Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 7 (1928)
- Issue
- 28 (13.7.1928)
- Date
- 1928-07-13
- Page
- Seite 400 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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400 ßtlMB y; ,,Tcr üvxcq zwischen Juda urrd Japan." fs*? Endlich i't cs dem ..Welckamps" des Herrn Alfred -Ao^enbcrg gelunzcu, daseigentliche Kampfziel ,,Judas" auruwecleu. _ Au Heft 54 schreibt der -Korvettenkapitän a. T. Alfreds ton enpen Aufsatz voll 20 Leiten, ans dein rvir armen Unusiöenoen endlich entnehmen können, worum es eigentlich in der Welkgeschiune geht. England. Deuts ch l and, Frankre i ch. At n ß l a n d, Italien, kurzunr der ganze Erdball, stehen unter der stacht des überstaatlichen Juda, werden von ihm geknechtet, um aa.sgerechnet ein einziges L a n b z n n n t e r ne erfen, nämlich Japan. Tie Gründe für diese gewaltigste Krananürengung, die Wohl je die Weltgeschichte gesehen hat, vermag uns Herr Alfred Stoß nicht anzugeben. Aber daß dieser Krieg bereits ^ausgebrochen ist und 'schon in allernächster Zeit die fürchterlichsten Formen annehmen wird, das ist ihm klar. Auf Leite 256 heißt es: „Das Jahr 1921 war ein markanter Beginn ttt dem jüdischjapanischen Kriege*). In der Wasbington-Konfercnz muttij Japan einen Teil seiner Eroberungen herausgeben und sich zu einem Abrüstnngszustand beguemen. Das japanisch-englische Bündnis wurde gegen den Witten der konservativen und mehr völkischen -Kreise Englands gekündigt. Lrngapore wurde in den Oauplarrgrisssplan ausgenommen. Juda begann mit der endgültigen Ncvolutionieruug Chinas. Sowjctrussische Propaganda wurde für Inda in China ebenso Mittel znnr Zweck wie vorder in Deutschland fozial-emokratische „Anti"-ZlapiLa!-Propaganda zum Niesenerfolg jüdischer KapiLawildung. Als die Machcwchchlen Jnd^s mittels der sowjctrussiscl)en Propaganda im Jahre 1926 zusarumenzubrechen drohten, da versuchte das konserrxrtive — sich noch cirrmal völkisch erwehrende — England, das lctztcmal, sich ans den Zwingen der überstaatlichen Kräfte zu befreien. Es erstrebte die Erneuerung des Bündnisses mit Japan und wollte bereits den Ausbau Lingapores ansgeben. Doch da traf England dcr Bannsrrahl der überstaatlichen Mächte im Bergarbeitersteeck. Tie englische Negierung kapitulierte, indem sie den Näuberstaat Südchina anerkannte und ihn wachserrd durch ihre eigenen mllnarischcn Kräfte stützte. England ist jetzt kaum lösbar gebunden. Der jüdisch-japanische Krieg ist in seinen Anfängen. Wohl bat er bereits „Phasen" durchschritten, wo das Kriegsglück nicht aus weiten Judas stand. 1925, 1926 und 1927 waren jüdische Mißerfolge und Schlappen. Aber dcr Kamps wird erbitterter von Jahr zu Jahr, und man weiß nicht, was das Jahr 1928 bereits bringen wird." Die Politiker der ganzen Welt werden über das Wissen des Herrn Stoß staunen! Sie würden ihm auch dankbar sein, wenn cr nun noch llarlegen wollte, warum all diese Böller, die heute unter Judas Herrschaft gegen Japan ziehen, unter der gleichen Herrschaft sich noch vor zehn Zahrerr bekämpft haben. Tie Wege' des Menschengeistes sind wunderbar! Ein Mahnwort an die Deutschen Juden. In der 'Wiener „Neuen Welt" Nr. 39 vom 15. Juni 1923 schreibt Robert Stricker über den Niedergang des Wiener Judentums, der sich in der Selbstmordstatistik, in der großen Zahl der Todesfälle, die die Geburten weit übersteigt, und schließlich in der ProletarisierunI der Wiener Judenausdrückt. Er sieht den Niedergang werter in der Lebensführung der jüdischen Frauen, die man zu allen Tages- und Nachtzeiten beim Kartenspiel und Tanz sähe, und schreibt: „ . . . bieder diese Erscheinung gehen die berufenen Faktoren, wie verabredet, stittschwcigend hinweg. Jüdische Lehrer, Journalisten, Funktionäre, Rabbiner, und wie sie alle heißen, selben nicht und hören nicht. Sie tun dabci gewaltig hochmütig, als schiene ihnen das Ding zu klein. Zu klein für ihre den allergrößten Problemen vorbchaltene Feder- und Zungenarbeit. In Wirklichkeit ist es Feigheit, welche sie daran hindert, das Ding mit dem wahren Namen zu bezeichnen. Man fürchtet, als Moralphilister beschimpft und verhöhnt zu werden, man fürchtet, in den Geruch eines Puritaners zu kommen. Schrecklich! Weil verlauste und verspielte Nächte gar so gut Mar: murmelt etwas vom Recht der Frau aus Ausreden. Ja, ganz richtig, Auslcbcu heißt das. Man begeht dabei einen Schwindel und macht auS dem Rechte der arbeitenden, dcr zu Hause oder im Berufe arbertcu-cu Frau auf eine freie, behagliche- Eristcuz, ein Recht der faulenzendcu Frau auf leere Gcnicßcrci, welche die Familie, den Manu, die Kinder und das Bo!k schwer schädigt. Beliebt ist auch die Ausrede, das alles läge im ^allgemeinen Geist dcr Zelt', lind iwnn cs so wäre, so besagt das für uns Inden nichts. Wir Juden haben immer KiOnn gelebt und haben uns dadurch erhalten, daß wir uns gegen den „Geist der Zeit", wenn dieser Geist . zum Niedergang führte, zu wehren wußten, daß wir gegen vi-n Geist unserer Umgebung zu leben wußten, wenn cs mit dieser Umgebung bergab ging. Mögen die das Lcbcri verspielenden und vertan,;cnden Frauen, Tochter und Mütter als Produkte des Geistes der Zeit genommen werden! Dem Geiste mtfc Sero Charakter dcS Judentums entsprechen sie gewiß nicht, »Für uns ist also diese Erscheinung nichtch waS alo unabänderlich hingcuommen werden must, sondern etwas Wesensfremdes, das bekämpft werden must." Vieles, was hier ülwr die Wiener Jüdinnen geschrieben wird, wird man auch den Berliner Jüdinnen zum Vorwurf machen müssen. Wir wissen, daß die Tanzsucht nud das Leben noch außen *) Bon uns fett. Schriftlcittrng. hin nicht nur die Jüdinnen, sondern auch die uiiiujübi[u;en Tranen in einer Weise ergriffen hat, die der BoUsgesamLhcit und der einzelnen Familie großen Schaden zu fügen mnüeu. Aber wenn nur auch schell, daß die Nichts üdinncn von gleichem Fieber err<ÜTfeii sind, so ii ui neu wir doch inneren jüdischen Frauen und 'Rädchen zu rufen: Vergesst nicht, das; ihr arr crpouiertcr Stelle steht, vergesst nicht, das; die jüdische Gcsarnr.hcit dafür verantwortlich geurscht wird, wie sich die einzelne Jüdin, der einzelne Jude benimmt. Eure Lebensmbrnnz ist nick i eure Privatsache, sondern cs geht um das Ansehen des ganzen Indent um s! Qio m!s 'QViri'-J' v^'Vvf^V vvV vvyvV f 1 -yS* t>f»ä chrck 4 W * vv/ >h IV.*) Indische Wirtschastssührer. Von Dr. Kurt Zielcuziger. Kurz nachdem F r i e d r i ch-Il., der junge Preußenkönig, ruhmgekrönt als Lieger und Eroberer Schlesiens nach Berlin heimgekehrt war. wandertedorthin im Jahre 1743 ein vierzehnjähriger junger jüdischer Mann von ungewöhnlicher Schärfe des Geistes. Es war Moses Mendelssohn. Im Gegensatz zu Meyer Amschel Rothschild geht sein Streben nicht nach w i r t s ch a f tlicher Macht, sondern nach geistigem Einfluß. Ihm gelingt es, unter die großen Geister der deutschen A u s k l ci r u n g eingereiht zu werden. Er wird der Erzieher des deutschen I u d e n t ii m s. Ihm verdanken die deutschen Juden, daß sie deutsche Bürger geworden sind. Mendelssohn, der selbst neben seiner schriftstellerischen Tätigkeit Kaufmann sein mußte, um sich sein Brot zu verdienen, werden wir nicht zu den Wirtschnftssnhrern rechnen. Sein Platz ist unter den Heroen der deutschen G e i st e s g e s ch i ch t e. Aber der Geist, der ihn beseelte, verleiht dem Haus, das er begründet hat, einen seltenen Glanz. Tie Familie M e n d e l s - soh-n bleibt trotz der überragenden wirtschaftlichen Stellung, die sie sich zu erringen versteht, stets ein Mittelpunkt des deutschen Geisteslebens. Moses Söhne Joseph und Abraham gründeten 1795 das Bankhaus I. und A. Mendelssohn, das heute zu den ältesten Berliner Häusern gehört. Für eine kurze Zeit übcrsicdelt Abraham noch Hamburg. Tort wird ihm 1809 der <eohn Felix, der nachmalige Komponist, geboren. Ten Mendelssohns gelingt es sehr ''chnell, in Preußen eine führende Stellung als Bankiers zu erwerben. 1819 ist Abraham in Paris für Preußen zur Eintreibung der ' französischen Kriegsentschädigung tätig. Aehnlich wie die Rothschilds verstehen es auch die Mendelssohns, sich die ausgedehntesten internationalen Beziehungen zu schaffen. Abraham stirbt 1835, Joseph 1848 im Revolutionsjahr. Mit dem Todedieser beiden Söhne des großen Philosophen scheidet das Haus Mendelssohn trotz seiner Bedeutung aus unserer Betrachtung über jüdische Wirtschaftsführer aus. Tenn sämtliche Nachkommen waren zum Christentum übergetreten. Spater als das Haus Mendelssohn war ein anderes Berliner jüdisches^ Bankhaus zu einer führenden Stellung gelaugt. Im Jahre 1803 hatte Samuel Blei chrö der in der Brüderstraße zu Berlin ein kleines Bankhaus gegründet. Er stammte aus einer Berliner Familie, die. ähnlich wie die Mendelssohns, schon früh den Versuch unternommen hatte, sich zu emanzipieren. Nebenher innigen Verbundenheit mit dem Judentum war es ihr Bestreben, sich in die deutsche Geisteskultur einzuleben. Samuel Bleichröder wäre aber trotz allen Fleißes ein herzlich unbedeutender Bankier geblieben, wenn es ihm nicht gelungen wäre, durch den Präsidenten der Preußischen Seehandlung 1820 mit dem Hause Rothschild in Verbindung zu treten. Jetzt wurde er N o t h s ch i l d s Ä g e n t , in Preuße n. Tie Rothschilds konnten nun ihren Plan, einen Zweig ihrer Firma in Berlin ^u begründen, ausgeben. Sie wußten, welch geschickten ^achwulter ne in Samuel Bleichroder hatten. Mit dem Nimbus des großen Frankfurter Hauses wuchs auch das Ansehen Bleichröders. Als dann in der schweren Krise der vierziger Jahre, nachdem der Rausch der jungen Eisenbahnwerte verflogen war, die Firma B l e i ch r ö d e r unerschüitert dastand. vermehrte sie so ihren Kredit. Im Jahre 1838 hatte Samuel seinen Sohn Gerson in das Geschäft ausgenommen. Nach Samuels Tode wird Gerson Bleich rüder dcr alleinige Inhaber. Ihm gelingt es, dem Hause S. Blei ch rode r u. E o. in kurzer Zeit Weltruf zu verschaffen. Er selbst wird der unentbehrliche Ratgeber der Staatsmänner. Einer der Führer der deutschen Wirtschaft. 1865 beruft ihn König W i l h c l m nach Karlsbad. Er soll Preußen die Mittel für die kommende Auseinandersetzung mit Oesterreich beschaffen. Seine Bedeutung steigt im Kriege mit Frankreich. 1871 führt er gemeinsam mit dem Grafen Guido von H e n k e l - D o n n e r s N7 a r ck die Verhandlungen mit Frankreich wegen der Regulierung der französischen Kriegsentschädigung von 5 Milliarden Francs. „In erster Linie soll Blcichrodcr ins Gefecht gehen", so hat damals Bismarck .die schwere Situation charakterisiert, in der sich Bleichröder befand. *) Man vergleiche die Aussätze in Nc. 24, 26, 27 „C. V.'Zeitung".