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Central-Verein-Zeitung · 1928-06-29 · 26 (29.6.1928) · p. Seite 374

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
7 (1928)
Issue
26 (29.6.1928)
Date
1928-06-29
Page
Seite 374 (sequence 10)
Language
German
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374' t \'^t Das ' ' Gesundheitsv/asser bei ils'an-, Nierenleiden USIV. Facbfnger Texsandstelle, Berlin. SW LI* Sc-oneberger Strasse 16a. Telefon: Lätzo w 8260/61. machen sich nämlich störend bemerkbar. Unter den Beiträgen findet sich gar mancher, dessen Heimatrecht in dieser Umgebung nicht erweisbar ist, und wendet man sich erst den Bücherbesprechungen zu, dann könnte man manchmal meinen, der „Morgen" sei eine Tependence gewisier Fachzeitschriften. Gewiß kann sich eine Zeitschrift von der hohen und freien Geistigkeit der „Morgen" nicht sklavisch an einengende Formeln oder Richtlinien binden. Aber anderseits ergibt sich doch in Berücksichtigung seiner Tendenz, Jeine Darbietungen immer in Beziehung zum Judentum stehen mügen. mag diese Beziehung auch noch so locker sein. Eine solche Begrenzung würde auch der Stilein heit förderlich sein, und sie würde weiterhin Raum schaffen für die Behandlung mancher Gebiete, die bis dahin gar nicht oder kaum angebaut sind, wie zum Beispiel der Bedeutung des jüdischen Elementes in der Entwicklung der abendländischen Kultur in der Frühzeit, in der politischen, wirtschaftlichen und geistigen Entwicklung der jüngsten Vergangenheit und Gegenwart. Bis dahin ist nur von dem I n h a l t des „Morgen" die Redcgewesen. Ebenso bedeutungsvoll für das Wesen und den Erfolg einer Zeitschrift ist aber auch die Gestaltung des Steche?. Diese wiederum ist abhängig von der Qualität der Mitarbeiter. In dieser Hinsicht kann der „Morgen" restlos befriedigen. Es ist dem Herausgeber gelungen, einen Stab von Mitarbeitern um sich zu sammeln, der gediegenste Sachkenntnis wie höchstes Niveau gewährleistet. Das Niveau — das ist ein besonderer Punkt. Den Freunden des „Morgen" ist es nicht verborgen geblieben, daß man hier und da sein Niveau als allzu hoch empfindet. Darüber läßt sich gewiß streiten. Aber man muß sich anderseits doch darüber klar sein, daß in einer KulturzeitschrifL nicht alles aus jeden zugeschnitten fein kann. Der „Morgen" bringt aber so Vieh daß er jedem etwas bringt, und so wird jeder gebildete, für geistige Probleme überhaupt interessierte Leser in jedem Heft etwas finden, was ihm auch in der gegebenen Form Genuß und Gewinn gewährt. Besondere Beachtung verlangt die Zusammensetzung der Mitarbeiterschaft. In dieser Hinsicht ist die starke Beteiligung von Nichtjuden festzustellen. Wollte sich der „Morgen" aus die Darstellung jüdischer Geistesart und jüdischen Geisteslebens beschränken, dann müßte iene Tatsache gewiß besremdlich erscheinen. Dar „Morgen" ist über .diese Aufgabe jedoch hinausgewachseu. Er ist eine Brücke geworden, die von deutschjüdischem Geistesleben hinüberführt zum gesamtdeutschen; er hat eine Plattform geschussen, aus der sich alle freien Geister firrden können zur. gemeinsamen Arbeit an der Lösung des so vielfach' verschlungenen Problems der Judenfrage. Und das ist nicht nur gut, es rst notwendig. So haben wir dem „Morgen"" ein Zryeifüchcs zu danken: er vermittelt der jüdischen und nicht jüdischen Welt ein Dildchon. jüdischem Wesen und von jüdischer Kulturbedeutung, wie esin dieser MannigsüUigleib in dieser Höhe der Form in deutschen Landen bisher wohl nienurls der Fall war; er erweist. Daß es eine Geisteszemeinschaft zwischen Juden und Nichtjuden auch auf dem heiß nnjtriüenen Gebiet der religiösen und völkisch-nationalen Streitfragen _ gibt. — Wir hoffen für uns und den „Morgen"", daß diese Gemeinschaft in unaufhaltsamem Wachstum fortschreiten möge, bis sie alle diejenigen hüben und drüben umfaßt,-die im Kampfegegen Menschenverhetzung und Seelcnvergistung die Voraussetzung für den Anbruch eines neuen Morgens erblicken. H. Stern. „Der,Gottesdienst öer Synagoge, fein Aufbau und fern Sinn." Drei in christlichen Kreisen bekannte Theologen geben seit einiger Zeit im Vertag von Alfred Töpelmann in Gießen eine Sammlung heraus, die den Titel hat: „Aus der Wett der Religion, Forschungen und Berichte". Diese Sammlung soll Pfarrern und Religionswhrern die Verbindung mit der Universitätswijsenschast wieder Herstellen, wo sie sie verloren haben. Die Herausgeber sind Rudolf Otto, der bekannte Verfasser des 'weit verbreiteten Buches „Das Heilige", ferner der bekannte Professor für praktische Theologie Friedrich N i e b e r g a l l, außerdem der namentlich als Liturgiker bekannte G u st ad M e n s ch i n g. Nun ist in dieser für weitette Kreise wichtigen Sammlung innerhalb der praktisch-theologischen Reihe als Heft 7 ein meines Erachtens sehr bedeutungsvolles Heft erschienen, betitelt: ..Der Gottesdienst der Synagoge, sein Ausbau und sein Sinn" von Else S ch u b e r t - G hr i st a l l e r; die Verfasserin hat hier eine Einführung in den heutigen Gottesdienst der Synagoge geschaffen, die namentlich auch jüdischen Kreisen als sehr lxmchtenswert erscheinen dürste. 1916 erschien in den „Religion-geschichtlichen Volksbüchern" mein Heft „Das Judentum von Jesus bis zur Gegenwart", das in der Hauptsache ebenfalls eine Einführung in den jüdischen Gottesdienst darstellt. Wie Elfe Schubert, so biete auch ich die Hauptgel'ete in wörtlicher Uebersetznng. Anderseits unterscheiden sich beide Arbeiten dadurch, daß ich bei den einzelnen Gebeten ihre Entstehungszeit und ihre Herkunft vermerke, während Else Schubert solche mehr geschichtlich-wisienschastlichen Fragen unberücksichtigt laßt und den Hauptton daraus legt, daß sich hier heutige Frömmigkeit ausspricht, der sie ihre Art ablauscht, dabei auch hinweisend aus die Sprache der Musik, die sich mit dem Wort verbindet. Rabbiner Dr. Samuel und Oberkantor O g u t s ch an der Synagoge in Essen haben ihr freundliche Hilfe zuteil werden lassen. So ist ein Buch entstanden, das der Beachtung christlicher und jüdischer Kreise wert ist. Das Ersrenlichste au der Tatsache dieses Buches als Glied einer Reihe, die der christlichen praktischtheologischen Wissenschaft dienen will, ist: Dieses Buch liefert den Berveis dafür, daß sich die christliche gottesdienstliche Wissenschaft jetzt um den heutigen jüdischen Gottesdienst kümmert, ihn zum Vergleich heranzieht und aus ihm lernt. Privatdozent D. Fiebig (Leipzig). Ernstes unö heiteres von ostifchen Leuten. Heinrich Kurtzig hat sich mit seinem „Ostdeutschen Judentum" rasch ^zahlreiche Freunde erworben. Er hat dort in gefälliger Form das Schicksal seiner Familie geschildert und damit einen wertvollen Beitrag zur Kulturgeschichte der Posener Juden geboten. Auch seine „Tvrsjuden"^ sind Mosaikbilder für eine Kulturgeschichte der deutschen Juden. Er zeichnet belletristisch das Leben von demschen Juden, die im Posener Lande vereinzelt in den Dörfern unter meist polnischer Bevölkerung lebten. Auch die Anekdoten und Skizzen des liebenswürdigen Werkes sind mehr als sogenannte „jüdische Witze". Sie dürsten größtenteils nicht erfunden sein und geben deshalb ein Bild von den Levensgewohnheiten der Posener Juden aus der zweiten Hälfte des vorigen Jahrhunderts. Rei. £) Verlag M. Poppelauer, SkrHn. KAUFHAUS DES DAS HAUS OER uuiiutiumHmimumiiuiuiiiiil'i};- BERLIN W 50 / TAUE

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