die dem Volte aus „technischen Sicherheitsgründen gewählt" erklärt werden, geben die roten und weißen Blüten des jüdischen Akazienzweigcs, des „Stabes Moses" des jüdischen Weltzepters wieder. Tie deutsche Eisenbahn ist also nicht mehr deutsches Eigentum und deutsches Beförderungsmittel der Deutschen und deutscher Mittler deutscher Wirtschaft-, sondern sie ist als Tawes-Bahn. Eigentum der Juden... Ganz ebenso wie die 15 Millionen Toten des von Juden, Freimaurern und Jesuiten entfesselten» Weltkrieges kommen auch clic die Toten, die aus der Tawes-Bahu mit den aus „Sicherhei'sgründen" weißrot angomalten Sicherheitsschranken ums Leben kommen, auf das furchtbare Schuldkonto dieser überstaatlichen Mächte und ihrer Hörigen in Deutschland, die die deutsche Eisenbahn den Juden aus lieferte... Ter Neuzeit weibliche Geschöpfe Besiegt sie schlicht im Sportgewaud Und, denkt euch, sie trägt — blonde Zöpfe! Und schlingt darum ein weißes Band. Ein blaues Aug', ein deutscher Schädel, Ter Jugend Anmut im Gesicht, Ein gut gewachsen rheinisch' Mädel — Und ficht, als wie der Teufel ficht! Wir sind der Meinung, büß Abstannnung und Religion gewiß recht wenig mit sportlicher Tüchtigkeit oder Untüchtigkeit zu tun haben. Helene Mayer kämpfte in der Amsterdamer Olympiade lediglich für den Sieg der deutschen Farben. Aber dieses wundervolle Beispiel der verstiegenen „arischen Raffentehre" mußte hier angeführt werden, denn diese blauäugige und blondhaarige Helene Mayer ist die Tochter unseres Offenbacher Mitgliedes, des Arztes Tr. Mayer, und damit j ü d i s ch e D e u t s ch e. SzmagogLnfchänöung in DlUelöorf. In T ü f s e ld o r f ist in der Nacht des Berfasiungstages (vom 10. zum 11. August) die S h n a g o g e an der Kafernenstraße von völkischer Seite geschändet worden. Mit roter Farbe sind Rieferchakenkreuze auf die Front gepinselt worden und die Aufschrift „I u d a verrecke!" Am gegenüberliegenden Bretterzaun des Schauspielhauses wurden ähnliche Schmähschriften aufgemalt. Ter Bürgersteig vor denr in der Nähe liegenden HohenzOllern-Gymnafium zeigt ebenfalls die Worte „N i e d e r mit der I n d e n v e r s a f s u n g!" Der Vorstand der Synagogengemcinde hat auf die Ergreifung der Täter eine Be- Löhnung von 106 0 Mark ausgesetzt. Tie Bekanntmachung ist durch die gesamte Presse erfolgt und an sämtlichen Litfaß-Säulen der Stadt angebracht. Die Täter sind bisher noch nicht gesüßt, obwohl die Kreise, aus denen sie stammen, unschwer Zu erraten sind. Deutscher Sprachverein unö parteipolitik. Eine Erklärung Der VereiustciLung. Ter Deutsche Sprachverein dient der Pflege der deutschen Muttersprache. Er ist für alle Deutschen von besonderer Bedeutung. Man rnag. nicht in allen Einzelheiten gleicher Meinung wie der Vorstand des Sprachvereins sein, aber die Bedeutung, ja^ die unbedingte Notwendigkeit des Sprachvereins wird niemand bestreiten können, der es mit der Muttersprache der Deutschen ernst meint. Um so bedauerlicher ist es, daß die Zeitschrift des Deutschen Sprachvereins manchesmal den Anschein erweckt hat, als ob sie deutschvölkischen Gedankcngängen nicht ganz fernstehe. Daher erfreut besonders eine Erklärung des Leiters des Sprachvereins, Ministerialrats Dr. Richard I a h n k e, in dem neuesten Heft der „M u t t e r s p r a ch e". Torr spricht Jahuke folgendes aus: „Immer wieder begegnet der Deutsche Sprachverein dem Vorurteil, daß er irgend etwas mit Parteipolitik zu tun ha de. und daß, wer sich ihm anschließe, sich damit auf die Seite irgendeiner Partei stelle. Denr.können wir nicht scharf genug cntgegentreten. Wenn Politik bedeutet, Teilnahme am Ergehen des eigenen Volkes, Bemühung um seine Größe und Würde, dann freilich ist der Sprachverein ein politischer Verein. Tenn das allerdings wollen wir, daß unser Bol! nicht verlacht werde ob seiner würdelosen Mißachtung der Muttersprache, daß es sich besinne, was diese Sprache ihm bedeutet, daß es lerne, sich - ihrer Schönheit zu freuen und ihre Reinheit zu wahren und wieder herzustellen. Wer dasselbe erstrebt, ist uns willkommen als.Mitkämpfer, mag er sonst über die Fragen des Staalslebcns denken, wie er will." Und Jahnke sagt zum Schluß feiner Ausführungen: „Wenn wir eine Partei zil bilden hätten, so wäre es die aller, die die deutsche Sprache lieben und sie nicht zugrunde gehen lasten wollen." Diese Erklärung ist durchaus befriedigend und wird sicherlich nicht nur in unseren Kreisen dem Sprachverein eine große Reihe neuer Freunde zuführen. Er verdient diese Frenndschast. - . L. H. Ter Synagogenschandung dürsten auch die Urheber folgenden Bubenstücks nicht sernfteyen. Die Düsseldorfer Zeitung „Ter Mittag" meldet unter d<m 10. August: „JM der Einweihung des Ehrenmals für die Gefallenen des Düsseldorfer FelbarLillerie-Neginrents Nr. 7 am Sonntag, 29. Juli, ließ auch der Reimsbund jüdischer Frontsoldaten durch een Vorsitzenden der hiesigen Ortsgruppe ein LlumenarraugerncnL mit Nümcnszug und Schleife am Denkmal niederlegerr. Einige Tage später war dio Schleife abgerissen und die Blumen des NamenszuEs gewaltsam henrusgerissen. Man weiß nicht von wem, aber man wwiß, daß ci Bubnchäudre wann, die durch solche Semcncheiwn den Abscheu aller Miständiq-n Leute erw-ecken." *) 29 + 8 + 19 + 24 — SO. IH in. jUI -er LsndeOsrMös GwI-VerA Mö SrüLöeMrg am Sonntag, den 2. Sepiemöer, -10% d'hr, tm Berliner Logenhaus, Meiflstrsßs -12. Oelegieri«, haltet Such diesen Sonntag freit