Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 7 (1928)
- Issue
- 31 (3.8.1928)
- Date
- 1928-08-03
- Page
- Seite 435 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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435 M-isch-arabrsche im mittelalterUchLN KsMpLsn. Ein BorLrag von Dr. Max Meycrhof (Kairo). Vor zwei Jahren hat der historisck und philosophisch hochaebildete Oberrabbiner von -Kairo, N a h ü m Efendi, dortsclbft eine F o r s ch u n g s g e s e I l s ch a f t s ü r j ü d i s ch e Geschichte^) gegründet. Er fand dabei die Unterstützung einer Anzahl von hervorragenden Mitgliedern der großen jüdischen Gemeinde von Kairo, vor allem die des früheren Fittanzministers, jetzigen Senators Joseph Cattaui Pascha, welcher Präsident der Gesellschaft geworden ist. Eine Anzahl von Vorträgen über jüdische Geschichte im allgemeinen, über die Juden Arabiens und über semitische Sprachvergleichung sind seit Anfang 11*27 in der neuen Gesellschaft gehalten worden. Ucber jüdisch-arabische Aerzte in Aegypten" sprach am 3. Mar d. I. Dr. med. Max Meyerhos, Augenarzt in Kairo, der Berufensten einer. Erfreuen sich doch seine mannigfachen Studien auf dem Gebiete der Geschichte der arabischen Medizin der uneingeschränktesten Anerkennung der wissenschaftlichen Welt. Die grundlegenden Forschungen von M o r i tz S L e i n s ch n c i - der und ihre Zusammenfasiung durch I. Münz sind dem jüdischen Publikum in Aegypten unzugänglich, und die arabischen Quellen, aus denen Steinschneider geschöpft hat, werden nicht beachtet. Deshalb gab der Vortragende, der übrigens seit Jahren unser wertgeschätztes Mitglied ist/ in der Einleitung eine Darstellung des Ueberganges der griechischen Wissenschasten aus die Araber. Labei hat schon im achten Jahrhundert nach Christo ein persischer Jude, Masardschawaih, mitgewirkt, indem er ein großes medizinisches Werk ans seiner syrischen Uebertragung ins Arabische übersetzt hat. Sonst ist die Uebersetzung griechischer medizinischr Wcrke'ins Arabische im nennten Jahrhundert vorwiegend das Wer! ncstorianischer Christen. Aber bei der Auswertung dieser rwugeschassenen Literatur har sogleich ein bedeutender Jude mitgcwirkt, Isaac Israelin Karruan (heute Tunesien, gestorben etwa $50). Er stand im Dienste von zwei Herrscherdynasticu, genoß das höchste Ansehen und schuf eine Reihe von Werken über Fieder, Puls, Urin, die Elemente usw. Dieselben waren bei den Arabern hochberühmt und gehörten mit zu den ersten arabisch-medizinischen Schriften, welche durch lateinische Nebcrsetzungcn dem Abendlande zugänglich gemacht wurden (durch Constantinus Africanus, gestorben 1087 zu Monte Cassino in Italien). Im zehnten und elften Jahrhundert finden wir eine ganze Reihe von jüdischen Aerztcn in Kairo, großenteils als Hofarzte der fatimidischen Kalifen. Selbst der später wahnsinnige Kalif Al Hakim (gestorben 1020), der Juden und Christen mit gleicher Wut verfolgte, hatte einen jüdischen Leibarzt, Al Hak Ir, dem er den Ehrentitel Al Näli’ „brr Nützliche" beilegte. Unter den übrigen Aerzten waren berühmt der Bücherliebhaber Ephraim ben Zafün, der eine Handschristenbibliothek von 30000 Bänden besessen haben soll, und Idn Dschami’, der einstmals aus der Straße einen Leichenzug anhielt und den verblüfften Teilnehmern nachwies, daß sie im Begriff waren, einen Scheintoten zu beerdigen. Denn erjjtittc bemerkt, daß die Füße des „Toten", welche aus dem offenen Sarge hervorragten, nicht urngesallen, sondern anigerichtct waren. ‘ Auch unter dem berühmten- Sultan Saladin und seinen Nachfolgern, den A i j u b i d e n (12. bis 13. Jahrhundert), war die Stellung der jüdischen Aerzte eine gute, und ihre Zahl am Hose der Herrscher groß. Ter hervorragendste unter ihnen war M a i m o n i b e »,. dessen medizinisches Lebenswerk der Vortragende auf Grund der Forschungen von Pagel würdigte. Noch ruht das medizinische Meisterwerk des großen Ärztphilosophcn, die „Aphorismen des Atoses", unveröffentlicht in einer Reihe von arabischen Handschristen im Staube der Bibliotheken. Die sicherlich beste liegt in Gotha, eine Abschrift von der Originalhandschrijt eines Neffen und Schülers des Maimonides. Ter Vortragende teilte die Ansicht von Professor A. S. V a h u d a , daß es Ehrenpflicht sei, diese und andere unpublizierten Schriften des Meisters bis zu dessen 800. Geburtstage (1935) herauszugeben. Doch sind die Kosten der Handschristenrcproduktion ziemlich erheblich. Nach einem kurzen Ileberblick ül>cr die Aerzte in der Familie und unter den Schülern des Maimonides im 13. Jahrhundert besprach *) Wir haben darüber in der „C. D.-Zellung" vom 23. Mül 1926 benHikl. JJfJ (g) m3 FF. II iimiLs 2 Haus allerersten Ranges EI?©3e. c ÄI[QS5-i!:a!i?^©f-PfiFÜ Nachsaison ermässigte Preise der Vortragende noch einen im 2lbcndlande fast unbekannten, aber in der arabischen Welt berühmten Kairoer Arzt, Abu'l-Muna, genannt Koben al-’Attar (ö. h. Koben, ,cher Drogist"). Wir kennen von ihm nichts als eine ausgezeichnete Schrift über die zusammengesetzten Heilmittel in 25 Kapiteln, ein Handbuch für den mittelalterlichen Apotheker, das sich noch heute in zahlreichen 9lbfchriften und Drucken in den.Händen der morgenländischcn Drogisten von Marokko bis Indien Minbct. Zum Schluß erwähnte der Vortragende, daß nicht immer die Stellung der jüdischen Aerzte eine beneidenswerte war, daß mehrere von ihnen, vorwiegend in Spanien und Persien, durch ständige Verfolgungen zum Ilebertritt Zum Islam veranlaßt wurden. Doch wurde im allgemeinen ihre praktische und wissenschaftliche Arbeit, selbst in den Zeiten schlimmster Verfolgungen, auch von ihren Feinden gewürdigt, und ihre Schriften bceinslußten in lateinischen Uebersetzungen die Medizin der europäischen Länder. Hier, wie auch sonst, sind die Juden die großen Vermittler wissenschaftlichen Denkens gewesen, dessen Ausbreitung kein Ghetto und keine Verfolgung hindern konnte. Irr rcm „Israelitischen Wochenblatt für die Schwel;" Nr. 28 vom 13. Juli lesen wir: „Der letzte Negerkougreß in New Port bat die.Aufmerksamkeit aus die in New stark bestehende Synagoge der schwarzen Juden gelenkt. In New dorr lebt eine ansehnliche Zahl jüdischer Neger, die iw dieser Lynagoge vereinigt sind. Ihr Rabbiner, Jesaja A. Ford, der gegenwärtig an der Spitze der den Namen „Beth Bcnei Abraham" (Haus der Söhne Abrahams) führende Synagoge steht, wurde von dem Mitarbeiter des „Morning Journal" ausgesucht und über die Gemeinde der schwarzen Juden ausgesragt. Rabbi Jesaja Ford erzählte: Ich bin in Westindicn geboren, nicht Vater Thomas und meine Mutter Elisabeth waren beide Juden. Mein Vater trat dann zum Christentum über, kehrte jedoch vor wicht langer Zeit infolge meines Einflusses zum Judentum zurück. Meine Mutter blieb eine gute Jüdin und erzog mich auch in jüdischem Geiste, ^ie bestellte für mich einen Juden aus Aegypten, der mich im hebräischen Schrifttum unterrichtete. Im Jahre 1910 kam ich nach Amerika, und da ich als Komponist und Musiker unter den Negern einen guten Namen habe, wurde ich von der Universal Ncgro JprovcmenL Association zum Musikdirektor bestellt. Ich nahm die Gelegenheit wahr und gründete Dibelkurse für Neger und hielt Vorträge über die Ethik* des Judentums. Diese meine Kurse und Vorträge hatten großen Erfolg, bis ein christlicher Missionar cs durchsetzte, daß ich an der weiteren Abhaltung solcher Vorträge gehindert wurde. Die Ausgabe unserer Synagogeugemeindc ist, die Lehre des traditionellen Judentums zu verbreiten und im Geiste des jüdischen Glaubens und der Tradition zu wirken." Mttcr der UebcrschcifL „Vcrlirrs neue Kampszcruralc" schreibt Tr. Gocbbrls in seinem „Angriff" vom 31. Juli: .Die Mitgliedschaft war seit den Tagen in der Potsdamer Straße (1.- Geschäftsstelle der Partei) aus das Fünffache gestiegen. Es mußte Wandel geschaffen werden. Nun sind nur in eine Geschäftsstelle cingczogcn, wie sic wenige Parteien airsweisen körnten- Zwölf große und mehrere kleinere Zimmer geben Raum für: Gauleiter, Geschästssührer, Schristleitung des „Angriff", Expedition, Wirtschastsstelle, Kasse, Registratur, ^chreibmaschinenzimmcr, Konferenzzimmer. Wartezimmer. Ilutcrgan Brandenburg, Sekretariat für Arb^itcrangelegcnhciten, «.A.. Studcntenbund, Hitter-Jugcnd, Ordonnanz- Wohnung. Dazu Küche und Lad. Nun schüttelt nicht wieder die Köpfe. Freut euch, daß wir endlich eine der Bewegung würdige Zentrale in Berlin besitzen und sorgt dafür, daß sie recht bald — wieder zu klein wird. . . . Alle Räurne sind einfach, aber zweckentsprechend und gediegen eusgestaitet. Viele Gegenstände des Mobiliars wurden von Parteigenossen geschenNoeise überlassen. So beispielsweise der Teppich), der aus dem Bilde des Zimmers von Dr. Goebbels Zu sehen ist. In der Schristleitung f üi*