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Central-Verein-Zeitung · 1928-07-13 · 28 (13.7.1928) · p. Seite 404

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
7 (1928)
Issue
28 (13.7.1928)
Date
1928-07-13
Page
Seite 404 (sequence 8)
Language
German
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404 Auf her S&k'iterfaljrt pulsier Leu wir die große jüdische^Kolome V a l s u r i a und hielten in dein arabischen ablus, dessen Einwohner von jeher sehr nationalistisch und antisernirisch sind. Im vorigen Jahre sind -00 Aienscheu hier durchs das Erdbclcn umgekvmw.cn. Nablus wurde besonders stark heimacsucht. U e b r i c c n 2 { st b ei d e m vorjährigen Erdbeben i m g a n z en^itiDe fein einzige r I u d e 1: m g c k 0 in m c n; nur Araber rvu.rdcn getötet.- Bei der Bevölkerung wird dies als ein Wunder Gottes au^aelcgt. seither ist die arabische Bevölkerung deshalb gegenüber den Juucn in ihrem Benehmen wie inneu.v-andcll; selbst in Na bin s soll man da? spüren. Bei Nacht kamen wir, vollständig mit Etaub beb-eft und müde tum der anstrengenden langen Autofahrt, endlich in Ier u j n \ c in an und stiegen im Alle n b y - H v t e l ab. Tas Hotel ist auch für europäische Berhöltinsse recht behaglich und elegant eingerichtet, mit slnchudem Wasser usw.; als Kellner bedienen schwarze Nubier in meisten Gewändern mit Schärpe und Fez; ein malerisches Bild. Jerusalem macht keinen großstädtischen Eindruck. Es ist heute .eine mittlere Stadt von GO000 bis 70000 Eimvouriern. Die Entwicklung hat die Straßenbahn übersprungen und ist gleich zum Auto- 0 i inn b u s i i be r g c g a n ge n. ^chon am ersten Abend fielen uns die vielen hebräischen Inschriften auf. Das Hebräische ist Landessprache geworden. An jedem Auto, an jedem Geschäft, an jedem Wegweiser, an jedem. Strahenschiid usw. im Lande steht neben Englisch und Arabisch auch Hebräisch. Alle Beamten, vom Bahn- und Postschaffner bis hinaus zum höchsten Regiernngsbeamlen, müssen die hebräische Sprache beherrschen, auch lvcnn sie keine Juden sind. Am nächsten Tage fuhren wir im Auto durch die Wüste, in Hunderten von Serpentinen, immer weiter hinunter bis zum Toten Meer, in das der Jordan fließt. Es ist so salzhaltig, dost alle Fische, die aus dem Jordan kommen, sterben. Das Klima ist unerträglich Heist; eine Gluthitze, noch größer als in Jerusalem. Die Landschaft ist malerisch schön; im Hintergrund wird sie von den OAoubiterbergen cn;d dem Berg Ncbo umrahmst von dem Moses da? Land K a n a a n erblickte. Das Tote Meer hot wirtschaftlich noch eine große Zukunst. rveil man hier Kali gewinnen will. Auch Jericho, das wir dann besichtigte;'., liegt am Jordan, einem kleinen, schmutzigen, gelblich-lehmigen Fluß. ein durch üppige Vegetation ausgezeichnetes, fruchtbares Araberdorf. Alt-Jericho . ist nusgegraben; die alten Mauern sind wieder bloßgelegt, die bekanntlich durch die Posaunen Jvsuas umgestürzt sein sollen. Kurz vor Jerusalem grüßt uns die alte Stadt nt a u c r. Die Stadt selbst liegt strichig da, auf vier Bergen ausgebaut. Don weitern schon sieht man in der' Tempelmaner das berühmte goldrneTor, das noch von dem Tempel des H e r 0 d e s stammen soll. Dort sollte der Messias in den Tempel einziehen. Ein türkischer Sultan ließ es Zumauern, der kindlichen Ansfasiung, nun könne der Messias nicht mehr kommen. Nachmittags machten wir einen Ausflug nach Bethlehem. Bus dem Wege dorthin'besuchten wir eine alte. jüdisch, heilige Stätte, Nahels Srab. Nahel soll hier bei der Geburt Benjamins gestorben fein; aus Liebe 311 ihr, hat Jacob das Grab errichtest das heute noch steht und nicht Zerstört wurde, weil es auch von den Arabern als Heiligtum verehrt wird. Am nächsten Tage wurde die Stadt besichtigst Zuerst das jüdische Ghetto. Die Tavrdftraße — die Hauptstraße — ist eine enge, winklige Gasse mit dielen Stufen, rechts und links Läden, die Waren liegen ans der Straße aus. In der alten Synagoge trafen wir etwa Zwanzig Patriarchalische Greise beim Talmudlernen am Dann kamen wir an die berühntte Klagemauer, den üöriggebliebenen Nest des alten Tempels. Drei Neihen riesiger Sreine lagern übereinander, sie sind nicht durch Mörtel verbunden, da nach der Bibel die Steine unmittelbar auseinandergelegt und so gehanten sein muhten. daß sie auch ohne Mörtel aufeinander paßten. Doll Staunen sieht man hier, wie es möglich war, einen solchen Niesenbau aus diese Weise anszusühren. flOÄ Piiififfl iffii (beli'iume) Direkt am Meer. JRituelle Küclie. — Eigener ISctsaal. — Gottesdienst Im Hause. Alle Zimmer mit Loearia oder P-alkon. Fliesendes Kalt* und Warmwasser. Warmwasserheizung. Telephon interurban. See- und Süsswasserbäder. Meerwasserdusche. Appartements. Privatbadezinuuer. Kilchc auch fürDiabetiker. ‘JOO Betten. Pensionspreis inkl. Zimmer 8 Mark aufwärts. Bon da aus ging es zum Zionsberg mit dem weltberühmten Tempelplatz. Fromme Juden betreten ihn nicht mehr, ans Furcht, sie könnten das A l l e r h e i l i g st e berühren, da man nicht mehr weiß, wo es stand. Der Tempelptatz ist heute in den Händen der Mohammedaner. In der Mitte erhebt sich die Omar- Moschee, auch Fetsendom genannt, ciueS der schönsten mohammedanischen Gotteshäuser der Welt, ein achteckiger, wundervoller Prachtbau, der ganz Jerusalem überragst wohl das schönste Bauwerk der Stadt. Inmitten der Moschee liegt ein mächtiger unbehauener Nalurselsen, mit einem Gitter umrahmt. Auf diesem Felsen wurde früher einer von den vielen Opseraltären des Tempels ausgestellt. Nach der Ueberliestrung soll es der Felsen Moria sem. auf dem Abraham seinen Swhn Isaak opfern wollte, als der Widder im Dornbusch erschien. Wie uns der Führer weiter erzählte, sott hier auch Gott David aufgetragen haben, ihm ans den Felsen Moria einen Tempel Zn bauen, der dann von Salomo errichtet wurde. Der Felsen ist nach der einen Seite schräg abgelfauen, weil die Hohenpriester lxum Betreten des Altars keine Stufen benutzen dursten. Ein interessantes Erlebnis hatten wir an diesem Tage noch bei Besichtigung der Kirche am Loeo - Homo - Bogen. Eine deutsche katholische Nonne vom Karmeliterordeu führte uns. Unser jüdischer Führer durfte nicht mit hinein, ebensowenig wie in die Grabesk'.rche, das Hanptheiligtum der Christen. Die Dchwester war bei der Führung besonders objektiv. Sie erklärte nämlich, Christus sei von den römischen Soldaten ans Kreuz geschlagen worden. Tcn Juden sei der Kreuzestod unbekannt gewesen, sie hätten nur gesteinigt, erst die Römer hatten zur Abschreckung Aufrührer und Spartakisten ans Kreuz geschlagen. Für viele der christlichen Mitreisenden dürfte diese Erklärung überraschend neu gewesen sein. Am nächsten Tage fuhren wir Zu den zionistischen Siedlungen über Monza, wo wir das jüdische Arbeitererholungsheim besichtigten, nach Kiriat Anawim. Diese Kolonie ist als kommunistisch -Siedlung besonders interessant; der Boden gehört dem Keren Kajemetli, das Dich, die Maschinen, alle sonstige Habe ist gemeinschaftliches Eigentum der Siedler* Tie Kolonie, die erst sieben Jahre alt ist, betreibt besonders Obst- und Milchwirtschaft. Die Idee des Kommunisnms ist in den Herzen verankert. Einer hilft dem anderen, der Stärkere dem Schavächeren. Die Kinder sind der Stolz der Kolonie, meist blonde Geschöpfe, gesund und kräftig. Ein ganz anderes Bild bot Rischon le Zion, ein jüdisches Dorf, das schon vor dem Kriege mit Geldern dos Pariser Barons Edmund Rothschild erbaut ist, sich bereits selbst ernährt und sogar Ueberschusse abwirft. Berühmt find die großen Deinkellereien, die den Palästinawein in die ganze Welt verschicken. Dann ging es aus der asphaltierten, erstklassigen Autostraße weiter nach T e l A w i w. Tel Awiw (Lol des Frühlings) ist heute die wichtigste Handelsstadt Palästinas, mit etwa 38 000 Einwohnern. Es ist eine rein jüdische Stadt, am Meere so malerisch gelegen wie eine Stadt an der Riviera. Bom Arbeiter, Schaffner. Oberkellner, Angestellten. Kaufmann bis hitrauf Zmn Oberbürgermeister sind alles Juden, auch die Polizei ist ganz in jüdischer Hand. Eine große lieberraschnng k>! sich uns, als »vir bei der Ankunft in Tel Awiw überall Anschläge vorfandcn, in denen die Stadt uns abends Zu einen: großen Fest einlud. Der Palästina Lloyd hatte cs bei unserer Neiseleitung durchgesetzt, daß in das Programm auch t^r Besuch von Tel Awiw ausgenommen wurde. So waren und IM?TÜTTßPWf! WFBPin I tJ 11 b ii il! L IS y L t'i L k Versieh erungs-Aktien-Gesellschaft Aktiva....fiter 201 COööOO JU£ MDlMNMLdAs M7 Über 163000C0O^./^ Versicherungen aller Art t \ i- E 'i*'«' SP* | st Wer Prospekte gilt ju verleiten wünscht, kann ge o!s Nrüage zu dieser KZOensÄriit besonders vorteilhaft verbreiten. Ein ganz Deutschland umsaffender xroßer Interessentenkreis wird sie dann cnifmcrksnnr beachten. Anfragen erbeten an das nächstgeiegene Bureau der Annoncen« Erpedition Rudolf Moffe oder auch "direkt an die Anzeigenverroaltung der E.V.'Zeitung in Berlin LW IO, Jerusalemer Etraße 46—49. Zttv von wirisaunn ProspeUcn und ürschnrnckvollen Dcuasachsu jeder?lrt hält sich die Buchdruclerei Nudotf 5)tosse in Berlin 8W 19 bestens <iub;o{)fm. sowie FkWklütk finden ab 1. Augrrsl in Akademiker-Haushalt i dem Daldumgebrnen Marbura a. ö. Lohr liebevolle Aufnahme der bester Verpflegung, knzean tinnen im 5>ause. Anfragen unter .jr, U. lölSl an Wndolf Mosse, Vcrlin SW19. .*5 *J *7. 1 m- :rbrivf i \llz‘ * i U . C:, J. ] 1 Zucker Magen Darm Nctlwmff. kalami» kochwarf und rirakauer. Epezkali^-st: Streichwurst. Verpackung frei! Wurüsabrik, Lildcsbeim. Armeustraffe 1. — Telephon 21.3. Unter Aufsicht Sr. Ehrw. Lan dradb. I>r. L e w i n s k y.

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