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Von deutsch-jüdischer Jugend · 1928-06-22 · 5-6 (22.6.1928) · p. Seite 16

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Journal
Von deutsch-jüdischer Jugend
Volume
4 (1928)
Issue
5-6 (22.6.1928)
Date
1928-06-22
Page
Seite 16 (sequence 4)
Language
German
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16 Sprangers Jugendpsychologie j©i[fcnftf}üftüd)e S3ücf}ct Pflegen, fofern fit ntdjt £ef)rbüd>er finb, nur in einem bcfdjräuften Kreife, bei S3t6fiut^cfen^ öffentlid>en ßnfittukn unb fadilid} Sntcreffiertcn, $uteilnat)me 31t finben. ig b u a r b jSprarigev§ f rj d; o I o g i e ö e § u g e n b * a l1 e r §" (Vertag Du elf c & 9)ccrjer, £eip3ig) i fr bngegen bom beginn tbrc§ (5rfri}cinen§ an burdj einen Crrfolg ausgezeichnet warben, tute er fonft in ber Otegel nur beliebten beüetriflifcfycn *publifatiouen 3uteil wirb. (9. §(uf£. 1027.) ^5ft nun bie Urfad>e für bie ungemöfp lid>e unb tiefbringenbe SSirfung etwa barin 31t fudjett, bafc blejc§ S&erf in bie 9ßcif)e ber furälebigen „9Jlobehüd}cr" unb ,,8aifonfd)lager" gebärt? 5ccin, jenem Üöerfe trwljnt beäfjalb eine junbenbc ßraft inne, weil fein 3?erfaffer bie billige £egenbe Don ber Kolben unb fröf)ticf}en Qugcrtb^eit enbgülttg preisgegeben unb bielinefjr bie bittere gragwfirbigfeit, bie tragifd)«gefäf)rlid;e Homplifation jener ©nhuicflungSjtufe nad) allen Seiten i)in belemfter l)at. Gprangerä Sktf t)at in einer gan3 befttmmten unb beutlid; mnrifjetum gciftigen §altung feinen Untergrund bic threrfeitu lebiglid) ou3 ber folge* tidjtigen fentwitflung jenes bebeutenberi ^ujilofoptjen tmb ^ßnbagogen erflärbar ift. Spranger, ber Gcfjüler Siltljet)* nnb griebridj ^aulfen§, empfinbet fid) al3 (frbe nnb £>üter ber großen beutfdjen SBelt-- £l)iIofopr;ie be§ $ be a Ii §m u 3, infofern ift fein SBud) in bem Stile eine» ibealiftcrenben (Embjeftibismu* gehalten, e§ ift nidjt nüdjtern unb troden im objcttib*wifjenfd}aftlicl]en Sinne, fonbern bisweilen bcfennini§fjaft»patl)etifd): bie fittüd)2 g-orberuug be3 (jtf)tfcr?\ Oer in ber äftljetifdjen SSertprobin3 ebenfalls Ijeimifd) ift, liegt ,mit ber „tDertcfreien" 5^tfacr)enbeobad)tung be« ^fnclplogen im Streit. üftidjt um fonft r)at er feiner Arbeit 2krfe öölberlin-3 bonmgefteu't, fein fönftleVifdjer $nftinft beutet cinbringlirf; auf einen fpejififdjen ööl* bexlin*Zt)pu% be§ beutfdjen 9JUuifd;en Ijin; fjicrin finben tote beu SCngelpmift fetner £eben§nnfd)mntng unb 3ugfeid> bie fd)lagenbfte SBiberlegung all ber er, bie!jeute in polemifd)er 2(bfidjt einen (Segen* fafc 3Wifdjen bent Sfutor ber §iunbolbt-c^d)rifteu nnb bem SUttor ber ,,£ebcn§forunm'' unb £et 3ugcnbpft)d)ologic fonftruieren: Spranger fömpf t ^ugunfien &e» a ft l) e t i f d)«i n b i u» i b u a 11 ft i f d) e u 23 i I - bu n m e n f At n, toi« er im geitafier ©oetfje» unb ber üiomnntif ben Son engnb, gegen ba§ Hebergen>id)t be§ bürgerlinV t e ö H ft i f d) e n % a d) m e n f d; e n, ber nad) 30cn$ 2ßeber§ g-eftftellung i)a^ S(ntufe unferer 3eit befttmmt. Sie jnöenb^u)di)orogtf^c 2Biffcnfcfia?t f^t butdi S^>rauöer§ 3tu§bcittmiQ eine§ rcidjen äatfad&enmateria!» mit» Scübad;titng5ftD]"f§ eine ftHfcmatiföe Grunblcgttng erfahren, bie all bte tvrfd^icbenen (Bcbiete be§ lüciifd^idpttgen ^toMemfteiiea, mithin ba§ Söer&alten bc? 3«öenMid)en in crotifdjer, fDaialer, moratifdjer, juribifdjer, ^»olttifcöeT^ religiöfer fotiuc iDeltanfdjaulidjec ^infirfjt gteid)mäBiö n]a%t Sabci bat ÄVTünßi'r bte \>vn ihm entmicfeltc ShÖobe ber öctftr§h>qfenfcf)aftUd)cn StjVs^ftjdjoloßie unb ssstvufturleljxe, bie fid) tn ihrem ©egenftaube bind) eine tntnitiüc -ibieorie bs§ l'erfteben» jtätjert, mit g(än3enbeni ©c[d;id angenienb^t. Qi> ift leibet aii§ täuntüd)cn ©rünben ntdjt niüQVid), in jebem. $unftc auf bie ficrfibebeiittömcn Grgebnijfe, bie Oranger au§ ben ance^bvterr SraßefteUungen gemonnen bat, finjußdjen. 5)abct fei nur auf jiuei Kernprobleme, btc für ben 3tißcnbfia^en l?on befan'oer§ brennenbem Sntcreffe finb, binejemiefen. 3n brei Kapiteln fetm» 2ßerfc§ bcjjanbctt Spranacr ba§ Scjua( Problem ber Suaenb. 6r tritt für eine ftrenge föegriff§f(f)cibiinfl r»on ßrotif nnb ©erjualttöt ein; ber erfte begriff bebcittei ihm eine l>eraeifäate .t^orm ber ßtebe, ber 3U?eite ibr rtnnlidie« Korrelat. Seine ^itffafiuna be§ &o§ ift ioefcntli^ bind) felatomfdje Q?orftenunflen kemflufjt. Qx iueift auf 1>a§ ©tauen unb (Jntfe^en beim fertigen PiUHidien hm, Fomie am bie 2^eimltd>fett, mit ber fid? jene Vfnd>i^bbiüd)e Sieiumition folfjiebt. 3u bem Sejuefien ift ein 8tücf bmn Sl'eliijdieinmt^ enthalten; unb c§ t[t bie Sraflif bc'ö Sitgenblidjcm bafe feine fcyuclle ^bantafte tiots tfjrcr Sriebftütfc ficrj jit Uhx um ba§ ITöcoretifdje betum bemca.t, ba§ feine Seele mit ber dr; lebni^fcite nid)t fertig mirb, mctl ba§ nu?-füflenbe ftarfe feelifnV 2ptaletlebtit§ nod) febtt. Gpranaet erfennt bükt Die fexitelle Shtttläiimfl in ihrem telattoctt ^ed)te an. Sebr h>efentltd) ift feine Sfccllimßnabme 311 ben fütjrenbin ©cjualtbeorien unferex Seit. 2»n einet loettgefpannten 2iu§; einanberfeljung ftimmt er mit ber ftreubfdien 5?ehre barin überetn, baft ibre 5Ttefenl>fl)dyotc>Qie ebenfo Hne feine TirtHnamAHoaieeine Theorie be§ ©eiftebenS fei, bagegeit lebut er ben natiirali|tifd)en ^anferi:aliötnu§ f5freub§, ber nur ba3 i^erueKe öbS fubftniitieltey ©runbubanomeu auertennt, ot§ Vf\)d}otogifd;en SOiatcrialtStmi» ah. Gr redmet c§ ber inbiüibunU>ft)d}os logifdnm Sdmle ^Üfteb ^tblex§ al§ U3crbtc«ft an, jenen gebier r»:rmiebcn babetu Scbr fd}arf tHrrtoirft er ben foitim^ifcb funbterten ftomperptis* tnul bc§ Se^uaU'itcratcn Slüber. (Si faimnt 311 bem (yrflebni3# bafc bie ibeal-crotifebe imb finnUdvfejcuene KümVmientc jttfanuuen erft bte Totalität ber Seele barftetlen; aber e§ muf) letber gefaot merben, bafj btefe 3:beje ber •Sitflcnb in ibrer (antreten fejueflen 9Jot fein: «tü>: bietet. (2?gl. Krantj-- $xo&&) SBou funbamentaler SBcbcuhtng ift ferner für beu $iigenblidien bte 93eTttf§frngc. ©ernbe tiefer?(bfd}nitt ber ^nrangerfd)eu SDarftelfimg wirft öurd) bie Ä\r)r^eit feiner Satfadjen ergreifenb. $Der Konflüt nnb SS?efcu^miefpaft 3roifd)cn ber inneren Neigung tmb ber prafttfdj-reafeii ^eben^erforberniö tnadjt febr oft bie 33criif«= lval}( be3 Sugen'bridjcn 311 einem trngifdjeu Ka;>iteL grei babon finb Jene glütflidjcn Diatureu. bei benen fid) ^cruf*ueigung unb 33eruf§* eignung bedeu. £rngifd)*parabor crfcljeint bte Sage Dieler Sllöc«b* lidjen, bte o^nc eigene Sebent* nnb 53eruf4erfaf)rung eine '(?nt* vfebeibung -über if)r ftmfrigeS ^fetu faden füllen. Sie HrifiS ber feerufeergreifung tritt namenfltd)- bei ben ebleren Naturen tjerbor, roafjreub bei ben gemöfjntidjeren ber Gfjrgci^ unb £rrwcrb«ftni! bie Srifbfebern HIben. SSir tonnen un§ nid)t berfagen, bie fyxtlifya SBo-rte r/i-errjcTäufc^en, mit benen Gpranger jene SluSfüIjmngen fehltest: „3>er SBeg vvn Küftcin über 5Rbr:tn§berg nad) «gotSfcam, ben gnet>rttr) ber ©ro&e gegangen ift €cfd>eint aum Seit in fjarten formen unb tu büfteren gforben. 9)löge bie beutfdje ^ttgenb aber ntemaß berlerncn, otefen feeg 3U gefjen unb bte innere Kraft ba$u auf3ubrtngen!" £3 barf bem Cfjarafter tiefer g^fönf* cntfpred)enb nid?t imerluäfjnt bleiben, bafj Sprnnger an einigen Stellen auf bie feettfdje JSkrfaffung be3 jübifdjen Sugenblidjen eingebt. Gr ftettt bei itjm einen befortbereu Gntmtcflung§rf)t)tf}muS feft unb füt)rt ryeiterf)in 3um SBc(eg ®erfe eine§ iungen jubifdjen 9Jtäbd)en§ an. (sr f)ebt ferner bie grünere 3Jleufdjen!enntni§ frübreifer guben, bie ftc^ au§ ber ,,Kam|>ffitüation ifjre§ Stamme^4' ergebe, faxbox; anbcrfeit^S betont er bei beut genialen biersefntjäfjrigen ßoffaTle ben großen iübifdjcn G^arafter^ug ber fclbftlofen Eingabe an eine ^bee. fyrife ^ricb^öcttbct,♦ Erziehung zur Freude! Von Rosi Graetzer (Kryschanowitz) r 3 i e f) u n g 3 u m Stola". £>inter biefer gorberung für unfere jübifdje 3ugenb, mie fte in Dir. 10/11 biefer Seilage (1927) auf* gefteüt mirb, ftetjt ein gan3er 3}cann, er)ern tönt fein 9^uf, unb meutt if)in Grfültung mirb, fo fefjen mir ein ©efdjledjt junger, ftol^r Subeu r>eranmad)fen, bie au§ 3)iufj=3«ben 31t ©enii^3uben werben. Hub bodj tnödjte id) ab3 5 r n u bie Mittlerin nuf biefem SÖege fein, in bem tri) bie r 3 i e f) u n g 3 n r 5 r e u b e a m 3 u b e n 111 tu" r»oranftelIe' 2-enn mir 5Dlütter finb ja berufen, greuben in ba§ geben unferer Kiuber 31t tragen, mir befdjenfen, belohnen, mir beglücfen fie. <so feilten fte in frürjefter 3"genb fd)ou belehrt werben, jübifcf}e gefte begeiftert 51t feiern; e§ Ijat ja jebcö geft feineu Ciditerglon^ ber ba* jtigcnblidje öcr,j für feine Üicligion erwärmt: ab e§ ber traitTidje fyreitagabeubfdjimmer ift, ob ba§ (Ffjattuffafeft mit ber Kraft feiner Erinnerung an ben glücff)aften Sieg gottuertrauenber 3^ben. Zui e§ bod) we^, 3 a c 0 b S a f f e r m a n n im?ht?flange feine» mtälenben SBefenntnisbudje» „?Jtein 20eg q[» ^eutfdjer unb %ube" 311 beut refignierten Sdjfufj fonunen 3U fd)en: „Verbergen wir un§, fo nennen fie — irnfere SBiberfadjer — un3 feige, fuerjen Wir i^reu ^(tu fd)Iu^ — aitfbringttd), Wolfen Wir it)nen tjclfen, mißtrauen pß unferer Uneigennüfcigfeit, reichen wir trjnen bemürig bie red)te Söange, Wenn fic nn§ bie Iinfe gefdjlageu, cSjrü^rt fte nid)t fie fd}lagen uu» auf bte redjtc, — fur3, wa» bleibt? üelbftbernidjtung ober cht ßeben in Söeflonuneu^eit unb Unfreitbc.-! Slrmcr ^id)ter! fBdd) nüdjterne, ^arte 3ugenb mag iön 311m freubtofen 3«ben ofjne Religion gemad)t rjaben! $cnn gerabe für wn§ Subcn ift bie SReligion nid)t nur <Sottc§- tmrfteüung, fonbern ba» Sudjen nad) einer Kraft, bie bom Seibc befreit, ^ie ^reitbe be» rcligiöfen Suben liegt im streben nad) SDerebelung unb nad) einem ©lüde, bn§ im ©egenfab 3« ^n tftnfdjamtngen onberer Religionen imn biefer 23Mt ift. — Xar)cr mu& unfere 3ugenb erfüllt werben mit bem ©eiftc wirflidjer 5reubig!eit Wie er au§ brm 2)cr* ftänbniy bon, au§ bent Jü^len für unfere Religion erwädjft. Unb biefer Qöttttdje Qunfen ber ftxeubt burdjglüot nod) fyute ba§ 6er3 be» Subcn, ber in£ ©otte§f)au§ tritt, um ben nüchternen Alltag fjinter fid) 31p laffen, ben egoifttferjen Alltag, ber nur ba§ gut nennt ma3 üorteübrtft ift, wätjrenb ber eabbet unb unfere Feiertage1 un§ ein ©lud lehren, 31t bem un» fein <^>elb unb 6ut berfietfen fann. Sie la|]eu uns füllen, baB über ber §errfd>aft be§ Materiellen unfere geiftige, unfere religiöfe Verantwortung ftel)t. 2i)enn im 3aufar ^cr geiertage ba§ 3wedfjafte Zun berblafjt, erwad)t in biefer ©lüd§s ftimmung bte Gmpfänglicrjfeit für bie 53cr3ügc uuferer?te&cnmenfd)cn, benu „eine w i r f 11 dj ■ r» 0 r n e I) m e, e b l e? e r f 5 n l i d} f c i t bleibt ber 3 w i n g c n b ft e © 011 e d b c w e i %\ Unfere geiertage bercidjern unfer Unfein burd) geniütr»cfle5 gtimiUeulebeu, begel)en wir bie gefd}id)tlid)cn geiertage bod) alle geiueiufant, inbem Wir ut ©otte» weifen ÄMtcuplan feljen. greiliit) fanu leine Seligton auf gormeu berpichten, beim bte gorm gibt ber S^ce, bie fid) 31t Ieid)t r»erflüd)ttgt fiduziaren 5Cu§brucf unb un§ bte Sftbgltdjfeit, unfere teueren llcoer- Iieferuugen ben fommenbett ©efd)fedjtcrn 31t erhalten. - 2er grieben3av>cftel ^raf ^oubenrjobe-Kalergt nennt in feinem QJud) e l b e n u n b § e i l i g e* ben 5(bel mit feiner Krieger* faffe bn§ attii»e ^elbentutn unb bie 3«ben ba§ ^afftoe Siclbentum, wejl e«3 für feinen Glauben topfer bie größten ßuolen liit. Unb ba& btc greube, einer unbergaitglidrcn Religion on3itgel)ören, and) mit Reiben nidjt 311 teuer erfauft ift, ntufj unferer Sugenb eingeprägt werben, bann greubig gebenfen wir unferer geiftigen (3röf?eu, wie vcrrmann ^ofjen unb DJiorife ^Karn?; fic lehrten un^, baf3 c§ fein beffereS Littel gibt, bte ^ibfaübewegung 31t hemmen, al§ bte Verbreitung ton jübifdjcm Riffen.?lbel unb Kultur unfere? (5>laubetvS ftnb fo alt, bafj ein Wirf- Iid)er Kenner bar>on iljm niemals bie xreue bred)en Wirb, erft wirb in il}r ber Stol3 erwad>en auf biefen fdjwer erfämpften S3efifc unb fie bte Söaf>rf)eit ber ^tdjterworte in „SafobS Üraum* empfinbeu: ,31 ä d) 11 g e Könige b e 3 M e e r l a n b e § e n b e n — S)H 3 tajim f d} w i n b c t, SB a b e l w a n f t nnb f fi II t —nur b u , fein ewig 9? 0 11, b a r f ft ewig w a n b e r n — ein e W i g e § 50 u n b e r f e i n e r e w i g e n SB e 11!* BfTürtttDortUdj für bte Seilaßt ,&*r\ freutfdj'iübiu$ec 3«ß<nb*: *Klft«b ^Itf 4« bets CSccIiR-G^arlettcniura). »oa SfciboU SSlsftt* ©erlitt SVV 1?*

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