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Central-Verein-Zeitung · 1928-08-10 · 32 (10.8.1928) · p. Seite 446

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
7 (1928)
Issue
32 (10.8.1928)
Date
1928-08-10
Page
Seite 446 (sequence 6)
Language
German
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446 Sorkum. Tic Zustände in letzter Zeit. Tie Verhältnisse ans Borkum nr-d unseren Lesern bekannt. Wir haben die Entwicklung des völkischen Treibens aus, der 'nnirl dklichtaemä-n stets aufmerksam Verfolgs. Wir können zu un,erer Freude seststcllcn, daß Lciisations- und Radaulnst selbst in,völkischen Kreisen nicht mehr stark genug wirken, um Borkum den^srühcr erwüi, schien Strom völkischer Mannen zuzusüh^cn. -elbst der Münchener „Völkische Beobachter" klagt -kein und Lem rn einem ansckwinend von tont an? tont entfernten Harrer Münchmcyer verfaßten Artikel über den Rückgang der Besucherzahl. Ter „Rhein-Ems-Zeitung" entnehmen wrr folgende Schilderung der Verhältnisse: ,.Es ist für die Badeverwaltung keine leichie Ausgabe, den schaden.' den das Bad in den Ickten' Jahren durch die cw:gen politischen Hetzereien erlitten hat, einigermaßen wieder auszuglerchen. Tausende erholnngssuchende Gaste, die früher nach Borkum kamen, sind, anaewidcrt durch die nanonalistisch-völknchen Trewereicn, die nicht selten groteske Formen annahnicn, der Insel scrngcblieben und haben Norderney oder ein anderes Nordseebad ausgesucht sie wollten Nuhe und Erholung und keine Politik, vor allem keine Hetze gee-en die Republik und die führenden Staatsmänner. Tie Jnseldcvolkeruna in ihrer -weitaus großen Mehrheit hat längst eingeschen, daß, wennchas Bad nichtvollends seinen guten Ruf einbüßen sollte, cs notwendig war, endlich gegen den völkischen Unfug cinzuschreiten, und sie ist heute den staatlichen Behörden dankbar dm'ür, daß sie ton übelsten Schreiern das Handwerk gelegt hat. Jetzt, nachdem die Insulaner die Leidtragenden geworden sind, sieht mau allerdings auch immer mehr ein, daß es im ureigensten Jnterene Borckums gelegen härte, wenn man gleich von Anfang an gegen die völkische llnriiMiif'terct mit allem Nachdruck eirttchchrittcn wäre. . . . Herr Müuchmcycr, der ehemalige Borkumer Pfarrer, in dem dle Insulaner heute den Schädling des Bades sehen, regt sich -auch jetzt wieder. Er glaubt offenbar, daß die Kurgäste ohne seine sogenannten „Tcutschen Abende", ans tonen er in feiner sattsam bekannten Art gewöhnlich gegen Republik, Temokratie, Judentum, Freimaurer wie überhaupt alles, - was nicht in die narionalsozialistischen Tiradcn mit einstimmt, loszieht/nicht auf ihre Kosten kommen. ... Wie man im Lande die „Politik" des Herrn M. bewertet, hat das Ergebnis der Wahlen am 20. Mai mit aller Deutlichkeit gc- zeigt. Gewitzigt durch die äußerst trüben Erfahrungen, in den letzten Jahren,"lehnt die Borkumer Einwohnerschaft heute jegliche politische Verhetzung auf der Insel und damit auch die berühmten .Deutschen Abende" des Herrn M. mit aller Schärfe ab. In hohem Maße bezeichnend für den gründlichen Umschwung aus Borkum :st die interessante Tatsache, daß dieser Tage die Gemeindevertretung einen von sozialdemokratischer Seite eingebrachion Antrag, der verlangt, daß während der Badesaison jegliche politische Hetze, wie überhaupt alle Angriffe, die geeignet erscheinen. Andersdenkende in 'ihren Gefühlen zu verletzen, zu untersagen sind, gegen eine Stimme — die des Herrn M ü n ch m c 1} c r — angenommen hat! . . . Das Borkum-Lied! Ja. ein Teil der Badegäste erbaut sich noch täglich an ihm. Es bildet die Schlußnummer des täglichen Nachmittagsprogramms der Kurkapelle. Die ersten drei Strophen zu spielen ist der Kapelle tokannrlich erlaubt worden; die weiteren werden dann gewöhnlich von bem cm der Strandhalle promenierenden Badepubttkum.heruntcrgeleiert. Das öffentliche Singen des berühmten Borkumliedes ist zwar verboten, weil es bekanntlich Haß gegen einen Teil deutscher Staatsbürger predigt. . . . Im übrigen merkt man nicht allzuviel von dem „echt deutschen Geist" auf Borkum. Mau tanzt auf einem der ersten und größten ' Tanzdielen nach ohrenbetäubender Jazzmusik und singt die neuesten Schlager und nimmt auch durchaus keinen Anstoß daran, daß die Jazzbandla pelle einige dunkel häutige Musiker auswcisr. Doch die gehören ja auch eigentlich zur Jazzmusik. — Aber — trotzdem und alledem — tcutfd) ist man doch, teuifcT) bis ins Mark . . Die V a d c d i r e 11 i o n hat außerdem jetzt ein Verbot, das Lied in der Wandelhalle zu spielen, erlaßen, und die Kurgäste gebeten, das Lied dort auch nicht singen. trägt allerdings der Meinung der Borkumer Besucher Rechnung, Wenn sie ais Begründung für diese Anordnung angibt, daß infolge des Singens — ton Kellnern das Bedienen und Kassieren nicht möglich sei. Immerhin bemüht sich die Batovorwaliung. alles zu tun, um das durch das völkische Treiben schwer geschädigte Ansehen Borkums wieder zu heben. Sie hat auch den Badeführer 192S jetzt völlig einwandfrei gestaltet. * * Der „Völkische Beob a ch t e r" stellt in seinem Notschrei über die Gefährdung tos hart bedrohten letzten deutschen Bollwerks im deutschen Meer fest, daß der C e n t r a'l v e r c i n bereits im Jahre 1908 <>e gen D o r t u m gezetert habe. ^Wir pflegen zwar nicht zu zetern: aber wir versprochen dem „VöNijchm Beobachter^, daß wir sehr aunnerlsam weiter auf Borkum ächten werden. Die Entwicklung der Verhältnisse dort ist uns ein Gradmesser für die Gesundung der Politischen Einsicht in Deutschland. " ' ' - ' Nei. 13 + 6+10 + 10 =-3x15. . Lttderrdorffs neueste Enthüllungen. Genera! L u d e n d o r f f veröffentlicht soeben in seiner „Deutschen Wochenschau" (Nr. 32 vom 5. August d. I.) einen Aufsatz: „Ein Jahr des Erfolges", der nur geeignet ist, lebhaftes Bedauern für den früheren Führer des deutschen Feldheeres, dem einst rückhaltloses Vertrauen von allen Deutschen entgegengebracht wurde, wachzurufen. Er ist so kurios, daß wir den Aufsatz in wesentlichen Teilen hier ohne jede Erläuterung wiedergeben. Unverständlich bleibt, daß immer noch viele Deutsche solche Ungeheuerlichkeiten für bare Münze nehmen. General Ludendorff schreibt: „Am 8. August fährt sich in der „heiligen" Zahl l0 der Tag, an dem sich jüdisckpfreirnaurerische „Arbeit" im Weltkriege au der Front in tor_ Truppe auszuwirken begann. Bis dahin hatte sie diesen Einflüssen im wesentlichen widerstanden. Tie Wucht der Krwgsleistung unseres Heeres hatte die Verrüterarbeit so übertroffen, daß diese letztere sich zunächst nicht hatte durchsetzen fönneu . . . An jüdisch-srcirnaurcrischcr Arbeit, unterstützt von den Jesuiten, ist jener' Sieg gescheitert, und durch gleiche fortdauernde Vcrrätcrarbcil das deutsche Bott in die Versklavung geführt worden. Wo Inder; und Jesuiten und Freimaurer auch standen, ob m den „ArLrcitcr"intcrnationalen, ob unter den „Finanzmaguatcrr", ob irr der Negierung, ob im Auswärtigen Amt, ob im Großer: Hauptquartier oder Kriegskabinctt, ob in den „Links"- oder „Rechtsparteien, ob in „rechts"- oder „linksstehenden Verbänden, überall leisteten sic damals und leisten sic heute noch die gleiche Zcrstörcrarbcit bewußt oder unbewusst. Diese Zerstörcrarbeit war für mich die Ursache, gegen die überstaatlichen Mächte zu kämpfen und am Lüttich-Tage des vorigen Jahres den vernichtenden Stof; gegen die Johanncslogcn der Wcltfrcirrranrcrci zu führen und damit eine breite Grundlage für den Kampf aller Völker um ihre Artcrhaltung und Freiheit Zn schaffen. Ich Zeigte durch Enthüllung der Geheimnisse den verbrecherischen Gchcimftun des Rituals, Deutsche Zu künstlichen Inden ritr-alnrästig abzustcnrpcln und sie dem Judcndicnsic Zu versklaven. Das jüdische Ziel der Vernichtung aller GojimvöLtcr bedingt natürlich bei dieser Abstempelung die Tötung des Blutgefühls, die Tötung der stolzen Mannes ehre und der freien Persönlichkeit und die Umstülpung der Grundbegriffe der Wahrheit und Sittlichkeit. Diese Enthüllung bewegte nicht nur das deutsche Volk, sondern die Völker der Erde, und cmfcfTettc den Kamps gegen die überstaatlichen Äcächte allerorts. Stark erschüttert wurde die Sicherheit der tolldreisten Welt Zerstörer. In den dunklen, roten und schwarzen Logen fanden sich die Völker- und Menschenverderbcr und berieten angsterfüllt die Abwehr, während sie den Johanncsbrüdcrn ihre Unruhe hinter Phrasen schwoll zu verbergen trachteten. Als sie im Laufe des Kampsjahrcs merkten, das; diese „Reaktion" ans ihren Völker- und Menschenbctrug kerne abllingcude Welle ist, verloren sie so sehr die „Vorsicht", dast sie, ganz ebenso wie sie einst dem Zaren das Mordurtcil bckanntgabcrr: Gr und seine Familie müsse „beseitigt" werden, weil die weiße Armee hcranrücke, nun in Marienbad am 19. 6. 1928 (Quersumme 19 ~ 6 +10 -f- 10 ~ 3 X!5) beschlossen, mich mit allen Mitteln zu „beseitigen", weil ich die Ausktärungsarmee der Völker führe, die ihrem schwarzen Treiben als weiße Armee entgcgenlritl. fcin Totschweigen, das zuerst verflicht wurde, war nichts, da zwanzig Tage nach dem Erscheinen der Schrift schon weit über 20 000 im Volke waren: mit den Gegenschriften war cs ebenfalls nichts, ebensowenig mit der eifrigen Hilfe der Brüder Pastoren und den zahllosen Prcsseverleumdungcn: ja selbst, o Schreck, das Märchen „von der Geisteskrankheit Ludcndorsfs" wollte nicht verfangen; auch alle Maßnahmen, bis zu den Erprcsserdrohungen an Buchhändlern und Mitkämpfern, wenn diese auch hemmten, rönnen die Enderfolge nicht aufhalten. Was wunder, das; die „unsichtbaren Väter" so den Kops verloren, so jede rühmlich bekannte „Vorsicht" vergasten, um ms^ Mord plane gegen mich zu verfallen, die ihr Schicksal selbst auch dann nuv bedien bcscklcunigcrr können, wenn sie nicht zehn Tage danach in der Qcfsentlichkeit enthüllt worden wären. So sehr waren sie in Angst und Kopflosigkeit, daß die jüdische Geheimlcitung wie Mime ausschwatzte:. „Ich will dir den Kopf abhau'n . . / . . Das Voll beginnt zu sehen, daß die Unterscheidung von „Nichts- und Linksparteien" Blendwerk der Hölle ist, ebenso wie die Sonderung des Volkes in „Rechtsnnb Lintsverbände". daß es nur eine Untcrsck^idung gibt, die uns rettet: Hörige Sklaven der überstaatlichen Mächte aus der einen und freie Deutsche auf der anderen Seile. Das Bol! mußte erkennen, daß gerade die Verbünde und Parteien, denen es die lautersten Ziele zutraute, ton überstaatlichen Mächten fcuta) teuflische List fügsam und hörig gemacht sind. Das trifft genau so für die Gefolgschaft der „nationalen" Parteien und Verbände zu wie für die Parteien „der Mitte", die der Kommunisten und der Sozialdemokratie,. Das Erschütternde an den 0

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