Von deutsch-jüdischer Jugend
- Journal
- Von deutsch-jüdischer Jugend
- Volume
- 4 (1928)
- Issue
- 5-6 (22.6.1928)
- Date
- 1928-06-22
- Page
- Seite 15 (sequence 3)
- Language
- German
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15 iöecfle ßraft un§ bic (srbaftimg ber 3uteur;-€it fonbcr 3n?cif«I gemäfjr- Ictite^, baf3 wir aber für bie grfjalnmg ber Subenbdt gefühlsmäßig unbobtnQf unb orjne bcs Scbürfni? v.c.d) einer ibeolcgifd^n begrün* buna eintreten, weil wir Suben jinb. Sie ^rafii"d;e ^uswirrung bie^es Stanbpunftes finbet ifjre cirtfcbeibenbe &idrJ::::r, iroftbem bie o/tvmrartige Subcnfjeit für im» nur ar§ eine 3d;ar oc-n ibeell frarf tjei7i?icöcncn II n t e_r g c m e t it f dj a f t c n erfd;cinr, in einem cü> aemetnen unb itmfanenben Gebanfen, nämlid) in bei Arbeit für ben lübifiKn OJtenfdjeu, wie if)n ba§ £eben im* umuitiabar seigt. Sic ttorc'tifefjc Söegrünbung biefer Arbeit mag barin £-:funben werben, bag fraft unlösbaren 3lI]Gmnicn*)anG* 'Jltöeau un*> ber Ilmfang einer gemeinfd)afisbitt>eni>en Sbee ftei§ gufammcnrällr mit -JHbeau unb feelifdjcm Umfang be§ löienfd-er.frcife?, ber fie tragt, fo_ Daß töe»e Arbeit gerGbe im öinblicf auf bie bonun3 erlernte gefamt* jübifdje Sbee t>er Sufunff nidjt berloreu fein fann. (r§ barf ferner al» erfoIgreid)e *ßrobc auf bie innere Sßidjtigfeit ber bon un3 ge» magren Sluflöfung jenes innerlid) Icfer geworbenen begriff» ,,©c* faintiubentum* aufgefaßt werben, büß bie ucugcfdviffcnc Sage un§ ei'neMid) tiefere unb anftrengenberc ^rueiterjcrpfltdjlungen auferlegt, ntidjin bon ftd) au3 weit ftärfere £cbcnsfräfte aus-ulöfcu geciauet ift, als bie ßrrjöltimö bc§ alten ^Begriffs, b. f). bie wiberfpnid)-:-£ofe 'K^olgung früherer gönnen, bon un§ geforbert fvärie; benn wenn wir au» ber ^roblcmaiif be§ jübifd;«« :Dienfd)cn unferet Seit biß iber-Iogifdje ^rage nad) ber Uxt feine-S 3übifd}feins in i^ret ga~$en llnfruar}tbarfeit einmal getroft aiisfdjaUcu, fo bleibt un§ in _ ber tmer.Mtcf}en. güHe bon Lebensfragen, bie gerabe bie Tienfd}en unferer geit betreffen, ein unberglcidjlid) größere* Slrbeitsrcli) geficHt, al» eine Slnaltjfe ber jübifdjen Uxt e~ je ergeben fönnte, wenn ftc für ftd; üKein möglid) wäre. Storni t ift aber ber 23obcn, auf bem eine grunb'äfclidje Crinigung fcer jübifdjen Sugenfr alz erftrebeniroertei 3^1 erfduen. öollfornmen entfeßen. (£3 fpred)en für ein Sufcmimcngelfjen t,cr ^ür^? tcbjglid) bic Grünbe, n^Ic^e ftd) au» bem 33crr}anbenfein ber oben befpre-d-cnen „(raiueinfamfeitenergeben. Siefe rcdjiferiioen aber, mie iid) nad) tan ^ier 2Iu§geführten bau felbft ergibt, nidjt bie 2Iuf I ö f u n g ber Sünbc, f 0 n b e r n nur bereu 3 u 1 a 111 m c u * arbcifüongalläugall 651!?. auf ©runb einer organifatort* ferjen SBerbtnbimg, n>:Id)e bie ^rafri'"d}e gemeinfan-e Arbeit in ben einfiglögigen Sftcgen an Stelle ber cinfdjfägigen getrennten Arbeit fcHt §iergu aber genügen boKauf bie fdwn bielerfeit» be}teb;criben iübifefjen Sugenbrtnge ober bie £rganiuerung eineS bon JJaU 311 ^aH jur ßrlebtgung gemetnfamet ^in5elfrageu 5iifammentretenbeu gübrerfreifc?. * SSir fteEen bte Ausfüllungen t-rn Grnft SSorff Sur 3Iu§fpradje. S>ie Sc^riitleitung. Zur Äelterenfrage 3n biefem f&lait ift über bic äelterenfrage bon Qü^rcrn ber bcut]a>iübifcr)ai Sugenbberr^gung fenon manebeä gefdjrtcben tborben, nrcs einen, ber biefe grage fennt, 3um 23iberfprud^ erregen fonnte. Sie Se^anbtung btefer xyxa^t ben ^atnercben*5üf)rern foö ftier unbetrarr>tct bleiben, 5enn ba§ SSefen btefeS S?unbe§ rjat fidt) ficberli^ auf ßmnb neugemonnener, fd^errbiegenber &rfenntntffe \o genxjnbelt, bafe eine äelterenfrage für ba§ praftifebe Sunberleben nidjt met)r 3U belieben fdjetnt. — 3n Kummer 1/2 biefer 3uö^bbe:uage befinbet fvuj lebocr) ein $Irtifei eine§ gü^re:§ ber fÄ€utfebjübifd>en 3^^nbgemeinfdjaft", ber bie Leiterenfrage mit bem Iafontfd)cn <,a% abtun p. fönnen glaubt, büß biefe xyxa^ eb^n für ben Sunb noer) nid}t ßfut getborben fei. 3c^ ibiberfpred)e biefer Hnjldjt iricfjt ül§ Hnfunbiaer, luenn audj als }e^t SuBenftcljcnbcr. £ie „Scurjdjrjübiiaje 3"6cnböcniein,:>f)üft*, gegtünbet mit bfsn Srcfticbcn, ftüeS ©utc unb Sd)öne bc§ 3»bentum=, aße btcnncnbm ^Toblemc unferer rtngcnben ©encratien, einem Greife ten iun(ten jübi'Qcn 3?icnfd>cr:, orjne bie Sorbcniuö nadb ban fdjeinbat cGcinfcliema^enbcn Xriö bei 3ugcnbbetreGuna, 3u ftcHcn, fann fid? ben £utu§ nid?t leiftcn. in ben tjefjfcr bcrßangener unb noä} beftebenkr Sünbt 3U berfaEen, bex barin bcftcfjt, aCc SRitßlicbet bet (5cnicinfdKi?t, bie ben Ickten Str-ccJ bex iübifdjcn 3nacubbelreaima nidjt mebr im naturgetreuen SÜadba^inen b<§ urbeutfd;cn 2iknbccbi>QeI§ 311 [eben bermößen, ober fonft unbequcrr.e Slnfiebkr. cu^cm, cli cli 'su bcaeiämen unb ber GcmcinfaSaft, an ber fie tre^ bc§ Slu&eis od(jtlaficn§ bet cuBcrcn 3»Qenbbcn?cßi!na§fpnnen I)äiibm, cän3licb 3u entfrsmben- TOe toofjlßemcinten Skruifte, ^ie SRefiantcrcn^n in 6mbbcn bim ^dtcren (roDblgemcrfr, c§ banbclt ftd? bier fbe>iefl um bie „ScutMnübifdjc 3uGcnbßcmcinfcbafr) 3u fummeln, müffen nonocnbi^crtrcifc baron fd}eU tem, ba| niebt bex (Staube an bie bcutfaVjübtfdje 3bet: in bkfen fpgenonns ien Heiteren ftirbt, fonbem ber Glaube baran, ba& c§ überbauet möalicfj ifi Stccen ber SSclianfc&aimng in 3i-röcnbbünben f6Iecbtf)in Hären 3u föimen. SJtan ioirb bietlcicbt cntöcgnen, fjicr foH niebt acfläri, fonbern ßsfuebt toerben, ba§ ftlörtn, foreeit c§ überhaupt in5ölicrj ift, übcrlaffcn Jpit ben Sünbcn ber Sitten. 3a» n>cmm befiftt man benn bann nidjt enbu# ben SJlut, ben 51u§triii bc§ 2JIitßltebc§ bei (rrreidjmg ctneS beftimmten SIfexs, fogen toit einmal bei 21 3cbrcn, bon Sunbc§ ir<eaen |u forbem, unb ben jungen SKcnfdKn, folanac er ru?cb unberbitiext ift» für bte Arbeit in bei: ßroßcn $ünbcn ber toirtlid} Scltexcn frcytrßcbcn? 5lIfof mein ßefeba^er Slrttfelberfaffer, bte ^letterenfrüge ift noer) nidjt afut? Tic (Sretgniffe fpredjcn bodi eine 311 beutltdje Sprache, al§ bau id) fie nodj in ibrem tatfäctjHcfjen Verlauf auf3eta.cn brauct'te. S?a§ »bare aucr) nidjt ber Sroed biefer 23Iätter, bie ber ßiärunß ber eroberen fragen be§ beutfdjcn 3nb2ntum§ bienen fofien. G§ roäre enblid) Seit, ba£ ber ©cbanfe, ber bie ©tüubcr ber „Scutfd>jübi)"d;en 3ußenbgemeinfd;atT befecLte, näms lief) iebem, ber ebrlid) fud)cn unb arbeiten nüü, bie?jiößCidjtcit ba3u 3« Geben, ebne 5Rüdfid)t auf 8entimenl§ ober bie llcbcrf)cblid)feit eine§ gauifien 2rjb§ be§ ncubeutfd;en unb aud) bes neujübtfa^cn Gbelmen[d)cntum§, SSaljrfjcit tuerbe. Sann tuerben bteUcidjt bte Silanscn ber 23unbe§arbctt nad; ireitcrem fünfiöqrißcn Scftefjcn anber§ au§fcljcn. Äutt ^tcittfjavbi» Hierzu schreibt Werner Hosenstode: s2Iuf bie g r unb f äfc litten ßrmägungen ^urt Steinbjarbt» fei in biefem 3ufanuucnl)ang nidjt eingegangen. 2öoI)[ aber müffen bie Behauptungen 3urüdgemiefen merben, bie geeignet flnb, bon bem ühmb ein objeftib falfd)c§ ^3ilb 3U geben. 1. ©mpbeu unb cxft rcdjt ©rupbeu ber OuGenbbcrocßunß fmb einem fianbißcn 2Saubtungipro3cf3 unteriuDifeir. Sie urfprünßltcrje ^bficbt ber ©rünber be§ 33unbe§ fann baljer nidjt mafcgebenb für beffen außenbltcfli^c Arbeit fein, abßefebcn babon, baö bte eißentttebeu Grünber bc§ 5Bunbc§ an ber Cnihoitflunß bi§ beute burä) ibre fOUtarbcit afttfcen Anteil fjaben. 2. 2[0enn e§ eine ^raße ßibt, in beren Seantroortung aCe iübifajcn 3ußenbbünbe fonform ßeben, fo ift c3 bie, bafe ein iübifdjer Sunb ofjnc iübifdjfn S^tflcn finnloS ift. SÖon einem „naturgetreuen SRacfeabmen beB urbeutferjen 25}anberrc'gda" (al§ Gnb3toecf) tann baber b^eber bei un§ nod) anbersroo bte Dfabe fein. 3. Sic „äelterenfrage" Iäfet ftd) nierjt burd) organtfQtoriicb'e SDlafenarjmcn löfcn. hieben ber bolttifdjen 3Irbeit auhezhalb be§ 23unbc§, bereit OZotmenbißfcit au§brüdfid} betont mürbe, roirb ber pctfönlicbc Stordatt ber im Sunbe ^eranßebjadjfeucii ftct§ al§ ©cßengeroidjt nötig fein. Zb berartige Greife innerhalb ober au&crbalb bc§ Sunbe? bcftcfjeii, ift eine rein äuBerlidje SroedmüBigfeitefrage. 4. Cb bie Slclterenfraßc bereits im 23unbe afut Wai ober nidjt, bürfte für bte roettere Ccffentlidjfeit — folueit fie nidjt befonber? ftarf tjiftorifcö interefftert ift — nidjt bon großer 93ebcutung fein. Saifacbe iebenfafi§ ift, baB beute 3um erftenmat bon ben kelteren be§ SBunbe» eine Söfung anßebabnt ift, unb bog ferner bte kelteren be§ Sunbe§ nicfjt bon ben nacb= Tücfenben 3üngeren eine £bfung biefer Srage bcxlangcn, fonbem baB fie mit eigener 3niüaüt>e für ftet) einen modus vivendi all keltere fcfjaffcn tooöen- ^iexburtt^ rjofft ber Sunb sn bermeiben, baß bie tHeltexen ftcb entern loilöfen, um bann ibjxe jübifebe ^Betätigung barin 3a erferjopfen, bafe fie bte Silana ber SBitnbe§ürbeit einer abfälligen firitit unter^ierjen. Judentum und Jugendbewegung ^ine Entgegnung bon ©rti§ §irfa^öctg (Oppeln). 3n 3tr. 3/4 ber 3^gcH^^ctIage ber „£. S}.«3eitung-r nimmt -öerr Rabbiner Sr. ©olbmann in feinen legten SBemerfungcn 3U ber Qxaqe ,^ubentum unb Sugenbbemegung* audj auf meinen 3?ct« trag Sc3iig. Seine Semerfungen, fomeit fie micr) betreffen, finb nierjt blo^ roegen itjrer ^orm unb Sxidjtung erftaunlid^ unb amingen ntid) um ber €act)e willen 311 folgenber (Srflärung: 3^cine STuffaffung, njonadj ba§ Subcntum nid)t au§fd)IieB" IidjalsSReligion erflart merben fann^ gefyt auf 5 u g e n Q u d} § 3iirüef unb finbet it)re Unterftü^ung in ben einbrucfsboUen?lu§« fürjrungen bon Cublüig ^odanber auf ber legten §auptberfammlung. 2Bie id) 3U einem 3nbcnturu o^ne Religion fterje, babon enthält mein Sluffafc fein 2?)ort, weil bawad^ nidjt gefragt war, ÜJleine pofitibe unb aftibe SteEung 3nr Religion augeinanbersufefcen, befte^t in biefem 3ufamment)ange feine 33eranlaffung. Sie großen Sporte ber Swgcnbbcwegung billige id) ebeufo Wenig Wie bie £cugnung be§ Slutoritätsbcgriff?. vJibcr man muß ba§ begreifen, bafj ber junge SEenfcf) I)oI)e 3icle berfünbet unb bic ©egenfräfte uuterfdjäfet, ba§ er uicrjt mit ber ^rfurdjt gegen bie Slutoritätsbcgriffe bc§ Sebent ba3u gebort ba§ StaatSgcfcl? wie ba» 9RcIigion§gcfc^ — geboren Wirb, fonbem erft burd) (sinficr)t unb (rrfafjruug [\z begreifen lernen mu&. 3m ©erjordjen liegt nod) fein ^nerfennen be§ ©cfct?c§. Sa§ 3ugenbgcrid)tsgcfc^ bedangt bom 3\idjter cingeljenbe Prüfung nad) ber $id)tung, ob ber 3"gcnblidje bie llugefc^Iid}feit }eine§ ^anbehiS ein^ufeljcn unb feinen SBiüeu entfpreerjeub 311 lenfen bermodjte. Sav3 9Migion§gcfe[} bedangt nidjt weniger nad) Ginfidjt unb 5ö}iHen§bilbung. Dbjeftife Unterwerfung unter ba§ ©efefc barf mir ein $oIt3ciftaat unb nur bic ftrenge Crtljcborje forbem; benn nur fte bürfen bon ifjrem 6tanbl?unft au§ auf Scnffrcit)cit ber3id)ten. 3m übrigen übcrlaffe id) c§ ber Scftüre meiner Scfer, nad)3u- ^rüfen, wie weit meine Ausführungen bon ben 5lusiür)rungcn ber anberen SJcitarbciter pdrj unterfdieiben, wie weit fie bic golgerungen beS §errn Sr. ©olbmann red)tfevtigen unb wie weit fie „gefäljrlicf}* pnb.